Damit könnte man ein bißchen mehr kriegen, Wäre aber nicht der Bringer. Arbeit wird häufig im Team geleistet (mit unterschiedlichen Skills). Wenn einer davon fehlt, ist das ganze Team nicht arbeitsfähig.
Ja. Aber wir haben derzeit einen Haufen Probleme. Da müssen wir halt mal die Ärmel hochkrempeln. In Not- oder Kriegssituationen fragt auch niemand nach der 40-Std-Woche.
Ja, man wird seinen Alltag umorganisieren müssen (Kinder zur KiTa, Einkaufen, …). Das schließt die Öffnungszeiten von Einrichtungen jedweder Art ein. Genau deshalb sollten möglichst alle diese Mehrarbeit leisten. Ein individuelles ‚opt out‘ wäre da sehr kontraproduktiv.
Über die großen Gerechtigkeitsfragen würde ich an dieser Stelle noch gar nicht diskutieren wollen. Da kann man sicherlich im Detail passende Lösungen konstruieren.
Deutschland muss ein paar dringliche Probleme lösen!
Wir befinden uns in einem ‚Krieg gegen den Klimawandel‘.
Ich nehme aber auch sehr gerne alternative Vorschläge entgegen, wo wir ca. 25 % mehr Arbeitskraft herbekommen.
Ich sagte ja bereits, dass dieser Vorschlag medial gut vorbereitet werden muss.
So sehr ich diese Auffassung teile - wie genau willst Du das so kommunizieren, dass die Mehrheit das auch so sieht - wir schaffen das noch nicht einmal bei unserem ureigensten Thema „Umwelt und Klima“ - hier wäre allerdings nicht mehr (z.B. Fliegerei) sondern weniger angesagt
Wenn ich eins aus den Projekten, an denen ich beteiligt war, gelernt habe, dann das, dass bereits in der Planungsphase die relevanten Parameter klar definiert sein müssen - hinterher Korrekturen einfließen zu lassen, ist extrem teuer und (zeit-)aufwändig …
Gerade was die Akzeptanz in der Bevölkerung angeht, so muss es frühzeitig klar werden, welch überragende Vorteile das für die meisten/jeden von uns hat - offensichtlich ist der Arterhalt nicht geeignet - wohl wegen des zu langen Zeitraums - Deine angestrebte Problemlösung scheitert ebenfalls daran, dass der Planungshorizont in Anbetracht der derzeit noch zu wenig gefühlten Krise ebenfalls noch zu hoch ist …
Ich sehe da große Parallelen zwischen dem Verzicht auf Freizeit und dem Verzicht aufs Auto/Fliegen/Konsum - es ist erst hinreichend spürbar, wenn es zu spät ist …
ein typischer Gegensatz bei der Bewertung von Handlungsoptionen:
Wir fragen sofort „ist das denn auch gerecht, nicht diskriminierend, nicht rassistisch“ usw.
Diese Fragen muss man stellen, völlig korrekt.
Aber zuerst muss doch die Frage geklärt werden „ist die Maßnahme geeignet, das Ziel zu erreichen?“
Dann erst, als zweites, denke ich über Gerechtigkeit nach (denn ob eine untaugliche Maßnahme gerecht ist oder nicht, ist völlig egal).
Die Grünen machen es tendenziell andersrum:
wenn es gerecht aussieht (oder, noch schlimmer, sich so anfühlt), machen wirs.
Ob es funktioniert … na ja, sehen wir dann.
Diese Reihenfolge ist falsch.
Was machen wir denn, wenn wir morgen eine Lösung für die Klimakrise haben, diese aber ungerecht ist (weil der Süden zuviel leisten muss, weil auch ärmere Bevölkerungsteile viel zahlen müssen, usw).
Nehmen wir dann diese Lösung nicht wahr und riskieren lieber den Weltuntergang?
Oder sagen wir, wenn das die einzige Lösung ist, dann lasst es uns trotz der Ungerechtigkeiten machen?
