Das Absurdeste aus der Welt der Explosionsheizungsjünger!

Also ich frage mich ja jedes Mal wenn ich einen elektrischen BMW oder Mercedes sehe, ob und wann die von den Fake-Kühlgrillgittern wegkommen. Ich weiß das Markenimage und so, aber die Dinger sorgen nur für zusätzlichen Luftwiderstand. Tesla hat ja nach der ersten Serien von Model S damit aufgehört.

Aber was ich jetzt gelesen habe, ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten:

Besonders lang ist das Video nicht und so richtig auf die Ohren gibt uns der Ferrari-Prototyp mit den dicken Fake-Auspuffendrohren auch nicht. Nichtsdestotrotz kann man im Clip der Instagram-Seite Varryx_ ein leichtes Rumoren hören, dass definitiv nach Verbrenner klingt, als der Erlkönig an der Kamera vorbeihuscht.

Laut dem Besitzer des Accounts kommt der Klang von irgendwo hinter dem Heckstoßfänger. Die ziemlich wild angeschraubten Endrohre sind ja offensichtlich nur Attrappen. Wie das Ganze klingt, wenn man dem Auto richtig die Sporen gibt, geht aus der kurzen Sequenz natürlich nicht hervor.

Zu berücksichtigen ist hier auch, dass es sich bei dem eher dezenten Benziner-Klang um lediglich einen von vielen Sounds handeln könnte, den Ferrari für sein erstes Elektroauto entwickelt. Einige Autohersteller bieten eine ganze Reihe an verschiedenen Klangbildern für ihre elektrischen Modelle an, die man meist irgendwo im Zentraldisplay auswählen kann. Als gutes Beispiel dient hier den Hyundai Ioniq 5 N, der neben futuristischen Sounds auch eine halbwegs vernünftige Verbrenner-Imitation im Angebot hat, die tatsächlich auch (in Verbindung mit den simulierten Gangwechseln) beim sportlichen Fahren hilft.

Also habe ich mir den Hyundai-Artikel auch angelesen. Und was soll ich sagen:

Soweit, so gut. Aber jetzt kommt das wirklich verrückte Zeuge, dass Hyundai als N e-shift und N Active Sound bezeichnet. N-eshift simuliert nämlich das Verhalten des 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebes der N-Modelle mit Verbrennungsmotor, indem es die Drehmomentabgabe des Motors steuert und das ruckartige Gefühl zwischen den Schaltvorgängen abbildet. Es bietet sogar das Schiebegefühl eines DCT-Getriebes und verschiedene Stufen der simulierten Motorbremsung.

Ich meine wann kommen endlich die Retro-Retro-Elektroautos, die vorne ein Loch für eine Kubel zum Anwerfen haben?

Wie kann man sich solche Autos kaufen ohne sich bei allen Freunden total lächerlich zu machen?

:rofl: :joy:

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Quelle? Für den Artikel? Postillion?

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In Deutschland sind Soundgeneratoren, die den Motorsound mit künstlichen Geräuschen verändern, verboten . Die Nachrüstung solcher Geräte erhält keine Bauteil-Genehmigung mehr und verstößt gegen § 30 Abs. 1 Nr. 1 der StVZO. Ab Werk verbaute Soundgeneratoren sind nur zulässig, wenn sie das Fahrzeug nicht lauter machen. Seit 2018 sind Soundgeneratoren, die den Motorsound ändern, ohne Verbrauch oder Abgasverhalten zu beeinflussen, ebenfalls verboten.

E-Autos einen „Sound“ zu verpassen ohne sie lauter zu machen sollte schwierig sein.

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Könnte man denken aber nein:
Ferraris erstes Elektroauto hat Fake-Sound: So klingt es
und
Hyundai Ioniq 5 N (2023): Das kostet der 478-kW-Elektrosportler

https://de.motor1.com/ macht nicht den Eindruck als sei es ein Postilion-Nachbau :slight_smile:

Aber was @Hedi schreibt, ist nur schwer mit den Artikeln vereinbar - seltsam.

