Erst war ich verwirrt, was das Ganze soll. Aber anscheinend gibt es Militärstützpunke im Irak und anderswo, wo auch deutsche Soldaten sind, die vom Iran angegriffen wurden.
Aber anstatt sich jetzt ruhig zu verhalten, redet Merz davon Raketenangriffe zu stoppen, indem man Abschussanlagen im Iran zerstört. Dann kann die Luftwaffe endlich zeigen, was sie kann mit einem richtigen Kriegseinsatz!
Was haben wir da für einen Kanzler, der davon schwadroniert, die Bundeswehr in den Iran zu schicken? Das darf doch nicht wahr sein.
Wir sind bereit, unsere Soldaten, die in der Gegend im Rahmen der IS-Bekämpfung stationiert sind, zu schützen. Was daran ist verwirrend. Verwirrend wäre es, wenn Merz sagen würde, wir würden uns keinesfalls verteidigen.
Doch. Er will Abschussbasen ausschalten, die wo sind? Natürlich im Iran. Also ist er zum Schutz von Soldaten im Irak bereit Soldaten im Iran einzusetzen.
Er schreibt davon, die Gefahr an der Quelle auszuschalten. Die ist im Iran. Also muss er die Luftwaffe dort hinschicken. Oder Drohnen- bzw. Raketenangriffe fliegen. Das ist nicht viel anders als „Boots on the ground“. Und da ich vermute, daß die Bundeswehr keine tauglichen Raketen oder Drohnen für den Iran hat, bleibt nur die Luftwaffe.
Und Trump schließt „Boots on the ground“ ebenfalls nicht aus.
Das Ganze ist wohl – rein formal – nicht so ganz trivial – wenn der Iran eine amerikanische Botschaft angreift (Botschaften gehören territorial zu dem Land, dessen Botschaft darauf steht), dann könnten die Amerikaner deswegen den NATO-Bündnisfall ausrufen, weil ihr Staatsgebiet angegriffen wurde (was genau in der Form wohl bereits geschehen ist).
Dann hängt es sehr davon ab, wie die weitere strategische militärische Planung die Rollen verteilt, bzw. inwieweit Deutschland dabei bereit ist, eine (aktive?!) Rolle zu übernehmen.
Die Folge könnte dann sein, dass man als “einfacher Soldat” dann eben mal schnell in das Kriegsgebiet abkommandiert wird. Es hängt also sehr davon ab, ob es den Bündnisfall gibt, und was die Amerikaner (vor allem Trump) von ihren Verbündeten dann erwarten (so wie ich Trump einschätze immer mit der Drohung im Nacken, wir würden schließlich auch wünschen, dass die Amerikaner uns mitverteidigen, wenn der Russe angreift). Dabei wird es (Trump) wahrscheinlich völlig egal sein, ob das 2 grundverschiedene Konflikte sind.
Dir wäre es also lieber, wir würden unsere Soldaten ohne weitere Gegenwehr feindlichem Beschuss aussetzen?
Wir zerbrechen uns hier die Köpfe über rein theoretische Dinge. Wir werden absehbar weder Soldaten in den Iran schicken, noch haben wir (BRD) die Möglichkeit, iranische Raketenstellungen zu beschießen. Insofern nimmt Merz hier den Mund etwas zu voll, andererseits war es eine gemeinsame Erklärung mit Frankreich und UK, da kann Einigkeit nie schaden.
Viel wichtiger ist der Einsatz der Nachrichtendienste im Inland, um evtl. Terroranschläge zu verhindern.
Kommt von mir kein Widerspruch - man sollte die Szenarien kennen - aber sie auch von der Wahrscheinlichkeit realistisch bewerten. Auch ich halte den aktiven Einsatz deutscher Soldaten vor Ort derzeit für überschaubar unwahrscheinlich.
Danke für die Richtigstellung! Das ist zumindest für eine Einschätzung, ob sich unser Risiko durch so einen Angriff erhöht, interessant. Ich hatte dazu vor Kurzem etwas anderes gehört, ohne es selbst zu überprüfen!
Gerade habe ich gelesen, dass einige deutsche Soldaten schon abgezogen wurden:
"Die Bundeswehr hatte einem Sprecher zufolge bereits in den vergangenen Wochen aufgrund der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten vorsorglich Personal, das derzeit nicht dringend gebraucht wird, aus Erbil abgezogen. Für Jordanien wird dies offenbar erwogen.Im Rahmen eines internationalen Einsatzes unterstützt die Bundeswehr den Irak bei der Ausbildung von Soldaten. Das soll in erster Linie ein Wiedererstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verhindern."Iran-Krieg bedroht Bundeswehr: Drohnenangriffe auf deutsche Standorte in Nahost
Ok, das erklärt den unüblichen Fluglärm über Kiel, den ich eben beim Unkrautjäten gehört habe. Und den Hubschrauber vor einigen Tagen. Wenn man 1,5 km vom Marinearsenal entfernt wohnt, kriegt man ungewöhnliche Bundeswehreinsätze schnell mit. Immer wenn Hubschrauber über mein Haus fliegen, geht irgendwo ein Krieg los.
Vielleicht war das Nato-Flottenmanöver vor zwei Wochen das Vorspiel zum Irankrieg?
