Demokratie = Herrschaft des Volkes? Da gibt es wohl einen größeren Implementierungsfehler!

Wenn ich mir diese Umfrage in 18 der G20 Staaten ansieht, muss ich mich ernsthaft fragen, was unsere aktuelle Implementierung der Demokratie noch mit δημοκρατία zu tun hat.

Ipsos hatte in 18 der G20-Staaten insgesamt 22.000 Menschen zwischen 18 und 55 bis 75 Jahren im März und April 2024 repräsentativ hinsichtlich Alter, Geschlecht, Region und Erwerbsstatus befragt.

Mehr als zwei Drittel der Menschen in 18 der größten Volkswirtschaften der Welt (71 Prozent) sehen einer Umfrage zufolge sofortigen Handlungsbedarf für den Schutz des Planeten.

62 Prozent aller Befragten sind zudem der Meinung, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Landes an der Gesundheit und dem Wohlbefinden seiner Bürger gemessen werden sollte und nicht daran, wie schnell die Wirtschaft wächst.

Aus der Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos im Auftrag der Initiative Earth4All und der Global Commons Alliance in G20-Staaten geht auch hervor, dass 68 Prozent der Befragten eine Vermögenssteuer für Reiche befürworten, 69 Prozent sind für höhere Steuersätze für Großunternehmen.

In Deutschland sind demnach 68 Prozent für eine Vermögenssteuer
Das ist eine zwei Drittel Mehrheit. Ich sehe nicht wie das auch nur annähernd in unserem Parlament abgebildet ist.

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Ich bin zwar keine professioneller Programmierer, aber das unsere Regierung wie ein kaputtes Windows läuft sehe ich schon seit meiner Jugend so.

Lauter üble Bugs und Bluescreens usw…

Dieses „Programm“ muss neu aufgesetzt werden, es droht komplett zu versagen.

Vielleicht haben einige Politiker eine Fehlfunktion?

Ein „Error“ der aktuellen Politik ist zum beispiel der Lauterbach, mit seiner Vermurksten krankenhausreform alles ruiniert was im Gesundheitswesen noch gerade so funktioniert. Dazu noch die Organspende sache die nicht Verfassungsgemäß ist.

Wie das Verfassungsgericht zu Recht sagt: Wer nicht der entrnahme von Organen ausdrücklich wiedersprochen hat, hat nicht automatisch stillschweigend zugestimmt.

Der „Big Error Bluescreen“ der Regierung ist ein schwerwiegender Ausnahmefehler wegen allgemeiner intellektueller Verweigerung des Denkens in der Politik.

Grund des Fehlers: Der Zugriff auf die angeforderte Denkkapazität wurde aus ideologischen Gründen verweigert.

Auswirkung des fehlers: Programm ist abgestürzt. Wichtige Steuerelemente sind lahmgelegt.

Ende des Fehlerprotokoll.

Bitte Programm reparieren und neu starten.

Das weißt Du doch selber. Parteien werden nicht nur wegen einem Thema gewählt. Wenn wirklich 2/3 für eine Vermögenssteuer sind, müssten sie SPD oder Linke wählen. Diese 2/3 sind aber auch für weniger Flüchtlinge, deswegen wählen sie Union oder AfD.

Das liegt also am Prinzip der Parteiendemokratie. Die Alternative wäre eine Technokratenregierung mit Volksentscheiden zu jedem wichtigen Thema.

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Na ja, das stimmt schon, aber irgendwie muss es ja mal anders gemacht werden, sonst gibt es bald nur noch Populisten, Despoten, Heuchler und Schaumschläger.

wenn das ihre Meinung ist, warum wählen die Leute dann nicht entsprechend?
Die Antwort kennst Du selber.
Das sind lauter Wohlfühlfragen, bei der jeder davon ausgeht, das „die Gesellschaft“, „die Regierung“ oder „die Konzerne“ was tun sollen, nur nicht er selber.
Das ist linker bzw. grüner Populismus. Sicher gut gemeint, aber unehrlich.

wenn man anders fragen würde, wäre das Ergebnis auch anders:
=> Sind Sie bereit, ab morgen auf 20% Ihres Einkommens und Wohlstands zu verzichten, um das Klima zu schützen?

