Ich finde es erschreckend wie „hasserfüllt“ die amerikanische und auch die deutsche Gesellschaft sind. Es passt nicht ganz aber mir fällt gerade kein besseres Wort ein.
Charlie Kirk war kein Engel. Trotzdem finde ich nicht, daß in seinem Fall Gewalt die richtige Lösung war. Solche Gedanken spare ich mir für Hitler, Pol Pot, Idi Amin und vielleicht auch Putin auf.
Aber manche Reaktion in Deutschland erschreckt mich genauso. Ein Elmar Thewesen, der Kirk Dinge unterstellt, die er nie gesagt hat. Eine Dunja Hayali, die für mich zwischen den Zeilen ausdrückt, daß er es ja verdient hat.
Da kann ich über die „Sticheleien“ im Verein nur noch lächeln.
Was hat Elmar Theveßen denn gesagt, was nicht stimmt? Und dass Dunja Hyali implizit gesagt haben soll, er habe diesen Tod „verdient“, dem möchte ich widersprechen.
Sie hat gesagt was er war. Was (ua deswegen) nötig war, weil er von weiten Kreisen der Medienlandschaft und auch von Parteien und Politikern als „der“ Kämpfer für Meinungsfreiheit dargestellt wurde, der (rechts)konservativ gewesen sei - und weil implizit und sogar explizit gesagt wurde, er sei angeblich wegen seines Einstehens für die Meinungsfreiheit gestorben.
Was in Gänze falsch ist.
Dunja Hayali hat gefragt, wo das alles noch hinführen soll, dass es in den USA immer weniger möglich sei, andere Meinungen auszuhalten. Und dass Charlie Kirk Opfer dieser zunehmenden Spannungen wurde. Und dass diese Tat durch nichts zu rechtfertigen sei, auch nicht davon, dass Kirk einer jener ist, die diese Stimmung im Land bestärken. Und dann geht sie darauf ein, welche Rolle er in seinem Leben gespielt hat - für was er stand.
Wenn man nicht mehr sagen darf, was jemand gemacht hat, ohne dafür Morddrohungen zu erhalten, sondern Lügen und Propaganda stehen lassen muss, dann haben wir ein Problem. Sie verurteilt - ohne Einschränkung - seinen Tod, ordnet ihn lediglich sachlich, journalistisch ein. Das ist etwas, was ich von Journalismus erwarte.
Zu der Frage, ob es auch angebracht gewesen wäre, die Masten auf Halbmast zu setzen, als vor ein paar Monaten Melissa Hortmann erschossen wurde (Demokratin, Vorsitzende des Parlaments in Minnesota, mit ihrem Mann in ihrem Haus erschossen), sagte Trump gestern: bin ich nicht vertraut mit. Wer?
Könnte man sich mal anschauen, wie mit diesen beiden Morden - wovon keiner gerechtfertigt ist - umgegangen wurde/wird und wie die Personen dargestellt werden. Da ist eine enorme Schieflage. Und wenn wir daruf nicht schauen, wird diese Schieflage größer und größer.
Konkret zu Kirk und Dunja Hayalis Aussagen gibt es hier ne recht ausführliche Analyse:
Die Untertreibung des Jahres. Und warum erschreckt dich dann Elmar und Dunja? Sind halt auch keine Engel.
»Ein paar Todesfälle durch Schusswaffen jedes Jahr sind es wert, damit wir den zweiten Verfassungszusatz haben, um unsere anderen gottgegebenen Rechte zu schützen«, sagte Kirk 2023.
Kirk, auch wenn in Deutschland bis jetzt weitgehend unbekannt, war einer der übelsten Protagonisten der faschistoiden, fundamentalistischen Revolution, die gerade vor aller Weltöffentlichkeit stattfindet.
McCarthy war ein Dreck dagegen.
Ob ich jetzt zwischen den Zeilen ausdrücken will, dass ich über seinen Tod nicht tiefbetrübt bin, lasse ich mal offen.
Das habe ich als Zitat von ihr gefunden:
„Dass es nun Gruppen gibt, die seinen Tod feiern, ist mit nichts zu rechtfertigen, auch nicht mit seinen oftmals abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen.“
Was ist daran schlimm? Oder gibt es noch andere Aussagen von ihr dazu?
Ganz ohne öffentliche Äußerung solcher Gedanken geht nicht?
Theveßen hat Kirk unterstellt, daß er Schwule steinigen will, was laut anderen Informationen falsch ist.
Und ich habe Dunja Hayali so verstanden.
Nirgends wird so viel gelogen wie bei Jubiläen oder Beerdigungen. Ich finde der Anstand gebietet es bei einer „Beerdigung“ einen Menschen nicht als den schlimmsten Verbrecher seit Hitler darzustellen.
Aus meiner Sicht war Kirk ein etwas extremer Pietkong. Und derartige Christen gibt es eine Menge.
Ein wie ich finde gutes Statement von Karin Göring-Eckardt zu Charlie Kirk und der Berichterstattung.
Elmar Thevesen hätte das vielleicht ausführlicher darstellen müssen, aber es ist keine bloße Unterstellung, dass Kirk das gesagt hat:
„Bluesky’s main character of the day claims: „Kirk never said gays should be stoned“
The „full context“: Kirk misquotes Leviticus 18, calling it „God’s perfect law when it comes to sexual matters.“ He claims the passage says „thou shall lay with another man shall be stoned to death.“
I say misquotes because:
-
The part Kirk is trying to reference in Leviticus is chapter 20, not 18.
-
That chapter says if a man is with another man „both shall be put to death.“
Kirk added „stoning.“ You can argue he’s just quoting the bible but he’s endorsing the idea AND adding stuff.
Here’s the full clip of Charlie Kirk talking about stoning gay people to death because context is so important (…)“
Quelle (in der auch das entsprechende Video mit Kirk verkonkt ist, in der er diese Aussage tätigt):
Dunja Hayali hat nichts dergleichen gesagt.
Let’s agree to disagree. Wir haben eben ein unterschiedliches Verständnis der deutschen Sprache.
Bei dem Punkt, dass Dunja Hayali Kirk auf eine ähnliche Ebene wie Hitler gestellt haben soll - nein. Das lass ich nicht so stehen. Das wäre mMn inhaltlich und journalistisch absolut falsch und würde ich auch kritisieren. Und sie hat nichts dergleichen gesagt und definitiv auch nicht angedeutet. Das ist eine Unterstellung.
Mir ist nicht klar, auf welche Aussage von ihr, du dich beziehst. Kannst du das hier bitte verlinken?
Und noch etwas, während wir uns hier über Fragen des Anstands streiten, schert sich die andere Seite einen Dreck um jeden Anstand und bekämpft massiv aund mit fast allen Mitteln, Personen und Organisationen, die sie als „links radikal“ bezeichnet, also alle, die sie kritisieren bzw. anderer Meinung sind.
„When they go low, we go high“ muss vorbei sein, wir brauchen ein Gleichgewicht der Mittel im politischen Kampf. Der Governor von Kalifornien, Gavin Newsom macht es uns vor.
Das sehe ich anderrs. Wir müssen unbedingt versuchen, der Polarisierung entgegen zu wirken, sonst wird die Gewaltspirale immer schlimmer.
Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.
Thomas Mann
Das Problem dabei ist nur, dass die “Bösen” sich auch selbst als Kämpfer für “die gute Sache” sehen und der Meinung sind, der Zweck heilige die Mittel gegen ihre Feindbilder.
Das Problem sehe ich hier nicht. Zumindest nicht in Bezug auf die hier kritisierte journalistischen Einordnungen zum Mord eines rechtsradikalen amerikanischen Podcasters, der von den Regierenden zum Märtyrer erkoren wird und der Schuldige ohne Ermittlungen schon feststeht (radical left), um die politischen Gegner stärker verfolgen zu können.
Wahrscheinlich nicht. Ich meinte es auch eher grundsätzlich.
Ich musste z.B. mal für die Grünen entscheiden, ob wir ein Jugendzeltlager gegen rechts finanziell unterstützen. Da habe ich durchgesetzt, dass wir es nur dann unterstützen, wenn dort kein Hass geschürt wird, und sich ein Themenblock damit beschäfttigt.
Das wurde dann auch so gemacht.
Kirk wird erschossen.
Obama äußert sein Bedauern und spricht sich gegen Gewalt aus usw usw.
Trump ruft Kirk zum Märtyrer aus, macht die radical left verantwortlich und fordert die Todesstrafe für den Täter.
Obamas anständige Reaktion verhallt weitgehend ungehört und wirkungslos.
Trumps Reaktion wird eine Hexenjagd auf Personen und Institutionen rechtfertigen.
