Das Patriarchat – eine uralte Geschichte, die unsere Gegenwart prägt

Du warst anscheinend noch nie bei einem Fußballspiel? (Ich übrigens auch nicht, außer Dorfliga)

Emotionen haben auch eine hässliche Seite. (Damit meine ich nicht die Mehrheit der Fußballfans)

Es gibt einige Eltern, die ihren Kids vom Spielfeldrand aus zurufen „Hau ihn weg!“. Aber zum Glück ist das die Minderheit.
Es gab aber auch schon Vorfälle, wo die Eltern sich dann nicht mehr beherrschen konnten und sich selbst auf dem Spielfeld geprügelt haben. Familienclans halt…

Das Gewalthilfegesetz wurde beschlossen. Wow! Und es tritt auch schon in 8 Jahren in Kraft. Doch so schnell!

Wenn es nicht so traurig wäre …

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Du hast sehr treffend verschiedene Fallbeispiele geschildert.

Klar muss sich auch unsere Gesellschaft diesbezüglich immer noch ein bisschen weiter entwickeln.

Da ich ja nun auch eine Frau bin, überlege ich mir natürlich, was die Frauen selbst dazu beitragen können.

Da fällt mir als Erstes das seltsame Traum-Männerbild auf, welches sich hartnäckig in offensichtlich immer noch vielen Frauenköpfen festgesetzt hat: Der Retter auf dem weißen Pferd oder der charmante Wünsche-von-den Augen-Ableser.

Warum nicht schon vor der Hochzeit dieses Bild mal hinterfragen und sich stattdesen für einen ganz normalen Mann entscheiden?

Warum nicht statt für Autos zu kämpfen, dafür kämpfen, dass es in der U-Bahn erlaubt sein soll, Bär-Spray mitführen zu dürfen, um keine Angst mehr haben zu müssen?

Liebe Biologin,

Ein bisschen ändern wird da eher nicht ausreichen. Leider, obwohl gerade überall das Thema an die Oberfläche schwappt. Endlich!

Ja, du hast vollkommen recht, auch wir Frauen müssen erheblich dazu beitragen, damit sich etwas ändert. Du würdest dich vielleicht wundern, wie viele Frauen nicht einmal erkennen, dass vieles zu ihren Ungunsten läuft oder die es sich sogar bequem darin eingerichtet haben und welche, die es sogar gutheißen, da sie dadurch selbst Vorteile genießen. Gibt es alles.

Dennoch - es kann nicht so bleiben.

Ein weiser Rat.

Ich fürchte, mit einem Bär-Spray allein wird es nicht getan sein. Ich kämpfe nicht für private Autos - ich versuche auf Missstände aufmerksam zu machen, bzw. auf Probleme oder auf Notwendigkeiten (Es gibt noch andere Aspekte, die ein Auto einfach notwendig machen können. Das ist aber ein anderes Thema.).

Wo ich Dir uneingeschränkt recht gebe ist, dass wir immer noch nicht genug tun, um solche Probleme effizient anzugehen - das eine ist dabei, Gesetze zu machen, die den Schutz von Fraune in einem möglichst hohen Maß gewährleistet - das ist aber nur der äußere Rahmen - und selbst der funktioniert - wie Du schön zeigst - schon nicht besonders gut.
Der andere Teil ist, das Thema auch z.B: in das Bildungsystem zu tragen - auch das kann man bis zu einem gewissen Grad über die juristishe Schiene alufen alssen - es geht aber auch darum, das als Aubildungsinhalt (egal, ob nun Schule oder allgemein überall dort, wo es etwas zu lernen gibt, miteinzubauen.
Da geht es nicht nur um Gesetze, Richtlinien und Vorgaben, sondern auch um Selbst-Refektion und ZIvilcourage (was wieder m bereits Teil der Bildung sein kann.
Ich hatte gestern z.B. eine „lustige“ Szene auf der Entbindungsstation, wo meine Tochter derzeit liegt. Ich war zufällig dabei, als es um eine der frühen Untersuchungen von Mutter und Kind ging - und es gab da einen kurzen Moment, wo die Hebamme das Kind übernahm, und es nach einem harmlosen Piks zu beruhigen veruschte - das hat im Prinzip alles gut geklappt (zweifelsohne sehr professionell) - aber sie tat das mit dem immer wiederkehrenden sonoren Satz, „ein Junge weint doch nicht - das tun nur Mädchen“ (mein erster Enkel ist ein Junge :slight_smile: - ich habe sie hinterher als Feedback darauf angesprochen, dass sie das ganz toll macht (er hat sich auch schnell wieder beruhigt) - aber es wäre vielleicht besser, nicht gleich mit Patriarchat anzufangen. Sich hat zwar nicht wirklich verstanden, was ich von ihr wollte - trotzdem bin ichd er Meinung, dass man so was unbedingt ansprechen muss, um so was möglichst früh möglichst effektiv zu verneinen.
Und natürlich ist das keine Katastrophe, sondern nur ein „unbedeutendes“ Detail - in den nächsten Jahren nd Jahrzehnten, in dem wir ihn begeiten dürfen, gibt es da viel größere Steine aus dem Weg zu räumen, um ein Abgleiten isn Patriarchat zu verhindern - trotzdem gilt heir eigentlich auch schon „null Toleranz“/ignorieren)