=> sind Sie bereit, morgen Ihren Arbeitsplatz aufzugeben, weil Ihr Arbeitgeber nicht mehr auf Wachstum setzt und seine Deutschland-Standorte aufgibt?

usw usw.

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Interesante Sichtweise…

aber du vergisst dass wir ohnehin Arbeitsplätze verlieren weil die Deutsche Wirtschaft vieles verpennt hat und von China überrollt wird.

Außerdem ist Produktion bei uns so teuer geworden wegen der ganzen Umweltauflagen und Bürokratie, dass es sich nicht mehr lohnt hier zu produzieren…

Jedenfalls betrifft das die ´Kleinunternehmer tatsächlich.

Die großen können sich das aber leisten, die jammern nur, dass die nicht wahnsinns Gewinne und gleichzeitig genug Fachkräfte haben können. Wenn die nicht bezahlt werden, kommen die nicht.

Da hilft nur eine andere Unternehmenskultur als ewige maximierung der Gier.

Die Frage müsste eher lauten:

Sind sie bereit morgen Ihren arbeitsplatz aufzugeben weil Ihr Chef den Fehler gemacht hat, den Wachsenden China markt zu unterschätzen und Know How sich von den Chinesen klauen ließ weil er möglichst billige Auslandarbeiter will und sie sich Umorienteren sollten für eine neue Zukunft aufzubauen?

Oder gehen sie den bequemen Weg sich immer schlechter bezahlen zu lassen nur um um jeden Preis die Stelle zu halten?

Sind sie bereit einen weiteren Beruf zu erlernen wenn sie einen neuen Job brauchen?

Das sind für mich die entscheidendernen Fragen.

Und:

Sind sie bereit profitablere Wege zum Geldvedienen zu erarbeiten anstatt zu lächerlichen Konditionen Angestellter zu sein?

Wenn letzteres passiert müssen viele Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt werden, die für Menschen zu schlecht bezahlt werden. Sowas will keiner mehr machen, das muss die Wirtschaft mal lernen…

Was die Demokratie betrifft heißt dass die Politik verpennt hat Deutshcland wieder zu einem interessanten Wirtschaftsstandort zu machen.

Das ist ein weiterer Implementierungsfehler!

Wir machen uns hier mit absurden Umwelt und DIN Vorschriften zum Affen, wärend sonstwo einfach gemacht wird, und dann wundert man sich das keiner mehr hier Produzieren will.

Jede kleinigkeit ist sau kompliziert und bürokratisch geworden…

Naja es gibt auch andere Alternativen, welche unter Open Demoracy diskutiert werden.

Aber dazu müsste es überhaupt mal eine Diskussion darüber geben, das unser jetziges System verbessert werden muss. Wenn man sich die USA mit ihrer „Berittene reiten zur Wahlmännerabstimmung nach Washington“-System anschauen, kann man darauf allerdings lange Warten.
Da kann man auch die Füchse fragen, was der beste Schutz für Hühner ist.

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Ich weiß nicht, ob das Problem wirklich an der falschen, mit der Zeit erodierenden Repräsentanz liegt - dies könnte man in der Tat duch Rotation über Losverfahren oder auch über das Ämterrotieren in der Früphase Grünen politischem Handelns lösen.

Ich tendiere da eher zu der Darstellung @lawandorder .
„2 Herzen wohnen - ach - in meiner Brust“ heißt es in Faust I.
Fast jeder weiß, dass in Sachen Umweltschutz, sozialer und/oder Generationen-Gerechtigkeit deutlich mehr passieren muß (und daher durchaus auch soll!!) - aber kaum einer ist bereit, dafür seinen eigenen Status Quo zu gefährden (Getreu dem Motto: „es gibt viel zu tun - fangt schon mal an“).

