Demographie bedingte Anpassung der Sozialbeiträge

Gleich vorab da ich ja so etwas vorgeschlagen habe falls wir hier im Forum jemals Initiativen erarbeiten wollen würde ich ein solches Thema einbringen.

So würde ich vorschlagen:

Die Beiträge für die Sozialversicherungen sollen Demographie bedingt angepasst werden

Begründungen bzw Lösungsvorschläge:

Krankenversicherung/Pflegeversicherung:

Die Beiträge der Kranken- und Pflegeversicherung sollen wieder zusammengefasst werden und der Zusatzbeitrag der Krankenversicherung abgeschafft werden.

Warum?

Die einzelne Erhebung von Kranken- und Pflegeversicherung verursacht Mehrkosten in der Verwaltung diese können wir uns komplett einsparen schon alleine weil die Beiträge für die Pflegeversicherung sowieso nicht reichen und die Krankenkasse hier seit Jahren quasi seit Anbeginn der Existenz der Pflegeversicherung mehrere Milliarden zu steuern muss.
Der Zusatzbeitrag muss gestrichen werden dies verursacht zwar die Aufgabe einiger Krankenkassen was aber gewollt ist denn wir brauchen in Deutschland keine 300 und mehr Krankenkassen. Im Grunde brauchen wir keine einzige Krankenkasse sondern nur eine Behörde die eingenommenen Beiträge verwaltet und dafür sorgt dass unser Gesundheitssystem funktioniert verweisen würde ich hier auf das schwedische Modell.
Die Standards im schwedischen Gesundheitssystem entsprechen dem des deutschen werden aber aus den Kommunalsteuern (Teil der Einkommensteuer) von etwa 30% mitfinanziert.

Rentenversicherung

Die Beiträge für die Rentenversicherung müssen angehoben werden und staatlich gefördert werden.

Warum?

Der demografische Wandel bedingt eine Anpassung, wir sehen z.B in Österreich dass man sich dort dafür entschieden hat die Beiträge anzuheben um die Rente stabil zu halten in Deutschland hat man dies versäumt oder sich ganz konkret dagegen entschieden, was dazu führt dass heute die Hälfte aller Rentner, zukünftig noch etwas mehr, von ihrer Rente nicht leben können und müssen Grundsicherung bzw Wohngeld beantragen.
So soll also der Beitrag moderat angehoben werden und zusätzlich sollen die Förderungen wie man sie bei der Riester- oder Betriebsrente kennt direkt in die Rente einfließen.

Arbeitslosenversicherung

Die Beiträge der Arbeitslosenversicherung müssen um mindestens ein Viertel angehoben werden.

Warum?

Aktuell, wer nicht mindestens 3000 € brutto verdient bekommt keine volle Arbeitslosenversicherung zusammen und muss bei Arbeitslosigkeit zusätzlich noch Wohngeld oder Bürgergeld beantragen dies macht das Konstrukt Arbeitslosengeld widersinnig


Ich möchte versuchen in der nächsten Zeit diese Punkte noch weiter zu erarbeiten wenn ihr Vorschläge habt würde ich sie gerne hören ich könnte mir vorstellen dass die Moderation diesen Beitrag als Wiki umstellt

Weitere zu bedenkende Punkte…
-Abschaffung Beitragsbemessungsgrenze
-Zusammenführung aller Krankenkassen
-Alle zu Versichernde zahlen in ein System ein inklusive Beamte, Architekten, privat Versicherte etc.

was bedeutet das („keine volle ALO-Versicherung“) und woraus ergibt sich das?

Wenn das Arbeitslosengeld was man bekommt so gering ist dass man mit z.B Wohngeld aufstocken muss dann ist das einfach zu wenig.

Ich bin gerade selbst in dieser Situation habe eigentlich vorher sehr gut verdient für ostdeutsche Verhältnisse wohlgemerkt doch mein Arbeitslosengeld reicht einfach nicht aus so musste ich Wohngeld noch beantragen.
Ich habe mal nachgerechnet hätte ich 3000 € plus gehabt hätte ich keinen Anspruch mehr auf Wohngeld gehabt.

Du hast weniger als 3000 verdient und willst die Beiträge zur ALO-Versicherung um 25% anheben? Nur damit Du nicht gesondert Wohngeld beantragen musst?
Bist Du sicher?

Ja das bin ich denn die 8 € Unterschied bei der Einzahlung die kommen nicht so ganz auf die Waage aber was rauskommt das muss ein Unterschied machen

Die Rentenversicherung ist doch jetzt schon für jüngere mit nicht allzu hohem Einkommen sehr teuer geworden. Willst du die jetzt noch weiter verteuern? Leuchtet mir nicht ein..

