Abschaffung des Zweiklassengesundheitswesens

Im hiesigen Gesundheitswesen sind die gesetzlich Versicherten, bedingt durch die Trennung von gesetzlich und privat Versicherten, quasi Patienten zweiter Klasse.

Beispielsweise bei der Nachfrage nach Arztterminen werden Privatpatienten bevorzugt behandelt, bedingt auch deshalb, weil der*die zuständige Arzt*Ärztin beim Privatpatienten höhere Sätze abrechnen kann wie bei den Kassenpatienten oder dass dem*der Arzt*Ärztin das von den gesetzlichen Krankenkassen zugewiesene Budget am Quartalsende aufgebraucht ist.

Es ist ungerecht, dass die sogenannten Kassenpatienten wie Patienten 2. Klasse behandelt werden.

Das könnte durch eine Krankenversicherung für alle geändert werden und eine soziale Gerechtigkeit wird dadurch hergestellt.

Es gibt dann nur noch eine gesetzliche Krankenversicherung.

Jede*r Bürger*in muss sich durch diese Krankenversicherung versichern.

Die Leistungen dieser Krankenversicherung entsprechen den der heutigen Krankenkassen.

Zusatztarife, wie Krankenhaustagegeld und nicht gesundheitlich notwendige Behandlungen könnten weiterhin bei den privaten Versicherungen abgeschlossen werden.

Die Beitragsbemessungsgrenze sollte abgeschafft werden.

Ich selbst komme als Beamtin und jetzige Pensionärin natürlich auch in den „Genuss“ einer privaten Versicherung und mir ist die gewisse Bevorzugung natürlich sehr oft aufgefallen.

Allerdings ist mir dies oft genug „aufgestoßen“, wenn ich aus einer Warteschlange herausgrufen werde, mir jemand sagte, ich solle demnächst durch die Hintertür reinkommen und, wenn es für Privatpatienten eine separate Telefon-Nr. gibt, während sich andere die Finger wund wählen.

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[quote=„grabowel, post:1, topic:557“]
Allerdings ist mir dies oft genug „aufgestoßen“, wenn ich aus einer Warteschlange herausgrufen werde, mir jemand sagte, ich solle demnächst durch die Hintertür reinkommen und, wenn es für Privatpatienten eine separate Telefon-Nr. gibt, während sich andere die Finger wund wählen.
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Ja das ist das offensichtliche Problem mit diesem Gesundheitswesen, die 2 Klassen müssenweg gute Vorschlag. Das gleiche müsste man auch bei der Pflege und der Rente machen wobei man wohlhabenden nicht verbieten kann, eine private Zusatzrente abzuschließen wenn trotzdem alle einzahlen. Da können die Privaten als reine Zusatzkassen erhalten bleiben.

Nennt sich ‚Schweizer Modell‘. Bin ich auch dafür.
Nur die 2 Klassen wird das nicht beenden. Wer die Zusatzversicherung hat (oder etwas Bargeld mitbringt) wird auch weiterhin bevorzugt behandelt werden.

hmm du meinst das beseitigt die 2 Klassen nicht aber entschärft das Problem dass es nicht mehr relevant ist. Also ich meine damit, das diese Problmatische Besserstellung Reicher im Gesundheitswesen dann nur noch bei eher Überflüssigen Behandlungen eine Rolle spielt. Also zum Beispiel Luxus Krankenzimmer und so… verstehe ich das richtig?

Also ich bin auch für die Abschaffung der Privaten Krankenkassen, denn im wesentlichen geht es ja darum, das sich gesündere Menschen aus der Solidargemeinschaft verabschieden dürfen. Ich habe aus Prinzip eine private Krankenversicherung immer abgelehnt. Doch hätte ich ohne zu lügen auch gar keine Bekommen aufgrund meiner Erkrankung.

Doch die Beitragsbemessungsgrenze abzuschaffen würde ich nicht mitgehen.

So ähnlich. Solange ein Arzt oder KKH an dem einem Patienten mehr verdienen kann als einem anderen (z.B. Knie-OP vs. Rücken-OP) wird es bei knappen Kapazitäten den ersteren bevorzugen.

Warum? Durch die Abschaffung plus Pflichtmitgliedschaft für alle wird aus dem ‚Versicherungsbeitrag‘ quasi eine Steuer. Gesundheitsversorgung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und die werden üblicherweise aus Steuern finanziert.

Leute, das ist ein Riesen-Fass, was ihr hier aufmacht!
Um es kurz zu fassen: Ich bin ein großer Fan des britischen National Health Service (www.nhs.uk). Der wird bekanntlich über allgemeine Steuermittel finanziert und jeder Mensch, der sich legal dauerhaft im Land aufhält, hat Anspruch auf Leistungen. Will sagen: Grundleistungen.
Wer mehr will, zahlt privat.

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Was hat das mit der Beitragsbemessungsgrenze zu tun? Wenn man die Krankenkassenbeiträge komplett aus Steuern finanzieren würde, wäre das ok. So wie aktuell werden aber nur die Löhne damit belastet. Auf Einkommen aus Vermietung und Verpachtung oder Börsenspekulation oder Firmendividenden wird kein Krankenkassenbeitrag erhoben.

Steuergerechtigkeit kann man meiner Meinung nach eher über eine Vermögenssteuer herstellen.
Ich würde sogar soweit gehen, das in einem gerechten Steuersystem überhaupt keine Abgaben auf Löhne mehr fällig wären. Aber stattdessen auf ein neues Handy 50% Mehrwertsteuer. Wie wäre das?

Dann sind wir uns ja einig :slight_smile:
‚Schweizer Modell‘ bedeutet (auch wenn es in der Schweiz nicht ganz vollständig umgesetzt ist):
Alle Einkommen zahlen eine fixen %-Satz ein, bis die Kosten der Gesundheitsgrundversorgung für alle Menschen gedeckt sind.

