Seit dem 1. Januar 2000 bekommen Einwandererkinder eh bereits neben der deutschen Staatsangehörigkeit auch die ihrer Eltern. Voraussetzung dafür ist, dass die Eltern seit mindestens acht Jahren in Deutschland leben und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzen.
Deutschland erlaubte bereits seit 1999 eine doppelte Staatsbürgerschaft innerhalb der EU und der Schweiz.
Ein genereller Anspruch besteht allerdings noch nicht.
Mit der Reform des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts zum 1. Januar 2000 wurde u. a. die Inlandsklausel im neuen § 25 Abs. 1 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) abgeschafft .
Grundsätzlich verliert ein Deutscher gem. § 25 Absatz 1 des deutschen Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) automatisch seine deutsche Staatsangehörigkeit , wenn er auf Antrag eine fremde Staatsangehörigkeit erwirbt.
Viele Personen, die in der Vergangenheit die deutsche Staatsangehörigkeit infolge Annahme einer ausländischen Staatsangehörigkeit verloren haben oder bei einer Einbürgerung in den deutschen Staatsverband ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben mussten, beantragen nunmehr die Zuerkennung einer solchen doppelten Staatsangehörigkeit.
https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Buerger/Ausweis-Dokumente-Recht/Staatsangehoerigkeit/Sonstige_Meldungen/DoppelteStaatsbuergerschaft.html
Andere europäische Staaten, etwa Italien, Schweden, Irland oder Frankreich, erlauben bereits die doppelte Staatsbürgerschaft.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts leben zur Zeit rund 2,9 Millionen Menschen in Deutschland mit mehr als einer Staatsangehörigkeit. Das sind etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung.
Viele türkische Arbeiter kamen in den 60er Jahre als sogenannte Gastarbeiter nach Deutschland, als das Land schon einmal dringend Arbeitskräfte brauchte.
Heute leben schätzungsweise drei Millionen Türkischstämmige in Deutschland. Knapp 1,5 Millionen von ihnen halten an ihrer türkischen Staatsbürgerschaft fest.
Viele türkischstämmige Menschen der ersten und zweiten Generation würden sich, glaube ich, dadurch gestärkt fühlen, weil sie immer schon ein Identitätsdilemma hatten."
Sehr viele hätten auf eine Reform gewartet und schon die Hoffnung aufgegeben. „Ich glaube, wenn das auch wirklich kommt, dass sie auch wirklich Deutsche werden, würde man sich vielleicht mit Deutschland mehr identifizieren. Ich bin mir sicher, dass die Menschen politisch interessierter wären oder sich aktiver in die Gesellschaft einbringen würden, wenn man diese Möglichkeit auch vor 20, 30 Jahren gehabt hätte,“ sagt Yesilkaya-Yurtbay.