Vor 2-3 Wochen erhielt ich einen rosa Briefumschlag, in dem es um die Möglichkeit der Briefwahl am Münchner Volksentscheid zum Thema Olympiabewerbung der Stadt München ging.
Der Briefumschlag enthielt folgende Elemente:
- eine Aufklärungsbroschüre darüber, warum die Stadt der optimale Bewerber ist (ich habe mich da schon gefragt, warum nicht auch eine Broschüre über „warum ist das völlig überflüssig“).
Dann das Anschreiben, das auf der Rückseite die Rücksendeadresse ans Wahlamt enthielt. - ein rosaroten, unfrankierten Rücksendebriefumschlag mit Adressfenster.
- eine Seite, auf der man im Falle einer Briefwahl bestätigen muss, dass man bei der Stimmabgabe auch wirklich ganz bei Sinnen ist
- ein weiterer Umschlag, in dem man den Zettel, wofür man mit Ja oder Nein stimmt
- besagter Zettel zur Stimmabgabe (ja oder nein)
Da ich in den nächsten Wochenenden ziemlich ausgebucht bin und ohnehin dazu eine klare Meinung habe, habe ich mich für die Briefwahl entschieden.
Also Stimmzettel ausfüllen → Stimmzettel in den weißen Briefumschlag → weißen Briefumschlag + Zettel mit der Recht-bei-Sinnen-sein-Versicherung n den portofreien rosa Wahlrücksendebriefumschlag, und dann noch das Anschreiben zusammen mit der Adresse → das Ganze dann in den nächsten Breifkasten.
Ich habe mich 3 Tage später sehr gewundert, dass ich genau diesen rosa Briefumschlag in meinem Briefkasten fand - er sollte doch zum Wahlamt.
Bei näherer Betrachtung habe ich festgestellt, dass ich - statt die Rücksendeadresse des Wahlamts ins Fenster des Umschlags zu positionieren, einfach das originale Anschreiben (ohne Faltung) mit meiner Adresse so in den Umschlag gesteckt habe, dass dieser im Fenster zu sehen war.
Der Brief wurde mir also wegen der „falschen Adresse“ im Fenster ein zweites Mal (kostenfrei!) zugeschickt.
Was lernen wir daraus (mal ganz unabhängig von meinem eigenen Unvermögen):
Wenn ich einfach in Wahlzeiten jemandem einen x-beliebigen Brief portofrei schicken will, drucke ich mir einen rosa Briefumschlag, und stecke da meinen Brief rein.
Dann erfolgt die Zustellung gratis ![]()
Es wäre echt mal interessant, ob das funktioniert!
Da ich natürlich ein grundehrlicher Mensch bin, mache ich diesen Versuch natürlich nicht - außerdem kann es sein, dass die Herstellung des Briefumschlags teurer ist als das Porto ![]()
Und schließlich die juristische Frage: ist das eine „Ordnungswidrigkeit“ oder ein „vorsätzlicher Betrugstatbestand“ - und wie viel Gefängnis würde mich erwarten - vor allem, wenn ich auf diese Weise Postwurfsendungen zur Wahl der Grünen damit massenweise verschicke (vielleicht @lawandorder ?)