Georg Vobruba, Logik und Leistungsfähigkeit des Verschwörungsweltbildes, in: Berliner Journal für Soziologie 34 (2024), S. 77–102.
Was sagt ihr zu dieser Idee?
Georg Vobruba, Logik und Leistungsfähigkeit des Verschwörungsweltbildes, in: Berliner Journal für Soziologie 34 (2024), S. 77–102.
Was sagt ihr zu dieser Idee?
Eine vortreffliche, konzise Analyse. Bringt genau zum Ausdruck, was ich denke, aber nie so gut formulieren konnte.
Erscheint mir sehr plausibel. Unser Gehirn ist darauf ausgerichtet Zusammenhänge und Muster zu erkennen. Das hat meiner Meinung nach dazu geführt, daß wir für unerklärliche Dinge die Götter erfunden haben.
Und heutzutage ohne Götter? Wenn es zu kompliziert wird Ursachen zu erkennen?
Das ist doch genau der Punkt: Es gibt keine eindeutig zu identifizierenden Ursachen. Es liegt in den äußerst komplexen Strukturen, die das menschliche Miteinander hervorbringt, begründet. Hier kann man man versuchen, mehr oder weniger behutsam steuernd in diese Strukturen einzugreifen. Dabei muss man aber bedenken, dass es Änderungen meistens keine einfachen linearen Wirkungen haben, sondern vielfältige Rückkopplungen auslösen.
Bestenfalls entsteht so etwas wie die „Soziale Marktwirtschaft“, schlimmstenfalls Diktatur. Zu radikales Vorgehen verschlimmbessert meistens die Situation.
Die Besprechung in der FAZ liest sich so interessant, dass ich die Originalveröffentlichung herausgesucht habe: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s11609-024-00515-6.pdf.
Ich brauche etwas Zeit zum Lesen, aber ich denke, es könnte euch auch interessieren.
meinst Du den Beitrag in der FAZ?
den kann ich nur teilweise lesen, und was ich lesen kann, finde ich weder konzise noch besonders grandios formuliert.
Der von Dagmar verlinkte Text wird da gar nicht erwähnt?!?
Kannst Du mir in ein paar Sätzen sagen, was die Kernaussage ist?
Den Text von Vobruha finde ich sehr „soziologisch“ und stellenweise unklar.
zB:
„Vielmehr betrachte ich Erklärungen wissenssoziologisch als etwas, das in der sozialen Praxis vorzufinden ist, und frage aus der Perspektive zweiter Ordnung (Vobruba 2019a, S. 5 f.), wie sie zustande kommen und operieren. Es geht mir also im Sinn einer „street-level epistemology“ (Hardin 1993) um Erklärungen der Leute als Untersuchungsobjekte und somit darum, diese Erklärungen zu erklären. So erschließt auch Charles Tilly Erklärungen als soziale Phänomene, wenn er danach fragt, was daraus folgt, wenn die Leute „Why?“ fragen. Dazu nimmt er „die soziale Seite von Begründungen in den Blick“ (Tilly 2021, S. 43), um zu zeigen, dass ihre Erklärungen „situationsbedingt“ (ebd., S. 44) sind und je nach Rahmenbedingungen und Interaktionskonstellationen unterschiedlich ausfallen.“
Aha …
Ist es gesperrt? Ich habe es gesichert, glaube ich.
Ich habe mir das PDF runtergeladen und bin schon am Lesen - notfalls kann ich das hier hochladen, weiß aber nicht, ob das streng genommen nicht ne Cppyrightverletzung wäre…
Bei dem verlinkten Artikel handelt es sich um ein sogenanntes Bezahl-Abo.
Allerdings die PDF-Datei ist öffentlich zugänglich und jeder kann es hier
selber runterladen.