COP30: wie seht ihr den TFFF?

Auf der COP30 sollen 25 Mrd. für den TFFF-Fonds (Tropical Forests Forever Facility) gesammelt werden. D hat 1 Mrd. zugesagt.
Das soll gehebelt werden mit privaten Geldern, so dass 125 Mrd. zusammen kommen, mit denen indirekt (!) Klimaschutzmaßnahme finanziert werden sollen.

Der Fonds wird aber zT heftig kritisiert, weil angeblich vor allem Investoren daran verdienen würden.
Irgendwo habe ich den Verdacht gelesen, dass infolge der Korruption in S-Amerika die Kohle zweckentfremdet werde, und dass die Weltbank als Aufsichtsorgan nicht sehr vertrauenswürdig sei.

Ich bin unschlüssig, was ich davon halten soll, bin auch nicht sicher, ob ich die Konstruktion wirklich verstehe.
Kennt sich jemand von Euch aus?

pro:

contra

COP30

wikipedia

"Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,

Ihnen und Ihrer Regierung sind wirtschaftliche Lösungen und ein schlanker Staat ebenso wichtig wie der Klimaschutz. Deshalb dürfte Ihnen der Vorschlag aus Brasilien zur kommenden Klimakonferenz COP 30 gefallen: die „Tropical Forest Forever Facility“ soll 25 Mrd. USD von Regierungen und 100 Mrd. USD von privaten Investoren bei der Weltbank zusammenbringen und einen Markt für den Schutz der weltweiten Tropenwälder schaffen.

Wer Regenwald schützt, bekommt dafür Geld – nicht mit der Gießkanne verteilt, sondern basierend auf überprüfbaren Satellitendaten. Die notwendige CO₂-Bindung durch diese Wälder wird kontrollierbar und damit auch finanzierbar."

„Die Indigenen und traditionellen Gemeinschaften in den Regenwaldgebieten sollen pro Jahr ein Fünftel erhalten - etwa 80 Cent pro Hektar.“

Das ist die Kritik.
Ich unterstütze Regenwald.org und bin auch der Meinung, dass 20% nicht allzuviel ist. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Indigenen aktuell Kapazitäten für mehr haben.

Von 0 auf 20 ist in meinen Augen enorm.

Muss aber kontinuierlich mehr werden.

Die weitere Kritik, die ich gefunden habe: noch nicht scharf genug.
Nur Brandrodung, Monitoring erst nach 3 Jahren, Länder mit mehr Regenwald profitieren mehr…

Kinkerlitzchen gegenüber dem, was vorher war: nix.

Ich finde es gut.

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Regenwald.org fordert kluge Dinge, aber ob das taktisch jetzt so gut ist, direkt Petitionen dagegen zu starten…

Allerdings kann ich das Risiko des Mißbrauchs und der Bereicherung oder Korruption nicht beurteilen.

Das liest sich klug

ist Plant-for-the-Planet für Dich vertrauenswürdig?
vertraust Du ihrer Einschätzung?
weißt Du, wer dahinter steckt?

Die Einschaltung privater Investoren wirft schon Fragen auf, aber andererseits kann dadurch mehr Geld bereitgestellt werden.
Ich habe aber noch nicht genau begriffen, welches Geld wirklich für den Klimaschutz verwendet wird.
Die 125 Mrd. sollen offenbar beliebig investiert werden (Zweck und Branch egal), und erst mit den Erträgen daraus sollen Klimaschutzmaßnahmen finanziert werden. Oder wie verstehst Du das?

The fund would use profits from capital market investments to provide results-based payments to rainforest countries

Immerhin ist die UN dabei.

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Der Gewinn aus den Fonds? Und die Kritik ist, dass es zu knapp kalkuliert ist?

Finanzler hier?

ja, danke!

Positiv ist, dass laut Concept Note 3.0 nun Investitionen in Kohle, Torf, Öl und Gas ausgeschlossen werden sollen. Zudem sollen Aktivitäten mit „erheblichen“ Umweltauswirkungen oder solche, die die übergeordneten Ziele der TFFF „wesentlich“ beeinträchtigen, nicht Teil des Investitionsprofils sein. „Das ist ein wichtiger Fortschritt gegenüber den ursprünglichen Plänen – bleibt aber schwammig und lässt Schlupflöcher offen”, betont Julia Grimm, Referentin für Klimafinanzierung bei Germanwatch. „Wo genau die Grenze für Umwelt- und Sozialstandards gezogen wird, ist weiterhin unklar. Die vollständige Verbotsliste für TFFF-Investitionen und der entsprechende Überwachungsmechanismus bleiben bislang unter Verschluss. Beides muss öffentlich zugänglich gemacht werden. Erst dann kann beurteilt werden, wie robust die Umwelt- und Sozialstandards der TFFF tatsächlich sind. Deutschland muss eine klare rote Linie ziehen gegenüber potentiellen Schlupflöchern für Investitionen, die Klima, Biodiversität oder Menschenrechte gefährden”, fordert Grimm.