Das ist in letzter Konsequenz eine höchst komplizierte Frage.
Wenn man sich die möglichen Autodesigns im Windkanal ansieht, so stellt man fest, dass es nur ganz wenige Designs möglich sind, um energieffizient zu fahren - was wäre die Folge aus dieser Überlegung? Es gäbe im Design keine nennenswerten Unterschiede mehr zwischen den verschiedenen Marken.
Das wäre an sich erst mal nichts Schlimmes, solange die Kaufentscheidung auf anderen Dingen als haptisch wahrnehmbaren Elementen läge.
Dummerweise gibt es davon nur sehr wenig Käufer.
Die Hersteller bauen also so was, weil die Käufer das erst einmal so wollen.
Verhinderbar wäre das nur über gesetzliche Mindestvorgaben, die - je strenger diese sind - immer weniger Spielraum für „Individaulität“ ließen.
Das will aber keiner (und ist wahrscheinlich auch nur begrenzt juristisch zulässig).

Das ist auch die Antwort auf:

Ich habe die Diskussion schon seit längerem mit meiner Tochter über Elektromotorräder ohne den originären Sound - für Motorradfahrer undenkbar, kein Geräusch während des Fahrens zu machen - auch wenn das objektiv noch so lächerlich ist.
Wir müssen uns eingestehen, dass wir (wahrscheinlich fast alle außer dem Kartäusermönch) in unserem Gebaren bei vielem aus „objektiver Sicht“ ziemlich lächerlich sind, weil vieles unserer vermeintlichen Lebensqualität auf ganz profane Reizbefriedigung ausgelegt ist.

Wir sollten also mit den Autokäufern nicht allzu sehr ins Gericht gehen :wink:

Nun, wir haben uns ja auch daran gewöhnt, das Autos keine Pferdeäpfel auf der Straße hinterlassen. Obwohl die ersten Autos noch wie Pferdekutschen aussahen: Gottlieb Daimlers first car

Also hoffen wir das beste für die Entwicklung der E-Autos.

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Aber ein künstliches Geräusch für E-Autos ist gesetzlich sogar vorgeschrieben. Nur nicht welches. Theoretisch könnte das Auto also auch Abba-Songs spielen :

“Aufgrund gesetzlicher Vorgaben müssen seit Juli 2021 alle neu zugelassenen Elektroautos künstliche Geräusche erzeugen, damit Fußgänger*innen und Radfahrer*innen besser geschützt sind. Wie die Sounds von Elektroautos klingen müssen, ist aber nicht geregelt. Dementsprechend innovativ sind die Ideen der Hersteller.” (enbw)

Wäre es nicht besser, sich auf ein Einheitsgeräusch zu einigen?

Die müssen nur künstliche Geräusche machen wenn sie sehr langsam fahren. Bei höheren Geschwindigkeiten reichen die Laufgeräusche der Reifen.

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Damit wirst Du insbesondere die Motorradfahrer nicht einfangen (vor allem dann nicht, wenn es ein aus ihrer Sicht langweiliges, sonores Geräusch ist - und gesetzliche Vorgaben sind an dieser Stelle nicht erwünscht - jedenfalls nicht, solange sich Wahlen mit „freie Fahrt für freie Bürger“ (gegen ein Tempolimit) gewinnen lassen.

Es geht zugegeben auch anders - ich kenne einige, die deswegen E-Bike fahren, weil ihm die Beschleunigung doch wichtiger ist als das Geräusch.