Der AG-Anteil zur SV ist ‚historisch gewachsen‘ in des Wortes übelster Bedeutung. Aus Unternehmenssicht ist das ein Kostenblock, den das Unternehmen in keinster Weise optimieren kann, ein betriebswirtschaftlicher Albtraum!

Steuergerechtigkeit ist hier OT :stuck_out_tongue:

Ihr müsst auch die RV in die Betrachtung der Finanzierung einbeziehen.
Ich persönlich bin für eine Finanzierung über eine SV-Steuer zusätzlich zur Mehrwertssteuer und eine SV-Importsteuer. Bei der SV-Steuer sollten aber Dinge des Grundbedarfs mit einem verminderten Satz besteuert werden. Am besten wird die Verteilung nach 7/19 nach Grundbedarf 7% und der Rest 19% umorganisiert. Entsprechend wird auch die SV-Steuer in zwei Kategorien organisiert.

Ja das stimmt schon, das ist sehrwohl ein Problem , dass nur die Löhne mit in die Krankenversicherung einfließen. Wenn endlich alle, auch Selbsständige einzahlen und auch Spekulationsgewinne SV Pflichtigsind . Und die Beitragsbemessungsgrenze ist Unsinn. Ja die sollte weg, es muss eher eine Pflichtgrenze

Die Fordeung von 50 Prozent MWST für ein neues Handy aber ist eigentlich überzogen. Das ist zu viel. Wichtgiger wäre es die Mehwert- Steuer für wirkliche Luxusprodukte anzuheben. Also Dinge die man nicht braucht und trotzdem richtig Geld kosten, etwa der Besuch im Luxushotel, Sportwagen, Schmuck, Rolex Uhren, teure Klamotten und Schuhe vom Luxus- Modemacher, Armani, Gucci, Missoni usw… Sowie eine höhere MWST für Flüge in der ersten Klasse.

Besonders für Luxus Langstreckenflüge. Und endlich auch eine höhere Steuer auf die Nutzungsgebühren von Privatjets, damit auch die ganz reichen endlich Steuern zahlen da diese mit genau diesen Dienstleistungen am meisten die Umwelt verschmutzen und die meisten Dinge haben die keiner braucht, für die aber Ressourcen bereitgestellt werden.

Ein Handy hingegen so hoch zu besteuern dass jetzt schon einige hundert Euro kostet ist. fraglich. Der Grund ist der dass man bei Handys unter der Mittelklasse gar keine Ordentlichen Handys bekommt. Damit kannst du gar nix anfangen, ist Schrott… Das sind Normalbürger Artikel… Wenn du das ändern willst dann musst du schon dafür sorgen, dass man ordentliche Handys mit genug Rechenleistung und Power für den aktuellen Bedarf billiger bekommt.

Denn ein Handy unter 200 Euro hat fast immer einen miesen Akku und ist soo lahm, da läuft kaum eine App damit, und das billigste Android ist nicht besonders zuverlässig. Außerdem, wäre es wichtig, den Herstellern zu verbieten diese´n ungewollten Werbe Mist automatsich zu installiere nwas Leistung frisst. Aber das ist ja eingentlichein anderes Thema… Das soll hier nur kurz erwähnst sein weil dein Handy Beispiel nicht so recht passt.

Zumindest die Grundversorgung wäre für alle gleich.

An der Finanzierung würde ich gar nicht viel ändern, nach wie vor Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil.

Für Krankenhaustagegeld und zusätzliche Leistungen für Hilfsmittel und evtl. Kuren müssen von den privat Versicherten auch zusätzliche Tarife abgeschlossen werden.

Ich habe dafür einen „Beihilfeergänzungstarif“ und Krankenhaustagegeldtarif abschließen müssen, für den ich natürlich auch zusätzlich bezahle.

Meine Kosten für eine Reha-Kur wurden trotzdem nicht ganz abgedeckt. Im Gegenteil, da meine private Krankenversicherung (Debeka) für Kuren nur einen bestimmten Tagessatz zahlt und der Beihilfeanspruch nicht ausreichte, musste ich ca. 1.500 Euro aus eigener Tasche zahlen.

Bei den gesetzlichen Krankenversicherungen beträgt der Eigenanteil bei stationären Kuren - ebenso wie bei Mutter- oder Vater-Kind-Kuren - und einer ambulanten Reha zehn Euro täglich.

Das wäre dann in meinem Fall lediglich 210 Euro gewesen.

Es gibt nicht nur Beamte*innen im höheren und gehobenen Dienst, sondern auch im mittleren und sogar im einfachen Dienst.

Da überlegt man es sich tatsächlich mehrmals, ob man sich eine Kur überhaupt leisten kann.

Mit einer privaten Krankenversicherung ist man auch nicht automatisch familienversichert, jedes Familienmitglied, welches nicht selbst versichert ist, muss zusätzlich versichert werden.
Ich war damals froh, dass meine Tochter über meinen Mann versichert war, auch nach der erfolgten Scheidung.

Hinzu kommt noch der riesige Aufwand mit dem Einreichen der erhaltenden Arztrechnungen und deren Bezahlungen.

Für Medikamente muss ich in der Apotheke grundsätzlich in Vorkasse gehen, egal wie teuer.

Manchmal wünsche ich mir da auch einen einfacheren Weg mit einer Karte.

Ja das ´System ist also Grundsätzlich nicht bedarfsgerecht gestaltet. Priat versichtere müsen immer einen Großen Berg Gels vorstrecken können mit die Medikamnte und der Gesetzlich versicherte wird oft nicht so behandelt wie es sollte. Das heißt , das Ganze System ist murks… leider…

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