Alternativen denken! Frieden schaffen ohne Waffen!

Ich wurde von @ThomasKrings gebeten in unserem Forum auf diese Veranstaltung hinzuweisen:

Alternativen denken! Frieden schaffen ohne Waffen!

Di 07.11.23 / 20-22 Uhr – Webinar

Pazifistische Stimmen aus Belarus, Ukraine und Russland in Diskussion
mit ExpertInnen der Friedensbewegung und der Politik.

Es gibt sie, Alternativen zu Waffenlieferungen, Dauer-Stellungskrieg, zu stetiger Eskalation und unendlichem Leid. Wie schätzen AktivistInnen aus der Kriegsregion und den beteiligten Ländern die aktuelle Situation ein und was wünschen sie sich von Deutschland und Europa?
Im Webinar werden wir diskutieren, wie wir den Menschen aus Russland, Belarus und der Ukraine, die den Krieg ablehnen, helfen können und wie ein Weg zum Frieden in der Ukraine erreicht werden kann.

Falls jemand dort teilnimmt, kann er hier danach auch darüber berichten.

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Da ich vor einigen Tagen teilgenommen habe an der Stelle ein kurzer Rückblick. Wie in einem anderen Thread eifrig diskutiert, konnte ich an dem Abend heraushören, dass in der Ukraine mit Friedenswilligen sehr harsch umgegangen wird. Sogar gibt es Haftstrafen für Friedensaktivisten, und ich kann bestätigen, dass der Dienst an der Waffe in der Ukraine nicht verweigert werden kann. So wäre ich einerseits dafür, keinen Unterschied zu machen, ob nun Kriegsdienstverweigerer aus Russland Asyl bekommen sollen oder Menschen aus der Ukraine. In der Weise haben wir uns in den Krieg nicht einzumischen.

Andererseits vermisste die Vertreterin für Bündnis 90/ Die Grünen an dem Abend, Corinna Rüffler, so hatte ich den Namen zumindest schnell mitgeschrieben, genauso wie ich eine Friedensinitiative der Nato, die mit der Ukraine abgestimmt ist.

Auf meine Frage an Yuril Shellazhenko (Ukraine) inwieweit man die Ziele Russland kenne, sagte dieser, dass die Staatspropaganda der Ukraine, alles überdecken würde. Ständig gebe es im TV die Betonung, Russland wolle die Ukraine vernichten. Er war der Ansicht, dass Russland mit dem Abschluss der Minsker Verträge gezeigt hätte, dass sie Verhandlungen zu einem Abschluss bringen können.

Artym Khyga, Name schnell mitgeschrieben, hatte an dem Abend im Webinar für Russland gesprochen und betonte ähnliche Schwierigkeiten wie Yuril Shellazhenko für die Ukraine, sich dem Wehrdienst als Russe zu entziehen.

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ja, sehr seltsam!
Auf der ganzen Welt pfeifen es die Spatzen von den Dächern, Putin selber sagt das und die Ukrainer wiederholen es schamlos!
Pfui!
[bitte Ironiedetektor aktivieren]

Hier hat Putin bekanntlich die pseudowissenschaftliche Grundlage dafür gelegt
http://en.kremlin.ru/events/president/news/66181

Das war die Rede des Ukrainers aus dem Webinar von dem ich an der Stelle gesprochen habe. Wenn Du so willst die Ansicht eines Ukrainers. Allerdings kann ich mir die Sendungen im TV in der Ukraine so vorstellen, als Pendants zu den russischen TV-Sendungen.

Und weiter: Wenn man sich den Unterton in ZDF-Reportagen anschaut, vor allem die Hintergrundmusik, erinnert mich das immer wenn Putin erscheint eher an einen Derrick als an neutrale Information, auf die ich jedoch Wert lege. Ich finde, wir werden stimuliert und unterhalten, anstatt informiert.