Vielleicht stellt sich also doch die Frage, ob man das nicht durch Werbung ein Stück weit verändern kann - zwar gilt für die Beschleunigung auch, dass es sich hierbei um ein haptisches Erleben handelt - aber zumindest eines, das im Gegensatz zu Lärm und Abgasen sozial- und umweltverträglicher ist.
Hier wäre ein Psychologe gut, der benennen könnte, welche (archaischen?!) Triebe hier befriedigt werden, und wie man sie verändern kann.

ach Gott, Autopsychologen? Warum soviel Aufhebens?
Das erledigt sich in einigen Jahren von alleine.
Und wenn nicht, ist es zwar blöd, aber tut nicht weh.
Wenn es hilft, E-Autos zu verkaufen … von mir aus

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Da hast Du mich missverstanden :wink:
Es ging mir eher darum, generell mal herauszufinden, was genauso geil daran ist, mit röhrendem Sound durch die Straßen zu rauschen - das habe ich nämlich nie verstanden - das Gleiche gilt für viele Impulse wie Beschleunigung (auch auf diversen Fahrgeschäften auf Jahrmärkten/Oktoberfest, etc.).
Was genau löst den Reiz aus?
Die Faszination für so was beobachte ich nämlich bereits bei sehr kleinen Kindern - und nicht nur bei meinen eigenen!
Was hatte es mal für einen evolutionären Vorteil, der durch die moderne Technik inzwischen konterkariert wird?
Wenn wir genau wüssten, was diese Impulse so attraktiv macht, ließen sich vielleicht auch ebenso attraktive Alternativen finden, die umwelt- und sozialverträglicher wären - der von mir ins Spiel gebrachte Psychologe sollte sich also nicht nur aufs profane Fortbewegungsmittel konzentrieren …

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Speziell das Röhren: Es wirkt auf das autonome Nervensystem wie das Brüllen eines großen Tieres (Tiger im Tank). Es aktiviert den Sympathikus und treibt Herzschlag und Blutdruck hoch.

Für die Fahrer bedeutet das die Herrschaft über das wilde Tier, das Gefühl von Kontrolle und Macht.

Für die Anwohner bedeutet es eine autonome Schreck- und Angstreaktion, Schlafunterbrechung und Hilflosigkeit. Damit geht es an die Gesundheit.

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Für dieses bekloppte Geräusch, das E-Autos machen müssen, um Kinder und Alte Menschen zu schützen gibt es schon eine ganze Menge Regeln:

Das Geräusch muss bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h zu hören sein. Ab dieser Geschwindigkeit ist das Abrollgeräusch der Reifen so deutlich zu hören, so dass kein künstliches Geräusch mehr notwendig ist. Beim Rückwärtsfahren müssen die Fahrzeuge ebenfalls einen Warnton von sich geben. Vorgeschrieben ist weiterhin:

  • Der Ton muss dem eines Verbrenners gleicher Bauart ähneln. Ein Dacia Spring mit V8-Imitat ist damit leider ausgeschlossen. Allerdings muss der Ton nicht genauso klingen wie der Verbrenner. Musikstücke sind nicht erlaubt, auch abstrakte Sounds und Naturgeräusche sind verboten.
  • Der Ton muss zwischen 56 und 75 Dezibel laut sein. Das ist lauter als das Brummen eines Kühlschranks (55 dB) und leiser als eine Waschmaschine beim Schleudern (75 dB).
  • Der Ton muss sich in zwei Terzbändern bewegen. Einer davon muss unterhalb von 1.600 Hertz liegen, damit auch ältere Menschen mit schlechtem Gehör die Fahrgeräusche des E-Autos wahrnehmen.
  • Der Ton muss beim Neustart des Fahrzeugs aktiviert werden. Eine manuelle „Pausenfunktion“– wie bei früheren Modellen – ist nicht mehr möglich. Die Lautstärke darf sich der Geschwindigkeit anpassen.

All das war natürlich notwendig, weil europaweit tausende von Kindern jedes Jahr von E-Autos mit Schrittgeschwindigkeit verletzt und getötet wurden!

Oder verwechsle ich das was?

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E-Fahrzeuge hört man nicht oder schlecht. Da fällt eine Warnfunktion für Fußgänger weg.
In China haben deshalb Elektro Mopeds (von denen es dort viele gibt) den Spitznamen: Der stille Tod.

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Das mag sein, aber wie viele Tote oder Verletzte wurden denn im letzten Jahr in Europa gezählt, die von E-Autos, die 20 kmh oder weniger fuhren, verursacht wurden?

