Das Leben in der DDR

Es gibt eine sehr gute Serie in der ARD-Mediathek über das Leben in der DDR kurz vor dem Mauerfall. Ich bin darauf aufmerksam geworden, weil sie gerade einen Emmy gewonnen hat.

Hier ist der link zur Serie. Sie ist eigentlich für Kinder, aber auch für Erwachsene sehr empfehlenswert:

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Ich werde es mir mal anschauen und sag dann bescheid ob es stimmt.

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wie alt bist Du eigentlich?
wie lange has Du in der DDR gelebt?
ich dachte, Du wärst zu jung dafür

Welche Hybris. Warum sollte ich dir mehr glauben als der Doku?
Oder ist das Ironie?

Weil er vielleicht in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist?

Fritzi ist 12 in der Animation. Das passt schon.

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Alt genug um fasst zwei Jahrzehnte in der DDR mitbekommen zu haben.
Und hättest du meine Kandidatur gelesen wüsstest du es genauer.

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dann Respekt, gut gehalten :slight_smile:

Dankeschön.
Ich war von 1996 bis 2004 dort und da waren noch gut Reste zu sehen

Ich war 1974 zum ersten Mal in der DDR. Später noch öfter.
Bei einer Cousine, die keine war, So bekam man ein Besuchervisum. Verwandtschaft 2. Grades, aber ohne Namensgleichheit.

Kurz zusammengefasst: Die Leute dort wussten sehr genau, wie weit sie gehen konnten, ohne eingesperrt zu werden.
Und genau so weit gingen sie. Haarscharf.

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Ich war 1988 dort zu einem mehrtägigen Seminar “Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung” mit unser Kirchenpartnergemeinde Sanitz. Das war sehr aufregend, weil es offiziell gar nicht stattfinden durfte. Also wurden wir (die Wessis) privat von Gemeindemitgliedern eingeladen, blieben dort eine Nacht und fuhren dann in ein reichlich abgewracktes evangelisches Freizeitheim, wo wir zwei Tage über Umweltschutz, Frieden und Gerechtigkeit diskutierten. Nach der Wende kam dann heraus, dass in dem Seminar natürlich zwei IMs der Stasi gesessen hatten.

Anscheinend hat die DDR unser Geheimtreffen durchgehen lassen, obwohl es indirekt die Gründung des “Neuen Forums” vorbereitete. Im Nachhinein wird mir noch Schreck und Angst, was uns bei diesem subversiven Treffen alles hätte passieren können.

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Ich werde das mal Folge für Folge durchgehen…

Zuerst einmal die Machart dieser Serie täuscht über die Atmosphäre und die Stimmung in der DDR hinweg und gibt somit nicht unbedingt ein Bild wieder wie es tatsächlich in der DDR war diese Animationsgeschichte hätte man einfach weglassen müssen.
Aber naja es soll ja eine Serie für Kinder sein, kindertaugliche Aufbereitung ist in Deutschland nicht unbedingt adäquat sinnvoll.

Noch eines im Vorraus, wie war es in der DDR (?) hier hätte man wahrscheinlich mehr als nur eine Geschichte erzählen müssen.
Denn das Leben in der DDR war nicht an allen Orten gleich.
Berlin hatte einen großen Bonus dort lebte wann privilegiert.
Auch vereinzelte Städte wie Leipzig waren ein wenig privilegiert, Leipzig durch sein Status als weltoffene Messestadt.

Was heißt jetzt privilegiert? Zum einen waren diese Städte besser versorgt mit Lebensmitteln und anderen Waren. Auch hat man in diesen Städten mehr getan, Infrastruktur öffentliche Verkehrsmittel Freizeitangebote.

Als dritte Geschichte würde ich dann z.b den südlichen Teil der DDR sehen wobei man aber dennoch trennen musste nach Ost und West das was wir heute als Sachsen kennen die Bezirke Leipzig Dresden und Karl-Marx-Stadt. Waren in der DDR schon in gewisser Weise abgehängt so gab es in manchen Gegenden nicht mal das zweite DDR Fernsehen. Karl-Marx-Stadt als eine der Großstädten damals die Bevölkerung dieser Stadt damals war viel größer als heute war ein Industriestandort für der für die DDR sehr wichtig war. Für Dresden stand (je weiteren in den Osten kam, desto weiter war man von der DDR entfernt).
Dann gab es noch die Grenzzonen zum Westen in die durfte man gar nicht rein ohne Erlaubnis. Somit war das Leben dort für die Bürger fast ein Leben wie in einer Exklave.

Dann die Unterscheidung zwischen den Plattenbausiedlungen und den Altstädten. Die DDR legte sehr viel Wert auf den Neubau und ließ den Altbau verrotten was schon ein bisschen schade war. Die Plattenbauten hatten fließend warmes Wasser, eine Heizung die wortwörtlich nie aus ging, funktionierenden Strom und Kabelfernsehen . Im Altbau nur Moder und Kohle. Wo auch der ärmste Teil der Bevölkerung lebte, im heutigen Chemnitz ist das teilweise immer noch so.

