Ich fürchte, das wird sich als Denkfehler entpuppen.
Das SGB ist nicht auf Wunsch des Gesetzgebers so irre kompliziert geworden, sondern weil Gerichte im Laufe der Zeit entschieden haben, dass jeder noch so kleine Unterschied in der Lebenssituation gerechterweise berücksichtigt werden muss.
So ‚gerecht‘ und logisch uns ein einheitlicher Betrag pro Kopf auch erscheinen mag, vor den Gerichten wird das keinen Bestand haben. Und dann bleibt die Verwaltung des BGEs ähnlich kompliziert wie die von ALG II.
Ich bin kein Experte für das Thema, aber Gerichte können nur aufgrund von Gesetzen Urteile fällen. Also: Feststellen welche Gesetzte das sind die dieses Chaos verursachen und diese Ändern.
Na, egal welches Sümmchen dabei rauskommt.
Wie hoch sollte deiner Meinung nach das bedingungslose Grundeinkommen sein?
Ich erwarte da einen Betrag, der jedem Bezieher würdig ist. Deshalb muss er folgendes beinhalten:
Wohnung
Kleidung
Gesunde Ernährung und nicht nur die billigsten Produkte
Rezept freie Medikamente ( Apsirin, Schmerzsalbe, Mittel bei Magen/Darmbeschwerden ohne jedesmal den Arzt und Rezepte zu bemühen
Mediales ( Zeitungen, TV, Radio, Telefon, Internet, PC…)
Zugang zu Veranstaltungen ( Sport, Kultur, Theater, Kino …)
Mobilität ( Bahn, Bus, Fahrrad)
Anspruch auf Urlaub und Reise
Sicherung von Rentenleistung
Kostenübernahme ( teilweise) bei Reparaturen im Haushalt
….
Das gilt ausdrücklich nicht für Leute, die dies alles selber finanzieren könnten, aber nicht wollen und jedes Angebot ablehnen ( damit meine ich nicht den SW Architekten, der unverschuldet in diese Situation geraten ist und nun in einer Putzkolonne WS’s schrubben soll). Diese muss man mit viel Fingerspitzengefühl identifizieren und auch mit krassen Sanktionen belegen. Keine Frage!
Aber alle anderen sollten wir endlich nicht mehr wie Menschen zweiter Klasse behandeln.
Von Oben herab urteilen und ausschließen.
Es ist nicht nur logisch, sondern ich sehe es, wenn man sich die derzeitigen Entwicklungen, auch im Bezug auf die Rezession, ansieht, sogar für notwendig.
Das BGE wird nicht mehr nur einem selbstbestimmtem Leben dienen, wie eigentlich beabsichtigt, sondern es geht inzwischen um die Existenz und um ein würdevolles Leben.
Es sollte mindestens die Höhe des aktuellen Pfändungsfreibetrages haben.
Der unpfändbare Grundbetrag beträgt ab dem 1. Juli 2022 monatlich 1.330,16 Euro.
Dazu gibt es Bundesforum viel zu lesen, auch von mir.
Ich haue nirgends drauf. Ich bin nur teilweise anderer Meinung.
Nein, das muss ausdrücklich für alle Menschen gelten! In dem Moment in dem du irgend eine Ausnahme machst ist diese Grundeinkommen nicht mehr Bedingungslos (und du musst kontrollieren usw.)
Das Grundeinkommen wir auch an Millionäre „ausgezahlt“ - da nennt es sich dann aber Steuerfreibetrag.
Das geplante Bürgergeld bedeutet mehr Sicherheit, mehr Respekt und mehr Freiheit für ein selbstbestimmtes Leben. Es geht um Würde und Wertschätzung in dieser Gesellschaft.
Wirklich?
Es ist tatsächlich ein kleiner Schritt und Fortschritt.
Beim Bürgergeld handelt sich nicht um ein bedingungsloses Bürgergeld oder bedingungsloses Grundeinkommen, sondern um ein Bürgergeld, dessen Zahlung an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Wichtigste Bedingung dabei ist die Bedürftigkeit.
