Biogas hat aktuell einen Anteil von ca. 4% an unserem Strom-Energiemix.
Dabei könnte man Biogas mit einem weiteren Reinigungsschritt leicht zu Bio-Methan umwandeln und im Gas-Netz auch speichern. Selbst mit dem dafür notwendigen Reinigungsschritt sollte das deutlich effektiver sein, als Methan komplett synthetisch herzustellen. Denn dafür muss man erst CO2 aus der Luft holen.
Derzeit sind im Jahr 2025 in Deutschland etwa 250 an das Erdgasnetz angeschlossene Biomethananlagen in Betrieb. Dort werden jährlich rund 10 Terawattstunden (TWh) Biomethan produziert. Dies entspricht etwa einem Prozent des gesamten Gasverbrauchs in Deutschland.
Derzeit produzieren in Deutschland aber ca. 9.600 Biogasanlagen, 3.700 MW Strom.
Biomethan hat noch einiges an Potential.
Das weit aus meiste Biogas wird direkt verstromt ohne es zu Biomethan zu machen.
Auch nur ein geringer Teil des Biomülls wird zur Biogaserzeugung genutzt.
Dann kann man auch noch H2 direkt im Bioreaktor in Methan umsetzen.
Ob das Biomethan nun besser in einem Gaskraftwerk zur Überbrückung von Engpässen oder ins Erdgasnetz für den Endverbraucher genutzt wird, ist dann eine zweite Frage.
Auf alle Fälle haben wir eine bestehende Infrastruktur Netz, Speicher und Endgeräte) die wir nutzen können.
Sollte es die Ukraine später noch geben, hätten die auch ein riesiges Potential und könnten ggf. Auch an uns liefern.
Mal eine kleine Überschlagsrechnung: Also, alle Biogasanlagen, welche direkt aus Biogas Strom erzeugen, haben zusammen ca. 9000 MW Leistung.
Die Gaskraftwerke haben ca. 35.500 MW Leistung, also ca. viermal soviel. Würde man jetzt das Biogas als Methan lagern, statt es zu verstromen, könnte man damit im Jahr drei Monate lang alle Gaskraftwerke betreiben, oder? Und das CO2 neutral.
Ob das wirklich so aus geht, müsste man sehen. Aber es wäre die richtige Richtung.
Dazu noch die Erzeugung von Biogas/Biomethan ausbauen.
Da geht alleine beim Biomüll und Reststoffen noch einiges. Auch als Energiepflanzen gibt es weit bessere Lösungen als Mais.
Aus Überschußstrom H2 machen und dann in der nächsten Biogasanlage mit dem dort entstehenden CO2 zu Methan umsetzen würde das Potential erhöhen. Die Elektolyseure können ja direkt neben der Biogasanlage stehen. Ja, der Wirkungsgrad der H2-Erzeugung ist nicht so gut, aber besser als abzuriegeln. Die Energiedichte von Methan ist erheblich höher als bei H2 und lässt sich leichter handhaben. Der Wirkungsgrad der Methanisierung ist mit ca. 80% auch nicht so schlecht.
Das Ganze funktioniert natürlich nur dort richtig gut, wo in der Nähe ein Gasanschluss ist. Da muss man die künftigen Standorte entsprechend auswählen. Die Dänen haben das ganz gut hinbekommen.
Soweit ich weiß, ist für die neue Förderung jetzt Netzdienlichkeit vorgeschrieben.
Schön das Volker Quaschning sich der Idee anschließt
Klar brauchen wir für lange Zeiträume mit wenig Sonne und Wind Kraftwerke, die einspringen können. Gaskraftwerke sind gut geeignet, aber die müssen wir doch nicht mit Erdgas laufen lassen. Wusstet ihr, dass 2024 Biogas 5,5 Prozent unseres Strombedarfs gedeckt hat? Mehr als die Wasserkraft oder die Windkraft auf See.
Das absurde:
Die meisten Biogaskraftwerke produzieren rund um die Uhr Strom. Also auch dann, wenn wir genug Solar- und Windstrom haben und die Netze schon voll sind. Manchmal werden Solar- und Windkraftanlagen abgeschaltet und dafür entschädigt, nur damit Biogaskraftwerke weiterlaufen können.
Die Förderung wurde auch schon entsprechend angepasst.
Da gibt es Regelungen damit netzdienlich Strom produziert wird.
Es gibt aber Biogasanlagen, denen fehlt die Infrastruktur wie Speicher und/oder Anschluss ans Gasnetz.
Es gibt auch Biogasanlagen die Wärmenetze versorgen. Da wird es ohne Speicher auch schwierig nur Netzdienlich zu arbeiten.
