Ich finde den Ansatz, wer will verhandeln und nicht verhandeln an der Stelle zumindest von der Einschätzung her spannend. Entweder waren es Horst Teltschik oder Wolfgang Ischinger, beides frühere Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz. Einer von beiden hatte im TV bei Maischberger überraschend die unerwartete Bereitschaft, Wladimir Putins 2014, die Minsker Verträge zweimal zu verhandeln, hervorgehoben. Teltschik oder Ischinger, ich weiß wirklich nicht mehr wer von beiden, sagte, alle waren damals davon ausgegangen, er, Putin holt sich die ganze Ukraine.
Wolodymyr Selenskyj hatte diesen Verträgen von Anfang an nicht viel abgewinnen können, er hatte das mehr als Schlichtung gesehen, denn als wirkliche nachhaltige Lösung.
Ich habe Wladimir Putin noch genau vom Bild her und seinen Worten im Kopf, wie er im Gespräch mit einen der Politikern aus dem Westen, kurz vor dem Überfall auf die Ukraine, gewesen war. Ich glaube es war eher Macron als Scholz, wo er sehr energisch, aber mit sehr wahrhaftig auftretendem Dialog, in dem er die Minsker Verträge erwähnte, sagte, dass MInsk nichts mehr bringen würde, Es war so formuliert, als würde er sich darüber selber aufregen.
Wenn man dann noch die russischen Vertragsentwürfe an die Nato und die USA betrachtet, ich hänge die hier noch mal an:
Russische Vertragsentwürfe für die USA und NATO – russland.NEWS
Wie kann man dann darüber spekulieren, dass Wladimir Putin und Russland nicht zu Verhandlungen bereit wären. Man kann über Inhalte sprechen, z.B. dass die neuen Nato-Staaten seit 1997 keine Erwähnung fanden, nur darauf hingewiesen wurde, dass die Nato-Staaten, die im Bündnis bis 1997 waren, Truppen nur bei einer schwerwiegenden Sicherheitslage, genauso verlegen dürfen wie Russland nach Westen (für die Nato-Staaten wie BRD, FRA, USA, Kanada, GBR etc. natürlich nach Osten).
Auch der Ausschluss der Sowjetstaaten für die Zukunft für eine Nato-Mitgliedschaft war natürlich von den USA und der Nato nicht akzeptiert worden.
Aber die Mühe, die sich Russland damit gemacht hatte, solche Forderungen aufzustellen und es klingt für mich authentisch für Wladimir Putin oder überhaupt Russland, die nach dem Versenden verlauten ließen: „Jau, das kann man so genau gegenzeichnen.“ Das ist identisch mir der Verlautbarung von dem einstigen Nato-Generealsekretär Robertson, der auf Putins Nato-Beitrittsfrage 2000 geantwortet hatte, dann muss ein Antrag auf Beitritt gestellt werden.
Mit dem ganzen Kontext, wie kann man behaupten und das wird immer wieder hier im Forum behauptet, mit Putin, respektive Russland, könne man nicht verhandeln. Die jüngsten Aussagen von Medwedew:
Abschließend stellt Medwedew einige Bedingungen, darunter den Sturz der rechtmäßigen ukrainischen Regierung und ein gesetzliches Verbot des „Kiewer Nazi-Regimes“ in Europa, die der Westen akzeptieren müsse, so die Ukrainska Pravda.
= Quatsch
Laut Ukrainska Pravda schlug Medwedew vor, dass „es besser wäre, die diplomatischen Beziehungen zu Finnland und ähnlichen Ländern vorübergehend auszusetzen oder zumindest für eine Weile auf ein niedrigeres Niveau zu bringen.“ Er argumentiert, dass die Ergebnisse der tiefgreifenden Auseinandersetzung zwischen Russland und dem Westen in einem neuen Dokument festgeschrieben werden sollten, ähnlich der Helsinki-Akte.
= Logisch
Logisch weil, in Putins, Russlands Forderungskatalog, waren die Vereinbarungen von Helsinki und vor Helsinki aufgeführt.
Des Weiteren, so Ukrainska Pravda, bekräftigt Medwedew Russlands Ziel, die „Bedrohung durch die Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO zu beseitigen“. Er äußert die Drohung, dass ein langanhaltender Konflikt bevorsteht, wenn Länder, die in einen Konflikt verwickelt sind, nicht in die NATO aufgenommen werden.
= Logisch
Logischer Ansatz, solange wie die Nato nichts unternimmt, bis auf Waffenlieferungen, ist der Konflikt da, wenn Russland nicht von selber aufgibt bzw. die Ukraine dieses täte, aber wenn die Nato perspektivisch aufnehmen würde, zumindest klarere Bereitschaft signalisieren würde, wäre das doch als Konfliktlösungspotenzial für Verhandlungsangebote und Verhandlungen brauchbar, sowie das Medwedew beschreibt, immerhin reden wir da vom ehemaligen Präsidenten, Putin-Getreuen und dem stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrates.
Also nochmal, warum würde Russland nicht
verhandeln wollen, wie Du das hier am Anfang des Diskussionsthemas mal suggeriert hattest, in dem Du geschrieben hattest, die Ukraine würde ja auch nicht verhandeln wollen? Die haben ein Dekret sogar, dass sie nicht verhandeln dürfen, wenn Russland nicht gewisse Forderungen erfüllt, was ich so vom Kreml bis auf Maximalforderungen, noch nicht vernommen hatte. Maximalforderungen können durchaus in Verhandlungen fallen, ein Dekret müsste erst aufgehoben werden. Die Nato-Staaten müssten natürlich dann auch mit der Ukraine reden, damit Woldodymyr Selenskyj mit verhandeln kann.