dieses Video hat mich überrascht (und ein wenig erschüttert).
Mir war nicht klar, dass es in etlichen US-Staaten derart schlimme Zustände gibt.
Das erklärt vielleicht auch die Verzweiflung und die politische Ahnungslosigkeit vieler Wähler dort.
Wenn das Video die Lage korrekt darstellt!
@Dorfprojekt-Sarnow, was sagst Du dazu?
Werden die betreffenden Staaten korrekt beschrieben oder ist das übertrieben?
Kann sonst jemand das beurteilen?
relativ gut beschrieben, jedoch sind die Ursachen nicht tief genug analysiert.
Hat was mit den rassistischen Kreditvergabepraktiken aus den 50/60ern zu tun, das auch Auswirkungen auf die Schulausstattung zu tun hat.
Opiat-Mißbrauch und künstliche Drogen sind auch nicht tief genug beschrieben
Und dann der Wahnsinn mit den Waffen fehlt auch …
Ich kenne diese Staaten nicht, aber der Kern passt zu dem was man über die armen Staaten in den USA hört, Gesundheitssystem nur für Wohlhabende (obwohl Obamacare hier einiges verbessert haben soll), schlechte Schulen, hohe Arbeitslosigkeit, Drogenproblem usw. hat alles auch J.D. Vance in seinem Buch Hilbily Elegy beschrieben.
Aber die Machart dieses Videos ist trotzdem sehr einseitig und tendentiös, einiges erscheint mir überdramatisiert. Extremwetter, ja die gibt es in Nordamerika, von Schneestürmen über Tornados zu bis zu ausgewachsenen Hurricanes. Aber was will er damit sagen? Und dass es dort auch Wüsten gibt? Welche Überraschung.
Und dann Minute 11, West Virgina: „Mountains everywhere … cut off communities from each other“ ? So schlimm, da möchte man keinesfalls leben.
ja, im Prinzip war das alles bekannt.
Aber hier wird es so dargestellt, als ob diese Staaten insgesamt und strukturell unrettbar verloren sind, so dass man da eigentlich nur noch fliehen kann. Das Ausmaß der Probleme hat mich überrascht (wenn die Dastellung denn stimmt).
Und es werden 10 von 50 genannt, das ist sehr viel, finde ich.
Wobei ich nicht weiß, wieviel das in Einwohnerzahlen ausmacht.
Die Ost-West-Unterschiede bei uns sind dagegen ein Klacks.
Und dass gerade im Osten die Trump-Fans wohnen, ist angesichts dessen ein Witz.
Die würden sich umgucken, wenn der hier regieren würde.
Fairerweise (lustiges Wort im Zusammenhang mit Trump) muss man sagen, dass nicht er die Probleme verursacht hat. Aber er tut auch nichts dagegen.
Die Darstellung stimmt vermutlich, so wie Prospektbilder von einem Ferienhotel stimmen. Es ist eine sehr einseitige Auswahl, vielleicht nicht untypisch aber sicher nicht repräsentativ.
ich muss da vielleicht etwas ausholen…
Thema Gesundheit:
Übergewicht ist mit ein Hauptproblem, das vor allem Diabetis und Herzkrankheiten nach oben treibt. Das liegt vor allem an den all-you-can-eat und den Limonadengetränken, die teilweise in einer Halbgallonen Größe verkauft werden.
Krebs ist vor allem den billigen Häusern zuzuschreiben. Die alten Holzfassaden wurden bis weit in die 70er mit bleihaltigen Farben gestrichen. Wird dann von Generation zu Generation vererbt.
Dann kommen noch Umwelteinflüsse wie Kohlebergbau, Fracking und teilweise Goldabbau zum Tragen, die das Wasser stark verunreinigen.
Schulbildung:
Die meisten suburban Communities, wurden in den 60ern geschaffen. Weisse bekamen gute Kredite, Schwarze keine. Man blieb unter sich. Die Weissen haben besser verdient, also stiegen die Immobilienpreise und somit der Etat der Gemeinde, die dadurch ihre Schulen besser ausstatten konnten. Dann kamen Geschäfte dazu, weil man besser in den wohlhabenden Vierteln sich ansiedelte.
Auf dem platten Land liegen die Ursachen noch weiter zurück. Indigene oder Schwarze wurden in „Ihren“ Vierteln oder Reservaten gehalten. Für weisse Siedler/Arbeiter gab es gute Kredite, auch wenn die Löhne nicht wirklich hoch waren.
Armut:
Das wurde gut beschrieben. In Virginia z.B. gab es Kohlebergbau und Stahlindustrie. Da beides rückläufig war und Energie eher grün hergestellt wird, sind natürlich links-liberale Ökoterroristen Schuld am Niedergang des Bergbaus und der Ölindustrie. Also träumen die ehemaligen Arbeiter (ich nenne sie liebevoll Dreckfresser, weil viele von Ihnen beim Militär in der Infanterie Dreck fressen) von Trumps Propaganda…Drill Baby Drill…
Das erklärt, warum es so viele Trump Anhänger in diesen armen ländlichen Gegenden gibt. Sie merken nicht, dass sie am Ende die Zeche zahlen müssen.
