"Die Welle" in Russland?

Ich habe mir Gedanken gemacht wie weit Russland inzwischen entrückt ist.

Mehrere Fakten waren mir aufgefallen:

  • Ich sah eine Reportage, in der Frau Marija Alexejewna Lwowa-Belowa, Amt der Präsidialkommissarin für Kinderrechte in Russland, mit Präsident Putin sprach. Gegen sie besteht ja ebenso wie gegen Putin immer noch ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Mir fiel auf, wie überzeugt die Kommissarin von ihrer Arbeit für die Kinder aus der Ukraine war und fand das ganze Gespräch gestellt, es schien fast so, als wäre es dem Präsidenten unangenehm. Frau Lwowa-Belowa erschien mir in diesem Gespräch voller Eifer und erinnerte mich sehr an die Figur von Frau Goebbels in " Der Untergang".

  • Ich las von der Junarmija, der Kinder -und Jugend-Militär-Erziehungsorganisation Russlands, die es seit einigen Jahren gibt und die einem Bericht nach durch den Ukraine-Krieg regen Zulauf bekommen hat. Mir erscheint eine Parallele zur Hitler-Jugend nicht abwegig. Sie gibt es auch für Mädchen, was wiederum an den BDM erinnert.

  • Mir war das Verhalten von mindestens einer - nicht allen Sportlern, aufgefallen, die sich absolut arrogant und überheblich als Russin dargestellt hatte.

  • In einer Reportage aus Russland erwähnte eine Frau, mittleren Alters, dass man von uns Russen noch hören werde.

  • In einer anderen Fernsehreportage sprach eine ältere Kriegsgegnerin aus Russland davon, dass Russland nun die selbe/gleiche Krankheit hätte wie einst Deutschland (kann mich an ihre Wortwahl nicht mehr genau erinnern).

  • Russland aber werde entweder als souveräner Staat fortbestehen, «oder es wird Russland nicht mehr geben», sagte Putin. Ich frage mich, wer hindert Putin und Russland daran, dass sie ein souveräner Staat sind und mit welcher Intention kommt der russische Präsident zu so einer Äußerung?

Vielleicht kennt jemand von Euch in dem Zusammenhang den Film " Die Welle" von Dennis Cansel. Er zeigt wie schnell sich eine Bewegung bildet und Eigendynamik annimmt, die vorher in dem Ausmaße gar nicht geplant wurde. Ein früheres Mitglied bei uns im Kreisverband Hamm sagte mir vor fast zwei Jahren, er wäre in Russland gewesen, und weiß was dort abgeht. Ich konnte ihn nicht mehr nach seinen Erfahrungen befragen.

Vielleicht hat jemand hier im Forum Russland-Erfahrungen und weiß die Gefahr einzuschätzen, inwieweit Russland einen für den Westen sehr gefährlichen Weg gehen kann. Inwieweit kann die Bevölkerung Russlands eine Eigendynamik annehmen, in ihrer Rolle, es der Welt zeigen zu wollen. Hitler wurde gewählt und von der deutschen Bevölkerung lange unterstützt - gar verehrt. Meine Großtante mochte die Uniformen im 3. Reich, und sie sprach von den schönen Liedern, die man als Mädchen und junge Frau in den Gruppen gesungen hatte und sagte, Hitler hätte den Deutschen Arbeit gebracht. Dass Putin also von der Mehrheit der Russen unterstützt wird, könnte fatal sein.

Unser Verteidigungsminister meinte ja auch, es wäre nicht nur Säbelrasseln aus Russland. der Kanzler selber sprach direkt nach dem Beginn des Krieges von imperialer Politik Putins, aber niemand verrät dem Normalbürger von unserer politischen Klasse, was die Herren Politiker zu diesen Überzeugungen treibt.

Die Propaganda im russischen Fernsehen sind mehr üble Ulk-Veranstaltungen - aber ist die Wahrheit über das heutige Russland viel schlimmer und noch ernster?