TFFF-Finanzmodell birgt Risiken – Geber müssen Fairness sichern

Die TFFF soll mit 25 Milliarden US-Dollar an Investitionen aus Ländern wie Deutschland rund 100 Milliarden US-Dollar privates Kapital mobilisieren. Aus den Renditen dieser Investitionen sollen jährlich etwa 4 Milliarden US-Dollar an Tropenwaldländer fließen - als Kompensation für erhaltene Wälder. Eine Kernfrage bei der Ausgestaltung ist, wie ambitionierte Umwelt- und Sozialstandards mit den Renditeanforderungen des Finanzierungsmodells in Einklang gebracht werden können. Denn es gibt Zweifel, ob die kalkulierte Gewinnmarge der TFFF haltbar ist – weil die Kalkulation auf sehr optimistischen Annahmen beruht und bereits kleine Abweichungen bei Zinsen, Wechselkursen oder Zahlungsausfällen das Modell ins Wanken bringen könnten.

Aber es ist wohl tatsächlich nicht sicher, ob das Ganze was taugt.
Dass die Investment Standards geheim sind, ist merkwürdig.

Es ist ein erster Schritt. Ein großer.
Noch nicht dagewesen und demzufolge mit Kinderkrankheiten.

irgendwo hatte hier im Forum @Biologin eine Dokumentation verlinkt, in der normaler Wald in Südamerika gefällt wird, um Eukalyptus-Plantagen zu pflanzen, die mit Waldrettungsgeld finanziert werden.

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Das war hier:

https://das-gruene-forum.de/t/was-frueher-wie-fortschritt-aussah-kann-heute-ignoranz-sein/6856/49?u=biologin

Das wurde von der Weltbank finanziert und rechnet sich u.a. über die Stahlproduktion.

Ich hoffe, der TFFF fördert andere Projekte, bei denen der natürliche Wald erhalten wird.

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hm …

Wenn dir das noch einfallen könnte, wo du das gelesen hast (auch, wenn es beim Friseur war), wäre hilfreich.

Zugang zu diesen Auszahlungen erhalten Tropenwaldländer nur, wenn sie nachweisen können, dass ihre Entwaldungsrate unter einen festgelegten Schwellenwert (0,5 %) gesunken ist, sie über transparente Mechanismen zur Mittelverwendung verfügen und verlässliche Methoden zur Messung der Waldfläche anwenden. Damit liefert die TFFF ein leistungsbasiertes und langfristig angelegtes Finanzierungsmodell, das stabile Einnahmen für den Waldschutz schafft und zugleich privates Kapital für Klima- und Biodiversitätsschutz mobilisiert."
"

Wie funktioniert das in der Praxis? Bekommen die Staaten das Geld dann jährlich so ähnlich wie die EU-Landwirte ihre Flächenprämien?

Lies den Text. Ich lese ihn nachher auch. Dann wissen wir mehr

Alles klar.

Hier keine großen Bedenken zu finden.

Und jetzt bitte nicht die Bedenken hierher kopieren ohne die Teile, in denen die Bedenken relativiert wurden

Vielleicht bringt diese Veranstaltung etwas Licht ins Dunkel:

"Wir freuen uns über Input und eine politische Bewertung des TFFF im Webinar von:

  • Ulla Heinen-Esser , Präsidentin der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)
  • Greenpeace angefragt

Wann? 02. Dezember 2025 , 20 – 21:30 Uhr
Online-Zugang: https://us06web.zoom.us/j/87611052297?pwd=EKZPkGd11lQ7COrkebYcv8D66fFzaa.1 (Meeting-ID: 876 1105 2297, Kenncode: 551677)

Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion und einen offenen Austausch mit Euch.

Herzliche Grüße

Johann Lütke Schwienhorst & Tim Horsch i.A.

Niklas Wagener, MdB
Dr. Gregor Kaiser, MdL"

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Ja, Ute Sudmann, die in dem Artikel als Ansprechperson von Germanwatch genannt wird, war gestern auch in dem webinar als Referentin. Alles, was in dem Artikel an Fragen aufgeworfen wird, muss noch geklärt werden.