Das Thema Transsexualität und das Unterthema Gender erweckt mehr Gefühle als Artensterben und Klimawandel.
Hier ein interessanter Link dazu.
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Gendern in Wort und Schrift mag bleiben, einen gewissen Raum einnehmen oder wieder verschwinden wie ein Modetrend. Es ist gleichgültig !
Schon jetzt ist das Gendern und dessen Verneinung zuvorderst ein idiologischer Duftmarker - der ab- und ausgrenzt - rote Linien setzt. Gendern - ein Kennzeichen für jene, die sich wähnen, Teil der fortschrittlichen Avantgarde zu sein oder dies tatsächlich sind, ein für Wimpel für zahllose Anpasser und Opportunisten, und für manche als ein Menetekel, dass Gefahr, Bedrohung - gar Untergang - verheißt.
Ich mache mir da keinen Kopf und gendere wo es mir passt und lasse es wenn es mir nicht gefällt, ich zu faul bin oder nicht daran denke.
Ansonsten bleibe ich der Meinung, dass Fortschritt nie Stillstand, sondern immer immer auch Veränderung bedeutet.
Leider Pay-Wall. Vieleicht kannst du die wesentlichen Aussagen zitieren?
Grundsätzlich: Wir denken mit Worten. Unser Bewusstsein benutzt zur Formulierung komplizierter Sachverhalte eine Sprache. Nennt man üblicherweise „Muttersprache“. Mache Menschen können auch in verschiedenen Sprachen denken. Die Bedeutung der Sprache für das Bewusstsein des Menschen kann aber gar nicht überschätzt werden. Beispiel: Auch heute noch gibt es in den USA c.a. 1,4 Millionen Menschen die zu Hause Deutsch anstatt Englisch sprechen.. Die sind nicht gestern eingewandert. Die Leben seit über 200 Jahren dort!
Wenn ich versuchen will die Sprache der Menschen zu ändern, dann wird das von vielen - auch von mir - als ein Angriff auf Ihr Denken wahrgenommen. Ein Art „Umerziehung“. Bestes literarisches Beispiel: Neusprech
Und wenn man sich mit den Hintergründen von Gendern auseinander setzt ist das ja auch ganz explizit das Ziel von Gendern.
Doch, ich habe den Eindruck, dass die Bedeutung von manchen überschätzt wird, nämlich von denen, die in ihr den einzigen (!) Faktor sehen, der unsere Wahrnehmung und Wirklichkeit bestimmt.
Für das Bewusstsein und sogar das Denken sind körperliche Zustände und ihre Wahrnehmung grundlegend, und die nonverbale Interaktion prägt uns von Geburt an. Wir haben dafür ausgeprägte neurobiologische Strukturen.
Allerdings spielt Sprache für das soziale Miteinander schon eine sehr zentrale Rolle und formt auch unsere Wahrnehmung und unser Weltbild.
Gendern: Als Physikerin hatte ich häufig den Eindruck, nicht vorzukommen. Bei Berufen scheint imo die Nennung eine Rolle zu spielen, etwa was Stellen, Status oder Nachwuchs angeht, oder auch bei Anreden wie „Bürger und Bürgerinnen“, oder wenn eine breite aktive Beteiligung erreicht werden soll, ua. Die Binnenzeichen sind dann einfach oft ökonomischer, und wenn sich damit auch andere besser angesprochen fühlen, umso besser.
Wenn mir jemand gendern diktieren oder verbieten will, werde ich bockig.
Für manche ist es ein Zeichen von Zugehörigkeit zu einem Milieu. Ich will mich aber dadurch nicht verorten lassen, von keiner Seite, und würde das Ganze gerne gelassener sehen.
funfakt: In meiner Diplomurkunde stand „Physiker“ gedruckt, und man hat mit Filzstift ein „in“ drangehängt. Das war 1986, und die ganze Diskussion ging damals erst los.
Wow, das ist ja praktisch wie ein Adelsprädikat - so wie die erste Frau auf dem Mond.
Das solltest du Dir gerammt ins Büro hängen.
PS: Meine dummen Scherze nicht falsch verstehen: Das ist natürlich selbst für 1986 armselig.
Gendern ist
Nee, jetzt habe ich auch einen Paywall. Komisch. Ich hatte nur überflogen und wollte in Ruhe lesen…
Schade.
Nicht barrierefrei und widerspricht der Inklusion, speziell im Förderbereich Sprachen, geistige Entwicklung und Lernen
Witzig. Ich sage immer gerne, dass ich Biologe bin. Pfuderer ist mal voll reingefallen und hat mich anschließend missgendert. Es war mir ein Wohlgefallen.
