Ausblick auf den Automarkt der Zukunft - siehe Norwegen

Mir glaubt ja nie jemand … aber in Norwegen kann man schon einen Blick in die automobile Zukunft werfen, wenn die Strompreise niedrig sind (die Norweger müssen ja nur irgendwo eine Mauer bauen und schon haben sie einen Staudamm :wink: )

  • 86 % reine e-Autos bei den Neuzulassungen

  • 2,7 % reine Verbrenner (soviel zum EU-Verbrennerverbot - völlig überflüssig)
  • Tesla bei 33 % Marktanteil (die anderen Hersteller werden schrumpfen bis zur Pleite)

Ich möchte auch gern mal wieder nach Norwegen fahren, um mir das anzusehen (war sehr lange nicht da)

Doch, ich habe auch schon davon gehört.

Allerdings mit der Höhe der Strompreise, die man dort als Konsument bezahlen muss bin ich mir nicht so sicher. Gibt es dazu aktuelle Zahlen? im Internet habe ich als Aktuellstes dies gefunden

https://www.nzz.ch/international/norwegen-geldmangel-trotz-rekordhoher-energiepreise-ld.1713884

Eine Bekannte mit Freunden in Norwegen hat sogar von 1€/kWh dort berichtet.

Fährst du hin und bringst Licht ins Dunkel?

Vielleicht in diesem Thread fehl am Platz, will auch keine Grundsatzdiskussion auslösen, ich hab nur gestern zufällig in der ZDF Mediathek diese Doku gesehen: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/klimaretter-oder-mogelpackung–der-e-auto-check-100.html und da wurden einige der Slogans der Hersteller mit der Realität abgeglichen. Besonders ein Punkt hat mich schon erschreckt, der drehte sich um das Thema Ladeverluste, und die können bei Ladung am Haushaltsstrom wohl bei einigen Modellen bis über 20% betragen. Das fließt aber nie in die Effizienz Beurteilung ein. Vielleicht bin aber auch nur einem Lobbyisten-Filmchen aufgesessen.

@Duke das ist Dein Einsatz!
Lass hören

das erste, was mir dazu einfällt:
wenn der Strom zu 100% aus EE kommen WÜRDE, könnte man mit Effizienzverlusten notfalls leben.
und ich vermute, die Effizienz kann man technisch noch verbessern.
Aber solange der Strom aus der Kohle kommt, ist es natürlich Mist.

Dieser Koch ist schon ziemlich „verbrennerlastig“
https://www.ifkm.kit.edu/207_67.php
was aber nicht heißt, dass er automatisch Unrecht hat

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Dagegen würde es sehr helfen, wenn man die Klimaschutzziele für den Verkehrssektor beibehalten würde, statt sie abzuschaffen.

Natürlich gibt es Ladeverluste. Wenn Du Dein Handy lädst, wird es warm. Im Sommer kann man das als Verlust bezeichnen, Im Winter hilft das, Deine Bude zu heizen.

Beim Schnelladen wird auch das Ladekabel warm und bei Tesla Superchargern IIRC sogar gekühlt. Die Höhe der Verluste hängen so extrem von der Qualität des Batteriemanagements des jeweiligen Herstellers und den Begleitumständen ab, dass die Angabe eines Durchschnittswertes kaum möglich erscheint.

Gegenfrage: Wird beim Vergleich mit dem Verbrenner denn der Gesamtverlust von Förderung->Öltanker->Raffinerie(!!)->Tanklaster->Tankstelle mit eingerechnet? :wink:

Höchstwahrscheinlich. Die Berichterstattung über e-Autos und ganz besonders Tesla in den mainstream Medien ist ganz überwiegend negativ. Ob das auf journalistischem Unwissen beruht oder ‚beauftragt‘ wurde, möchte ich nicht entscheiden. Die Autohersteller hätten zumindest ein Motiv. Denen geht nämlich wegen Tesla der Arsch auf Grundeis. Die meisten haben intern erkannt, dass sie ums Überleben kämpfen.

In dem Film ging es nicht um Tesla. Ich fand ihn eigentlich ganz gut, weil er auch noch mal gezeigt hat, worauf man bei einem E-Auto achten muss, wenn man vorhat, es unterwegs zu laden.

Für ein regelmäßiges Leben mit regelmäßigen kurzen Fahrten und eigener Ladestation wurde ein kleines E-Auto in dem Film empfohlen.

Wir dürfen nicht in den Fehler verfallen, dass jede Neuerung immer für jede mögliche Anwendung optimal sein muss.
Für die Leute auf dem Land, die dort ein eigenes Haus mit einem Dach für PV haben und kurze Strecken in die Stadt zur Arbeit pendeln, ist es ideal.
Und weil das ja gerade die Leute sind, die mangels Busverbindung bei dem 49-€-Ticket in die Röhre gucken, halte ich E-Autos für eine gute Lösung im ländlichen Bereich.