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Ich war da und habe noch ein paar Jahre einige Kontakte gehabt, die mich dahingehend demotiviert haben, das es nur eine Bewegung weg von der Demokratie gegeben hat.

Autokratie und Ein Personen Herrschaft haben eine fast mythologische Verwurzelung im Denken der Landbevölkerung. Demokratie hat bei diesen ohne große Veränderung keine chance.
Vielleicht arbeiten da irgendwelche der vielleicht 20 % echten Demokraten Russlands dran.

Da es jedoch ohne Pressefreiheit und ohne NGOs keine verlässlichen Informationen aus Russland gibt, müssen wir uns zum Beispiel beim Thema Umwelt oder Permafrostverluste bzw. Moorbrände auf Satelitenbilder beschränken.

In der Landbevölkerung ( über 60 % = ca 100 Millionen von 165 Millionen Gesambevölkerung ) gibt es immer noch Schicksalhaftigkeit und unbegrenztes Ertragen was immer eine beliebige Situation ( der große Autokrat erschafft diese ) von Ihnen verlangt.
In den 20 - 40 % , die demokratische Prinzipien vorziehen gab es mutige aber aussichtslose progressive Entwicklungen.

Die paar Städter haben bei Wahlen mangels Mehrheit bei Mobilisierung des Landvolks nicht viel zu sagen.

Nur wenn die progrssiven Menschen gegen die Fehler des Systems Putin erfolgreich mobilisieren können, werden sich die Grenzen verschieben.

Putin hat vor 20 Jahren aufgeschrieben was er zu tun gedenkt. Nur der Name der Schriften war anders als bei Hern Hittin…Och Mist - Putler ? - Ach - so ähnlich.

Jedenfalls macht er sich tatsächlich sogar ein paar Gedanken , was nach Lissabon dran kommt, das Ergebnis diesen Gedankens kenne ich nicht wäre aber nicht wirklich interessant.

Die Fähigkeiten unkontrollierbarer Wahlmanipulation sind seitens der Regierung
so in etwa grenzenlos.

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Ich hatte und habe noch Ukrainer bei mir privat aufgenommen und kümmere mich um weitere 160 Ukrainer, die hier in Deutschland gestrandet sind. Viele haben russische Wurzeln, wie die 84 jährige Tamara, eine ehemalige Chef-Pathologin, gebürtig aus Novosibirsk. Sie hat Putin als Verrückten bezeichnet (zu einer ähnlichen Diagnose würde ich auch tendieren: PTBS mit ausgeprägtem Schwarz-Weiss Denken und Paranoia. Der hat als Jugendlicher auf den Straßen in St.Petersburg wohl eine zu viel auf die Mütze bekommen, als er noch Straßenschläger war).
Interessant ist die Kommunikation von Ukrainern, die mit Familienangehörigen in Moskau und anderswo in Russland telefonieren. Da wird das Propaganda Narrativ wiederholt: wir befreien euch doch nur von Nazis und bringen warme Kleidung und Essen. Wenn die Ukrainer dann von Greueltaten berichten, wird meist die Kommunikation abgebrochen. Da gehen tiefe Risse durch die Familien.

Wenn der russische Goebbels Solovyov im Staatsfernsehen schwadroniert, werden auf Grund der Sicherheitsapparate die meisten Bürger brav nicken. Kritiker werden eliminiert. Vergleicht man das mit anderen Ländern, so ist die Macht der Medien nicht unerheblich. Wenn in den USA Fox News als Bühne für einen Narzissten dienen kann, der zum Sturm auf das Kapitol aufrufen kann, so erscheinen mir hier die Medien nicht nur Ursache, sondern Lösung zu sein.

Ob der Krieg militärisch zu gewinnen sei, da folgen wir auch schon mantrahaft den Medien. Mehr Munition, mehr Waffen, mehr Geld. Nur uns wird nicht nur die Luft ausgehen, sondern auch der Blick auf die Unterwanderung von Medien und Politikern.