Pfui, kenne ich aus der Halle bei einem Handballspiel, für den Fall, wenn der Siebenmeterwerfer absichtlich den Kopf des Handballtorhüters anwirft. Scheint bei Dir ein gängiger Ausrufs des Dialogs zu sein. :thinking:

Ach so, die eingefügten Links! Nur einmal erscheint mir eine Aussage vom russischen Präsidenten selber zu sein, ohne da jetzt näher einsteigen zu wollen, ob seine Aussagen nicht doch Drohgebärden innerhalb des Krieges zwischen Russland und der Ukraine sein könnten. Gerade deswegen sollten wir vernünftiger sein!

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Ich möchte kurz Bescheid geben, dass sich aus den beiden Webinaren an denen ich teilgenommen hatte ein politischer Austausch, mit dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Linken, Gregor Gysi, ergeben hatte, den ich für Euch ganz interessant finde.

Natürlich empfinde ich selber auch Stolz und Freude, dass er sich bei mir zurück gemeldet hat.

Hier unser politischer Austausch:

Sehr geehrter Herr Maaß,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 10. April.

Eine ernste und ehrlich gemeinte Friedensinitiative der NATO-Staaten könnte tatsächlich helfen, in China und Indien Positionen zu verändern. Das Problem besteht darin, dass Bundeskanzler Scholz jetzt versucht, mit China eine andere Richtung des Handelns zu erreichen. Da er aber vorher weiteren Sanktionen gegen China zugestimmt hat, werden sie eine entsprechende Abwehrhaltung einnehmen. Das ist das Problem, dass demokratisch strukturierte Staaten davon ausgehen, dass sie alle Länder mit Sanktionen bestrafen, die sich anders als von ihnen gewünscht verhalten. Aus meiner Zeit in der DDR weiß ich, dass während der Hallstein-Doktrin sich nichts positiv veränderte. Erst als Willy Brandt und andere der Politik des Wandels durch Annäherung begannen, änderte sich Schritt für Schritt auch die DDR. Diese Erkenntnis wird heute abgelehnt. Unabhängig davon wäre es trotzdem sinnvoll, wenn es von den NATO-Staaten eine solche Initiative gäbe.

Mit freundlichen Grüßen

Gregor Gysi

Deutscher Bundestag
Dr. Gregor Gysi
Platz der Republik 1
11011 Berlin

T: + 49 (0) 30 227 72700
F: + 49 (0) 30 227 76700

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Andreas Maaß a-maass@web.de
Gesendet: Mittwoch, 10. April 2024 17:07
An: Gysi Gregor gregor.gysi@bundestag.de
Betreff: Webinars im vergangenen November und Dezember, die Sendung „maischberger“ gestern

Sehr geehrter Herr Gysi,

gestern hatte ich Sie in der Sendung „maischberger“ gesehen.

Ich denke zwar wie Sie, dass die Verbindung zu den Staaten, die hinsichtlich einer Vermittlung für einen Frieden in der Ukraine, gemäßigt auftreten, z.B. China, Indien, sich nicht verschlechtern sollten. Aber - diese Staaten hatten doch bereits vermittelt. Staatspräsidenten, afrikanischer Länder hatten sich sowohl in die Ukraine, wie auch nach Russland begeben. Der brasilianische Präsident Lula hatte sich angeboten, der Papst hatte sich angeboten, wenn er auch zweimal missverständlich interpretiert wurde, und es an klarer Kommunikation aus dem Vatikan gefehlt hatte.

Insbesondere China hatte einen 12-Punkte-Friedensplan vorgelegt, der gleich im ersten Punkt das beinhaltet was Sie kennen werden. Ich wollte es auf Grund Ihrer Aussagen gestern in der Sendung trotzdem hervorheben:

  • Respekt für die Souveränität aller Länder: Universell anerkanntes internationales Recht einschließlich der UN-Charta müsse respektiert werden, betont das Außenministerium in Peking. „Die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität aller Staaten muss aufrechterhalten werden“, heißt es in dem Dokument. Dabei sei es gleichgültig, wie groß oder klein, stark oder schwach ein Land sei. Es handle sich um „gleichwertige Mitglieder der internationalen Gesellschaft“.