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Lieber @HarmsCar,

in deinen Punkten möchte ich dir uneingeschränkt zustimmen. Vor allem das Thema Bildung wird hier eine große Rolle spielen und womit man vermutlich einiges ändern könnte.

Dein Erlebnis auf der Entbindungsstation mag einzeln gesehen ziemlich unbedeutend wirken, aber wenn so ein Junge „das“ seine gesamte Kindheit hindurch hört und erlebt, sieht dies doch ganz anders aus.

Genau das ist das Problem…

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@Lilly Ja, es muss sich noch Manches ändern.
Und vielen Dank für deine umfangreichen Texte.
Ich habe aber das Gefühl, daß heutzutage das Eine oder Andere übertrieben wird.

  • Z.B. wenn eine Jette Nietzard in den sozialen Medien immer wieder ihren Männerhass zelebriert.
  • Wenn Männer in der grünen Partei diskriminiert werden und grüne Frauen mir sagen, daß das richtig ist, da Frauen Jahrtausende land diskriminiert wurden. Das ist das Konzept der Erbsünde. Ich werde bestraft, weil ein Vorfahr vor tausend Jahren sich falsch verhalten hat.
  • Ich bin auch gegen das Gendern, weil das die Sprache verkompliziert. Ich bin dafür die weibliche Endung „in“ abzuschaffen, die sprachlich eine neue Entwicklung ist. Soweit ich weiß ist das auch ein Ziel mancher Feministinnen in den USA.

Ich gender jetzt seit fast 10 Jahren und für mich hat es etwas mit Respekt gegenüber dem anderen Geschlecht zu tun und ist meine freie Entscheidung.
Es ist mir inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen.

Ich könnte natürlich auch jede Ansprache auf „in“ ändern und damit das männliche Geschlecht diskriminieren.

Allerdings ist es jedem Menschen selbst überlassen, ob er gendert oder nicht, ich sehe darin absolut keinen Zwang, und, wenn Du weiterhin ohne jeden Respekt kommunizieren möchtest, bitte schön.

Aber meiner Meinung nach kommt es immer noch darauf an, wo, wann und in welchem Zusammenhang man dies macht.
Im privaten Umfeld halte ich mich natürlich zurück und das mündliche Gendern finde ich auch sehr schwierig. :smiley:

Beim extremen Feminismus habe ich auch meine Grenzen, vor allem, wenn dieser soweit geht, dass die Männer tatsächlich diskriminiert werden, wie beispielsweise eine überspannte Frauenquote, sodass sogar Vorstände aufgelöst werden, obwohl eigentlich genügend männliche Kandidaten vorhanden sind, freie Listenplätze deshalb nicht besetzt werden etc.

Bei den Grünen gibt es sogar eine Regel im Bezug auf die Redeliste, dass die Männer bei den Frauen um Erlaubnis bitten müssen, wenn die Redeliste der Frauen abgearbeitet ist. Umgekehrt ist dies nicht der Fall.
Klingt irgendwie verrückt.

Extremer Feminismus ist auch ein großes Problem für die Selbstbestimmung der trans Frauen (anderes Thema).

Für mich steht da eher eine Gleichbehandlung und Gleichberechtigung aller Geschlechter im Vordergrund, ohne dass ein Geschlecht benachteiligt wird inkl. Männer und Frauen.

merkst Du eigentlich, was Du da so schreibst?

