DBV Proteste und Agrarwende

Die „Bauern“-Protest des Deutschen Bauern Verbandes, der zu großem Teil von CDU/CSU Funktionären unterwandert ist verdreht die Ursachen der Schwierigkeiten unserer Landwirt:innen. Jetzt versucht sogar die FDP die deutungshoheit über das Thema zu bekommen. Lindners Rede spricht vom „Ideoslogischer Bevormundung“ „mehr Freiheit“ und zu „hohen Umweltstandards“. Schuld sind plötzlich die Flächenstillegungen der EU. Dabei geht CDU und FDP in ihrer „Annerkennung für die Leitung der Bauern“ um Anerkennugn des Agrardiesels und eines möglichst großen Flächenbesitzes, eben NICHT um Leistungen.

Wir müssen klar machen das die Dumpingpreise für Lebensmittel, die eigentlich nur Verachtung vor der Landwirtschaft sprechen, von CDU und FDP gemacht sind und das sie keine Bestrebungen haben dies zu verändern.
Wir alle sollten hier aktiver werden. Die Grüne Woche steht an, die „Wir haben es Satt Demo“ da sollte Cem und die Grünen versuchen mit Konzepten aufzuwarten wie Landwirtschaft besser honoriert wird in unserer Gesellschaft. Vielleicht können wir hier Vorschläge diskutieren und vielleicht hat ja sogar jemand Kontakt zur AG oder ins Landwirtschaftsministerium.

1 „Gefällt mir“

Vielleicht sollte Herr Özdemir mal die „Großkopferten“ der 4 Handelsriesen einbestellen und eine „Chefansage“ machen, wie damals Frau Merkel bei der Autoindustrie.
Die Preise für Milch sind von 68 Cent auf 1,06 € gestiegen, der Bauer bekommt aber nach wie vor nur 30 Cent am Liter.
Durch die Pandemie hat jede Handelskette die Preise drastisch erhöht, entweder durch direkte Preiserhöhung oder downsizing.

Endlich begreifen die Bauern, dass Sternfahrten am Brandenburger Tor nichts bringen. Effektiver hingegen sind die Blockaden der Zentrallager der Handelsriesen.

Mehr Geld für die Bauern, aber nicht vom Staat.

Hier sollte auch eine freiwillige verpflichtende Preisbremse für die Handelsriesen auf den Tisch…
Pandemie vorbei, Energiekrise ist auch im Griff… aber billiger ist nichts geworden.

Im Gegenzug sollte der Staat sich zum Bürokratieabbau verpflichten.

Dann wird ein Schuh draus

Wie machen die das? Wobei die FDP die meiste Zeit noch nicht mal in der Bundesregierung war.

Das hört sich tatsächlich nach einer sehr guten Idee an. Edeka, Rewe, Schwarz-Gruppe, Aldi an den Tisch hohlen und dann auf der Landwirtschaftlichen Seite natürlich nicht nur den DBV sonder auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Bioland … . Es bleibt natürlich immer noch das Argument, das man in Supermärkten mit internationalen Agrarfirmen konkuriert. Allerdings verstehe ich das nicht ganz. Zumindes in der EU gilt das nur eingeschränkt. Auserdem sollten Ausländische Betriebe stärker von steigenden CO2 Preisen betroffen sein. Hier wäre es wichtig onch mal zu überlegen wie man da im eigenen Land „konkurenzfähig bleibt“ (damit meine ich nicht das wir sie über den Export schlagen sollen).

Ich teile auch deine Meinung das Bürokratieabbau wir nicht der FDP überlassen sollten (bei den Balkonkraftwerken und der PV haben wir Grüne das ja auch hinbekommen). das man z.B. bei der EU-Gülle Verordung für Kleinbäuerliche Betriebe Ausnahmen machen könnte.

Ich vermute zwar auch nicht, das man ganz ohne Agrarsubventionen auskommt. Aber Diesel zu subventionieren hat nichts mit Wertschätzung für geleistete Arbeit zu tun.

Die FDP schlägt auch jetzt vor man muss Wettbewerbsfähig bleiben mit Internationalen Agraranbietern, das geht bei Korn und Milch über den Preis. Die CDU, Gerade Frau Klöckner, hat lieber Werbefilme mit NESTLE gedreht, als sich um die Bezahlung kleinerer Betribe zu kümmern. Beide Parteien CDU und FDP verhindern transparente Lebensmittel Labels, die dem Konsumenten klar machen könnten woher der Preis kommt. CDU und FDP geht es anscheinend darum das was unsere Landwirte besonders machen könnte (Qualität und Ökologie) möglichst Intransparent zu machen, damit sich diejenigen die Umweltstandards und Klimastandards möglichst geringe schätzen in der Masse gut verstecken können. Wie hat es ein Schwäbischer CDU Politker mal formulierrt: „Was auf dem Feld eines Bauern passiert geht niemanden was an.“

Ich weiß nicht, was solche rechtswidrigen Blockaden bringen sollen. Wirkungsvoller wären Erzeugergenossenschaften, die eine Gegenmacht zu dem Einzelhandels-Oligopol wären und für höhere Erzeugerpreise sorgen könnten.

Es muss uns allerdings klar sein, dass sowohl faire Erzeugerpreise als auch Abbau der Subventionen die Lebensmittelpreise erhöhen würden.

1 „Gefällt mir“

Da hast du sehr recht. Und zur Zeit kommt es einem so vor als würden alle nur ans sich selbst denken. Bauern gegen Fischerei. Jezt kommt auch noch die Transportbranche dazu. Jeder will von Haushalt soviel wie möghlich (die Haushaltsknappheit wurde zwar von der CDU mithervorgerufen, aber das sieht keiner). Das dies immer auch dazuführt das andere nichts bekommen lässt sich gut ausblenden solange es nur gegenen die Regierung geht.
Es lässt sich leicht von der Bevölkgerung „Solidarität mit den Bauern“ bekonden, wenn man dann Eier für 20 cent kauft.

Es wäre wichtig diese Verstrickungen klarar zu machen. Aber Freunde machen wir uns damit vermutlich mal wieder weniger.

am Verlauf der Diskussion sehe ich, wie ein schwarzer Peter dem nächsten zugeschoben wird.
Fakt ist: Der Handel hat ohne Not die Preise während der Pandemie erhöht. Wer hier nicht zum runden Tischgespräch erscheint, würde ich mit einer massiven Überprüfung und Androhung von einer Übergewinnsteuer drohen (gleiches gilt für die Ölriesen).
Fakt ist auch, dass eine liberale Politik dem Treiben der Handelsriesen keinen Einhalt geboten hat, egal unter welcher Regierung.

Wenn der Handel die Margen für die Landwirte erhöht, dann braucht es eigentlich gar keine Subventionen. Wäre ich Schreiner und würde nur Schränke bauen, weil sie subventioniert würden, wäre ich schnell pleite.
Seit Jahrzehnten spielen die Handelsriesen ihre Macht aus und feilschen um jeden Zehntel Cent an der Tonne Weizen.

Ergo: Nicht die Subventionen erhöhen, sondern ganz abschaffen. Aber gleichzeitig dafür sorgen, dass die Margen der Bauern stimmen. Ist eigentlich Erwachsenenbildung… und die geht über den Geldbeutel. Das muss auch Aldi, Lidl und Co lernen, dass sie nicht ausserhalb des normalen Menschenverstandes agieren können.

Aber auch die Politik muss durch massiven Bürokratieabbau zur aktiven Entlastung beitragen. Wieviele Labels wollen wir noch schaffen, die nur noch mehr Bürokratie für den Landwirt bringen, aber einem Herrn Tönjes mit seiner Sklavenhaltung nur einen müden Pfurz entweichen lässt?

Markt reguliert sich normalerweise selbst. Aber in diesem Fall reden wir doch insgeheim schon lange von Kartell-Strukturen, ob nun im Supermarkt oder an der Tankstelle.

Auch wenn der Einzelhandel gegenüber den Bauern als Oligopol auftritt, an der Supermarktkasse herrscht Wettbewerb. Wie sonst könnten wir die niedrigsten Lebensmittelpreise in Westeuropa haben?

Die Welt ist kompliziert und die meisten Kausalketten sind nicht-linear.

den Schwarzen Peter weiterschieben sollte man vermeiden. Danke für die Kritik, das geschieht oft eher Unterbewust und reflexartig.

Dennoch scheint mir kalo’s Verweiss auf die Komplexitaet der situation gerechtfertig. Folgende beiden Punkte scheinen mir sehr verbunden.

Aber auch die Politik muss durch massiven Bürokratieabbau zur aktiven Entlastung beitragen. Wieviele Labels wollen wir noch schaffen, die nur noch mehr Bürokratie für den Landwirt bringen

Aber gleichzeitig dafür sorgen, dass die Margen der Bauern stimmen. Ist eigentlich Erwachsenenbildung

Eine Möglichkeit die Kaufentscheidungen der Verbraucher intelligenter und verantwortungsbewusster zu gestalten ist Transparenz, Information über Herkunft, Preisgestaltung (wer bekommt was in der Wertschöpfungskette) und Ökologische Standards. Das zur Zeit probateste Mittel sind Labels, aber ich verstehe die Kritik daran. Viele Funktionieren nicht, aber ohne Sie könnte es noch schlimmer sein. Sonst bleibt aber eben nur der Preis über den verglichen und ausgesucht wird.

Gerade diese Misschung:

Auch wenn der Einzelhandel gegenüber den Bauern als Oligopol auftritt, an der Supermarktkasse herrscht Wettbewerb. Wie sonst könnten wir die niedrigsten Lebensmittelpreise in Westeuropa haben?

Kompettetiver Einzelhandel, plus Oligopol gegenüber den Produzenten ist eine explosive Mischung. Diese hat sich aber in bald 60 Jahren CDU Agrarpolitik entwickelt. Selbst die eingeführten Hygiene Bestimmungen und die daraus resultierenden Monopolisierung der Schlachtindustrie trugen dazu bei. Immerhin haben die Grünen durch den Lockerung bei Hofschlachtung versucht da gegenzusteuern [1].

[1] Mobiles Schlachten: Cem Özdemir will mehr Hofschlachtungen | agrarheute.com

1 „Gefällt mir“

also wenn ich mir die Labels und den Inhalt meines Geldbeutels aus Zwiebelleder ansehe, dann kann ich nicht groß auswählen. Hier in der Gegend findet man nur Discounter auf der grünen Wiese, die Dörfer und Innenstädte sind leer und verfallen. Da wurde in den 90ern vieles in der Städteplanung und in den Gewerbeaufsichtsämtern, aber auch generell in der Wirtschaftspolitik falsch gemacht. Der Kannibalismus unter den Handelsriesen war schließlich eindeutig als der Versuch der Monopolisierung zu werten. Ein ausgeglichenes Gleichgewicht zwischen den Großen und den Kleinen gibt es nur noch in den Erinnerungen älterer Menschen.
Also zum Bio-Metzger zu gehen… ist nicht. Deswegen auf die Insel Usedom zu fahren, wo der Parkplatz mittlerweile teurer ist, als das Bio-Fleisch… kann sich hier kaum einer leisten. Ich denke, es fehlt der Blick der Entscheider, wie der Endkunde die Marktsituation erlebt.
Deshalb müssten die Großen gezwungen werden, etwas von ihrer Marge abzugeben. An die Bauern und an die Kunden. Auch mal Preise senken.
Immer nur nach Subventionen schreien, kann nicht Aufgabe des Staates sein, dies zu befriedigen. Etwa Neues in den Markt zu puschen, sehe ich ein. Solaranlagen, PV oder Strohhäuser…
Aber ansonsten sollte mal wirtschaftlich landwirtschaftlich gewirtschaftet werden

Kommt darauf an, in der SZ steht in einem anderen Kontext etwas anderes. Wenn die die Einfuhrzölle für Lebensmittel in die EU aufheben, würden Lebensmittel günstiger werden. Und die Bauern in südlichen Ländern hätten eine weitere Perspektive.
Damit würde auch ein Hindernis für Handelsabkommen wie mit Australien oder der Mercosur entfallen. Und diese Abkommen wären sehr wichtig um die Abhängigkeit von China zu reduzieren, für alle Seiten.

Natürlich müsste man dann die Subventionen damit unsere Bauern überleben können erhöhen - aber das würden die Freihandelsabkommen dem Artikel zufolge wieder einspielen.

Auch die haben inzwischen Bio-Ware. Die Qualität bei Aldi ist oft höher als bei unserem Edeka, vor allem bei Obst und Gemüse.

Aber immer noch keine Pfandflaschen.
Und Einkaufspreise, von denen kein Bauer leben kann.
Und miese Arbeitsbedingungen.

Ist aber hier Off-Topic - glaube ich.

1 „Gefällt mir“

Nein, der Einzelhandel ist auch mit ein Grund für die Probleme der Bauern.

Ich habe gehört, die Bezahlung bei Aldi ist eher besser als in Supermärkten. Die Arbeitsbedingungen kenne ich nicht.

Wegen der Arbeitsbedingungen - wenn man öfters hinkommt ist vielleicht die Personalfluktuation ein Indikator.
Wahrscheinlich hängt das aber vor allem an der Filialleitung und weniger an der Marke.

was definitiv falsch ist.
Passt genau zu meinem kürzlichen Post

Falsch, die CDU hat einen Missstand (Trickserei im Haushalt) angezeigt und das Gericht hat bewertet und entsprechend entschieden. Die Haushaltsknappheit war schon vorher da, sollte aber durch Trickserei verschleiert werden.

Falsch: Die Preise haben erst seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine massiv angezogen. Und niemand kann dies als völlig unbegründet bezeichnen.

Also bitte hier nicht mit Parolen herumwerfen die falsch sind.

Lindner wollte unbedingt die Schuldenbremse einhalten und keine neue Notlage feststellen. Deswegen, und weil vor über 10 Jahre das Parlament diese dumme Idee beschlossen hat, war die „Trickserei“ überhaupt erst notwendig geworden.

Ohne sie wäre vermutlich keine Koalitionsvertrag mit der FDP, die sich strikt gegen Steuererhöhungen gewehrt hat, möglich gewesen.

ich beziehe mich mit dem Vorwurf, nichts sei billiger geworden, nicht auf Statistiken, sondern auf meine tägliche Einkaufserfahrung. Strom stieg von 53 € auf 93 € im Monat, Wasser von 3,80 € auf fast 5 €/m³. Internetanbieter hat auch angezogen, ebenso der Website-Host. Das waren nur die Basics…
Rechne ich Lebensmittel, Hundefutter und Benzinpreise dazu, so sehe ich real weniger Geld in meinem Geldbeutel.
Und was hat das mit dem Einmarsch Russlands zu tun? Der Gaspreis ist durch die künstliche Verknappung gestiegen, weil die Bundesnetzagentur und andere die Gasspeicher russischen Unternehmen überlassen haben, die Wunder Hollunder plötzlich leer waren.
Das sind keine Parolen, dagegen verwehre ich mich vehement.

Statistiken traue ich nicht. Ein Beispiel: wie der Bedarf eines Bürgergeldempfängers in einem statistischen Warenkorb zusammen gerechnet wurde (damals von Peter Hartz, einem mittlerweile rechtskräftig Verurteilten), lässt einem die Haare zu Berge stehen. Wie viel für Essen, Kleidung usw bleibt, reicht weder zur Teilhabe am sozio-kulturellen Leben (Kino oder Konzert ist da unmöglich) noch für Neuanschaffungen energiesparender Geräte.
Als ehemaliger Alleinerziehender mit 3 Kindern wurde ich oft auf die Tafel verwiesen. Ein Armutszeugnis für den Sozialstaat, wenn auf Almosen verwiesen wird, die die Geschäfte dann von der Steuer abschreiben.
Ich kann und will mich nicht beschweren oder eine Neiddebatte auslösen. Mir geht es gut, ich habe mich mit allem arrangiert. Meine Töchter haben alle ihr Abi gemacht und einen guten Beruf erlernt.
Jetzt muss ich halt klar kommen im Alter, aber man braucht im Alter eh weniger.

Falsch, die CDU hat einen Missstand (Trickserei im Haushalt) angezeigt und das Gericht hat bewertet und entsprechend entschieden. Die Haushaltsknappheit war schon vorher da, sollte aber durch Trickserei verschleiert werden.

Vielleicht sollte man bei der Bewertung „Trickserei“ aber dazu sagen das die Grünen (sowie FFF usw) für ein Sondervermögen waren. Es Als „Trickserei“ könnte man vielleicht verstehen, das die FDP (und die Union) statt dessen nur diese Umwidmung der Corona Gelder mittrug, und das dan scheitern ließen. Das Budneswehrsondervermögen wurde natürlich von der Union mitgetragen.

Interessanter weise hat der Verfassungsrichter CDU-Müller das ganze nicht als Tricksrei bezeichnet sondern als durchaus normale herrangehensweise in einer kriesengetriebenen Politik. Er meinte das Verfassungsgereicht hat etwas mehr Zeit solche Vorgänge zu beleuchten. Dem gegenüber steht ein teurer Verwaltungsstab im Finanzministerium, der das entweder nicht sah oder dem Minister war es egal. Auffalend ist schon das viele Ministerialbeamte anscheinend ihre juristischen Aufgaben plötzlich mit Antritt dieser Regierung nicht mehr leisten können. Ob das an der 60 Jahre CDU-parteibuch basierten Einstellungspolitik der Ministerien liegt ist mir nicht klar. Die Mitarbeiter des Wirtschaftsministerium sieht man auf jedenfall immer bei CDU Wahlveranstaltungen im Prenzlauer Berg.

Die in dem Urteil auch enthaltenen konkretisierung der Begründung für das Aussetzen der Schuldenbremse wurde unter Merkel z.B. auch nicht gleistet. Da haben aber aus Verantwortungsbewustsein vor der Kriesensituation wir Grünen z.B. nicht geklagt.

Man kann sich hier nur auf den juristischen Standpunkt stellen, klar. Wo kein Kläger ist aber auch kein Richter und man kann sich sehr wohl überlegen ob die übrigen Corona Gelder in dieser aktuellen Kriesensituation nicht gut investiert werden könnten. Der Union war die Destabilisierung der Regierung m.E. wichtiger als die Entlastung der Bürger oder das modernisieren unserer Wirtschaft.

2 „Gefällt mir“