Ich glaube, da hast du etwas grundlegend falsch verstanden. Da müssen wir noch mal ganz von vorn anfangen:
Um einen Käfer „herzustellen“ müssen sich zwei Käfer ganz doll lieb haben und dann ihren Gefühlen folgen.
Der Züchter kann nur einen passenden Lebensraum dafür bereit stellen.
Der Bauer ist Geschäftsmann/frau. Ich wollte nicht mit “ Spritzen wie blöd” nicht sagen , dass übermäßige Mengen von Pflanzen”schutz”mitteln ausgebracht werden, aber dass gerne mit einem gewissen Puffer gespritzt wird. Schließlich hängt das Einkommen des Landwirts vom Ertrag ab.
Auch die Tatsache, dass das Spritzen mit Herbiziden und Herbizidkombinationen als Ersatz für die kostenintensive mechanische Unkrautbekämpfung beworben wird, trägt zum Chemieeinsatz in der Landwirtschaft bei.
Die Landwirtschaftslobby redet zwar gerne vom Umwelt und Landschaftsschutz, in Realität geht es der konventionellen Landwirtschaft allein um Effizienzsteigerung und Profitmaximierung - je größer der Betrieb ist, desto mehr wird aus dem Bauern ein Industrieller.
Spritzen, damit meine ich auch das übermäßige Düngen der Böden. Ich weiß nicht, ob allgemein bekannt ist, dass der Duisburger Hafen ein großer Umschlagplatz für Gülle ist, die mit Tankschiffen dort angelandet wird. Ich sehe in jedem Herbst die mit Gülle beladenen anklastzüge auf der Landstraße, die durch den Vorort führt, in dem ich wohne. Die LkWs kommen direkt aus dem Duisburger Hafen. Die Gülle landet dann umgehende auf den Äckern in der Umgebung meines Wohnorts. Und die Gülle wird auch ausgebracht, wenn der Boden gefroren ist. Das Ergebnis: Ich glaube nicht, dass es in meiner Region auch nur ein kleineres Fließgewässer gibt, dass nicht mit Gülle belastet ist. Klare Bäche, saubere Füsse und Seen wie im Alpenvorland gibt es bei mir nicht!
Bei Unkraut trifft das zu, Schädlinge kann man biologisch bekämpfen. Aber Pilzerkrankungen, wie die bekannte Kraut und Braunfäule bei Tomaten, gedeihen im Gewächshaus sogar besser als im Freiland. Kann ich dir ein Lied von singen in meinem Gewächshaus.
Das wusste ich noch nicht. Ich habe mir nur aus alten Zeiten gemerkt, dass es gut ist, über Tomaten ein Dach zu haben, damit sie nicht ständig nass regnen, weil das auch die Braunfäule fördert. Vielleicht dann besser keine Seitenwände, damit es dort kein feucht-warmes Klima gibt.?
Ich habe leider keinen „eigenen“ Garten - nur eine Dachterrasse. Allerdings gehören mir die Einzelgärten der Erdgeschossbewohner prinzipiell auch, da das Gemeinschaftseigentum ist (mit Sondernutzungsrechten für die Erdgeschossbewohner). Ich habe aber fast jedes Jahr auf meiner Terrasse einen oder zwei Amseln, die im Erdgeschoss aus den dort die Minigärten umsäumenden Laubhecken bzw. den dort gebauten Amselnestern fallen.
Oft ist der erste Zufluchtsort vor den Katzen die durch einen Gitterrost geschützten Kellerfenster.
Von dort bergen sie unsere lieben Mitbewohner und bringen sie uns dann (wir sind in der Anlage schon dafür bekannt, dass wir uns um solche Fälle kümmern).
In fast allen Fällen werden sie dann auf besagter Terrasse aus der Luft von den Eltern noch versorgt, sodass wir uns gar nicht weiter kümmern müssen. Die Terrasse ist gottlob völlig katzenfrei
Ich weiß natürlich nicht, wie das dann dieses Jahr weitergeht, wenn mein Enkel laufen kann, und an den Türgriff zur Terrasse kommt.
Auch überlege ich mir schon seit Längerem, ob ich nicht mal was für die Spatzen aufstelle.
Das sehe ich zwar genauso, aber es geht mir bei all diesen Aktionen wieder mal nicht darum, die Welt zu retten, sondern ich tue das, weil es eben dazu führt, dass zumindest mehr Tiere überleben – und weil es vor allem auch Spaß macht.
Das steht bei uns allerdings auch unter dem Vorbehalt des familiären Konsens - als sich vor ein paar Jahren mal auf der Terrasse in einem Holztrog eine Hornisse ansiedeln wollte (Artenschutz hin oder her), war der heimische Protest leider zu groß, um diese dort bleiben zu lassen (auch mein Hinweis, das unter allen Stechinsekten die Hornisse die am wenigsten aggressivste sei (wobei ich das nicht wirklich belegen konnte :, sie ist aber viel weniger aggressiv) - zumindest in Relation zu Wespen) hat dabei nichts geholfen. Aber an die Insekten sollten wir (das ist hier natürlich off-topic) schon auch denken, da ein Grund für das Vogelsterben auch der Nahrungsmangel in Form von Insekten ist.
Das ist grundsätzlich richtig - er kann sich auch schon sehr lange mit etwas beschäftigen - dazu gehört aber immer noch, etwas in den Mund zu nehmen; erklären ist auch noch schwierig, da er des Deutschen leider noch nicht mächtig ist - kommt wohl erst nächstes Jahr.
So lange die flugunfähigen Jungtiere also zwischen und auf den Blumentöpfen umherspringen, sind sie, sobald er demnächst laufen kann, also ein interessantes „verfolgungswürdiges“ Studienobjekt.
Aber mal sehen - kann auch sein, dass erst gar kein Jungtier von den Nachbarn kommt dieses Jahr - mal sehen
Ich hatte mal für einen kurzen Moment den Impuls, alle ausgebrüteten Amseln unserer Hecken auf meinen Balkon unterzubringen - es werden schließlich auch einige von den Katzen jedes Jahr gefressen.
Aber das ist natürlich völlig überdreht und hat mit Vogelschutz selbstredend nichts mehr zu tun, sondern nur mit dem eigenen Ego - es war aber gottlob nur ein kurzer Impuls, den ich schnell wieder eingefangen habe.
Das würde auch nicht funktionieren - wir hatten in 2 Jahren mal 2 Jungtiere, die von wahrscheinlich 4 Eltern versorgt wurden - da war schon richtig was los an Flugverkehr, weil gefühlt ständig irgend ein Elternvogel mit was neuem angeflogen kam. Ich habe leider nicht herausfinden können, ob neben dem Jungtier auf unserer Terrasse nicht auch noch ein zweites, im Nest verbliebenes Tier obendrein versorgt wurde (ich bin eben kein Wissenschaftler).
Seit ich das Schauspiel beobachte, stelle ich fest, das im vgl. zu unserer Art der Kinderbertreuung das Versorgen von Vogelkindern eine sehr stressige Angelegenheit zu sein scheint
(Hervorhebung von mir)
Ist das nicht alles eine Frage der Perspektive?
Das wird in der Praxis rel. schwierig, da ein Kaninchendraht erstens nicht so hoch, zweitens nicht so stabil ist, als das er nicht von ihm schnell niedergerissen werden könnte, drittens kann ich (insbesondere, wenn mehrere Jungvögel auf der Terrasse gleichzeitig versorgt werden), auch gleich die ganze Terrasse einzäunen – und schließlich sollte er weder eine Verletzungsgefahr für die landenden Eltern noch eine Einschränkung für die Flugversuche der Jungvögel sein.
Die Lösung wird also wahrscheinlich sein, die Terrasse für ihn prophylaktisch zu sperren – so, wie man das in der „freien Natur“ auch macht, um Vögel während der Brut und Aufzucht zu schützen.
Wir hatten mal an unserem Messesee ein brütendes Schwanenpaar. Da die Umzäunung des Nests nicht wirklich gut möglich war (auch wenn ein paar Enthusiasten das versucht haben), war es nur eine Frage der Zeit, bis die Hunde sie vertrieben – es blieb beim Nestbau und Eierlegen
(Zugegeben, etwas offtopic, da Schwäne nicht zu den „klassischen Gartenvögeln“ gehören)
Naja, ich hatte einen richtigen Laufstall gemeint, den man mit Kaninchendraht auskleidet, damit die jungen Amseln nicht durch die Gitterstäbe ausbrechen können, aber es kann schon sein, dass das den Amseleltern nicht gefällt. Ausprobiert habe ich das noch nicht.
Irgendwie ist der Schutz von Käfern gar nicht im öffentlichen Fokus. Für Fluginsekten gibt es “Bienenweiden” und “Insektenhotels”, die Vögelein werden gefüttert und getränkt und bekommen Nistkästen, auch die Igel haben Aufmerksamkeit und bekommen Winterverstecke. Aber ich stelle fest, dass es immer weniger Käfer im Garten gibt, selbst die früher häufigen Marienkäfer sind inzwischen selten. Ohrwürmer gibt es auch kaum noch welche. Aber Igel und Vögel ernähren sich von Käfern. Warum sind Käfer so selten geworden und gibt es auch “Käferhotels”?