DBV Proteste und Agrarwende

Wieder eine starke Aussge. Der Einmarsch Russlands war im Februar 2022. Das erklährt nicht Inflationsrate von 3.1 % aus dem Jahr 2021 (die höchste seit 1994). Vielleicht habt ihr ja sogar beide Recht, Corona UND der Ukraine Krieg führen zu Mehrbelastung der Konsumenten. Auch der Klimawandel, Ernteausfälle und CO2 Bepreisung sollten eine Auswirkung haben.

Wenn wir wieder zum Thema zurück kehren wollen sollten wir vielleicht mehr über die klimabedingte Ernteausfälle, die zunehmende Notwendigkeit zur Bewässrung usw reden. Eine gute Agrarpolitik sollte doch dafür Konzepte entwickeln. Und ein „ich stelle noch paar Dieselpumpen auf um an mehr Brunnenwasser zu kommen“ wie es in der Pfalz gerne gemacht wird ist auf Dauer vielleicht nicht Nachhaltig.

Was mich tatsächlich auch interessieren würde ist, ob es hier im Forum überhaupt Kontakt zu Grünen Entscheidungsträgern in Sachen Agrarpolitik gibt? Ich selbst mit Streuobstwiesen im Nebenerwerb, bin auf der ökonomischen Seite eines Vollerwerbsbetriebes wenig informiert. Jürgen Herrle vom LV BY ist m.E. ein sehr kompetenter Diskussionsbeitragender. Falls jemand Kontakt hat. An die BAG Landwirtschaft kommt man nicht so ran.

Es waren nur Kreditermächtigungen, und die waren Zweckgebunden.

Wenn man für etwas anderes Kredite aufnehmen will/muss, kann man das ja machen. Nur eben im Rahmen der Gesetze und unter den korrekten Titeln.
Hauskredit für Autokauf nutzen geht ja auch nicht.

Das ist immer ein Problem, egal in welche Richtung eine Regierung wechselt.
Bis man in den Ministerien einen Richtungswechsel hin bekommt dauert.
Z.B. Verkehrsministerium, KBA, etc. Selbst wenn Wissing wollte, müsste er sich erst mal gegen 20 Jahre CSU Klüngel und Auto Lobby im Ministerium durchsetzen.

Und weil Putin die Gaslieferungen gestoppt hat, noch bevor NS1 gesprengt wurde. Schon vergessen?

Oder Lindner hielt Steuererhöhung bzw. erneutes Aussetzen der Schuldenbremse für noch schlimmer. Lieber etwas pokern.

Das sehe ich auch so. Das Schlimme: es hat super funktioniert.

Natürlich geht das.Das Haus muss nur im Eigentum des Kreditnehmers sein. Ob er es mit dem Kredit kauft, oder mit seinem Ersparten und den Kredit für ein Auto verwendet, ist der Bank egal. Der Bank geht es nur um die Sicherheit.

die Gasspeicher waren lange vor dem Lieferstopp leer und vor dem Angriff im Februar

Ja, weil Putin immer weniger geliefert hatte. Ein defekte Pumpe war der angebliche Grund, dann war sie zwar repariert, konnte aber wegen fehlender Lieferpapiere nicht nach Russland reisen. Du errinnerst dich?

Der durchschnittliche Füllstand betrug Anfang September 2021 knapp 60 Prozent, während ein Jahr zuvor noch ein Füllstand von 93 Prozent angegeben wurde, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Im Februar 2022 waren die Erdgas-Speicherkapazitäten in Deutschland noch zu knapp 31 Prozent gefüllt

  1. Februar 2022, 16:33 Uhr
    Quelle: Energie: Land hat keinen Überblick über Gasspeicher-Füllstände | ZEIT ONLINE

Focus schreibt dazu am Donnerstag, 21.07.2022, 06:44 :

Schon Mitte Juni verringerte Russland den Gas-Durchlauf an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1. Statt rund 150 Millionen Kubikmetern kamen nur noch rund 100 Millionen Kubikmeter in Mecklenburg-Vorpommern an. Nach der turnusmäßigen zehntägigen Wartung sollen es ab Donnerstag sogar nur noch 30 Millionen Kubikmeter sein. Russland begründet das mit einer kaputten Gasturbine, die im Ausland repariert werden muss und wegen der Sanktionen nicht mehr zurückgeliefert wird. Zudem müssten in einigen Wochen weitere Gasturbinen wegen Wartungen vom Netz genommen werden.

Finde den Fehler… Gasspeicher zuerst leer, dann Einmarsch Ukraine, dann Pumpe kaputt, danach Pipeline kaputt…

Ja ich erinnere mich

Der Fehler ist leicht zu finden. Die Leerung der Gasspeicher in der BRD, die Putin gehörten, war Teil der Vorbereitung auf den Ukraine-Überfall. Das war ja keine Spontan-Entscheidung im Februar 2022.

Der Vergleich hinkt.
Wenn du einen Kredit für ein Haus aufnimmst, davon aber dann etwas anderes kaufen willst (und dann das Haus eben nicht hast), hast du eben dieses Haus nicht als Sicherheit. Das macht die Bank nicht mit.
Etwas anderes ist es, wenn du eine bestehende (dir gehörende) Immobilie als Sicherheit für einen Kredit verwendest.

Den Einwand habe ich erwartet, deswegen habe ich doch, extra für Dich, geschrieben.

Robert kommt ja nun mit einem wichtigen Vorstoß nämllich die Wertschöpfungskette zu optimieren und dadurch die Situation der Landwirtschaft zu verbessern. Einzelheiten liegen nicht vor. Weisß jemand mehr? Wie könnte dies geschehen.