Wie oft wollen die Demokraten dieses Spiel spielen, bis sie begreifen, dass man solchen Menschen und politischen Bewegungen wie Trump, MAGA, AfD, Hamas, radikalen Muslimen usw nicht mit Anstand und Fairness beikommen kann?
Wir werden verlieren, wenn wir nicht bereit sind, gegen diese Leute kämpfen.
Obama oder wer auch immer hätte sagen können, es tut mir leid für seine Frau und Kinder, aber als Politiker ist er kein Verlust, er war ein übler Hetzer, Rassist usw usw.
Und er hat die Folgen dessen erlebt, was er gepredigt hat:
unser 2nd amendment kostet uns jährlich viele tausende Tote, aber das muss es uns wert sein.
he got a taste of his own medicine, wie die Amis sagen.
Und er wird nicht der Letzte sein.
Jeder rechte Hassprediger sollte jeden Tag Angst vor so einem Attentat haben.
Ich find‘s ehrlich gesagt ja auch erschreckend, was mittlerweile schon als „polarisierend“/„gewaltverherrlichend“ oä betrachtet wird.
Da sind, wenn es Gewalt gegen „Rechts“ ist (unabhängig davon von woher die Gewalt kommt), schon sachlich journalistische Einordnungen das Ende unseres guten Geschmacks. Von rechts folgt eine Hetzkampagne sondergleichen, die links relativ ohne Gegenwehr erduldet. Und ein rechtsradikaler einflussreicher Podcaster wird glorifiziert und zum Märtyrer aufgebaut. Entlassungen Rechtsverschärfungen, Beschneidung von Pressefreiheit etc werden angekündigt und passieren teils schon. Wer tatsächlich Täter war, is dabei relativ egal - es ist per Definition die radikale Linke, die „gefährliche Transideologie“ - je nachdem was grad am Besten passt.
Wer diese Schieflage nicht sieht und einseitig nur die sachlich journalistische Einordnung einzelner(!!!), aber nicht die massenhaft verbreitete Glorifizierung und Hetzkampagne kritisiert, da kann ich fast nur noch verzweifeln.
Und andererseits - wenn das Ziel der Gewalt jmd aus dem „Linken“ Lager war (gleich welche Funktion die Person hat - Parlamentsvorsitzende und deren Ehepartner) oder auch nur durch bestimmte Äußerungen einen evtl linken Eindruck hinterlassen hat (zB Lübcke), bewegt man sich auf Eierschalen, um nur ja keine Vorverurteilungen auszusprechen. Und begrenzt sich auf recht kurzfristige Beileidsbekundungen.
Und is recht schnell vergessen.
Und ebenso - das gilt jetzt wg dem dortigen Waffenrecht speziell für die USA - nach jedem Amoklauf/Attentat in Schulen. „Thoughts and Prayers“ sind das Mittel der Wahl.
Wer Rechtsänderungen fordert, missbraucht diese schreckliche Tat für die eigenen radical left politischen Ziele und solle sich was schämen und Gläubige nicht verunglimpfen, in dem man „thoughts and prayers“ als nicht ausreichend anprangert.
Wir radikalisieren uns weiter - und das ganz ohne Äußerungen wie die von Hayali oder Thevesen.
Weil es von den Techgiganten und Medienmogulen und der derzeit rechtskonservativen bis rechtsradikalen politischen Mehrheit in USA und Europa genauso gewollt ist.
Und wie das tatsächlich zu stoppen ist, dafür fehlt uns glaub gerade noch das passende Handwerkszeug. Aber ich muss mich nicht mit deren Sache gemein machen und auf die Kampagnen eingehen.
In Deutschland geht das auch noch recht folgenlos (auf solche Kampagnen hinzuweisen). In USA is das schon etwas weiter..
Die Eskalationskompetenz liegt momentan nicht bei den „Linken“, sondern bei den Rechten. In USA haben die Rechten die absolute Gewalt, sie beherrschen die Exekutive, Legislative und Judikative, die Medien und die solzialen Medien und treiben die Polarisierung auf die Spitze. Der Mord an Kirk ist ein willkommener Anlass, die Spirale nocht schneller zu drehen. Sie feuern gerade aus allen Rohren.
So, jetzt versuche mal, dem entgegen zu wirken.
Und was folgt aus dieser vollkommen richtigen Analyse?