@Duke @Binnen_un_Buten Ihr tut ja so, als müsste man das überall und jederzeit machen. Natürlich benutzt man für das Lernen eine angemessene Sprache. Das spricht doch nicht dagegen, ab und zu gegenderte Formulierungen zu benutzen (schon „liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen“ ist eine).
Oft ist es nicht mal sehr aufwändig, und gelegentlich bringt es den Nutzen, dass sich Menschen eher angesprochen fühlen. Ich denke, dass lässt sich sogar mir einigermaßen Sprachgefühl machen. Man muss ja keine Wortungetüme fabrizieren und überzogene Forderungen nicht als Maßstab nehmen.
Inklusive Sprache: Da fällt mir vieles ein, was mit Gendern nichts zu tun hat (Formulare, leichte Sprache etc).
Btw: Frauenanteil Biologie: 60%, Physik damals 10% (bei uns deutlich weniger).
Moment. Ich habe mich eigentlich nicht geäußert.
Aber es ist schon anstrengend. Das Lehrerzimmer heißt Teamraum, weil ja nicht alle da drinnen Lehrer sind.
Bei Kollegen in der Schweiz ist es der Lehrpersonenraum.
Ist „die Jugendlichen“ weniger sperrig als „die Schülerinnen und Schüler“?
SuS und LuL ist noch witzig. Für die Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter vielleicht SchuSch. Aber das ist schon die Abkürzung für die Schule.
Oder einfach S-Wort, L-Wort und Sch-Wort.
Da wir jetzt die ersten haben, die sind nichtbinär fühlen, kommen die, die das sehr ernst nehmen, in Schwulitäten.
Was man vermutlich auch nicht mehr sagen sollte.
Dass das anstrengend ist, kann ich nachvollziehen. Es würde auch mich ärgern.
Vielleicht wäre es hilfreicher, nicht das Gendern an sich als ja/nein Entscheidung zu nehmen, sondern sich zu fragen, wann und wie es nützlich/einfach/taktvoll ist oder eher nicht, und wie einheitlich eine Regelung sein kann bzw soll.
Das ist imo keine Frage eines Verbots, sondern der Höflichkeit.
Edit: Nach Svenjas Erklärung das mit der Höflichkeit zurückgezogen, s.u. ![]()
Frage an die Psycholog:*Innen unter uns:
Wäre es nicht einfacher, den < 10 % Betroffenen beizubringen, sich nicht durch achtlos ausgesprochene Worte beleidigt/ausgegrenzt/diskriminiert zu fühlen, statt 90 % eine überkonstruierte Sprache überzustülpen?
Naja.
Ich habe sehr viel Respekt vor der Euphemismustretmühle und denke, dass Verbot oder „Verbot“ (in Form von Höflichkeit, Wokeness, Gruppenzwang, Angst vor Wokeness etc pp) das ursprüngliche Problem nicht lösen.
Zumal die Schwulität nicht einmal von schwul kommt (Schwulität – Wikipedia), aber der Verdacht reicht immer schon, dass sich keiner mehr traut.
Das ist mir unheimlich. Ärgerlich finde ich es nicht, aber echt unheimlich.
Mein Sohn hatte mal einen Schweden in der Klasse, dessen Mutter es rassistisch fand, dass die Mitschüler „alter Schwede“ gesagt haben. Ohne Ironie.
So wird selbst ein Lob immer zur Diskriminierung, Kinder zu Rassisten; so wie ich hier zum transmisogynen AfD-Sympathsanten wurde.
Weil ein Gruppenname darin vorkommt, oder vorzukommen scheint (siehe auch das Elend mit den Mohrenstraßen).
Wobei ich jetzt nicht weiß, ob diese Seite eher rechts (also pfui) oder ok ist. Auch bei Seiten wie achgut.de und cicero und ähnlichen Namen bin ich mittlerweile immer unsicher, ob man das posten darf. Denn die meisten Leute entscheiden nicht mehr nach Inhalt sondern nach Quelle.
Ok, was gelernt. Dann ziehe ich das mit der Höflichkeit zurück ![]()
Abgewertete Minderheiten mit wenig Macht müssen oft viel Energie aufbringen, um sich über negative Gefühle, die als Reaktion auf das Verhalten anderer automatisch entstehen, hinwegzusetzen. Gefühle kann man nicht ausschalten, wohl aber in den Griff bekommen und die offene Reaktion kontrollieren. Kognitive Strategien (ist ja nicht bös gemeint etc) sind ein Teil davon. Das ist aber anstrengend. Das Ganze wird dann Minderheitenstress genannt, der häufig die Hürden zum Erfolg erhöht. Und auch das Selbstwertgefühl ist meist dauerhaft niedrig. Es ist bekannt, dass der Stresslevel bei abgewerteten Minderheiten durchschnittlich höher ist, mit nachweisbaren gesundheitlichen Folgen.