Eine Möglichkeit wäre bei der Direktvermarktung die Umsatzsteuer zu befreit, oder einen Steuerfreibetrag auf diese Erlöse einzuführen. Das würde für Importprodukte im Großhandel nicht greifen und somit die regionale Produktion etwas fördern. Gibt es Jurist:innen im Forum die einschätzen können ob so etwas überhaupt geht?

Ist halt wieder so eine Verlautbarung um zu versuchen die Leute zu beruhigen.
Ist in einer freien Wirtschaft, wie wir sie haben, eine Sache von Angebot und Nachfrage. Dabei sollte es auch bleiben. Wenn der Staat da mitmischt, kommt selten was besseres dabei raus.
Und Steuererleichterungen führen auch wieder dazu, das wieder Geld beim Staat fehlt. Dann könnte man genauso gut die Agrardiesel Befreiung weiter machen.

Ich weiß auch nicht mehr, aber das Problem ist aus meiner Sicht, dass vielen Tausend Bauern eine kleine Zahl von Abnehmern (Großhandel, Molkereien, Discounter) gegenüber steht und damit eine faire Preisgestaltung nicht möglich ist.

Eine Lösung wären Erzeuger-Gensossenschaften, die dann mit einer größeren Verhandlungsmacht die Preise beeinflussen könnten. Warum der Bauernverband da nicht mehr tut, weiß ich nicht.

Das Ergebnis wären aber höhere Preise im Laden → höhere Lebenshaltungskosten → höheres Existenzminimum → höheres Bürgergeld.

so eine Vermarktung privater Produkte wurde schon einmal von meinem Arbeitgeber versucht. Ist in die Hose gegangen, weil für Abnehmer die Menge zu gering und die Qualität zu unterschiedlich war…

Ich finde es etwas traurig hier zu unterstellen das es sich seitens Roberts um eine reine Beruhigungspille handelt. Genau das unterstellen ja auch die Konservativen Medien. Transparentere Wertschöpfungsketten sind nun schon seit Dekaden ein Anliegen der grünen Politik nicht nur von Robert. Und NEIN es geht hier nicht um Planwirtschaft a la Frau Wagenknecht.

Ich habe a gerade versucht ein Möglichkeit zu nennen die Ordnungspolitischen Ramenbedinungen durch andere Besteuerung zu verändern. Das ist etwas was auch die Großen Marktbeschwörher der FDP immer und ständig für Ihre Lobbygruppen tun. Einen Markt ganz ohne Ordnungspolitischen Ramen gab es noch niemals. Z.B. durch die Dieselsubvention wird sich da also sowieso eingemischt (in dem Fall zu gunsten von Großbetrieben mit riesigem Maschienenpark).

Meine These aus Ökologischer Sicht ist das es in keinster Weise egal ist ob man Agrardiesel steuerfrei macht oder Direktvermarktung. Mit dem unbesteuerten Agrardiesel behindern wir die Entwicklung von eTraktoren und generell von Landwirtschaftlichen Unternehmen die ihren Dieselverbrauch optimieren. Hälst du das wirklcih für genauso gut?

Für alternativ Vorschläge wäre ich sehr offen.

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Lieber Bernd,

ich finde es dennoch Klasse dies zu probieren, aber es ist sehr schwierig im bequemen Lebenmittelsektor neue Wege zu gehen. Es gibt einige Beispiele in denen Direktvermarktung funktioniert. Oft sind das ziemlich große Betriebe, wie Brodowin und es funktioniert auch leichter wenn man Absatzmärkte wie Metropolen in der nähe hat.

Ich würde die Option Direktvermarktung nicht pauschal als nicht funktionierend beurteilen. Aber man nie ganz um den Einzelhandel rumkommen, daher ist es schon nötig hier auch zu überlegen wie die Preise besser gestaltet werden können. In der Theorie müsste man eben auch die Gewinnmargen der Discounter etwas unter die Lupe nehmen @Kalo.

Es bräuchte natürlich große Erzeugergenossenschaften.

Wozu?

Ich denke der Wettbewerb zwischen Konsumenten und Supermärkten/Discountern funktioniert ganz gut. Immerhin haben wir im uropäischen Vergleich niedrige Preise.

Aber wenn du es unbedingt wissen willst und bereit bist, dafür zu zahlen:
https://www.ibisworld.com/de/branchenreporte/supermaerkte-discounter/312/

Danke für den interessanten Link!!

Aber was heist das jetzt im Fazit? Das obwohl sich die Landwirte über die niedrigen Preise beschweren (20 cent Ei, …) hat der Markt das eigentlich ganz gut eingeregelt und es gibt nix zu tum? Du hast sehr recht das es auf er Verbraucherseite gut funktoniert. Und auf der Erzeugerseite sind Genossenschaften sicher eine Möglichkeit.

Dennoch zeit ja der Agrardiesel (und die EU Subventionen) das Agrarbetriebe nicht ohne solche staatlichen Zuwendungen existieren könnten, oder?. Die Dieselsubvention zahlen leider eben auch alle, auch die die bei betrieben kaufen die wenig Diesel verbrauchen oder sich aus dem eigenen Balkon/Garten ernähren.

Ja, bei dem herrschenden Preisgefüge in der EU ist das wohl so. Man könnte theoretisch in der EU auch alle Subventionen herunterfahren, dann würde sich aber ein deutlich höheres Preisniveau für die Konsumenten einstellen.

Letztendlich sind die Subventionen nichts anderes als eine staatliche Subventionierung der Endverbraucherpreise. Das hilft denjenigen am meisten, die einen relativ hohen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben.