Dieser Artikel ( Neue E-Auto-Prämie soll vor allem Familien und Geringverdienern helfen) wirft bei mir die Frage auf, für wie dumm die Politik die Bürger hält.
Wenn ich nach diesem Artikel gehe, so soll die Förderung besonders für Geringverdiener als Anreiz dienen, sich ein E-Auto zu kaufen.
Laut Artikel sieht der Plan von Bundesumweltminister Carsten Schneider folgende Förderungen vor: für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60.000 Euro gibt es 4000 Euro, für Haushalte mit einem Maximal-Einkommen von 45.000 Euro 5000 Euro. Pro Kind steigt die Förderung um 500 Euro, insgesamt um höchstens 1000 Euro.
Ich weiss, nicht, wer da die Grenze von Geringverdienern festlegt. Wenn ich einen Mindestlohn von 13,90 € bei einer Stundenzahl von 163 pro Monat rechne, komme ich auf 2.265 € monatlich, also rund 27.000 € jährlich.
Wen will die Politik damit fördern? Deutsche Autobauer bieten kein E-Auto unter 40.000 € an, die Franzosen und Chinesen hingegen schon.
Selbst wenn meine Schufa lupenrein wäre, bekäme ich als wirklicher Geringverdiener mit Sicherheit keine Finanzierung mit 60 Jahren, um noch 7 Jahre auf die Arbeit zu kommen.
Haben die im Ministerium Literweise Lack gesoffen oder sind die einfach zu dämlich zum Rechnen?
Ich verstehe diese Politik nicht mehr, geschweige denn die Welt.
Ich glaube, sie sind einfach etwas weltfremd und haben noch nicht begriffen, dass Geringverdiener zu Zeit mit hohen Mieten und Lebensmittelpreisen kämpfen und garantiert keinen Cent mehr für neue Autos übrig haben.
das ist die Untertreibung des Jahrhunderts.
Wenn das aber das Ergebnis der Politik ist, dann braucht man sich nicht wundern, warum der Bürger Politiker verdrossen ist…
was willst Du damit sagen?
Du kriegst die höchstmögliche Förderung mit so einem Einkommen.
Ist das nicht gut?
Ich verstehe die Kritik nicht so richtig.
Die Förderung soll doch in etwa den Mehrpreis eines E-Autos ausgleichen, vermute ich.
Du kriegst dann EUR 5000 Förderung, mit Kindern mehr. Das könnte hinkommen.
Ob man sich mit TEUR 27 p.a. überhaupt ein Auto leisten kann, oder ob man mit 60 noch einen Kredit bekommt, ist eine andere Frage.
Das sind Probleme, die man nicht über E-Auto-Förderung lösen kann.
Würdest Du erwarten, dass die Regierung Dir ein E-Auto schenkt?
Oder dass die Förderung bei Dir höher ist? Wieviel höher?
Dumm wäre es, wenn im Endeffekt vorwiegend chinesische Autos oder Dacias gefördert werden. Fürs Klima ist das egal, für unsere Wirtschaft nicht.
Soweit ich weiß, werden in D aber noch viele VWs und BMWs gekauft, weniger Chinesen.
Das müsste ich noch mal nachsehen.
dann erledigt sich die ganze Sache inkl. der Förderung für Geringverdiener.
Aber das spricht m.E. nicht gegen die Förderung, siehe oben.
Auch die Regierung weiß, dass wirkliche Geringverdiener mit Mindestlohn kein Auto kaufen können, deshalb werden bei den neuen Regeln realistischerweise Einkommen von mind. TEUR 45 unterstellt.
Ihr kritisiert letztlich nur, dass die das Wort „Geringverdiener“ verwenden für Leute, die TEUR 45 verdienen. OK, darüber kann man streiten, aber wenn das das einzige Problem ist …
Wenn ein anderer Begriff verwendet würde, würde das nichts an den Problemen der Mindestlohnarbeiter ändern.
vielleicht helfen ein paar Fragen zum Thema Realität:.:
1.: wie viel kostet ein deutsches E-Auto? Kaum weniger als 40.000 €. Minus 5.000 € Förderung macht immer noch 35.000 €.