Mehr Panzer bringen nichts, da sie in den Minenfeldern verbrennen. Mehr Langstreckenraketen bringen uns näher an einen atomaren Konflikt. Aber das, was die Ukraine tatsächlich braucht, rücken die Amerikaner nicht raus. Effiziente Abwehrsysteme von Drohnen. Es gibt auf kleinen Quads installierte Lasersystem, die die russischen Drohnen abwehren könnten. Auch gibt es Flugabwehrsysteme, die nicht teure Raketen, sondern normale Geschossmunition verschießen und durch Radar sehr treffsicher sind.
Würde man den Soldaten an der Front zuhören, was sie an der Front benötigen, so käme die Antwort Kampfdrohnen. Auch da gäbe es interessante Entwicklungsansätze, die nur ein Bruchteil eines teuren Panzers ausmachen würde.
Weder die USA noch Europa hat aus der Geschichte gelernt. Sie folgen immer noch der Doktrin aus den 60ern mit mehr erreicht man mehr. Die USA glauben, dass der Vietnam-Effekt irgendwann in Russland einsetzen müsse. Wenn genug Soldaten gestorben sind, wird die Bevölkerung sich irgendwann gegen Putin auflehnen. Das wird jedoch nicht passieren, da der Russe seit der Zarenzeit die Knechtschaft gewohnt ist. Erst die Zaren, dann die Kommunisten, dann die mafiösen Olligarchen und nun Putin. Nichts wird sich da ändern.

Die Strukturen wie im Film „die Welle“ sind die selben wie in Nazi-Deutschland. Kontrolliere die Medien und die Jugend, beseitige deine Gegner und schon kannst du alles machen. Funktioniert bei Putin, Kim yong Un, Erdowahn und wie sie alle heißen… funktioniert auch vermutlich bald in Sachsen, wenn Adolf Höcke regiert… oder hat er nen anderen Vornamen?

Wir sollten also eher in die hybride Kriegsführung einsteigen. Internet und Staatsmedien in Russland hacken und sie mit Wahrheiten überziehen. Ähnlich wie die Hackerattacke gegen verschiedene Tankstellen im vergangenen Jahr, als alle Zapfsäulen zwischen Moskau und St.Petersburg STOP THE WAR anzeigten…

Es wird ein böses Erwachen für die Russen geben, wenn Putin irgendwann mal das Zeitliche segnet. Ebenso wie die Nordkoreaner oder die Türken…

Hier sollte man vorbereitet sein und jetzt schon oppositionelle Strukturen im Exil stärken. Bei den Nazis hat man ja auch heimlich BBC London gehört und in der DDR heimlich Westfernsehen geschaut.

Leider wird es nach Putin immer noch genügend 200%ige geben, die sein Narrativ vom gefährdeten Russland ebenso vehement vertreten, wie die Rednecks in den USA immer noch glauben, ihnen sei die Wahl gestohlen worden.
Selbst in Deutschland werden bestimmte Narrative immer lauter. Was hilft da also? Bildung, Bildung und nochmals Bildung… dann haben solche Rattenfänger keine Chance.

[quote=„Dorfprojekt-Sarnow, post:3, topic:3298“]
Wenn genug Soldaten gestorben sind, wird die Bevölkerung sich irgendwann gegen Putin auflehnen. [/quote]

Das ist die einzige logische Konsequenz in unseren westlichen Staaten und in unseren Köpfen.

Das ist leider vermutlich richtig. Ich war richtig erschrocken, als Artur Rehi das in einem video sehr plausibel dargelegt hat. Denn das wirft die Frage auf:
Was ist denn dann eine Endebedingung für den Krieg?

  • ein Waffenstillstand am jetzigen Frontverlauf kommt nicht in Frage, weil Putin dann mit seinem Angriff etwas gewonnen hätte
  • wenn wir die Ukraine mit Waffen vollstopfen und sie es schaffen, die Russen aus allen besetzten Gebieten rauszudrängen, endet der Krieg nicht automatisch. Dann ist lediglich der Frontverlauf identisch mit der Landesgrenze und es würde ein Abnutzungskrieg werden, den Russland vielleicht sogar gewinnen könnte.
  • einen Einmarsch der Ukraine nach Russland kann man wohl ausschließen. Zum einen ist Russland dafür etwas zu groß und zum anderen würden die westlichen Waffenlieferungen sofort versiegen.
  • Putins Tod wäre die eleganteste Lösung. Jeder noch so blöde Nachfolger könnte den Krieg als großen Fehler Putins bezeichnen und die russische Armee (bzw. was davon noch übrig ist) sofort abziehen und Frieden schließen (sofern die Ukraine auf Reparationszahlungen verzichtet)..

Lernen wir aus der Geschichte. Wie und warum endete der erste Weltkrieg? Weil der Aggressor de facto ausgeblutet war an Mensch und Material. Würde hier die Ukraine de jure als Sieger herausgehen, so würde eine große Reparationsforderung den gleichen Effekt wie in Deutschland damals haben. Dolchstoßlegende und der wirtschaftliche Exitus, gepaart mit einer ungefestigten Demokratie würden dem nächsten Despoten und Nationalisten Tür und Tor öffnen.

Eine Lösung wie im Korea Krieg wäre denkbarer. Eine DMZ (demilitarized zone) mit einem internationalen Kontingent als friedenssichernde Maßnahme. Doch wen würden die beiden Seiten dafür akzeptieren? Die Schweiz? Die könnten keine 1200 km lange Front beaufsichtigen. Die Nato würde am Veto Russlands scheitern, China würde von den Ukrainern abgelehnt werden. Vielleicht noch die Schweizer Garde des Vatikans? Ach, das sind ja auch Schweizer…

Russlands Strategen haben wenig Einfluss auf den Kriegsverlauf, da Zar Putin alleine entscheidet. GröFaZ Putin hat seine jugendliche Erfahrung als Strassenschläger in St.Petersburg auf internationales Niveau gebracht. Nur absolute Gewalt versteht er. Also muss ihm solange Gewalt entgegen gesetzt werden, bis entweder die Mütter der Gefallenen rebellieren (deren Macht sollte man nie unterschätzen), seine eigenen Leute ihn abservieren oder er auf seinem stillen Örtchen einem Herzinfarkt erleidet. Ich habe die Hoffnung, dass wie nach dem Machtwechsel in der Sowjetunion dann der neue Machthaber das militärische Abenteuer seines Vorgängers beendet (damals Afghanistan).

Aus heutiger Sicht und nach Analyse der vielen Kriegsvideos aus der Ukraine wäre die technische Ausstattung an Drohnenabwehr (Lasersysteme auf Quads) in großem Stil sowie radargestützte Luftabwehr mit E-Guns in verschieden großen Kalibern hilfreich für die Ukraine, damit der Bombenterror endlich unterbunden werden könnte. Dafür sollte man an den Panzern sparen. Die Infrastruktur der Ukraine wäre geschützt. Würde man die Ukraine dann noch befähigen, eigene Kampfdrohnen zu entwickeln (beschrieben in einem anderen Beitrag) und in großer Serie herzustellen, wäre der Blutzoll für die Ukrainer nicht gar so hoch und die Alliierten wären zudem entlastet.

Ein weiterer Punkt wäre die Geschlossenheit in der Nato zu festigen. Dazu müsste sich die Nato auch mal reformieren und Quertreiber wie Orban oder Erdogan schlichtweg rauswerfen.

Andere Lösungen sehe ich lediglich, wenn vielleicht irgenwelche Aliens mit Ufos intervenieren würden.

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Was genau meinst Du damit? Laser?

Nein, Laser sind damit nicht gemeint, auch wenn das US-Militär über kleinere Laserwaffen zur Flugabwehr (speziell Drohnen) verfügt, die auf Quads eingesetzt werden. Somit kein Munitionsverbrauch. Wegen der optischen und Kühlungskomponenten jedoch teurer in der Anschaffung.