Unser Rentensystem ist ineffizient. Es bräuchte gar nicht so extrem viel Geld. Das hat damit zu tun dass vieles was eigentlich der Rentenkasse zusteht sonstwie ausgegeben wird.. Wieso gibt es das Privilegium der Pensionäre? Warum werden die Pensionskassen nicht mit der Rentenkasse zusammengeführt und die Pensionen abgeschafft? Dann fließt viel Zusätzliches Geld für alle in die Rentenkasse. Die Pensionen sind ohnehin für heutige Verhältnisse meist viel zu hoch.

Wir brauchen eine Steuerfinazierte Standard- Rente ggf. eine Staatliche Aktienrente! Mit unserem heutigen Statistischen Gesellschafts- Altersschnitt funktioniert kein Generationensystem mehr.

Es geht gar nicht mehr anders als dass die meisten Menschen nur noch eine Art Einheitsrente mit einem gewissem Maximalbonus für die geleisteten Beiträge und Rentenjahre..

Das heißt die Renten vieler Menschen müssten ähnlich sein auch wenn die relativ deutlich unterschiedlich verdient haben.. und zwar so dass es zum Leben reicht! Dazu gehört die Rentensteuer angeschafft, die ist ungerecht. Wer Rentenbeiträge geleistet hat auch zur allgeimeinheit Beigetragen.. das ist daher quasi Doppelbesteuerung.

So kommt mehr Nettorente zustande…

Zusätzlich muss Steuerfinanziert eine Mindesrente für arme Menschen eingeführt werden. Und zwar so, dass Geringverdiener kein Wohngeld brauchen..

Wer gearbeitet hat soll nicht von Sozialleistungen leben müssen. das ist äußerst ungerecht.

Zusammenführugn aller Krankenkassen: Guter Schritt, große Zustimmung.. die über 300 Kassen die eh staatlich sind braucht keiner..

Auch Privat versicherte müssten eine Beitragspflicht haben.. richtig.. Private Renten sollten NUR als Zusatzrente für Leute denen die Staatliche Maximalrente zu wenig ist geben..

Also NICHT als kompletter Ersatz für die Staatliche Rente! Denn dies verhindert das Gutverdiener und Reiche überhaupt einzahlen.

Beitragsbemessungsgrenze abschaffen ist eine weitee gute Idee. Auch für die Krankenversicherung.. Reiche sollten auch dort einzahlen.

**Private Krankenversicherung dürfte es eigentlich auch nur als reine Zusatzversicherung geben.

Eine Personengruppe werden bei den Renten immer sehr gerne vergessen.

Schwer Kranke Menschen die von Kind an sehr Krank waren oder zumindest nur sehr wenig einzahlen konnten wegen den Folgen einer Behinderung.
(heißt also Schwerbehinderung ist mit GdB 100 Prozent seit mehr als 10 Jahren anerkannt und keine Arbeit finden oder zu Krank zum arbeiten sind.)

Es ist nicht in Ordnung wenn diese Menschen ewig Sozialgeld zur viel zu niedrigen Erwerbsminderungsrente brauchen.. Man ist nicht freiwillig schwer krank.

Diese Menschen sollten trotzden anständig leben können weil die unfreiwillig nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen können..

Außerdem brauchen diese Betroffenen sowieso mehr Geld wegen höherer Kosten aufgrund der Gesundheit. (spezielle Ernährung, Zubehör für Hilfsmittel, Behindertenwohnung usw..)

De Facto werden diese Menschen derzeit in die Sozialhilfe und Bürgergeld gezwungen wor diese eigentlich nicht sinnvoll hingehören..

Also wie „Arbeitsfaule“ behandelt..

Wir dürfen die beiden Themen Demografie und Arbeitsmarktpolitik nicht durcheinanderbringen.

Das eine ist die Überalterung der Gesellschaft - hier führt der Generationenvertrag zwangsläufig dazu das immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren müssen - die Frage ist nun, ob das ein Grund wäre, den Generationenvertrag entweder zu ergänzen oder gar zu ersetzen durch eine persönliche Komponente im Sinne von Eigenkapital, das in Renten-/oder Aktienfonds zu investieren sind - das hilft nur nicht bei denjenigen, die keinerlei zusätzliche Belastung mehr leisten können - die andere Frage ist die nach der Arbeitsmarktpolitik - ich weiß nicht, ob je juristisch geklärt wurde, ob eine angebotene Arbeitsstelle deswegen nicht zumutbar ist, weil sie wegen zu geringer Verdinestmöglichkeit fast zwangsläufig in die Altersarmut führt - es wäre dann nur eine Verlagerung der Kosten - ein so in Arbeit gebrachter ehemaliger Arbeitsloser liegt dann zwar nicht mehr aktuell der Gesellschaft auf der Tasche - allerdings dann 30 Jahre nach Eintritt in die Rente, die steuerfinanziert aufgestockt werden muss.

