Das ist ein schönes Wort: Börseninflation

Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich der DAX mehr als verdoppelt. Die Realwirtschaft ist in dieser Zeit keineswegs um mehr als 100 Prozent gewachsen, sondern nur um schlappe 12 Prozent. Die Börsen haben sich von der echten Welt komplett entkoppelt und mit der Realität nichts mehr zu tun.

Wenn Brot heute einen Euro und morgen zwei Euro kostet, sind die Käufer im Supermarkt entsetzt. Sie erkennen sofort, dass die Inflation bei 100 Prozent liegt. Wenn jedoch eine Aktie erst 200 Euro und irgendwann 400 Euro kostet, dann ist das für die Börsianer keine Inflation, sondern eine „Wertsteigerung“.

Aber diesen „Wert“ gibt es nur, solange sich immer wieder Käufer finden, die bereit sind, überteuerte Aktien zu erwerben. Meist geht das gut, denn auf den Herdentrieb der Börsianer ist Verlass. Sie kaufen, wenn alle kaufen, und fühlen sich kollektiv reich.

hmm, ich bin kein Börsen Fachmann, aber da ist was dran…

Eigentlich sollte das System wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren.

Als Fremkapitalbeschaffungsquelle für Unternehmen dienen gegen langfristige Rendite, keine Zocker Geschäfte! Dafür waren Aktien, soweit ich das weiß, einmal erfunden worden… is schon öh, ist 120 Jahre etwa her, weiß ich jetzt nicht genau…

Weil das die gesamte Wirtschaft durch Gier drucheinander bringt. Vor allem dieser Hochfrequenzhandel ist reine Gier und nicht nahhaltig.

Einige Betrügerischen Finanzmarkt Geschäftsmodelle gehören auch verboten .Dazu zählen Cum Ex Geschäfte und ähnliches. Also diese fragwürdigen leerverkäufe und andere extrem Spekulative Dinge. Wie Zukunfstwetten und so weiter, das Grenz eigentlich an Glücksspiel.
Da kann ich ja auch Lotto spielen.

Nur ist bei den Futures usw… so weiter so, dass diese den Markt ggf. stark verzerren weil da manchmal Blasen entstehen für Werte, wo sich später Zeigt, dass es diese niemals geben wird…

Also das Fell des Bären verkaufen bevor der Bär erlegt wurde, oder noch schlimmer, bevor überhaupt bekannt ist , ob der Bär existiert ,so was gehört verboten.

Bei Lottospielen kann das nicht passieren, denn der Jackpot wird quasi aus allen Nieten finanziert und exsistiert somit real.

soweit reich mein Börsenverständnis. Mehr habe ich mich wegen der hohen Risiken und Momentan dünner Finanzdecke nicht damit beschäftigt.

Da spiele ich lieber (ab und zu) Lotto… ist zwar nicht weniger Spekulativ als Futures aber nicht so kompliziert und die Aussichten sind ähnlich…

Und deswegen empinde ich das Wort Börseninflantion auch als augenwischerei ,wegen der oben genannten Gründe.

Ein schönes Kunstwort um zu kaschieren, dass es eigentlich quasi Glücksspiel ist…

insofern verarsche…

Hanebüchen! Ein weiterer Grund, die taz besser nicht zu lesen. Hatten wir nicht irgendwo schon einen thread nach dem Motto „wie dumme Journalisten das Volk noch weiter verdummen“?

Dass Aktienkurse im allerweitesten Sinne eine ‚Illusion‘ sein sollen (solange der Kurs nicht durch einen Verkauf ‚realisiert‘ wurde), kann ich notfalls noch durchgehen lassen.

Aber dass Aktienkurse jemals irgendwie an die Realwirtschaft ‚gekoppelt‘ gewesen wären, ist natürlich völliger Blödsinn.

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Bei etablierten Industrien ist das durchaus der Fall und wird über das Kurs/Gewinn-Verhältniss gemessen. Bei „Zukunftsindustrien“ stecken aber auch Erwartungen eine große Rolle, bis hin zu Hypes, wie bei den Internetaktien. Solche Blasen platzen regelmäßig.

Es gibt auch noch andere Einflüsse, wie z.B. die Geldmenge, die sich Anlegeformen sucht.

… wird der Erfolg/Misserfolg des einzelnen Unternehmens.