2.: Wieviel kostet ein Franzose oder ein Chinese? Um die 20.000 €. Minus 5000 € Förderung. Macht 15.000 €
3.: Wie viel kann ein Mindestlohnempfänger tatsächlich für ein Auto ansparen oder, sollte die Schufa sauber sein, monatlich abbezahlen? Kann er sich die Vollkaskoversicherung dazu leisten mit seinem Mindestlohn? Wir reden bei dem Mindestlohn und Steuerklasse 1 von einem Netto von etwa 1500 € bis 1600 €. Nehmen wir etwa 600 € Miete an, 100 € Strom und Internet, 100 € Versicherung fürs Auto und etwa 200 € Treibstoffkosten (Stromtankstelle ist nicht umsonst).
Realitätscheck 1: Bekommt man mit 500 €, von denen man noch Lebensmittel kaufen muss einen Kredit oder kann man damit soviel ansparen, um 15.000 € auf den Tisch legen zu können?
Realitätscheck 2: profitieren von dieser Gieskannenförderung deutsche Autobauer oder chinesische?
Realitätscheck 3: Profitiert von dieser Förderung tatsächlich der Geringverdiener oder der Besserverdienende?
Fakt ist: wer Mindestlohn verdient, muss, sofern keine Öffis fahren, einen alten Stinker fahren. Mit der TÜV Verschärfung wird es auch für den Geringverdiener und viele kleine Werkstätten zappenduster
Ich frag mich bei der ganzen E-Mobilität was ganz anderes: Dafür werden Unmengen Akkus produziert, die irgendwann kaputt sind. Gibt es dafür ein Recycling-Konzept oder landen die einfach auf den Müllhalden der dritten Welt?
Machmal halblang. Mein kann durchaus unterschiedlicher Meinung zu dieser Förderung sein, aber es ist genau dein Sprachstil, der die Politikverdrossenheit fördert.
Oft förderrn sie absichtlich so, dass nicht so viele Leute für die Förderung in Frage kommen, dann darf der Etat im Haushalt dafür etwas kleiner sein und ist nicht so schnell aufgebraucht.
Hier wären das wohl die Leute, die früher mal besser verdient haben als jetzt (vielleicht, weil sie da noch keine Kinder hatten) und schon auf ein neues Auto gespart hatten.
Es ist die Diskrepanz zwischen Annahmen und Mutmaßungen und der Realität.
Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt für Vollzeitbeschäftigte in Deutschland lag 2024 bei rund 52.159 Euro laut Statistischem Bundesamt, was ungefähr 4346 Euro pro Monat entspricht, wobei Frauen mit durchschnittlich 4214 Euro brutto monatlich deutlich weniger verdienen als Männer.
In Deutschland arbeiten rund 6,3 Millionen Menschen (ca. 16 %) im Niedriglohnsektor (Stundenlohn bis 14,32 €) laut April 2025 Daten des statistischen Bundesamtes.
Manchmal bedarf es eines kräftigen Sprachstils, damit Realitäten gehört werden, egal in welchem Elfenbeinturm. Und dieser Sprachstil begegnet mir tagtäglich auf der Strasse, in Geschäften, bei Nachbarn.
Fakt ist, dass die Luft für Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor noch dünner wird, weil die Kosten, um zum schlechtbezahlten Job zu kommen, immer weiter steigen. Die Fördertöpfe mögen nett sein, um dem Bürger zu zeigen: wir tun doch was. Doch es erreicht nicht die richtigen. Da geht die Politik hin und beweihräuchert sich ob ihrer Heldentaten. Beispiel Kindergeld: bei den Armen, sprich ALG II Empfängern kommt die Erhöhung nicht an, weil KG als Einkommen angerechnet wird. Ähnlich hier bei dieser Elektroauto-Förderung. Meines Wissens hatte Frankreich die Förderung für Autos im Geringverdiener-Segment besser gelöst.
das ist alles bekannt und unbestritten.
Die Förderung hilft dem Mindestlohnempfänger nicht.
Aber das ist auch nicht der Sinn der E-Auto-Förderung.
Hier geht es nicht um Sozial-, sondern um Wirtschafts- und Klimapolitik.
Wie müsste eine Kaufprämie aussehen, die dem Mindestlohnempfänger hilft?
Der Staat müsste ihm das Auto praktisch schenken.
Ist das die Forderung und die Lösung?
Es wird kritisiert, dass die Förderung sozial ungerecht ist
leider wird das nicht begründet.
Kann mir jemand erklären, warum?
Soll die Förderung gestrichen werden und das Geld für die Erhöhung der Grundsicherung usw. ausgegeben werden?
Oder soll sie erhöht werden, damit auch Mindestlohnempfänger ein E-Auto kaufen können?
Oder soll die Einkommensobergrenze gesenkt werden, bis zu der gefördert wird?
Ich verstehe die Kritik nicht.
wie?
Ne, aber vielleicht für das Deutschlandticket, dessen Preis schon wieder erhöht wurde.
Das hilft denen nicht, die auf das Auto angewiesen sind, weil keine Öffis verfügbar sind, und es erhöht nicht den Anteil der E-Autos.
Wie?
Google wirft diese Antwort aus:
Frankreich fördert Geringverdiener beim Autokauf und -leasing mit dem „Social Leasing“ (Leasing social) für E-Autos, das niedrige Monatsraten ab ca. 50 bis 140 € ermöglicht, sowie durch höhere Umweltprämien (bonus écologique) gestaffelt nach Einkommen, die auch für den Kauf von günstigeren E-Fahrzeugen gelten. Berechtigt sind Haushalte mit niedrigem steuerlichem Referenz-Einkommen, die eine hohe Kilometerleistung oder weite Pendelstrecken haben, wobei das Programm mit Leasingverträgen startet und auf Geringverdiener abzielt.
Sozialleasing (Leasing social)
- Zielgruppe: Haushalte mit niedrigem Einkommen (z.B. bis ca. 15.400 € Jahreseinkommen).
- Konditionen: Monatliche Raten ab ca. 50 € bis 140 € für E-Autos (z.B. Opel Corsa-e, Renault Twingo E-Tech).
- Voraussetzungen: Leben in Frankreich, bestimmte Einkommensgrenzen, oft Nachweis einer hohen jährlichen Fahrleistung oder langer Pendelstrecke.
Umweltprämie (Bonus écologique)
- Staffelung: Die Prämie (bis zu 3.000 € Basis, bis 4.000 € bei < 60.000 € Einkommen, bis 5.000 € bei < 45.000 € Einkommen) hängt vom steuerlichen Referenz-Einkommen ab.
- Zusatzbonus: Je Kind erhöht sich die Förderung um 500 € (max. 1.000 €), um Geringverdiener-Haushalte zu unterstützen.
- Fokus: Primär für Elektrofahrzeuge, die innerhalb Frankreichs oder der EU produziert werden, um die heimische Industrie zu fördern.
Fazit
- Frankreichs Förderung konzentriert sich stark auf die Digitalisierung der Mobilität durch Sozialleasing für E-Autos, um diese für Geringverdiener zugänglich zu machen.
- Das Programm ist sehr beliebt, die Budgetmittel werden schnell aufgebraucht.
- Für Privatpersonen gibt es neben Leasing auch Kaufprämien, wobei die Bedingungen streng sind und sich auf das Einkommen beziehen.
Klingt vernünftiger, als die deutsche Lösung.
Mal als Beispiel würde mir der Dacia Spring oder ein kleiner Chinese als E-Auto dann vollkommen ausreichen. Aber damit ist den deutschen Autobauern nicht geholfen, die mal wieder auf High end und Luxus statt auf Kundenbedarf produzieren.
Letztendlich sehe ich die Lösung in einigen Jahren im autonomen Fahren. Wenn ich von a nach b will, sage ich das einer App und ein Auto holt mich ab. Bezahlt wird nur der gefahrene Kilometer. Also benötige ich kein eigenes Auto mehr. Da sehe ich auch die Zukunft der deutschen Autobauer, wenn sie mit lokalen Ladestationen zusammenarbeiten. Flotten aufbauen und betreiben statt Individualverkehr
Wäre es dann nicht besser die Öffis auszubauen? Im städtischen Bereich beobachte ich, dass viele junge Menschen auf eigene Autos verzichten, auch wenn sie sich eines leisten können. Sie benutzen statt dessen eigene Fahrräder, Öffis, Stattauto, E-Roller, Fahrradstationen. In Hamburg kann man mit der Switch-App schnell sämtliche Mobilitätsangebote abrufen, um zum Ziel zu kommen, in München ist es die MVGO, in Berlin Jelbi. Das eigene Auto als Statussymbol und Privatbesitz ist in den Großstädten bereits out, schon wegen der Parkplatzsuche und Parkkosten. Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Mobilitätskonzepte auch bald in kleineren Städten und deren Umland angeboten werden. Nur der Bauernsohn im hinterletzten Kuhdorf wird dann noch auf ein eigenes Auto angewiesen sein. Man sollte das Geld lieber in sowas stecken.
Ist so eine Sache mit den Öffis…
Gestern hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Mindestlohn und Schichtdienst. Der Bus fährt alle zwei Stunden bis 23 Uhr. So gesehen, bräuchte ich dafür kein Auto. Nur zum Einkaufen oder wenn spontan etwas erledigt werden muss. Hier sehe ich in Zukunft kleine autonom fahrende E-Autos (in Japan und China basteln sie bereits an diesen rollenden Cubes), die auf Zuruf kommen. Noch gibt die Technik und die Infrastruktur ein autonomes Fahren so etwas nicht her. Aber wenn dann ein kleines in Serie gebautes Fahrzeug für 10.000 € produziert werden kann, würden drei dieser Fahrzeuge den selben Zweck erfüllen, wie der Bus für 250.000 €, der alle zwei Stunden fast leer durch die Gegend fährt. Ein Bus fährt mich samt Einkauf nun mal nicht an die Haustür
Aber der Bus ist leer, weil er nur alle 2 Stunden fährt. Würde er alle 15/30 Min fahren, wäre er eine Alternative für mehr Fahrgäste. Für deinen Wochenendeinkauf kann man ein Stattauto benutzen, für das du nur zahlst, wenn du es brauchst. In Kiel hat kaum ein Grüner noch ein eigenes Auto. Wenn die einen Großeinkauf bei Ikea machen wollen, nehmen die sich ein Stattauto. Das kann man auch in kleineren Städten machen und dafür E-Autos einsetzen.
Das wird außerhalb den Ballungsgebieten nie ein vollständiger Ersatz für die Individualverkehr sein. Muss man das immer wieder erklären?
Wenn das wirtschaftlich vertretbar wäre, würde das gemacht. Man experimentiert auch mit Rufbussen und allem möglichen. Alles schwierig und es ist auch vollkommen unklar ob das ökologisch sinnvoller wäre als Individualverkehr mit E-Autos.
Wenn wir immer wieder stereotyp die (Schein-)Lösungen von vor 40 Jahren herunterbeten, kommen wir nicht weiter.
Es geht nicht nur um Ökologie. In den nächsten 20 Jahren haben wir ein überalterte Bevölkerung. Die müssen so selbständig wie möglich leben können, weil das Geld nicht für Pflege und Betreuung reicht. Auch Autofahren wird im Alter schwierig und gefährlich. Daher ist eine angepasster öffentlicher Nahverkehr dringend notwendig. Wenn wir das Geld nicht dafür ausgeben, zahlen wir auf der anderen Seite mehr. Entweder der Dorfbus zum nächsten Supermarkt und Krankengymnastik- oder der sehr viel teurere Pfegedienst, der den Einkauf ins Haus bringt und der Krankengymnast mit Hausbesuch. Wir müssen aufhören, immer nur in einzelnen Haushaltstöpfen zu denken, sondern ein Gesamtkonzept erstellen.
ich sehe eher im autonomen Autos die Lösung zum Thema Mobilität. Bis dahin haben wir auch Roboter, die einfache Hilfsdienste leisten können… putzen, waschen, Medikamente richten, etc… bald wird ein Roboter billiger sein, als eine Pflegekraft. Wenn dann noch autonome Mobilität gewährleistet ist… Es geht ja nicht nur um die alten Leute, sondern auch um die, die arbeiten und pendeln müssen