Oft ist die laute Empörung ein Ausweg aus dauernder Überforderung. Aber „Veränderung bewirken“ ist auch eine Art von sinnvollem coping.
Dabei ein Maß einzuhalten, das andere nicht überfordert, ist ein schwieriger und anstrengender Balanceakt, in dem die Minderheitenmenschen (psychische) Arbeit für die anderen miterledigen müssen. Dabei verbinden sich Betroffene (Stressreduktion), und schon entsteht eine Blase/Subkultur, in der sie sich gegenseitig unterstützen, aber auch manche Vorurteile bestätigen.
Ein anderer Punkt sind die ganz realen Auswirkungen, die es gibt, wenn Gruppen, auch kleinere Minderheiten, ständig übersehen werden. Sprache kann (in manchen Situationen) die Sichtbarkeit erhöhen. Ich denke aber, dass dazu keine „überkonstruierte Sprache übergestülpt“ werden kann oder sollte.
Ist es denn überkonstruiert, wenn ich etwa in einem politischen Forum oder online-Kommentar gelegentlich Wissenschaftler:innen, Physiker:innen etc schreibe? Oder wenn es um Altersarmut geht, Rentner:innen? Oder wenn ich mit mir ringe, ob ich „Mutter“ oder „Bezugsperson“ schreibe? (Mal siegt das eine, mal das andere)
Das Physiker:in bin ich mir einfach schuldig
Aber selbst da benutze ich gelegentlich das generische Maskulinum.
Sicher sind reale Veränderungen der Schlüssel, aber Sichtbarkeit in der Sprache kann ein Baustein von vielen sein. Es ist schon etwas mehr als ein Wohlfühlding.
Das Unwohlsein der Mehrheit kann den realen Veränderungen aber auch ganz gewaltig im Wege stehen.
Gendern bezieht sich ja auf das Geschlecht. Frauen mögen ja unterdrückt sein, aber in D sind sie afaik die Mehrheit.
Ja, das habe ich im letzten Jahr am eigenen Leib erfahren…
Eine gruselige Erfahrung.
Und es war bestimmt ein kleiner Maßstab.
Übrigens kenne ich eine, die hat in irgendwas ihren Meister als erste Frau gemacht und ein Kaffeegeschirr bekommen, weil man ihr keine goldene Uhr wie den Männern schenken wollte.
Das „Unwohlsein der Mehrheit“ kann sich auf Sprache beziehen, aber mehr noch auf reale Veränderungen.
Veränderungen für Minderheiten wurden afaik nur mit einer solidarischen Menge der Mehrheit durchgesetzt. Und manche Veränderungen müssen auch gegen einen vehement agierenden Teil der Bevölkerung durchgedrückt werden. Die Mehrheit ist nicht homogen.
Was das gendern angeht, stehen die meisten irgendwo in der Mitte, denke ich. Die ticken da wohl ähnlich wie ich: Bocken, wenn von einer Seite aus Druck empfunden wird. Wobei das Empfinden von Druck sich auch zwischen den sozialen Milieus unterscheidet.
Aber ja, gegen eine großen Teil der Bevölkerung können nur mächtige Gruppen etwas durchsetzen, benachteiligte Minderheiten jedoch nicht.
Ja, Frauen sind keine Minderheit in der Gesellschaft, in den Entscheiderpositionen allerdings schon noch. Oft geht es aber auch nicht um Unterdrückung, sondern um andere Aspekte von Sichtbarkeit und Berücksichtigung. Wenn Strukturen für einen einfach nicht passen, kann das weitreichende negative Auswirkungen haben.
Ich sehe mich nicht als Feministin und mag abgesehen von speziellen Themen auch nicht von Unterdrückung reden. Aber ich hätte schon gerne, wenn Frauen in MINT-Fächern nicht auf ein so großes Erstaunen, treffen würden, bei Männern wie Frauen. Und besonders wichtig wäre mir, dass die Strukturen familienfreundlicher wären. Familienfreundlichkeit kann für Frauen und Männer dabei sehr Unterschiedliches bedeuten. Sichtbarkeit kann da ein Anfang sein, sogar ein notwendiger.
Ist das so? Ich kenne sehr viele Chemikerinnen und habe niemals erstaunte Mitmenschen gesehen.
Aber mein Milieu ist auch nicht typisch.