Ich halte es im Gegensatz zu Ihrer Aussage gestern für erforderlich, dass die Nato einen Forderungsplan und Lösungsvorschläge an Russland gemeinsam mit der Ukraine erarbeitet, die im Sinne der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine, in ihren Grenzen vor der Annexion der Krim 2014, und damit im Sinne des Völkerrechtes stehen. Möglicherweise kann die Ukraine über Sewastopol eine Verabredung mit Russland treffen. Dieser Plan sollte dann zum Kreml gesandt werden.

Ich meine dies, ganz unabhängig davon, auf wem der Kreml Ihrer Meinung nach hört oder nicht hört. Die von Ihnen genannten Staaten, wie Indien oder China, würden ihre Positionen vermutlich zu Gunsten der Nato, Russland gegenüber verschärfen. Das machen sie vermutlich, wenn die Nato aktiv, im Sinne eines aufrichtigen Friedensplans für die Ukraine tätig werden würde, das fehlt eindeutig.

Ich wurde bei einem Webinar, "Alternativ denken, Frieden schaffen ohne Waffen, an dem vor einiger Zeit auch Frau Margot Käßmann und Corinna Rüffer, Bündnis 90/ Die Grünen, MdB, teilnahmen, in dieser Meinung von Corinna Rüffer unterstützt. Ihr fehle so eine Initiative des Westens auch.

Ich bin Ihrer Meinung, dass wir nicht warten können, wer demnächst in Washington regiert, und dass die Ukraine Konzessionen gegenüber Russland, abseits der Einhaltung des Völkerrechts für die Ukraine, im Sinne von autonomen Regionen (Beispiel wie etwa Südtirol) und einem Staatsbürgerschaftsrecht mit der Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft, anbieten kann.

Ich würde mich dafür interessieren, wie ihre Meinung zu meinem Geschriebenen ist?
Über Ihre Antwort freue ich mich und danke Ihnen für ihre Bemühungen im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Maaß

Ich hatte vor langer Zeit mal ein Interview des Ex-Finanzministers, Herrn Steinbrück, gesehen und seine Meinung damals passender Weise zu meiner Meinung aufgesogen:

Anderer Meinung als Scholz ist Steinbrück beim vom Bundeskanzler geprägten Begriff „Zeitenwende“. Wende klinge zu mild, werde der Umwälzung nicht gerecht: „Ich würde von Zeitenbruch reden“. Zwar befinde sich Deutschland nicht unmittelbar in einem Krieg, dennoch erwartet Steinbrück von der Regierung bessere Erklärung, was die Entwicklungen bedeuten. Man habe zu begreifen, dass wir aus einer „lange gepflegten Bequemlichkeit und Leichtigkeit langsam mal aufwachen müssen“. Dann würde auch jeder Bürgerin und jedem Bürger klar werden, dass alle einen Beitrag dazu leisten müssten, „dass wir nicht erpressbar sind“. „Jeder Bürger muss sich fragen lassen, was sein persönlicher Beitrag dazu ist“, schiebt Steinbrück nach.

Ukraine-Appell: Steinbrück will Deutsche aus „Bequemlichkeit“ aufwecken – und bringt Lanz zum Kichern (merkur.de)

Dass Steinbrück den Begriff „Zeitenwende“ im Vergleich zu „Zeitenbruch“ durch Russlands Angriffskrieg zu milde finde, kann ich nicht erinnern. Ich stelle manchmal fest, dass gegebenen Interviews Zusammenfassungen im Text gegeben werden, die mit dem Interview an sich nicht eindeutig stimmig sind.

Allerdings - „Zeitenbruch“ ist für mich ein heftiger Begriff. Dieser Begriff richtet sich punktuell auf ein Ereignis, den Angriffskrieg.

Die „Zeitenwende“ war und ist im Vergleich ein schwammiger Begriff, der vielerlei Interpretationen ermöglicht und zudem unkonkrete Faktoren (Summanden und Faktoren) beinhaltet, die addiert und multipliziert ein unbestimmtes Ergebnis erreichen sollen. Ich finde der Kanzler hat einen Fehler gemacht.

Es reden viele davon der Kanzler sollte der ausgerufenen Zeitenwende gerecht werden, obwohl niemand die Zeitenwende in ihrer Bedeutung und Begrenzung genauestens umschreiben kann, was beim „Zeitenbruch“ viel enggefasster, präziser möglich ist.