Aber das Thema war ja eigentlich Ferrari. Warten wir mal ab, bis der Wagen raus ist und man Videos mit dem echten Sound of Silence findet. :slight_smile:

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Naja, wenn es um überflüssiigen Schnickschnack geht (@WitzelJo sprach auch vom überflüssigen Kühlergrill), dann gehören dazu auch der nicht gerade windschittige Mercedes-Stern oder - noch schlimmer - Emely von Rolls Royce. Die kann man zwar inzwischen wahlweise auch einfahren - die RR, die ich in den letzten Jahrzehnten in München habe rumfahren sehen, hatten sie allesamt während der Fahrt nicht eingefahren - das dient also eher dem möglichen Diebstahlschutz des stehenden Fahrzeugs denn der Möglichkeit, während der Fahrt Energie zu sparen.
Da geht es dann wieder um Prestige.
Prestige ist auch so was archaisches. Man muss in der Gesellschaft etwas repräsentieren. Eigentlich muss man nicht mehr, da wir doch per Verfassung alle gleich sind …
Der Rolls-Fahrer sollte also nicht mehr beachtet werden als der Elektrorollerfahrer.
Das ist aber leider nicht so …
Wenn ich mich so im Alltag beobachte und auf meine Motivationen blicke, stelle ich auch immer noch fest, das es schwierig ist, sich bei seinen Entscheidungen, seinen Gesten, seiner Sprache nicht ständig von diesen alten Relikten beeinflussen zu lassen - auch wenn sie inzwischen noch so ihre Bedeutung verloren haben.
Dabei geht es nicht um die Unterdrückung von Emotionen, sondern nur um das konsequente Aussortieren nicht mehr zeitgemäßer Impulse.

Jeder Tote oder Verletzte is eine zu viel, wenn man es so leicht verhindern kann.

Und was ist mit null Toten und Verletzten? Denn das wollte ich mit meiner Frage ja implizieren. Diese Idee stammt von ein paar Explosionsheizungsmotorlobbyisten, die es partout nicht verknusen konnten, dass E-Autos in Wohngebieten keinen Lärm machen, wenn sie langsam fahren.

Also kannst du mir einen Fall nennen, in dem das E-Auto bei Tempo 20 nicht gehört wurde? Einen?
Dann schweige ich hinfort immerdar über dieses Thema.

Ich habe etwas recherchiert, einen konkreten Fall habe ich nicht, aber es gibt Statistiken. Hier eine aus den USA: https://crashstats.nhtsa.dot.gov/Api/Public/ViewPublication/811204

Incidence rate of a bicyclist crash that potentially has occurred at very low speed such as when a vehicle makes a turn, slows or stops, backs up, or enters or leaves a parking space was significantly higher among HEVs when compared to ICE vehicles.

ICE: Verbrenner, HEV: Hybrid/Elektrisch

Oder aus einer neueren Fassung https://crashstats.nhtsa.dot.gov/Api/Public/ViewPublication/811526

The largest differences between the involvement of HE [Hybrid] and ICE [Verbrenner] vehicles in pedestrian crashes occur with speed limits of 35 mph and lower (OR = 1.39), during low-speed maneuvers (OR = 1.66) and when the crash is on the roadway (OR = 1.50).

Das trifft besonders sehbehinderte Menschen, die sich auf ihr Gehör verlassen (müssen).

Eine neuere Studie der Universität Leeds kommt zu keiner besonderen Gefährdung durch E-Autos, alllerdings nach Einführung der AVAS Pflicht:

AVAS = Acoustic Vehicle Alerting System – Wikipedia

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Jetzt komm nicht mit irgendwelchen (Verschwörungs)-Theorien das die Fans von Verbrennern dahinter stecken.
Hinter dem chinesischen Spitznamen steckt dann wohl auch die Verbrenner-Lobby.
Ich selbst bin auch schon mal beinahe auf einem Parkplatz in ein Hybridauto reingelaufen das im E-Betrieb da geräuschlos gefahren ist weil ich abgelenkt war. Das ist aber schon über 12 Jahre her, als es die Geräuchpflicht noch nicht gab.