Im Prinzip gebe ich Dir recht (daher meine immer wieder gern eingestreute Aussage, dass wir evtl. schon heute zu spät dran sind Ich sehe das weniger als Defizit der Deutschen und/oder der Grünen - sondern viel mehr als ein allg. menschliches Problem (s.K. Lorenz: Steinzeithirn + Atombombe)
Allerdings bin ich schon der Meinung, wenn wir zu einem Entschluss kommen, eine Maßnahme zu ergreifen (das ist letztlich das, was den politisch Prozess ausmacht), bereits zu Beginn eine gesellschaftpolitische Analyse vornehmen, was eine ausgewogene Umsetzung konkret bedeutet - Wir sehen das derzeit bei der Frage, wie wir all die in der Vergangenheit aufgelaufenen Defizite Stück für Stück (und hinreichend schnell) abbauen - der neueste Bericht des Expertenrats für Klimafragen zeigt unsere Defizite insbesondere in Verkehr und Wohnen …
die Maßnahme bessere Isolation für Häuser und Tempolimit (theoretisch auch ein Fahrverbot wie in den 70er bei der Ölkrise) auf deutschen Straßen sind als Maßnahme technisch unumstritten - trotzdem muss beim Gesetz schon frühzeitig dafür gesorgt werden, wie die daraus resultierende Belastung sozialverträglich umgesetzt werden kann - allein deswegen, weil die auflaufenden Rechnungen nicht im Nachhinein von jemand anderes bezahlt werden darf …
Kommen wir zurück zu Deiner 50-Stundenwoche - Wenn man sich die Frage stellt, was wir leisten müssten, und dies den derzeitigen Tarifstrukturen - und Alterspyramiden gegenüberstellt, kommt man ganz schnell zu dem Schluss, dass das „schwierig“ und „eng“ werden könnte - es gubt nun mehrere Ansätze (auch hier wieder das Analogon zur Klimadiskussion)
warten auf eine technische Lösung - genauso, wie wir darauf warten, bis endlich genügend E-Boings die Urlauber klimaneutral zum Auslandsziel bringen und bis dahin das Individuum nicht allzu sehr einschränken wollen - kann man hier darauf hoffen, dass KI demächst weite Teile der Arbeit übernimmt
Verzicht - genauso, wie man die Rohdungen im Amazonas und den Flächenfraß bei uns einfach stoppen könnte, könnten wir auch auf viele „Luxusgüter“ ersatzlos streichen, könnten wir auch viele Industrie- und Verwaltungsprozesse stutzen - natürlich für den Preis, dass dann „etwas fehlt“ (bei Beidem ist das Argument dagegen, dass der Verzicht zu schmerzhaft ist)
mehr Einsatz in Arbeitsprozessen/beim Klimawandel (das ist das mit 50 Stundenwoche) - da auch das mit einem Verzicht (Freizeit s.o.) einher geht, gilt analoges wie oben auch hier - entweder der Einschnitt ist zu groß, dass das genügend viele mitmachen - oder es funzt, weil genügend viele diesen Verzicht geringer Bewerten als den langfristigen Vorteil - das muss also ganz am Anfang plausibel mitgeliefert werden, wenn es Aussicht auf Erfolg haben will - ganz vorne als und nicht erst die Stunden gesetzlich erhöhen - und später dann, wenn schon alle aus steigender Unzufriedenheit AFD wählen (zugegeben etwas populistisch argumentiert
Die Menschen arbeiten schon am Limit. Irgendwann ist schluss. Das lässt sich unmöglich weiter steigern.
Außer wird sind alles irgendwann halbe Roboter (high End Cyborgs mit kybernetischen Gehirn und Organen) die zwar noch ein Bewusstsein und eine Intelligenz haben aber keinen Schlaf mehr brauchen, wenig essen müssen, keine Pause brauchen, ja dann geht das. Mit dem Nachteil dass es dann praktisch kein Kulturelles leben mehr gibt.
Es wird wohl eher so sein dass wir mehr Roboter und Bots einsetzen werden da wir wohl noch ein Kulturelles leben haben wollen.
ja, verstehe ich und wäre gut, das so zu machen. Siehe GEG.
Aber dabei ggf. auch erklären, warum mache Dinge vielleicht nicht gerecht und fair sind, aber unverzichtbar. Das ist riskant, aber alles andere (weichspülen und abwarten) ist auch riskant.
Beim GEG zB war es m.E. so, dass alle das Gefühl hatten, das geht so gar nicht, dass lässt sich nicht umsetzen (weil Geld und Handwerker und WP fehlen, weil viele techn. Fragen ungeklärt waren).
Da sind wir bei der Frage, ist das Gesetz wirksam, löst es das Problem.
Wenn man ein GEG hätte, das funktioniert, wo die wesentlichen Fragen alle geklärt sind, dann kann man eher Opfer für die Umsetzung fordern.
Niemand will sich opfern für einen Plan, der eh nicht funktioniert.