Bei den Biogasanlagen könnte noch einiges getan und ausgebaut werden.
Vom deutschen Biomüll wird bisher nur ein kleinerer Teil zur Biogaserzeugung genutzt.
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Da Biogas künftig vor allem flexibel eingesetzt werden soll, um die Schwankungen von Wind- und Sonnenenergie auszugleichen, wurden die Flexibilitätsanforderungen erhöht. So müssen Anlagen mit einer installierten Leistung über 350 kW für eine weitere Förderung mindestens dreifach überbaut werden und erhalten die Vergütung nur für eine maximale Anzahl an Betriebsviertelstunden pro Jahr. Bei schwach positiven Strompreisen unter 2 ct/kWh wird die Förderung gänzlich ausgesetzt.
" Biomassepaket zieht scharf: Chance für den Biogassektor, zum Systemdienstleister der Energiewende zu werden
Die Maßnahmen des Biomassepakets [1] setzen wichtige Anreize für Biogasanlagenbetreiber, in eine flexible Strombereitstellung und in verbesserte Wärmenetze zu investieren. Neben der Erhöhung der Ausschreibungsvolumina von bislang 400 MW auf 1.300 MW in 2025 und von 300 MW auf 1.126 MW in 2026 zzgl. nicht-bezuschlagter Mengen aus der Biomethanausschreibung wurden auch der Flexibilitätszuschlag von 65 auf 100 €/KW und Jahr sowie die Dauer der Anschlussförderung von 10 auf 12 Jahre erhöht. Die Südquote, die seit dem Solarpaket I ausgesetzt ist und Betreiber aus südlichen Regionen Deutschlands bei den Ausschreibungen bevorzugt, wurde gänzlich abgeschafft.
Ich hatte gedacht, warum produzieren, die nicht einfach nur Methan und speisen dieses in Netz.
Aber die Verwendung der Abwärme in Wärmenetzen widerspricht dieser Idee. Das ist natürlich noch effizienter. Außerdem passt es gut: Im Sommer braucht man ja weniger Wärme. Und da gibt es meistens mehr als genug Solarstrom.
Weil es Aufwand und Kosten bedeutet, dass Biogas auf „Erdgasqualität“ zu bringen.
Zudem fehlt oft der Anschluss ans Gasnetz.
Die Dänen sind da besser aufgestellt. Die haben große Biogasanlagen in der Nähe von Gasleitungen gebaut.
Also kaufen wir lieber Wasserstoff in Saudi-Arabien vom „Mörder-Prinz“?
Es ist doch widersinnig teuer auf Wasserstoff-Kraftwerke umzustellen, wenn man auch Methan zur Verfügung hat, das man nur reinigen muss.
Ich bin auch dafür, dass man wo möglich Biogas in Biomethan veredelt und ins Gasnetz mit seinen Speichern einspeist, damit man Konkurrenz mit Sonne und Wind vermeidet.
Aber es scheint, es ist billiger es unveredelt vor Ort zu verstromen, wenn auch in Konkurrenz zu Sonne und Wind.
Vielleicht spielt(e) auch Ideologie (Strom gut, Gas böse) eine Rolle.
Oder auch: Alles was aus Sonne und Wind erzeugt wird ist gut (egal wo, von wem und zu welchen Kosten) und Biogas führt zu Vermaisung der Landschaft und Lebensmittelkonkurrenz.
Wir produzieren Überschüsse, die subventioniert z. B. nach Afrika verkauft werden und da die lokalen Bauern in den Ruin treiben. Also das Problem mit zu wenig Agraland haben wir eher nicht.
Alleine schon die Abfälle reichen auch schon um einiges mehr zu produzieren.
Die Bio-Abfälle aus den Haushalten z. B. werden nur zum Teil zur Biogas Erzeugung genutzt. Viel Bio-Abfall wird auch gar nicht gesammelt. Bioabfälle | Umweltbundesamt BMUKN: Bioabfälle 251020_nabu_bioabfallsammlung_1.pdf
Ich krieg auch oft einen dicken Hals, wenn ich sehe wieviel Nachbarn ihren Müll nicht gescheit trennen (Biomüll und gelber Sack) und alles in den Restmüll werfen.
Soviel ich weiß, kann der Biomüll aus Haushalten ohne Probleme solo vergoren werden. Habe irgendwo mal gehört, dass die Beimischung von Biomüll in manchen Agra-Biogasanlagen nicht erlaubt ist. Hat wahrscheinlich damit zu tun, was mit den Gärresten passiert.
Es liegt eher daran, dass teilweise nicht getrennt gesammelt wird und das es nicht überall Biogasanlagen gibt sondern nur kompostiert wird. gibt. Steht auch so in den Artikeln die ich verlinkt habe.