Wäre mal eine interessante Fragestellung an das Bundesarbeitsgericht - oder aus Sicht der Steuerzahler auch an das Bundesverfassungsgericht.

Problem ist hier wieder mal, dass die Berücksichtigung von Langzeitentwicklungen bei einer auf 4 Jahre gewählten Regierung immer schwierig ist…

1 „Gefällt mir“

Dein Vorschlag nach der Langszeitprognose hinsichtlich Altersarmut Risiko für Leute die keinen Job bekommen und Aufstocken müssen und daher in zukunft auch Sozialrenten bekommen müssen ist interessant… Das sollte eigentlich Hinsichtlich der Zumutbarkeit eines Angebotes berücksichtigt werden.

Warum eigentlich nicht? Dumpinglohn ist ein legitimer Grund eine bestimmte Arbeit nicht machen zu wollen…

Aber mit Eigenkapital Rente aufstocken erfordert dass man nennenswert Sparen kann ohne das Mittel für normale Größere Aufwendugnen fehlen die nicht vermeidbar sind… (Renovierungen, Heizung, Auto für Dorfbewohner, Gesundheitskostenzuschläge )

Wer sich das nicht leisten kann, ist nicht in der Lage eine Privatrente Aufzubauen.

Anders herum gefragt kann man auch die Frage stellen warum der Mindestlohn trotz schnell gestiegener Preise immer noch so niedrig ist.

Die Frage gehört zwar nicht direkt in dieses Thema, aber die Rentenfrage hängt von diesem und einigen Anderen Faktoren ab. Man kann diese Frage daher nur bedingt von diesem Thema trennen, hier greifen viele Dinge ineinander.

Das schlechte Bedingungen im Arbeitsleben zu Armutsrenten führt ist ja bereits ein bekannter zusammenhang.

Was soll den ein Dumpinglohn sein? Durch den Mindeslohn gibt es ja eine untere Grenze für die Arbeit offensichtich zumitbar ist.

Die Rentenversicherung muß sicher mal grundsätzlich reformiert werden. Einmal haben wir ja die demoskopische Entwicklung, zweitens gibt es durch den digitalenn Fortschritt immer mehr Möglichkeiten. Überleben weden die Unternehmen, die mit immer weniger Menschen mehr produzieren bzw. leisten. also menschliche ( teuere) Arbeitskraft einsparen. Dem kommt dann zwar die demoskopische Entwicklung zugute, weil es nicht zu großer Arbeitslosigkeit führt, anderseits werden dadurch noch weniger Sozialleistungen gezahlt, wenn man an den bisherigen Systemen festhält.
Logisch wäre. dass man die Sozialleistungen an die Produktivität knüpft, das müsste aber zumindest europaweit passieren, weil sonst die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wieder gefährdet würden.

Das ist richtig - die Frage ist, ob die derzeitige Kalkulation des Mindestlohns die Auswirkungen auf die Rente inkludierte - aber das ist zugegeben (zumindest von meiner Seite) spekulativ!

Nur dann, wenn nicht das Rentenalter im gleichen Maß immer wieder angehoben wird. Ich sage nicht, dass ich das will, aber rein rechnerisch ist das natürlich auch eine Lösung. Aber über Flexibilisierung sollte man nachdenken. Es gibt auch ältere Menschen, die gerne noch etwas länger arbeiten. Ich kenne Selbstständige, die noch mit 80 arbeiten, weil es ihnen Spaß macht, ihrem Leben Sinn gibt und sie fit hält - als Arbeitnehmer geht das nicht - warum?

2 „Gefällt mir“

Grundsätzlich kann man schon über das gesetzlichen Rentenalter hinaus arbeiten, nur sehen viele Arbeitsverträge eine Ende mit Eintritt des Rentenalters vor. Man muß auch sagen, dass wir ja schon bei 67 Jahren als gesetzliches Renteneintrittsalter sind ( wirkt erst ab Jahrgang 64 voll, vorher Staffelung). Dennoch ist eine bessere Flexibilisierung auch arbeitsrechtlich sicher nötig, doch das wird nicht ausreichen.
Deshalb muß entweder ergänzt werden oder aber ein neues System entwickelt werden.

Nur bedingt denn der Mindestlohn greift nicht auf alle Mitglieder der Gesellschaft. Langzeitarbeitslose, Lernenschwierige (sorry der richtige Begriff fällt mir gerade nicht ein) und Lernbehinderte z.B haben diesen Mindestlohn nicht.