In der Serie die Frau Felicia ist ein Widerspruch den es so in der DDR eigentlich gar nicht geben konnte Pfarrers Tochter bei den Pionieren und man hatte Telefon zu Hause das ist sehr suspekt. Genau dieser Widerspruch spiegelt sich auch ja in unserer Kanzlerin Angela Merkel wieder. Auch sie Pfarrers Tochter und dann bei den Pionieren in hoher Position schon zu DDR-Zeiten ein großer Widerspruch den es so in der DDR eigentlich nie geben konnte. Solche Familiengeschichten sind nur begründbar wenn diese Familie mit der Stasi zusammengearbeitet haben ohne wäre das nie mals möglich gewesen.

Kommen wir zu der Szene in der Schule die Begrüßung nun das war nicht überall so extrem es hing viel von den Lehrern ab und von den Schulen und von den Städten und von den Bezirken ob ein einfaches „seid bereit immer bereit“ gereicht hat oder ob die komplette grußformel gesprochen werden musste nämlich „für Frieden und Sozialismus seid bereit immer bereit“. (Ach was selbst diese grußformel ist noch nicht komplett). Ähnlich war es dann im Sport keine Ahnung vielleicht kommt es ja auch noch in der Serie aber da gibt es auf Youtube genügend original videomaterial so war es zum Beispiel in Karl-Marx-Stadt beim leistungssport sehr streng und militärisch was nicht überall so war. Ich selbst war in 4 DDR-Schulen und in keiner war es so wie man das im YT-Video in Karl-Marx-Stadt zeigt.
Ach ja das wandbild in dieser Schule soll die Verbundenheit aller Pioniere sozialistischer Staaten darstellen.
Dann der Polizist in der Schule oder Soldat keine Ahnung was es darstellen soll erkennt man ja leider nicht (könnte auch ein ABV sein (Abschnittsbevollmächtigter)) gab es wenn dann nur sehr selten, ich habe es selber nie erlebt wenn dann maximal in der Zeit als es noch den Sonnabend Unterricht gab, gab es Samstags z.b verkehrserziehung und da war dann tatsächlich mal ein Polizist in der Schule ansonsten habe ich nie Polizei oder Militär in der Schule gesehen. Ich würde sagen das ist mehr Mythos als Realität.
Aber es gab Staatsbürgerkunde, kurz Stabü, dieses unterrichtsfach war ein bisschen anders als alle anderen und war vielleicht in den DDR Schulen der einzigste Beweis dass die DDR ein sozialistischer Staat mit Stasi und Co war.
Die Lehrer standen teilweise über dem Direktor und waren nur der Partei unterstellt.

Warum jetzt bereits schon im ersten Teil das Ende der DDR gezeigt wird ist eigentlich nicht sehr schlau von den Machern der Serie gewesen denn viele würden an dieser Stelle dann die Serie abbrechen.

Zum Schluss kommt ja noch die Sache mit der Stasi die angebliche Geheimpolizei also geheim war da gar nichts, weil jeder kannte sie sowohl unter offiziellen Namen als auch unter dem volkstypischen Namen Stasi.
So gab es auch durch die Stasi bei der Bevölkerung regelmäßig Besuche und Befragungen. Bei uns zu Hause war die Stasi zweimal und hat nach diversen Gewohnheiten gefragt wie z.b ob man westfernsehen guckt was guckt man da etc man musste da keine Angst haben wenn man angibt dass man West Fernsehen guckte, ich mache jede Wette die Beamten haben sich am Abend das Lachen nicht mehr verkneifen können wenn es tatsächlich einige Leute gab die sogar den Fernseher versteckten und die Antenne unterm Dach verschwiegen.

Weiter geht’s dann wenn ich Teil 2 gesehen habe.

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Teil 2 und 3

Eines auch wieder hier im vorab die Dissidenten zu DDR-Zeiten sind die Promis von heute und so erfahren wir heute eher wie es wohl in der DDR war aus der Sicht dieser Dissidenten und weniger aus der Sicht der normalen Bürger.

Ja die Stasi hat gespitzelt hat Leute angeheuert und vieles mehr allerdings nicht unbedingt weil die Lust da drauf hatten sondern weil sie teilweise begründete Vorfälle hatten. Kriminalität gab es natürlich auch in der DDR aber damit ist man nicht hausieren gegangen.
Der Umfang der Tiefenbespitzelung war überschaubar dafür aber die oberflächliche Bespitzelung die war massig so hatte man eher viel Material das kaum Klasse oder Qualität hatten. Einfache Beobachtungen. Was auch dazu führte dass die kleidungsstücke die es in der DDR gab relativ begrenzt waren denn alles was hergestellt wurde musste in einem Katalog für die stasil einsortierbar sein um so entsprechende personenbeschreibungen adäquat abbilden zu können.
Es gab eine Geschichte die man sich in der DDR erzählt hat ein Telefon konnte man nur dann bekommen wenn es bei der Stasi dafür auch einen tonbandgerät gab zum aufnehmen und Abhören.

Für diese Dissidenten gab es natürlich relativ häufiger Begegnungen mit der Stasi für den normalen Bürger war das eher nicht der Fall.
Ich selber erlebte die DDR ehr bürgerlich weniger darauf gerichtet dass es eine Stasi gab. Jeder wusste was erlaubt war und was nicht wer also mit der Stasi nicht in Berührung kam hatte in der DDR ein gutes Leben führen können.
Ich selbst hatte mit der Stasibeauftragten in unserer Schule nur ein einziges Mal Kontakt und das war als ich eine Liebesbeziehung zu einem Mädchen aufgeben musste weil es nicht erwünscht war. Das war auch für mich ein prägendes Ereignis.

Die Umwelt in der DDR ja tatsächlich die war kaputt das war nur eine industriewüste zumindestens dort wo auch entsprechenden großen kombinate standen wie bitterfeld buna Leuna Schwarze Pumpe und wie sie alle hießen.
Auf der anderen Seite hat man sich aber auch Gedanken gemacht so z.b die Stadt in der ich aufgewachsen bin Halle-Neustadt eine plattenbau Stadt die eigene stadtrecht bekommen hat wurde extra so gebaut dass sie nicht industrieabgase der großkombinade in dem Fall buna abbekommen hat. So gut wie jedes Kombinat hatte auch erholungsorte für Belegschaft und vor allen Dingen für die Kinder. Wo die Kinder dann ihre Ferien verbringen konnten bzw die Erwachsenen ihren FDGB Urlaub buchen konnten. Hier gab es aber wieder viel Ungleichheit die besten Plätze haben sich natürlich die großen Bosse genommen wir haben immer gesagt die Bonzen. Ein Begriff der tatsächlich mehr in sozialistischen Staaten geprägt war.
Einige dieser kombinate hatten sogar eigene kreuzfahrtschiffe. Da gab es etwa drei bis vier Stück. Diese Angebote wurden geschaffen und sowas wie eine Belohnung oder Auszeichnung für besonders engagierte sozialistische Bürger darzustellen.. Am Ende herrschte auch hier Ungleichheit .

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Erstmal vielen Dank für die große Mühe, die du dir machst und über die persönlichen Einblicke in die Situation dort. Was ich so über Familie und die Kirchenkontakte mitbekommen habe, war die Situation in der DDR sehr viel differnzierter, als unsere westdeutschen Vorurteile. Also so, wie du es beschreibst.

Pastoren hatten immer ein Telefon, weil es zu ihrem Dienst gehörte. Natürlich abgehört. Aber für die Seelsorge von Suizidalen und für Beerdigungen waren sie für das SED Regime brauchbar und bekamen deshalb Telefon. Zudem gab es auch bei Pastoren IMs.

Viele Pastorenkinder waren in ihrer beruflichen Karriere per se wegen ihrer Eltern eingeschränkt. Die Eltern erlaubten ihnen daher die Mitarbeit bei den Pionieren und die Jugendweihe, in der Hoffnung, dass die Kinder dann studieren durften. Weiß ich vom persönlichen Kontakt mit Pastoren aus der DDR.

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Das glaube ich dir. Ich kenne auch ziemlich viele Geschichten von Leuten, die in der DDR aufgewachsen sind.

Das wird in der Serie ganz gut gelöst, finde ich, weil ja Fritzis Mutter auch ein Gespräch mit der Stasi hatte, und nie aufgelöst wird, ob sie unterschrieben
hat oder nicht.

Vielleicht können sie ja noch mehr Folgen drehen mit parallelen Geschichten von anderen Leuten, wenn das Interesse daran groß genug ist.

Ich glaube, das musste man so machen, um man die Aufmerksamkeit von Kindern für historische Themen in den Medien zu bekommen. Die interviewten Erwachsenen waren hier einfach zu alt als dass sie sich damit identifizieren könnten.

Wieso „vielleicht“ ? Ist er oder ist er nicht?

In der Doku kommen auch Menschen zu Wort, die vielleicht in der DDR aufgewachsen sind, der Autor und Regiseur Ralf Kukula ist vielleicht in der DDR aufgewachsen.

Deswegen nochmal die Frage :

Warum sollte ich @anonymeNutzer mehr glauben als der Doku?

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nein. in Dresden

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Ironie?

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musst Du ja nicht.
dass er sich zu dem thema ein urteil zutraut, finde ich verständlich.
aber klar, sein urteil ist nicht zwangsläufig fundierter als das eines jeden anderen DDR Bürgers.

nee wieso ??? :innocent: