Ein GPS-Tracker ist lediglich ein globales Positionsbestimmungssystem für die Positionsbestimmung von Tieren, Haustieren (z.B. Hunde), sogar Autos (bei einem evtl. Diebstahl) und sagt nichts darüber aus, ob das Tier noch lebt.
Warum ein Tracker nicht mehr funktioniert kann vielerlei Gründe haben.
das hat aber mit Tierschutz nix zu tun.
Die „Rettungs“-Aktion hat angeblich 1,5 Mio. gekostet + Kosten für die Geräte und Schiffe.
Davon hätte man das Tier sicher entsorgen können.
richtig.
was man nicht vom jedem sagen kann, der im Internet postet, Gott sei´s geklagt.
Der Wal war in ein Fischernetz eingewickelt, als er Anfang März das erste Mal im Wismarer Hafen gesichtet wurde. Die freiwillige Feuerwehr entfernte das Netz in einer längeren Aktion bis auf einige Reste, so z.B. im Maul. Wahrscheinlich war der Wal schon länger mit dem Netz geschwommen und dadurch geschwächt. (NDR vom 4.3.26 Anmerkung: Wer jetzt irritiert ist, weil in dem Artikel von einem Finnwal die Rede ist: Die Meeresbiologin des Deutschen Meeresmuseums hatte den Wal falsch bestimmt. Der Aktivist und Meeresbiologe Robert Marc Lehmann brachte daher im späteren Streit sinngemäß den Spruch: Dann überlasse ich den Wal den Experten, die nicht mal einen Finnwal von einem Buckelwal unterscheiden können.)
Das deutsche Meeresmuseum und das ITAW hatten vor, bei einer Obduktion die Todesursache festzustellen, das Skelett zu konservieren und den Körper zu Biokraftstoff verarbeiten zu lassen. (T-Online 12.4.26) Kleinere gestrandete Wale werden in Deutschland durch Jäger getötet, wenn sie krank sind.
Einen so großen Wal können allerdings nur spezielle Waljäger töten, die es in Deutschland nicht gibt. Zum Einschläfern mit Gift werden sehr große Mengen benötigt, die dann auch die Umgebung vergiften. Zudem haben andere Wale das Gift auch noch tagelang überlebt. Die einzig sichere Methode wäre die Sprengung des Kopfes. Aber dann hätte das Museum nur ein kaputtes Skelett bekommen und in der Öffentlichkeit käme sowas gar nicht gut an.
Ein GPS Tracker sendet nicht unter Wasser. Da Wale zum Atmen regelmäßig auftauchen müssen und nur dann der Tracker funktioniert, ist ein uregelmäßiges GPS-Signal bei Walen ein Lebenzeichen. Sendet der Tracker dagegen dauerhaft, liegt der Wal wahrscheinlich tot auf einer Sandbank und sendet er gar nicht, ist der Wal ertrunken.
Die Entsorgung des toten Wales war bereits staatlich organisiert und geregelt, als der Wal noch in der Poeler Bucht lag. Experten hatte ihm nur noch wenige Tage gegeben. Normalerweise sterben gestrandete Wale nach einigen Tagen, weil die inneren Organe durch ihr eigenes Gewicht zerdrückt werden. Der Wal in Poel lag aber zur Hälfte im Wasser. Zu flach zum wegschwimmen, aber zu tief um zu sterben. Nach 14 Tagen hat Minister Backhaus dann zugunsten der privaten Helfer umentschieden. Nach den Erfahrungswerten bei anderen Walen hätte er längst tot sein müssen. Der Wal hatte dort insgesamt 29 Tage gelegen mit vier kurzen Schwimmunterbrechungen.
Vermutlich waren die Poeler ganz froh, dass der Wal zu Beginn der Urlaubsaison abtransportiert wurde. Ein weiterhin heulender, sterbender Wal und auch die mehrtägige Zerlegung des Tieres wären dem Tourismus nicht zuträglich gewesen. Außerdem hat der Staat die Kosten für die Entsorgung gespart, weil das die Privatinitiative tragen musste.
Ich teile Deine Meinung uneingeschränkt - es setzt aber voraus, dass man sein Verhalten reflektiert - ich glaube erst einmal jedem, dass jeder von sich das glaubt, weil das eigene Weltbild zusammen mit der Eigenwahrnehmung das so her gibt (in dubio, pro reo
Ich unterstelle also bei nur sehr wenigen bewusstes Kalkül, wenn es darum geht, die eigene Handlungsweise vor anderen (aber vor allem vor sich selbst) entgegen der eigenen Vorstellung zu rechtfertigen.
Das das Resultat im “ein oder anderen Fall” wenig effizient und überdies noch von anderen unbewussten Aspekten der inneren Motivation überlagert wird, ist zwar richtig; aber - auf der zwischenmenschlichen Ebene - erst einmal ein verständliches Phänomen (das hoffentlich jeder aus der eigenen Erfahrung hinlänglich kennt).
Die eine Frage ist also die Motivation des einzelnen - das andere ist die Frage, in wieiweit staatliches Handeln diesen Dingen Vorschub leisten soll/darf.
Da, denke ich, sollte mangels Effizienz schnell bei solchen Aktionen Schluss sein.
Wobei wir weider schnell bei der Frage landen, in wieweit auch noch so unsinnige Dinge - so lange sie mehrheitsfähig sind (vgl. Tankrabatt) - demokratisch legitimiert und damit auch gemacht werden müssten/sollten.
Zum Tankrabatt gibt es eine großen Unterschied, weil die Initiative zur Rettung des Wals nicht von Steuergeldern bezahlt wurde, sondern Minister Backhaus sie nur erlaubt, aber nicht finanziert hat.