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Danke für die Erläuterungen zu den Ladeverlusten, dennoch dürfen wir uns und der Kundschaft beim Thema der momentanen Situation von Elektromobilität nichts vormachen. An solchen Dokus und den darin auftretenden Personen kann man immer etwas aussetzen, aber es werden viele längst bekannte Punkte nochmals hervorgehoben, die eben leider längst nicht gelöst sind. Die Realität mit unserem Strommix wurde schon angesprochen. Dann die extremen sozialen und ökologischen Folgekosten der Rohstoffgewinnung für Batterien und andere Schlüsselkomponenten, besonders in den ärmsten Teilen Welt, was objektiv dazu führt, dass ein EV selbst bei Strom aus 100% Erneuerbaren mehrere Zehntausend Kilometer gefahren werden muss, bevor es sich klimatisch amortisiert. Vielleicht sollten wir erst mal alle Energie darauf aufbringen unseren bereits bestehenden Strombedarf signifikant grüner zu machen, 80 bis 90% sollten es schon sein, bevor wir offensiv proaktiv eine weitere Bedarfserhöhung vorantreiben.

Weißt Du, dort wo ich lebe, ist gefühlt jeder zweite Neuwagen auf der Straße ein EV, und es gibt eine riesige Auswahl in allen Größen und Formen. In letzter Zeit ist mir ein Kleinwagen von BYD ins Auge gesprungen, etwa so groß wie ein Polo, schickes Design, 400 Kilometer Reichweite, das ganze für unter 18.000 Euro. Ich wage mal die These, dass ein solcher Wagen, wenn es ihn jetzt auf dem deutschen Markt gäbe, tatsächlich sowohl für das Klima wie auch das Stromnetz und die Versorgung sehr schädlich wäre. Denn bei dem Preis würden sich Leute tatsächlich ein Elektroauto kaufen, dass sie dann mit Strom aus größtenteils fossilen Energieträgern fahren, plus das ganze Klima-Gepäck aus der Herstellung.

Ich fahre einen Honda Civic, den ich vor 12 Jahren neu gekauft hab, der hat jetzt knapp 50.000km auf dem Tacho, wir fahren also echt nicht viel. Der braucht zwischen 6 und 7 Liter Benzin auf 100km, das ist nicht toll, aber in der Gesamtbetrachtung ist es wesentlich umweltfreundlicher diesen Wagen erstmal noch weiterzufahren, als ihn durch ein EV zu ersetzen. Behaupte ich mal.

Statt Leute dazu zu bringen sich Elektroautos zu kaufen, sollten unsere Prioritäten anders aussehen:

  1. Weniger fahren oder ganz auf Autos verzichten
  2. Wenn schon ein Auto her muss, dann einen Gebrauchtwagen, dessen Ressourcen bereits eingesetzt wurden
  3. Und wenn es denn unbedingt ein Neuwagen sein soll, dann möglichst kleines, leichtes und energieeffizientes EV, mit der Bedingung, dass der Strom aus mindestens 65% Erneuerbaren kommt :wink:

Ja, klar ist das besser.
Es geht ja auch eher darum, was man sich kauft, wenn das Auto, das man hat, kaputt ist.

Auch kann man Fahrgemeinschaften bilden, Autos gemeinsam anschaffen und wenig fahren, unabhängig davon, welche Art von Auto man fährt.

Kann ich bestätigen. Ich habe Dir mal eine verallgemeinerte Betrachtung zum Thema verfasst:
https://das-gruene-forum.de/t/wann-sollte-ich-ein-neues-auto-kaufen/1625

Bei < 5000 km Jahresfahrleistung spielt auch der große Unterschied im Betrieb (Benzin vs. Strom) kein besonders große Rolle. Die nahezu entfallenden Wartungskosten schon eher.

Nach der verlinkten Faustregel kannst Du den Civic also ruhig noch 5-8 Jahre fahren. Allerdings kommt in diesem Zeitraum auch der ‚kleine Tesla‘ (24/25) und weitere kleine Modelle von BYD et.al. Dann werden die Karten völlig neu gemischt.

Das ist auch so eine Sau, die von der Verbrennerlobby ständig durchs Dorf getrieben wird und alle fallen drauf rein :frowning: Kennst Du diesen thread im toten Forum:
https://discourse.netzbegruenung.de/t/umweltschaeden-durch-lithiumabbau/8383

Nach 60 Jahren: Letzter Verbrenner verlässt BMW Werk in München

Es ist eine Zäsur für die Bayerischen Motorenwerke: Bei BMW in München läuft der letzte Verbrennermotor vom Band, nach 60 Jahren. Der Standort in der bayerischen Landeshauptstadt hat seine Produktion auf Elektroautos umgestellt. Das sind die Pläne.

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