Ja, jeder Mensch kann es so halten, wie er möchte.

Aber:

Ich möchte nicht in der männlichen Form angesprochen werden.

Ich wäre demnach ein „Pensionär“.

Ist das wirklich zuviel verlangt?

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Ist das wirklich ein Argument? Die deutsche Sprache ist koompliziert - es gibt 3 Fälle (der, die, das) statt „the“ (im englischen), es gibt den Genitiv, den auch immer wenniger in ihrem daily Fundus parat haben - und nu kommt das Gendern zwar additiv noch dazu - aber das ist eine reien Frage der Gewohnheit - wie der Genitiv eben auch. Es wird alos nicht wirklich komplizierter - sondern „nur“ anders.
Was die Diskrimminierung angeht, so ist das gerade bei den Grünen in der Tat ein lustiges Phänomen - der Versuch, die mindestens ebenso wie die Frauen gesellscahftlich lange ZEit diskrimminierten Tresgender den Frauen gleichzustellen, und noch mehr Diskrimminierten mehr Präsenz und Gehör zu verschaffen, scheiterte am Veto der Frauen - nicht der Männer.

Das ist auch so ein etwas zweischneidiges Schwert - einerseits sehe ich das so wie Du - auf der anderen Seite dinde ich bei mir immer auch immer wieder auch Fragmente dieser sozialsierten Denkschematas, die kanz klas darauf hinweisen, dass das - leider - immer noch auch etwas mit mir zu tun hat - es ist also nicht nur der Erbsündenfall! Und meine (wie immer nicht repräsentativen) Beobachtungen in meinem Umfeld zeigen mir, dass viele anderen immer noch viel stärker im Patriachat verhaftet sind. Warum also nicht nach wie vor immer wieder auch darauf hinweisen und Gegenmaßnahmen ergreifen?

finde ich allerdings etwas arg übertrieben - ich erlebe hier keine(n), der/die „ohne jeden Respekt“ mit den anderen interagiert. (so gesehen ist diese Begrifflichkeit bereits ihrerseits respektlos :thinking:
Insbesondere vor dem Hintergrund, dass geschriebenes vor dem Abschicken noch einmal mit Ruhe und Distanz kritisch überdacht werden kann, so dass man bei jedem davon ausgehen kann, dass das, was man liest auch exakt das ist, was in der Intention des/der VerfasserIn lag.

wenn man die weibliche Form abschafft, gibt es logischerweise auch keine spezifisch männliche Form mehr. Wie im Englischen.
Das hat @Harno gemeint (nehme ich schwer an).
Bitte nachdenken, bevor Du solche Vorwürfe verteilst

Im Englischen gibt es nur „the“ als bestimmten Artikel. Im Deutschen gibt es „der“ und „die“. Welchen davon schaffen wir ab, um dieser Logik zu folgen?

Oder nehmen wir für alles „das“?

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Gerne, wenn du das willst. Vor kurzem habe ich ein Video gesehen, wo die Autorin wert darauf legt als Influencer angesprochen zu werden.
Das heißt in Zukunft muss man Frauen fragen, ob sie mit oder ohne „in“ angesprochen werden wollen. Wie schon mit den Pronomen.
Was nicht heißt, daß ich so eine Zukunft wünsche.

Nciht spekulieren - nachfragen :slight_smile:
Einer unserer größten Missverständnisquellen ist, das jenamd etwas äußert - und 2 Leser das ganz unterschiedlich interpretieren und antworten - statt erst mal nachzufragen, ob es so o der so gemeint ist - das gilt insbesondere dann, wenn man sich von der ursprünglichen Meldung „pers.“ angegriffen „fühlt“…

Es ist schwierig, bei englischen Worten ein „in“ anzuhängen, weil es dann ein „denglisches“ Wort wird.
Ich würde deshalb auch niemals „userin“ schreiben.

Genau. Im Englischen gibt es z.B. „doctor“ das geschlechtsneutral ist.
Allerdings gibt es „actor“ und „actress“. Und nun gibt es tatsächlich in den USA eine Bewegung von Frauen, die eben nicht als „actress“ angesprochen werden wollen. Und auch in Deutschland gibt es diese Frauen. Wenn auch momentan vermutlich eine kleine Minderheit.