Dass ein Mensch Mitleid mit anderen Kreaturen empfindet, liegt in seiner ureigenen Natur. Es liegt allerdings genauso in seiner Natur, seine Ratio zu nutzen, um zu einer differenzierten Bewertung und Handlungsoptionen zu gelangen.
An dieser Stelle Dank an @Binnen_un_Buten und @ErnstBGi, hier klare Fakten in unsere Diskussion einzubringen.
Es ist bezeichnend, - und geht über das akute Walproblem weit hinaus - wie die öffentliche Diskussion in Deutschland geführt wird, bar jeder Kenntnis und Reflektion und mit verschwörerischen Ansätzen (Schlachtbank) .
Kommt von mir kein Widerspruch - es ging mir eher darum, ob, wenn es ein großes "echtes” Bedürfnis einer Gesellschaft gäbe, eine solche Rettungsaktion als Teil einer “staatlichen Fürsorge” zu interpretieren, der Staat nicht doch aufgefordert ist, das durchzuführen/zu bezahlen - das ist natürlich im Falle des Wals völlig absurd (auch wenn das Medial zwischenzeitlich so gewirkt hat).
Es ist vor allem deswegen absurd, weil hier (nicht zuletzt medial) ein Einzelfall hochstilisiert wurde - ohne die Ursachen dafür, Wale (oder andere Lebensformenim allgemeinen) vor analogen Schicksalen “zu bewahren”.
Wenn sich nun daran eine Diskussion anschließen würde, was das für unser zukünftiges Verhalten der “Umwelt” (deren Teil wir immer noch sind)) anders umzugehen - dann wäre viel gewonnen - zumindest medial: Fehlanzeige
Damit ist ohnehin klar, dass es keines staatlichen Eingriffs hier bedarf bzw. sich dieser sogar verbietet!
Das ist alles andere als klar. Im Gegenteil, hier wäre staatliches Handeln, orientiert an wissenschaftlichen Fakten und einer rationaler Auffassung des Tierwohls, dringend geboten. Es würde allerdings dem unreflektierten moralischen Empfinden einiger Aktivisten widersprechen. Vor der entsprechenden Reaktion (Kampagne) hatte Backhaus Angst.
Dann ist das halt so, oder? Und die Entsorgung des Wals hat dem Staat nichts gekostet.
Und, wie ich bereits geschrieben habe, nur mit anderen Worten:
”Der Walsturz durchläuft je nach Aufteilung drei oder vier Zerfallsstadien, in denen das Biotop unterschiedlichen Arten als Nahrungsquelle, Aufenthaltsort und Kinderstube dient.”
Im Übrigen, wurde die Funktion des Trackers offensichtlich vorher nicht getestet, was eigentlich üblich ist.
Da könnte man auch spekulieren, dass dies Absicht war und der Wal ist jetzt über alle Berge.
”Verliere niemals die Hoffnung, denn jeden Tag geschehen Wunder.”
Obwohl bei dem gesundheitlichen Zustand des Wales ist dies natürlich fraglich, aber wer weiß das schon.
Zumindest haben die Poeler jetzt Ruhe und die Urlaubssaison kann beginnen.
Wenn das die Ursache war, und wir das naturwissenschaftlich betrachten, kann man daraus sicherlich Handlungsoptionen herleiten.
Problem dabei: das müsste global geschehen, und würde das Nahrungsmittel Fisch/Seetiere wahrscheinlich deutlich verteuern (insbesondere dann, wenn das effizient überwacht werden soll) - ist das jenseits einer wissenschaftlichen Betrachtung politisch mehrheitsfähig?
Wenn das die Ursache war, und wir das naturwissenschaftlich betrachten, kann man daraus sicherlich Handlungsoptionen herleiten.
Problem dabei: das müsste global geschehen, und würde das Nahrungsmittel Fisch/Seetiere wahrscheinlich deutlich verteuern (insbesondere dann, wenn das effizient überwacht werden soll) - ist das jenseits einer wissenschaftlichen Betrachtung politisch mehrheitsfähig?
Das stimmt so nicht! Sowohl Minister Backhaus, als auch die “Experten” vom ITAW und Meeresmusum, Greenpeace, R.M. Lehmann, andere Umweltschutz- , Meeresschutz- und Walrettungsorganisationen, die Tierärztin Frau Tönnies haben auf den Kontext mit der Meeresverschmutzung, Klimawandel, Geisternetzen und Stellnetzen immer wieder öffentlich auf diese Probleme hingewiesen.
Auch wenn da einer noch sein Fischbrötchen gegessen hat (@XXXX ), es sah schnell sehr anders aus und der Fischbrötchenverkäufer, bzw. seine Kunden wurden von den Walaktivisten bedroht. (NDR 15.04.26). Das hatten sie irgendwie kapiert, dass Stellnetze und Fischverzehr im allgemeinen eine Bedrohung für Meeressäuger sind. Ob sie jetzt allerdings nur keine Matjesbrötchen mehr essen, aber trotzdem noch Fischstäbchen, weil Fischstäbchen ja nicht mit Stellnetzen gefangen werden, entzieht sich meiner Kenntnis.
(Ich hatte mich in einer Facebookgruppe zum Wal angemeldet und beeindruckende soziologische Beobachtungen zum Bildungstand und Motivation der Teilnehmerinnen gemacht. Vielleicht schreib ich mal was drüber. Meine einzige Sorge in der Causa Wal bestand darin, dass er sich freischwimmt und in der Kieler Förde in Laboe strandet und ich dann dort nicht mehr spazierengehen kann, weil alles voller Absperrungen und Demonstranten ist. Aber das habe ich in der Gruppe sicherheitshalber für mich behalten- wegen der Morddrohungen)