Diese Frage wird ja immer wieder heiß diskutiert und aus dem linken Lager kommen nicht selten Forderungen nach einer teils drastischen Anhebung der Regelleistungen. Ich für meinen Teil habe lernen dürfen, dass es sich auch mit sehr wenig Geld sehr gut leben lässt und ich musste erst die Erfahrung der fast vollständigen Mittellosigkeit machen, um zu erfahren, dass das so ist. Oft ist es ja die schiere Not, die einen herausfordert und in die Verantwortungsübernahme für einen selbst führt, um einem einen klaren Blick für das Wesentliche im Leben möglich zu machen. Ich bin jedenfalls strikt gegen die Forderungen der Wohlfahrtsverbände und finde, dass es so, wie es aktuell gehandhabt wird, schon ziemlich gut geregelt ist. Miet- und Heizkosten werden übernommen, die Kinderbetreuung wird komplett übernommen, die Freibeträge für Hinzuverdienste wurden erhöht, es gibt vielfältigste ablass- und einzelfallbezogene Zusatzleistungen. Da reicht schon eine geringfügige Beschäftigung bei kluger (!) Haushaltsführung für das Erlangen von bescheidenem Luxsus. Welches Zeichen würde denn gesetzt, wenn alle einfach pauschal 200 bis 300 Euro monatlich leistungslos mehr bekommen würden? Dann werden sich die Bigpacks Marlboro tagtäglich gekauft, anstatt mit günstigerem Tabak selber zu stopfen oder vielleicht mal seine Suchtproblematik anzugehen und den Impuls zu entwickeln sich ein Leben aufzubauen, in dem Suchtverhalten gar nicht mehr (in dem Maße) notwendig ist, oder an sich selbst zu arbeiten und Probleme zu lösen, die man mit sich selbst hat. Der allgemeinen Verteuerung kann ich ebenfalls etwas abgewinnen, denn mich hat sie dazu gebracht einmal genau zu überlegen, ob all das Convenience Food oder sonstiger Schnickschnack überhaupt nötig ist und die Antwort lautet natürlich NEIN. Der Überfluss an Materiellem lässt meist wenig Platz für all die immateriellen Dinge im Leben, die um ein vielfaches wichtiger sind. Brauche ich denn wirklich ein Smartphone mit wer weiß wie großem Datenvolumen? Brauche ich eine Flatrate zum Telefonieren? Für mich sind diese Dinge nicht mehr lebensnotwendig und ich wage zu behaupten, dass auch Anderen letztlich ein Gefallen damit getan wäre diese Erkenntnis zu erlangen.
Ergo: Läuft doch im Sozialen Bereich gar nicht so schlecht in Deutschland, oder?