Als E-Guns werden elektrisch angetriebene Maschinengewehre bezeichnet, die über mehrere Läufe (in der Regel 6) verfügen. Dadurch wird eine enorm hohe Schusskadenz erreicht, mit der man theoretisch Bäume fällen kann.
Vorteil: relative ruhige Zielführung, da die Rückschlagsbewegung im Vergleich zu einer Maschinenkanone nicht so heftig ausfällt.
Nachteil: Hoher Munitionsverbrauch und hoher Rohrverschleiss.

Fliegende Objekte können dadurch effektiver zerstört werden. Ist die Zielführung Radar-gesteuert, können kurze Feuerstöße gegen anfliegende Drohnen, speziell die Shahed-Drohnen aus iranischer Produktion, die relativ tief und langsam fliegen, erstaunliche Ergebnisse erzeugen. Im Prinzip beruht das System auf dem des Gepard Flak Panzers, der sehr gute Ergebnisse in der Ukraine liefert. Jedoch kostet ein Gepard viel Geld und wird nicht mehr gebaut.

Die Systeme können heute wesentlich kompakter gebaut werden und auf Quads mobil im Grenzgebiet verteilt werden. Jedoch bräuchte man dafür einige Tausend davon. Verglichen zu einer F16 eine überlegenswerte Option.

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Da wir nicht wissen, wie lange er Präsident sein wird, und ich meine, der Westen nicht abwarten sollte, bis er nicht mehr das Amt trägt, außerdem noch gar nicht wissen, wer dann an die Macht kommt, doch mein Bestreben zum Putin Versteher:

Was hatte er denn vor 20 Jahren aufgeschrieben, was den Vergleich zu " Mein Kampf" zulassen würde?

Vor gut 20 Jahren hatte er noch eine Rede im Bundestag gehalten und das was er anbrachte, führte zu Applaus und Würdigung - parteiübergreifend.

Ich glaube gar nicht, dass er im Kern gegen die EU ist. Er ist nur gegen die EU, wenn die gegen Russland ist.

Die Nato halte ich für geeignet, wenn diese sich nicht aus dem „Hirntod“ aufgewacht, alleine wieder als Schutzmacht des Westens sieht, sondern darüber hinaus denkt, wie die Welt in den Zeiten der höheren Meeresspiegel und der Dürren in vielen Landstrichen, durch die Klimaerwärmung, sicherer gemacht werden kann, wie ein Ausgleich zwischen dem Kapitalismus, der Begrenzung der Auswirkungen auf das Erdklima, gegen Ausbeutung und für Umweltschutz geschaffen werden kann. Das Veto der Russen von dem Du schreibst könnte in eine Zustimmung umgewandelt werden und genau das sollte das Ziel internationaler Politik sein, um der Ukraine, Georgien und der Republik Moldau, schließlich auch den Balten, Finnen und sogar Russland selber zu helfen (Polen ist durch die Administration Tusk in Richtung Westen gerückt) - Stück für Stück pragmatisch umgesetzt.

eigentlich wurde die UN gegründet, um als eine Art „Weltpolizei“ zu fungieren und militärische Übergriffe durch einen Aggressor zu beenden. So fing der Korea-Konflikt an. Da die Welt in drei Blöcke zerfiel (Nato, Warschauer Pakt und Neutrale), funktionierte dieses System nicht mehr.
Die Nato in dieser Funktion ist schlicht und ergreifend undenkbar, da eine Einigkeit unmöglich ist. Siehe der Widerstand der Türkei am Nato-Beitritt Schwedens. Solange man da Quertreiber wie einen Orban oder Erdowahn hat, die ihr eigenes nationales oder religiöses Süppchen kochen, wird das nichts.
UN oder Nato-Friedensmandate würde dann vermutlich auch an Deutschland scheitern, da auf Grund der Historie sich kaum einer zu energischem Handeln finden würde. So geschehen im ersten Golf-Krieg. Selbst in Afghanistan wurde trotz der vielen Gefallenen und Verwundeten nicht von Krieg gesprochen, obwohl es einer war.
Eine Führungsrolle Deutschlands in der Nato bei einem eventuellen neuen Trumpismus in den USA sehe ich auch nicht, da Deutschland unfähig ist, sein Militär so auszurüsten, wie es notwendig wäre, um solche Missionen zu erfüllen.
Solange Deutschland nur das kauft, was die Industrie anbietet, anstatt nach Truppenbedarf entwickeln zu lassen, werden aich 100 Milliarden Sondervermögen ohne Wirkung in irgendwelchen ominösen Kanälen verdampfen.
ERGO: nicht nur die NATO benötigt dringend grundlegende Reformen, sondern auch die Bundeswehr und die bundesdeutsche Außenpolitik.