Der Implemtierungs"Fehler" ist so gesehen keiner, weil die Mehrheit sich - ganz demokratisch! - in Dubio für den eigenen kurzfristigen Statusquo-Erhalt entscheidet.
Wobei „kurzfristig“ durchaus einen Zeitraum von Jahrzehnten der notwendigen Veränderung bedeutet - aber was ist schon (aus naturwissenschaftlicher Sicht) der Wimpernschlag von 2 Generationen?
Für das (wahl-)entscheidende Individuum sind das aber riesige Zeitspannen, in denen es evtl. bergab geht.
Das dabei „nebenbei“ langfristig alles den Bach runter geht, kommt in einer Entscheidungsinstanz, die darauf geeicht ist, über den nächsten Winter zu kommen (Zeithorizont 6 Monate), und das sich seit ihrer Existenz darauf verlassen konnte, das übers „natürliche globale Recycling“ alle Ressourcen unbegrenzt zur Verfügung stehen, schlicht nicht vor.
Daher ist auch die intuitive Auffassung, der Mensch könne gar nicht aussterben, so weit verbreitet wie falsch.

Die Demokratie wird also immer - egal, ob nun die Legislatur 3 oder 7 Jahre beträgt, und welche Menschen wie zu Repräsentanten erklärt und auch wieder abgesetzt werden -, die genanten „Urtriebe“ (Kurzfristigkeit und Status Quo) "über"repräsentieren, auch wenn das rational aktuell noch so unsinnig ist…

Wie Annalena DAS verbocken konnte, ist mir schleierhaft. Das werde ich ihr ewig übelnehmen.

Hast Du dazu auch einen Text-Link? Ich werde mir kein 90 min Video dazu anhören, schon gar nicht auf Französisch.

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Die „Mehrheit“? Hast du mal das Wahlergebnis der Parteien mit der Wahlbeteiligungsquote multipliziert? Ich mache das aus Spaß regelmäßig.
Da ist dann selbst die CDU eine Kleinpartei.

Hier noch ein Beispiel von einer Landtagswahl:

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Wozu soll das gut sein? Man kann davon ausgehen, dass 60% Wähler repräsentativ für 100% Wahlberechtigte sind. Natürlich kann es ein kleine Verzerrung geben, da die Wahlbeteiligung bei Anhängern verschiedener Parteien unterschiedlich hoch ist, aber mit dieser Unschärfe kann eine Demokratie gut leben.

Es ist übrigens nicht Anspruch einer Demokratie, dass jede Regierungsentscheidung von einer Mehrheit getragen wird.

kann ja sein. Aber was folgt daraus?
Müssen wir die Nichtwählern zum Wählen zwingen?
Müssen wir denen, die sich nicht repräsentieren lassen wollen, trotzdem Repräsentanten verschaffen?
Warum?

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Hast du dafür irgend welche Belege? Ich finde das eine starke These, die auch entsprechend belegt sein sollte.

Habe in der Washington Post eine Artikel über die amerikanischen Wahlen gelesen: In vielen Bundesstaaten sind ist der Abstand zwischen Republikanischen und Demokratischen Wählern viel geringer als die Anzahl der Nichtwähler und der Wähler, die aussichtslose Kandidaten wählen. Und diese Gruppe handelt so, weil sie beide Kandidaten Scheiße finden und für keinen der beiden Kandidaten stimmen wollen.

Ok aber wenn alle Parteien Scheiße sind, laut Wählermeinung was folgt daraus?

Lehren?

Ich denke ein neues Politiksystem wird nötig…

Unser system steht am Abgrund und droht unterzugehen.

Und mehr handelnde Politik keine leeren Absichtserklärugnen mehr.