„Im Februar 2026 ist der Kieler Marinestützpunkt ein zentraler Knotenpunkt für das große NATO-Manöver „Steadfast Dart 2026” Über 10.000 Soldaten aus 13 Nationen üben die Verteidigungsbereitschaft, wobei 17 Schiffe, darunter die türkische „Anadolu“ und die spanische „Castilla“, in Kiel festmachen, um amphibische Operationen in der Ostsee zu trainieren.“ (NDR)
Na denn … ich schätze die Bundeswehr steht schon länger bei Fuß für den Kriegseinsatz.
PS. Mir hat mal ein ehemaliger Bundeswehrsoldat gesagt, wenn ich meine Beobachtung Hubschrauber fliegt über mein Haus = Krieg steht bevor jemandem erzähle, ist das Landesverrat. Aber es war wirklich bei jedem Krieg so, ob nun Irak oder Golfkrieg oder Afghanistan. Wahrscheinlich eine Nato-Alarmstufe.
Da müssen wir nach meinem Verständnis unterscheiden:
A. Die Botschaft eines Drittstaates in einem NATO-Staat wird angegriffen. Das wird laut Völkerrecht auch als Angriff auf den beherbergenden Staates (Empfängerstaat, Wiener Abkommen). Das würde wohl unter Artikel 6 fallen.
B. Die Botschaft eines NATO-Staates in einem Drittstaat außerhalb des NATO-Gebietes wird angegriffen. Das scheint nicht unter die Definition zu fallen.
Ich glaube, im Ernstfall würden diese juristischen Feinheiten keine Rolle spielen, es bliebe eine originär politische Entscheidung, welcher Staat welche Hilfe leistet. Der NATO-Vertrag sieht keinen Automatismus vor.
ich habe irgendwo gelesen, dass dieses gemeinsame statement sich hinsichtlich dieser militärischen Aspekte eher auf F und UK bezog.
Alles andere macht auch wenig Sinn, die BW ist vermutlich gar nicht in der Lage zu dem, was hier befürchtet wird.
Der Bündnisfall wird m.W. befürchtet, weil und wenn der Iran auch Zypern beschiessen könnte.
Eigentlich ist es erbärmlich:
unsere Armee ist offenbar unfähig, sich selbst zu verteidigen, so dass nur der Abzug bleibt.
Was für ein Offenbarungseid.
Und hier hat die Hälfte der Teilnehmer sofort wieder die Hosen voll, dass die BW nur ja nicht schießen muss. Es könnte sonst jemand verletzt werden!!
Militärisch sind wir wirklich Jammerlappen.
sind Leute die einen Krieg befürworten, von dem sie nichtmal wissen was er erreichen soll … geschweige denn, ob die Ziele überhaupt militärisch erreichbar sind.
Das vom Bundestag ausgegebene Missionsziel für die Bundeswehr ist unter den aktuellen Umständen sehr offensichtlich nicht erreichbar und insofern ist ein Rückzug die einzig logische Konsequenz.
Sowas als „Jammerlappen“ und „Hosen voll“ zu bezeichnen ist einfach nur dumm - es zeugt von absoluter Ahnungslosigkeit, ist ausschließlich von Gefühlen geleitet und ignoriert selbst die simpelsten Zusammenhänge.
Nein, das trifft die Haltung der Bevölkerung zu BW-Einsätzen sehr gut. Wir sind nach 1945 so erfolgreich pazifiziert worden, dass wir mental nicht mehr in der Lage sind, unsere berechtigten Interessen im Zweifelsfall auch militärisch durchzusetzen.
Die Bundeswehr beteiligt sich seit 2015 am internationalen Anti-IS„Islamischer Staat“-Einsatz. Die Mission wird von einer breiten Koalition aus mehr als 70 Ländern getragen – darunter auch Deutschland.
Die Personalobergrenze von 500 deutschen Soldatinnen und Soldaten wird unverändert beibehalten.
Das aktuelle Mandat ist bis zum 31. Januar 2027 verlängert worden.
Das „Problem“ ist (zumindest in diesem Fall), dass – wenn wir davon ausgehen, dass es sich bei den „berechtigten Interessen“, deren Wahrung nur dann militärische Gewalt rechtfertigt, wenn sie tatsächlich existenzielle deutsche Interessen tangieren, – es wenige gibt, die in der Lage sind, diesen existenziellen Zusammenhang zwischen z.B. den Bomben auf Teheran und dem Fortbestand der Bundesrepublik herzustellen.
Ich finde durchaus, dass es in diesem Fall wirklich schwerfällt, hier etwas „Passendes“ zu konstruieren.
Ich habe mich am WE mal ausführlich mit 2 Bundeswehrlern über den „Krieg gegen den (internationalen) Terror“ unterhalten. Ich gebe zu, es wird zunehmend ein Dilemma, wenn es international agierende (para-)militärische Strukturen gibt, deren Vernichtungspotential der Schlagkraft eines gut bewaffneten mittelgroßen Landes entspricht, das strukturelle Verhältnis aber asynchron ist (hier der Staat, dort die verteilten Milizen). Dabei ist es vielleicht tatsächlich irgendwann egal, ob es sich um die Hisbollah, die italienische Mafia oder die kolumbianischen Drogenkartelle handelt.
Ich habe von den beiden leider nichts wirklich „Belastendes“ bekommen, wonach dieser Krieg gegen internationalen Terror bereits fester Bestandteil unserer „offiziellen Verteidigungsstrategie“ wäre.