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Wenn Deutschland das nach Bedarf entwickeln zu lassen, wird es in der Regel noch teurer. Siehe z.B. die Digitalfunkgeräte, Euro Hawk, A400M, MEADS usw. Da ist es oft billiger, wenn wir ein bewährtes Teil „von der Stange“ kaufen. Auch wenn man dann Kompromisse machen muss.

nun ja, in den 60ern wurde ein VTOL (vertical take off and landing) Frachtflugzeug entwickelt, bei dem die Fly by wire Technik entwickelt wurde. Wurde zugunsten einer Bestellung aus USA eingestellt.

In den 70ern entwickelte man in Mönchengladbach den Fan-Trainer, ein kostengünstiges Jet-ähnliches Trainingsflugzeug. Wurde zu Gunsten von Alpha-Jet eingestampft.

Grund waren immer wieder Amigo-Affären in der Politik.

In den USA werden Wettbewerbe in den Unis ausgeschrieben, um Prototypen zu entwickeln. Sind diese interessant, übernimmt das Militär und lässt sie durch die Industrie weiterentwickeln.

Würde man in Deutschland ein ähnliches Konzept entwickeln, würden mit Sicherheit einige private Erfinder und Unis erhebliche Entwicklungsschritte produzieren. Natürlich sollte man hier den Bedarf der Truppe nicht ausser Acht lassen. Analysiert man den Ukraine Krieg (leider ist jeder Krieg Motor für Innovationen), so stelle ich fest, dass wir weder in der Drohnenabwehr (ausser dem alten teuren Gepard-Panzer) nichts zu bieten haben. Eigene Recon-Drohnen, Kampf-Drohnen für long distance, aber auch kleine Drohnen für den point blank Kampfeinsatz sind de facto nicht existent. Elektronische Kampfführung wie, Dorhnenabwehr, eigene Mesh-Netze ins Kampfgebiet tragen und natürlich die Kommunikation hinken hinterher. Hier sollte der Industrie ein Pflichten und Leistenheft auferlegt werden. So passt dann auch ein Funkgerät in einen Panzer oder eine Drohne hat dann auch ein Anti-Kollisions-Warnsystem.
Aber was will man im Koblenzer Wehrbeschaffungsamt von studentischen Hilfskräften erwarten? Bei solch einer Behörde sollten Leute sitzen, die einen Panzer oder ein anderes Kampfmittel nicht nur aus dem Prospekt kennen.
Aber das ist die Baustelle von Herrn Pistorius.

Wenn ich mich richtig erinnere, war der Einsatz von bewaffneten Drohnen bis vor kurzem sehr umstritten. Ich glaube, auch unsere Partei hatte da erhebliche Vorbehalte. Aber die Zeiten ändern sich.

Die Unis machen bei uns Grundlagenforschung. Sie entwickeln keine Waffen. Private Erfinder? Gibt es die? Waffenentwicklung ist sehr teuer, da kann ein privater Erfinder wenig reißen.

Was Du mit „Entwicklungsschritte produzieren“ meinst, verstehe ich nicht.

es gibt jede Menge private Erfinder. Leider verschwinden die meisten Patente in der Schublade eines großen Konzerns und sehen nie das Tageslicht.