Die Gesetze der Statistik. Warum sollen 60% nicht repräsentativ sein, wenn es bei Umfragen schon 1%% ist? Es sei denn, die bei den Wählern sind einige Parteien stark unter- bzw. überrepräsentiert. Warum sollten sie das sein? Hast Du dafür Belege.

Ich finde das eine starke These, die auch entsprechend belegt sein sollte.

Bei Umfragen werden Zufallsstichproben und eine Menge Statistik aus früheren Wahlen verwendet.

Es gibt jetzt zwei Thesen:
Deine These: Die Nichtwähler sind eigentlich gleich verteilt. Sozusagen eine Zufallsstichprobe, die von der Wahl ausgeschlossen wird.
Meine These: Die Nichtwähler verteilen sich nicht wie andere Wähler auf die erfolgreichen Parteien. Sie gehen nicht zur Wahl, weil keine der Parteien - nach der Wahl - ihre Interessen vertritt.

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Man kann die Bevölkerung in verschiedene soziale Milieus einteilen, die jeweils unterschiedliche Wahlpräferenzen haben. Das ist verfeinert auch Grundlage von repräsentativen Erhebungen mit relativ kleiner Anzahl. Nichtwähler sind in einigen dieser Milieus stärker vertreten.
Daraus kann man annehmen, dass sich die Nichtwähler nicht zufällig verteilen. Dazu gibt es sicher auch Untersuchungen.

Eine andere Frage ist es, ob das tolerierbar ist oder der Demokratie schadet.
Ich denke, wenn die Volksvertreter eine Politik machen, die allen zugute kommt, wird das einigermaßen ok sein. Es müssen nicht alle Bevölkerungsgruppen repräsentativ vertreten sein, solange die Vertreter sich verantwortlich für alle fühlen und diese Verantwortung auch übernehmen,
Ich selbst habe einige Male nicht gewählt, weil ich krank oder zu erschöpft war. Auch diesmal leider nicht. In solchen Fällen hoffe ich darauf, dass andere für mich gute Entscheidungen treffen.
Allerdings ist die Resignation, mit der viele vor allem der unteren Schichten auf die Politik schauen, in meinen Augen ein ernstes Problem.

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Die Demokratie im engeren Sinn passt längst nicht zu der Größe der staatlichen Gebilde, die sie organisieren will. Sie ist ein rein theoretisches Gebilde
Um diese „Mangel“ zu beheben und die Theorie praktisch handhabbar zur, wird sie mit Elementen tradierte hierarchischer Herrschaftsformen überprägt. Die Überprägung dient dem Ziel, die Herrschaftsausübung durch das Volk dämpfen und zurückdrängen.
Daraus erklärt sich auch die Tatsache, dass aus Demokratie sehr schnell Despotie werden kann. Über wirklich Schutzmechanismen verfügt die Demokratie nicht – besonders dann, wenn der Angriff von innen kommt.
Als Instrumente, um die Macht des Volkes zurückzudrängen dienen in der repräsentativen Demokratie, in der wir leben, u.a. die Parteien, große Abstände zwischen Wahlen, die 1-Stimmen-Wahl, die Listenwahl, das freie Mandat.
Folgen sind z.B. Ämterhäufung und Berufspolitikertum (Ich hatte mich dazu schon vor längerer Zeit ausführlich geäußert). All dies hatten auch die Grünen in der Gründungsphase erkannt. Die Erkenntnis wurde bekanntlich flugs verworfen als die frühe Parteielite zur Überzeugung gelangt, dass man so schnell von der Macht nicht lassen könne.

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das ist das problem.
ursache ist aber nicht „das system“, sondern der mensch. egoismus, machtstreben, demagogie auf der einen seite, fehlende bildung, ignoranz, vorurteile und dummheit auf der anderen. um es jetzt hart und zugespitzt zu formulieren.

diese faktoren werden durch kein system der welt beseitigt. wie so häufig wäre wichtig: bildung bildung bildung.

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