Die taz ist kein Wirtschaftsblatt, die würde ich bei Börsenthemen nicht zitieren.

sagen wir so: ich wäre froh, wenn ich 1985 DM 100.000 in Dow-Aktien hätte anlegen können.
Und wenn ich bei Schwächephasen die Nerven behalten und nicht verkauft hätte.
Keine Ahnung, wieviele Millionen ich dann heute hätte.
Die Durchschnittsrendite liegt angeblich so bei 7 oder 8% während der letzten 50 Jahre.
Das ist mit Festgeld nicht zu schaffen.

grafik

Das KGV ist seit 1998 sogar eher geringer geworden.
Die Unternehmen verdienen offenbar einfach mehr als damals, so dass die Kurse schon in Ordnung sind. Ich sehe noch keinen Hype, alle haben immer wieder die Hosen voll, das kennzeichnet eine gesunde Kurssteigerung.

Meine Aktien haben jedenfalls in den letzten 10 Jahren stark zugelegt und ich behalte sie bis auf Weiteres. Was ist die bessere Alternative?

Gar nicht mal so fürchterlich viel. Lothar hat das ganz richtig gesagt:

In den Niedrigzinsphasen haben immer mehr Kleinanleger begriffen, dass 0% aufm Sparbuch bei 1,5% Inflation irgendwie blöd sind. In den USA gibt es einen Trend, Anteile an Aktien zu kaufen. So können auch Kleinstanleger 5 $ anlegen. Mit entsprechenden Folgen für den Markt.

Die Milliarden, die FED und EZB in den (Geld-)Markt pumpen, tun ein Übriges.

==> Liebe Grüne! Wenn Ihr massive Kreditaufnahme durch den Staat befürwortet, dann kauft wenigstens reichlich Aktien. So kriegt Ihr wenigstens einen kleinen Teil von dem wieder, was Eure Enkelkinder an Schulden so oder so ausbaden müssen.

Es gibt keine sinnvolle Alternative zu Geldanlage in Aktien.
Man muss nicht natürlich die richtigen Papiere aussuchen (sich die Charts anschauen/ ein wenig mit dem Unternehmen und dessen Markt befassen) und nicht zu sehr auf die massenhaften überall herausposaunten Empfehlung hören. Die Szenen ist voll von selbsternannten Experten, Scharlatanen und Geschäftemachern, die Leuten Abos für ihre Börsenbriefe andrehen wollen.
Es herrscht ein reisiges Wirrwar und in jeder Wertpapierzeitung, die man online einsehen oder am Kiosk kaufen kann, stehen andere Ratschläge, die sich auch gerne mal widersprechen können.

Übrigens war vor ca. 6 Monaten war z.B. bei vielen Aktien ein idealer Einstiegzeitpunkt - am Höhepunkt der Inflation in den US. Der Einstiegszeitpunkt ist natürlich auch für Langzeitanleger wichtig, wenn man sein Papiere nicht gerade 20 Jahre liegen lassen will/kann.
Auch wichtig: Die Musik spielt in den USA. In NY werden die Kure gemacht - auch die deutscher Aktien, die nur im DAX notiert sind. Der DAX bewegt sich fast immer parallel zum DowJones/Nasdaq - abgesehen vorübergehenden Ausnahmen.
Last, but not least sollte ich noch anmerken, dass der analoge Erwerb von Aktien über die Bank oder Sparkasse Blödsinn ist.

von dem auch sein Aktienkurs abhängt.

Für die meisten sind breitgestreute ETFs das Beste. Damit ist man von den Unwägbarkeiten einzelner Unternehmen unabhängig und „nur“ noch den Unwägbarkeiten der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängig.

Da ein großer Teil der staatlichen Verbindlichkeiten in den Händen deutscher Anleger sind, erben die Enkelkinder einerseits das, für das sie andererseits als Steuerzahler einstehen werden müssen.

Qh, das ist natürlich eine sehr gute Widerlegung der Argumente des Artikels. So eine Art Ad-Medium statt Ad-Hominem. :slight_smile:

Mir ist schon klar, daß es immer schon so war, wie bei den Tulpenzwiebeln. Aktienkurse sind nur so lange real, wie alle daran glauben. Was anderes schreibt die TAZ doch auch nicht.

Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: “Das Demokratische Forum e.V.” - Forumsordnung

Das stimmt nicht, und die bei der Tulpenzwiebel-Hype handelte es sich eben um eine sehr typische Hype. Beispiele aus der heutiger Zeit gibt es haufenweise.
Die kopplung von Aktienkurs und Realwirtschaft tritt deutlich bei den Papieren von z.B. Apple, Google, Microsoft und Amazon hervor. As Negativbeispiel kann u.a ThyssenKrupp dienen. Was gäbe es denn für ein anderes Kriterium, um Aktien zu kaufen als deren Bewertung auf Basis des aktuellen und zukünftigen Unternehmenserfolgs.
Natürlich gibt es auch heute Hypes. Im Augenblick läuft z.B. K.I./A.I.-Hype. Vor einiger Zeit hat es eine E-Mobilität Hype, eine Lithium-Hype, eine Wasserstoff- und Solar-Hype gegeben. Das sind kurzfristige, von Emotionen, übersteigerten Erwartungen getrieben Übertreibungen am Aktienmarkt, die immer nach einiger Zeit in sich zusammenbrechen. Anschließend nivellieren sich die Papiere auf einem realistischen Niveau ein. Natürlich gibt immer Leute, die gerade mit den Hypes und deren Zusammenbruch gutes Geld verdienen. Und es steht ausser Frage, dass der Aktienmarkt sehr ungeduldig ist. Der Puls schlägt im 4-Monats-Takt.