Nehmen wir mal die Informationstechnik, die bis vor kurzem vor allem von der Telekom bei dem chinesischen Anbieter Huawei gekauft wurde. Da geht es um mobile Datenübertragung, also WLAN.
Derzeit werden WLAN Daten zwischen 2,4 und 5 GHz übertragen. Je niedriger die Frequenz, um so höher die Durchdringung in Gebäuden, dafür aber leichter zu stören. Je höher die Frequenz, desto größer die Reichweite.
Solche Funksignale zu takten und damit zu verschlüsseln ist eine Sache. Sie gegen Störversuche abzuschirmen (indem verlorene Datenpakete durch KI ergänzt werden) wären zum Beispiel Teil der Grundlagenforschung an Unis. Somit wäre die Uni nicht direkter Waffenentwickler, aber das Militär könnte solche Sachen dann in Drohnen einsetzen. So könnte ein Drohnenschwarm von mehreren hundert Drohnen zum einen das gegnerische Flugabwehrsystem überfordern (wie die Hamas in Israel den Iron Dome überfordert hat) und zum anderen ein Mesh-Netzwerk in den gegnerischen Raum hineintragen und somit die nutzbare Reichweite erheblich erhöhen. Ich denke daran, wie in der Ukraine, gegnerische Aufmarschgebiete und Kolonnen, sowie Nachschubrouten erheblich zu stören.
Ich habe mal einen privaten Entwickler getroffen, der einen Webstuhl für Kohlefaserfäden entwickelt hat, mit dem sich gekrümmte Wabenmuster herstellen lassen. Damit kann man metallfreie hochtragfähige Tragflächen für Drohnen herstellen. Wie so oft wurde er als Spinner abgetan.
Was ich in der Ukraine sehe, sind pfiffige DIY Lösungen (Material aus dem Baumarkt), mit der herkömmliche Hobby-Drohnen zum Schrecken der Russen in den Schützengräben entwickelt wurden.
Wenn ich mir vorstelle, wie das Prozedere in Deutschland wäre, hätten wir vielleicht in 8 Jahren den ersten Prototypen, der dann doch nicht fliegen kann, weil die Bundeswehr dann wieder eine Eier legende Wollmichsau haben möchte.

Wir lernen durch den Ukraine Krieg, dass bewaffnete Drohnen nicht nur im fernen Afghanistan aus Versehen Zivilisten töten können, sondern durch Eliminierung von feindlichen Kräften im rückwärtigen Raum das Leben der eigenen Soldaten schützen kann. Ich wäre prinzipiell gegen einen Einsatz von Kampfdrohnen wie beschrieben in Konflikten wie in Afghanistan. Aber käme es zu einem Konflikt mit den Russen, wären tausender dieser kleinen Drohnen die einzige Möglichkeit, irgendwie den Gegner aufzuhalten. Die Bundeswehr hätte ja nur für drei Tage Munition und die Präzisionswaffen, wie eine Panzerhaubitze 2000 wäre nach wenigen Tagen defekt durch den hohen Verschleiß.

Wenn sich einige Modellbauer zusammen täten, um eine mittelgroße Drohne zu entwickeln, weil ein Preisgeld ausgeschrieben worden wäre, diese Entwicklung könnte man als Produktion von Entwicklungsschritten bezeichnen. Also Förderung der Evolution im technischen Bereich.

Eigentlich ist es genau andersrum

Davon habe ich noch nie gehört. Normalerweise macht man das durch ein erneutes Senden des Datenpakets.

Mesh-Netzwerke kenne ich nur im Zusammenhang mit Routern im Haus.

Vielleicht weil es einer war? Einsatz von Kohlefaser bei Flugzeugen ist durchaus üblich, dazu braucht man keine privaten Erfinder.

