kein FUN FAKT:
aus dem heutigen News-Letter des „Tagespiegel Berlin“
"Bitte mal melden! Die Berliner Grünen-Politikerin und Bundesfamilienministerin Lisa Paus will künftig einen ganz genauen Blick darauf werfen, wer sich in Deutschland gegen die „Gender-Ideologie“ einsetzt, welche Medien dieses Wort nutzen, wo Sticker auf Laternen kleben, die sich gegen Gleichberechtigung richten, welche Organisationen das Gendern ablehnen (weitere Beispiele hier). Das Bundesfamilienministerium findet diese „Meldestelle Antifeminismus“: völlig normal.
„Kampagnen gegen geschlechtergerechte Sprache bedeuten nicht automatisch Hass gegen Frauen“, schreibt ein Sprecher des Ministeriums auf Checkpoint-Anfrage. „**Solche Kampagnen werden jedoch häufig auch von antifeministischen Akteurinnen genutzt**, um Menschen bis weit in die Mitte der Gesellschaft für ihre Anliegen zu mobilisieren.“ Für das Projekt der Amadeu-Antonio-Stiftung hat das Familienministerium demnach allein im vergangenen Jahr 133.000 Euro investiert. Das Ziel ist eine Chronik, bei der auch Prominente, Medien und bekannte Journalisten genannt werden, die sich unter anderem oben genannter (und tatsächlich misogyner und strafbarer) Vergehen schuldig machen.*
*Das Ministerium beruhigt auf Anfrage: Alle anderen brauchen sich keine Sorgen machen. Ihre Namen würden anonymisiert. „Die Behauptungen, die Meldestelle rufe zum Denunzieren auf, sind falsch“, schreibt das Ministerium auf Twitter. Noch ist die Chronik übrigens leer. Aber Familienministerin Paus könnte mit ihrem Kabinettskollegen Christian Lindner anfangen: Der sagte 2018, die FDP sei die Partei für Frauen, die „sich von jeder Genderideologie freimachen wollen“. Als Person des öffentlichen Lebens könnte Lindner namentlich gemeldet werden. Klingt absurd? Liegt vielleicht am Grundgedanken." (Ende News Letter)
Der obige Link verweist auf diese Web-Seite - und dort gibt es eine Beispiel-Liste für ‚meldewürdige antifeministische‘ Ereignisse, die z.T. schwer nach Aufforderung zum Denunzieren abweichender Meinungen aussieht… .
Darunter - und damit dürfen wir wohl gemeint sein:
Instrumentalisierung von Themen für eine antifeministische Agenda (z.B. vermeintlicher „Kindesschutz" mit queerfeindlichen Narrativen)
Organisierte Kampagnen gegen geschlechtergerechte Sprache
Uns sowas auf einer staatlich (mit-)finanzierten Seite und ‚grünem‘ Ministersegen… that stinks.
WAS ZUM HENKER ! Ich glaube dafür brauchen wir ein eigenes Thema?
Auf der Liste, die @OberdiUl verlinkt hat, stehen einige vollkommen legitime Punkte (ähnlich wie bei Rechtsradikalen Vorfällen ist nichts dagegen zu sagen, so etwas zu sammeln):
Eine Person/Organisation äußert sich auf Social Media zu feministischen Themen und erhält daraufhin Drohnachrichten
Attacken gegen trans Personen bis hin zu tödlichen körperlichen Angriffen
Mitarbeitende einer Organisation, die zu feministischen Themen arbeitet, werden auf dem Arbeitsweg bedroht
„Gehsteigbelästigung“, d.h. organisierte Gegner*innen von Schwangerschaftsabbrüchen belästigen und bedrohen Menschen, die Angebote von Beratungsstellen und Praxen in Anspruch nehmen wollen
Die Adressen von nicht öffentlichen Frauenhäusern werden veröffentlicht
Instrumentalisierung von Themen für eine antifeministische Agenda (z.B. vermeintlicher „Kindesschutz“ mit queerfeindlichen Narrativen)
Die Adressen von Einzelpersonen oder Organisationen, die zu feministischen Themen arbeiten, werden im Internet veröffentlicht (sogenanntes „doxxing“)
Dann wird es allerdings sehr sehr Grenzwertig:
Medien benutzen antifeministische Narrative und Begriffe oder verbreiten Verschwörungserzählungen, z.B. über eine vermeintliche „Homo- und Translobby“ oder „Gender-Ideologie“
Was bitte ist schlimm an einer Lobby? Das Lobbyregister des Bundestages zum Beispiel soll ja legitimen Lobbyismus nicht unterbinden, sondern nur transparent machen.
Gibt es wirklich jemand, der ernsthaft bestreitet, daß es eine Homo- und Translobby gibt? Nochmal: Die Existenz einer solchen Lobby ist vollkommen in Ordnung genauso wie die „Behauptung ihrer Exsitenz“!
Wissenschaftler*innen der Gender Studies werden diffamiert, z.B. als „unwissenschaftlich“, „Geldverschwendung“ etc.
Es meiner Ansicht nach nicht bewiesen, daß es sich bei „Gender Studies“ überhaupt um eine wissenschaftliche Disziplin handelt. Damit muss also jetzt dieser Beitrag hier gemeldet werden!
In Internetforen werden antifeministische Sprüche ausgetauscht
Wer definiert hier, was ein antifeministischer Spruch ist? Als alter weißer Mann, denke ich da an Aussagen wir „Frauen an den Herd!“ oder so. Aber ich habe den Verdacht, das der Kreis der antifeministischen Sprüche von den Verfassern dieser Liste sehr sehr viel weiter gezogen wird.
Organisierte Kampagnen gegen geschlechtergerechte Sprache
Also: Ablehnung geschlechtergerechter Sprache = Antifeminismus ???
Dann sind also 2/3 der Deutschen Antifeministen? Auch „organisierte Kampagnen“ sind von dem Recht auf frei Meinungsäußerung gedeckt, solange sich diese nicht gegen unsere freiheitlich demokratische Grundordnung richten.
(1) Jede hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
Eine staatliche Institution oder ein Ministerium, welche diesen unveränderlichen Grundsatz des Grundgesetzes nicht beachtet halte ich für äußerst bedenklich.
na ja. Die Meldestelle wird von der Antonio-Amadeu-Stiftung getragen.
Die haben halt auch ein Recht, sich zu informieren und zu äußern etc.
Und die sind nicht der Staat, d.h. die können mit den Daten nicht unmittelbar Maßnahmen ergreifen. Die schreiben dann jedes Jahr einen (anonymisierten) Bericht und machen eine PM, das wars.
Wir könnten ja auch eine Meldestelle für Angriffe auf Transkritiker und Gegner des grünen Frauenstatuts (oder ähnlich) einrichten.
Ob das aber staatlich gefördert werden muss … ??
Es gibt meiner Meinung nach einen Unterschied zwischen antifeministisch (politisch) und frauenfeindlich (arschlochig). Letztere kommen oft aus einer langen Historie die oft genug religiös basiert ist. Damit meine ich nicht nur den Islam sondern auch das Christentum. Monotheismus scheint mir auch Männerherrschaft zu bedeuten.
Wieso Gegenargument? Ich hab die Gehängeträgervorherrschaft bei Religionen mit mehreren oder gar keinen Götter nicht ausgeschlossen. Beim AT fängt es schon in der Genesis an. Siehe Genesis 1 vs. Genesis 2. Mich wundert, warum die erste Version nicht entfernt wurde.
Also, wenn es danach ging, müssten die Bundeswehr und die christlichen Kirchen ganz oben auf einer solchen Liste stehen - es ist „der Gott“ und nicht „das Gott“ - und bei der Bundeswehr gibt es nur den Duenstgrad „Hauptmann“ - und nicht etwa auch „Hauptfrau“ (oder - noch lustiger - „Frau HauptmännIn)“- die Anrede bei Soldaten ist (wenn ich das dieses Wochenende richtig von meiner Tochter verstanden habe durch eine Anordnung des Verteidigungsministeriums) auch nicht etwa „Frau Soldatin“ - sondern nur „Frau Soldat“ - wenn ich die Genderlogik richtig verstehe, wäre das ein nicht akzeptabler Verstoß gegen das artgerechte Gendern im öffentlichen Dienst…
Man sollte versuchen, diese Liste dadurch zu konterkarieren, indem man diese Dinge dort öffentlich macht, und so die unterstützenden Institutionen (z. B. den Staat mit Fördermitteln) ad absurdum führt, die etwas unterstützen, was sie selbst nicht umsetzen…
das fiel mir auch eben ein, bei dem Beitrag von Dieter
wir könnten uns selbst melden, einfach um zu sehen, was dann passiert.
und die ganze Bundeswehr, auch hübsch!
wahrscheinlich finden wir auch etliche Texte bei CDU, CSU, FDP!
Buschmanns letztes Interview zum SelbstBG zB!
konkret: was haltet Ihr davon, das ganze Forum hier zu melden, garniert mit ein paar Beispielen?
Oder, noch besser: jeder meldet seine eigenen Beiträge! das trägt die Absurdität dann schon in sich.
Ernsthafter Vorschlag.
Da diese Forum hier nicht öffentlich ist, können sie die Meldungen nicht überprüfen. Es sei denn, sie haben Grüne Mitglieder*innen an Bord, was nicht ganz unwahrscheinlich ist.
Hat jemand von Euch schon mal den Meldevorgang durchgespielt?
hast Recht. Aber wir könnten ein pdf senden
Ich habe jetzt die Katholische Kirche mal gemeldet, die sind frauenfeindlich genug.
habe hierauf als Beleg verwiesen
Macht Euch den Spaß ruhig auch mal, zB mit der Bundeswehr.
Oder mit Eurer Tante Erna, die immer auf die Transmenschen schimpft.
Oder mit Onkel Otto, der das grüne Frauenstatut für männerfeindlich und verfassungswidrig hält.
auf der Seite ist schön beschrieben, wie das abläuft und was sie mit den Meldungen machen.
Man muss eine Mailadresse angeben, keinen Namen.
Ich habe um weitere Beratung gebeten bin gespannt