Aber… es gibt Hypes, die Vorläufer/Vorauszuckungen eines großen Trends sind und es gibt never-com-back-Hypes.

An Hypes braucht sich aber niemand zu beteiligen - schon gar nicht Langzeitanleger - sofern sie die Gier unterdrücken können. Zudem sind Hypes sind sehr schön zu erkennen, wenn man sich Kursverläufe anschaut. Wert auf der Spitze eine Hype/Übertreibung Aktien kauft, verliert natürlich unter Umständen eine Menge Geld bzw. muss eine Weile warten, bis er wieder seinen Einstandskurs erreicht hat. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist immer noch die Telecom-Aktie, die so eine Art Tulpenzwiebel war.
Das sind viele naive Leute Marktschreiern aufgesessen. Auch solche Marktschreier gibt es heute. Fast immer versuchen diese Leute in eigener Sache den Kurs bestimmten Aktien hochzuschwatzen.

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Ok, also nochmal etwas ausführlicher.

Ich bestreite ja keineswegs, dass Aktienkurs, KGV und drölfzig weitere Kennzahlen damit korrelieren, wie das Unternehmen real gewirtschaftet hat.

Die Realwirtschaft“ bezeichnet aber die Gesamtheit unseres wirtschaftlichen Handelns mit Waren und Dienstleistungen (gemessen als BIP), in Abgrenzung zum sog. „Finanzsektor“, in dem nur mit Geld gehandelt wird.

Der Schreiberling suggeriert hier, dass der DAX an das BIP ‚gekoppelt‘ war und auch sein sollte (sonst hätte er sich ja nicht ‚entkoppeln‘ können). Und das ist und bleibt schrecklicher Blödsinn und lässt obendrein eine kindlich-naive Vorstellung von ‚Wert‘ erkennen.

Aktien sind Unternehmensanteile , der Wert mit den Erwartungen der Anlegen über den zukünftigen Wert eines Unternehmen schwankt- eines Unternehmens, dass reale Güter produziert bzw. (da wird es schon wieder weniger real) Dienstleistungen anbietet. Der Zeithorizont kann der Investoren kann sehr unterschiedlich sein. Landzeitanleger schauen weiter in die Zukunft und verlassen sich auf eine Fundamentalbewertung der betreffenden Aktien, andere hangeln sich von Quartal zu Quartal und wieder andere versuchen aus jeder Kursschwankung Profit zu schlagen. Zumindest bei den Lang- und Mittelfristanlegern spielt bei der Investitionsentscheidung die reale Wert eines Unternehmens eine Rolle. Sie kaufen eine Aktien nicht nur wegen aktuellen Kurses, sondern weil sie glauben, dass ihr sauer verdientes Geld bei einem bestimmten Unternehmen, das in eine bestimmten Markt tätig ist, gut und sicher aufgehoben ist und langfristig Rendite über die Kursentwicklung und die Dividende abwirft.

Alle Unternehmen, die an der Börse gelistet sind , bewegen sich in einem globalen Markt. Damit unterliegt ihr Erfolg den wirtschaftlichen Bedingungen, die in all den Märkten herrschen, in denen eben dies Unternhemen tätig sind.

Die Frage ist also, welcher BIP soll eigentlich als Maßstab gelten? Das deutsche BIP ist es sicher nicht. Da schon eher das US-BIP.

Und zum Dax hatte ich schon was gesagt. Der Dax ist weitgehend ein Anhängsel der Wallstreet. Nur ausnahmeweise macht er sich einmal etwas unabhängig - so geschehen vor einigen wenigen Wochen. Wenn Du z.B. beobachtet hast wie die Börse auf die Zinsschritte der EZB regiert hat und wie die Reaktion nach einem Räuspern von Jerome Powell war, weißt du wo die Glocken hängen.

Das ist ein sehr kurzer, willkürlicher Zeitausschnitt.

Hier ein deutlich längerer Zeitraum, der DAX und weltweites BIP vergleicht (Die DAX-Unternehmen wirtschaften nicht nur in Deutschland!)

Ich kann da keine Abkopplung erkennen.

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