Ganz abgeschafft werden die Sanktionen durch die Einführung des Bürgergeldes nicht. Das Prinzip des Förderns und Forderns gilt weiterhin.
Die Sanktionen werden aber neu geordnet und neu geregelt.
Ich hätte mir die Abschaffung aller Sanktionen gewünscht.
Im Grunde ist das Bürgergeld nur ein überarbeitetes Hartz IV und nur der Name hat sich geändert, mehr nicht.
Nur wenn alle das Grundeinkommen erhalten, löst es sich vom Konzept Sozialleistung für Bedürftige. Denn Bedürftigkeit muss man nachweisen, sie ist die Grundlage für paternalistisches Handeln, Stigmatisierung, Diskriminierung und letztlich die Spaltung der Gesellschaft.
Das was du vor Augen hast, ist das gleiche wie Hartz4, nur mit mehr Geld. Es geht beim BGE genau darum, NICHT mehr vorher feststellen zu müssen, wer darf was haben und wer nicht. Es soll nicht mehr passieren, dass jemand einen kleinen Zuverdienst direkt von der Unterstützung abgezogen bekommt. Es soll nicht mehr von anderen entschieden werden, ob deine Wohnung angemessen ist.
Jeder bekommt einen Grundbetrag, der grade so zum Leben reicht. Wer mehr braucht, muss arbeiten gehen und verdient dann so viel dazu, wie er will und kann.
Was mir (noch) nicht klar ist, ist warum es wirklich jeder bekommen soll. Auch Millionäre.
Warum nicht nur arme Leute, die dann natürlich auch hinzuverdienen dürfen und sollen, und dies auch nicht wieder abgezogen bekommen.
Auch die Wohnungsfrage darf nicht mehr gestellt werden.
Aber eine Prüfung nach einigen Jahren sollte stattfinden. Wenn der “Tellerwäscher” (nicht abwertend gemeint!) dann zum Millionär geworden ist und eine nette Villa sein Eigen nennt, entfällt das BGE einfach wieder. Es hat seinen Zweck dann mehr als erfüllt.
Aber wie gesagt, ich werde mich erst noch weiter einlesen. Vielleicht verstehe ich dann besser was ihr meint.
Egal wie trickreich die Rhetorik um das bedingungslose Grundeinkommen geschlungen wird, es wird nicht funktionieren, schon alleine weil es dem Energieerhaltungssatz widerspricht.
Also wenn wir schon beim Energieerhaltungsgesetzt sind - Ich bin übrigens auf deine Begründung gespannt.
Nehmen wir an wir wären ein Stück weiter - sagen wir im Jahr 2222. Wir haben unser System komplett auf erneuerbare Energie umgestellt und habe mehr als genug davon. Alles was die Menschen zu leben brauchen kann mit Hilfe von Robotern und automatisierten Fabriken hergestellt werden. D.h. statt 45,46 Millionen Erwerbstätige brauchen wir nur noch 1 Million Arbeitskräfte für Kontrolle, Wartung und Weiterentwicklung der Maschinen und können damit 80 Millionen Menschen versorgen.
Die Türen sind doch schon immer geöffnet und, wenn jemand meint, mit nur dem BGE ein tolles Leben führen zu können, dann soll er doch.
Mein Stiefsohn war vor etlichen Jahren mal ins Hartz IV gerutscht, verheiratet und 3 Kinder.
Irgendwann hatte er mal erklärt, dass sie mit Hartz IV eigentlich gut über die Runden gekommen seien.
Warum hätte er sich dann um eine neue Arbeitsstelle kümmern sollen, wenn die Gefahr bestand, dass er dann weniger Geld zur Verfügung hätte, als mit Hartz IV für ein 5-Personen-Haushalt?
Neid drückt sich in allererster Linie darin aus, das schlecht zu reden was man gerne hätte. Tatuljan, David
Neid und Missgunst beeinflusst leider auch das Denken in der Gesellschaft.
Ich habe schon mehrfach erwähnt: Der Mensch muss lernen umzudenken. Er arbeitet nicht für andere, sondern lediglich für sich und seine Familie.