Wird längst gemacht.

darf ich Euch beide mal fragen, woher Ihr Eure militärtechnischen Kenntnisse habt?
Mir sagt das alles nix, umso mehr würde ich gerne wissen, wo Ihr das herhabt.

fast 10 Jahre Militärdienst 1983 bis 1992…

Mesh Netzwerk ist bei Routern. Drohne kann als Router dienen… Sender und Empfänger zugleich

sorry mit den Frequenzen…ist schon spät und ist schon lange her, dass ich das gelernt habe.
Verlorene Datenpakete können durch Störsender entstehen. Wenn also nur einige Fragmente fehlen, kann KI diese ersetzen, wenn der Datenfluss entsprechend über Prozessoren und Software geleitet wird. Bei Störsendern machen neu gesendete Pakete wenig Sinn.
Es geht eigentlich nur darum, die gestörte Drohne aus dem Gefahrenbereich zu bringen und nicht um die Mission zu Ende zu bringen.

Ich habe keine speziellen militärtechnischen Kenntnisse, kenne mich aber, berufsbedingt, mit IT und Datennetzen etwas aus. Die Verwendung von Carbon und Kunststoffen beim Flugzeugbau ist Allgemeinwissen für interessierte Laien.

Das wird er fast immer. Wenn Datenpakete z.B. in einem verschlüsselten Datenstrom fehlen, kann man die prinzipiell nicht ersetzen. Weder mit herkömmlichen Algorithmen noch mit KI (was auch immer Du darunter verstehst). Da hilft nur Resend. Bei zeitkritischem Audio und Video-Streaming ist ein Resend oft nicht möglich, das müssen die die fehlenden Frames „erraten“ werden, führen aber zu einer u.U. deutlichen Qualitätsverschlechterung. Ob bei dem Erraten mittlerweile KI-Verfahren eingesetzt werden, bezweifle ich, weiß es aber nicht definitiv.

Meiner Meinung nach ist die derzeitige Lage zwischen der Nato und Russland im Bezug auf den Krieg in der Ukraine dadurch entstanden, dass die Nato-Staaten zunächst sehr vorsichtig reagierten und erst nach und nach einige Waffensysteme den Ukrainern zur Verfügung gestellt hatten. Auch wurde eine klare Linie gezogen, dass die Nato nicht mittels eigener Truppen in den Krieg eingreifen sollte. Zusammen genommen sind das zwei Vorteile der Nato, die den Ball der Möglichkeiten, den die Nato jetzt dadurch hat, politisch einzugreifen, aufgepumpt haben. Ungarn und Slowaken, vielleicht auch mit diesem Grund die Türkei, ziehen sich zurück, weil sie zu Russland halbwegs intakte Beziehungen führen. Wichtig ist doch, dass man Russland, nicht im 21 Jahrhundert noch, mit Annexionen von Gebieten eines Nachbarlandes durchkommen lassen darf, was immer auch für Menschenrechtsverletzungen auch von der ukrainischen Seite an in der Ukraine lebende Russischstämmige verübt worden war. Findet man zu diesem Kodex innerhalb der Nato zusammen, gilt der alte Grundsatz, wie er im Pakt gegen Hitler oder Napoleon galt, gegen Einen (Russland) halten alle gemeinsam zusammen.

Ich sehe Deutschland auch eher in einer beratenden Rolle in der Nato als in einer Führungsrolle. Die Gefahr eines Wechsels der amerikanischen Regierung auf die Republikaner, oder gar eine zweite Amtszeit von Donald Trump, ist realistisch. Deshalb sollte man aus Sicht der Europäer alles versuchen, dass den Demokraten in den USA mit dem Befrieden des Krieges im Interesse der Ukraine und in Akzeptanz Russlands ein Coup gelingt, bevor die Demokraten abgewählt werden. Die Sicht auf einen Coup durch ein Abkommen zwischen Joe Biden und Putin, ähnlich dem damaligen Abkommen zwischen Reagan und Gorbatschow zur Abrüstung, nach einer Lösung für einen Frieden zwischen der Ukraine und Russland, hielt Gorbatschow noch vor seinem Tod für wahrscheinlich.