Hallo,
tatsächlich habe ich im nahezu ausgetrockneten Parteiforum einen unterstützenswerten Beitrag entdeckt, den ich gerne hier teilen möchte. Die unsägliche Struktur des Forums bedingt leider, dass es nur im Bereich des LV BaWü erscheinen kann…
Antibiotika in der Massentierhaltung stoppen liegt in der Hand der grünen Basis!
Für alle, die nicht aus BaWü sind und den Link daher nicht aufrufen können, hier der Inhalt per Cut & Paste:
Beitrag aus dem Parteiforum vom 11. September:
Liebe Freund*innen,
gerade erst haben wir die Lockdowns, die Klopapier-Mangellage, die Überlastung der Krankenhäuser, die Querdenker und, ja, auch die vielen Toten der Corona-Pandemie erfolgreich verdrängt - wer will da schon über die nächste Pandemie nachdenken? Doch es führt kein Weg daran vorbei, denn die Lage ist ernst.
Ich rede von multiresistenten Erregern, die nicht mehr auf Antibiotika ansprechen. Vielleicht habt ihr euch schon mit dem Thema beschäftigt. Dann gelangt ihr hier direkt zur Mail-Aktion, wir von der AG Antibiotika ins Leben gerufen haben: https://gruenlink.de/5y0qep484a
Es handelt sich nicht um eine Petition, sondern um eine Kampagne, die sich ausschließlich an die grünen Basismitglieder richtet. Sie haben die Möglichkeit, sich über das bereitgestellte Formular mit wenigen Klicks direkt an den grünen Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Renate Künast als Sprecherin der AG Ernährung und Landwirtschaft der grünen Bundestagsfraktion zu wenden.
Mit der Aktion möchten wir ihnen den Rücken stärken, um die Umsetzung der im Koalitionsvertrag beschlossenen Verbesserung der Überwachung und Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung noch im Laufe dieser Legislaturperiode anzugehen.
Wir bitten um eure Unterstützung und freuen uns, wenn ihr auch andere Mitglieder in euren Kreis- und Ortsverbänden auf die Aktion aufmerksam macht. Die AG Antibiotika hat ausführliche Infos mit allen Quellen und Statements verschiedener Expert:innen hier zusammengestellt: https://gruenlink.de/tlx1si3ils
Hättet ihr Interesse an einem Treffen oder einer Videokonferenz, bei der ich euch und interessierten Mitgliedern das Thema weiter vorstelle?
Antibiotika - Ein Meilenstein der Menschheitsgeschichte
Als der schottische Mediziner Alexander Fleming 1928 Penicillin entdeckt, beginnt eine neue Zeitrechnung. Zuvor waren bereits einfache Infektionen oft ein Todesurteil, denn jede noch so kleine Wunde bietet ein Einfallstor für Bakterien und andere gefährliche Erreger. Mit seiner Entdeckung rettete Fleming unzähligen Menschen das Leben und erhielt dafür den Nobelpreis. Doch selbst der Urvater der Antibiotika wusste bereits um die Gefahr der Resistenzbildung und warnte eindringlich davor.
Wir wissen also seit fast 100 Jahren, was die Gründe dafür sind, dass Erreger Resistenzen entwickeln. Nun sind viele Befürchtungen eingetroffen und eine wachsende Anzahl multiresistenter Erreger drohen, uns wieder in die Zeit vor Flemings Durchbruch zurückzukatapultieren.
Wann werden wir handeln? Wir wär’s mit: Jetzt!
Dass es geht, zeigen positive Entwicklungen aus Ländern wie Norwegen, Dänemark oder Großbritannien.
Kurzgefasst – Gute Argumente gegen den Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung
- Steigende Anzahl an Todesfällen: laut der jüngsten Lancet-Studie sterben jährlich fast 5 Millionen Menschen aufgrund resistenter Keime
- Wirtschaftliche Schäden: laut Einschätzung der Weltbank entstehen der Wirtschaft Schäden im Umfang von 1 bis 3 Billionen Dollar im Jahr durch multiresistente Erreger, unter anderem aufgrund steigender Behandlungskosten
- Breite Unterstützung aus der Bevölkerung: 85 Prozent der Deutschen wünschen sich laut einer Forsa-Umfrage eine Beendigung des Einsatzes von Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung
- Zoonosen: 60 Prozent der für den Menschen gefährlichen Krankheitserreger sind tierischen Ursprungs – multiresistente Keime entwickeln und übertragen sich in der Massentierhaltung besonders schnell
- Lange und kostenintensive Entwicklung: Neue Antibiotika benötigen im Schnitt 13 Jahre an Forschung und kosten über 1 Milliarde Euro an Forschungsgeldern
- Überlastung des Gesundheitssystems: Schon jetzt müssen Ärzt:innen hilflos mitansehen, wie Patient:innen an den Folgen einer Infektion mit einem multiresistenten Erregern versterben
- Schutz der in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen: Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten und oft engen und direkten Kontakt zu den Tieren haben, sind anfälliger für Krankheiten. Bereits jetzt sind 80 Prozent der der deutschen Schweinebäuer:innen mit MRSA infiziert, aber auch Tierärzt:innen und Arbeiter:innen in der Fleischindustrie sind hochgradig gefährdet
- Tierwohl: Tiere, die in kleineren Gruppen und mit viel Platz und Kontakt zur natürlichen Umwelt gehalten werden, leben stressfreier und gesünder
- Schutz des Wirtschaftsstandorts: Jeder Krankheitsausbruch in den Ställen kann zu hohen Verlusten des Tierbestands und außerdem zu Exportverboten führen, was einen kompletten Zusammenbruch des Industriezweigs nach sich ziehen kann, wie es England Ende der 90er Jahre während der BSE-Epidemie und uns 2020 in der Schweinezucht ergangen ist
- Generationengerechtigkeit: Auch künftige Generationen haben ein Recht auf wirksame Antibiotika
Grüne Wahlversprechen einhalten – Glaubwürdigkeit zurückgewinnen!
In dieser Regierungskoalition ist es den Grünen oft nicht gelungen, wichtige Herzensprojekte wie geplant umzusetzen. Viele Kröten mussten geschluckt werden. Darum lasst uns Cem gemeinsam zurufen: Wir stehen hinter dir! Wir stehen hinter unserem Wahlprogramm! Wir stehen zum Koalitionsvertrag!
Es bleiben nur noch wenige Monate Zeit, diese Legislaturperiode zu gestalten und deutliche grüne Akzente zu setzen. Wer, wenn nicht ein grüner Landwirtschaftsminister, kann dieses Thema angehen?
Weitere Infos
Die AG Antibiotika hat euch ausführliche Informationen und Quellen zusammengestellt unter [https://gruenlink.de/tlx1si3ils ](https://)
Schon überzeugt? Dann geht es hier direkt zur Mailvorlage: [https://gruenlink.de/5y0qep484a ](https://)
In unter einer Minute könnt ihr für eine Veränderung sorgen. Das hier ist keine Petition, wir Grüne in Baden-Württemberg haben momentan die Macht, den Antibiotika-Missbrauch in der Massentierhaltung zu beenden.
Eure Stimme zählt, lasst sie in Berlin hören!
Vielen Dank und liebe Grüße
Wiebke
Wiebke Hagemann
AG Antibiotika
Über mich: Ihr kennt mich auch als Kreisgeschäftsführerin des grünen Kreisverbands Heilbronn.