Interessanterweise wurde nur ein Staat wegen der Korruption angesprochen. Senatoren kümmern sich einen Scheiss um das dumme Wahlvolk. Sie sind das Rohmodell für Lobbyismus. Dessen Geld ich bekomme, dessen Lied ich spiele. Vor allem bedienen sich viele an den Infrastruktur-Geldern, die für Flutschutz und für Strassensanierung vorgesehen waren.
Armut und Perspektivlosigkeit führen zu Alkohol- und Drogenkriminalität. Aber auch die chronischen Schmerzen der ehemaligen Bergbauarbeiter, die früher mit Opiaten wie mit bunten Smarties zugeschissen wurden, führen zu erheblichen sozialen Problemen. 3/4 der Kinder wachsen ohne Vater auf. Die Jugendämter sind hoffnungslos überfordert, weil es zu Gewalt bei den Patchworkfamilien kommt. Oft genug sind Waffen im Spiel.
Die steigenden Lebensmittelpreise machen das soziale Desaster perfekt: die rigide Migrationspolitik von Trump durch ICE (viele von denen waren zu fett für den Militärdienst und zu dumm für den Polizeidienst) verhindert, dass günstige Wanderarbeiter die Ernte einfahren. Somit verfault das Gemüse auf den Feldern und muss wegen der STrafzölle teuer aus den Nachbarstaaten importiert werden. Bald wird sich Amerika nicht mehr ernähren können.
Ich rechne mit einem baldigen sozialen Aufstand…
wirklich?
das wäre der aufstand der trump wähler gegen die trump regierung.
gibt es in den usa sowas wie unseren länderfinanzausgleich?
gibt es eine pflicht, für halbwegs ähnliche lebensverhältnisse in den staaten zu sorgen?
oder muss jeder staat sehen, wie er klarkommt?
Das Föderale System ist in den USA knallhart… jeder kocht seine eigene Suppe.
Deshalb ist auch im X Zusatz der Verfassung die Einmischung aus Washington ausdrücklich nicht gestattet bzw stark reglementiert.
Nein, in den USA gibt es kein formales, horizontales Länderfinanzausgleichssystem wie in Deutschland, bei dem finanzstarke Staaten direkt an schwächere zahlen. Stattdessen existiert ein vertikales System (Fiscal Federalism), bei dem die Zentralregierung über Bundesprogramme („federal grants“) Ungleichheiten ausgleicht. so die Zusammenfassung von google KI.
Der Nachteil bei den federal grants sind, dass sie als politische Waffe eingesetzt werden kann. Speziell nach Naturkatastrophen… also können Staaten, die Trump nahe sind, mehr Geld bekommen nach einem Hurrikan. Aber meist bedienen sich die korrupten Gouverneure und die nachfolgenden Chargen gerne daran. Es kommt nicht viel unten an.
Wenn der Amerikaner nichts mehr zu fressen hat und sich keinen Sprit für seinen F150 kaufen kann, wird es kritisch. Denn langsam erkennen die Amerikaner, dass sie die von Trump ausgerufenen Zölle zu 95% selber zahlen müssen.
Hat ein bisschen den Geschmack der französischen Revolution. Wenn Brot zu teuer ist, sollen die Leute mehr Kuchen essen…
das kann ich nicht so genau beurteilen, bin ja schon eine ganze Weile nicht mehr dort gewesen. Was ich aus der Presse entnehme, so ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu beobachten. Also Louisiana, Alabama, Mississippi haben da anscheinend die Nase vorn
die Sicht der abgehängten Bewohner solcher abgehängten Bundesstaaten auf die Welt und das Leben muss völlig anders sein als die Sicht eines gutsituierten New Yorkers oder Einwohner von Los Angeles, geschweige denn als unsere Sicht der Dinge.
Haben die überhaupt das Gefühl, im selben Staat zu leben wie die Kalifornier und New Yorker?
Beneiden oder hassen/verachten die die Kalifornier und New Yorker?
Wie sieht ihr Traum von einem besseren Leben und einer guten Zukunft aus?
Wenn man sieht, aufgrund welcher geringen Unterschiede bei uns die Leute in Ost-D schon die Nerven und das Zugehörigkeitsgefühl verlieren, wie mag das in diesen US-Staaten sein?
Ich kann mich da nur schwer hineinversetzen.
aus der Sicht der abgehängten Bewohner… was meinst du, ist die Ursache für diese gigantische Drogensucht?
Die Abgehängten zählen sich als Südstaatler und verdammen die Yankees mit ihrem hippen, woken und schwulen Lebensstil.
Ich habe neulich auf Facebook eine kleine Umfrage unter Schülern einer High school in den Südstaaten gesehen. Die Schüler sollten erraten, auf welchem Kontinent Deutschland liegt… die Antworten waren unterirdisch.
Die „Südstaatler“ oder von den New Yorkern „Rednecks“ genannten leben in ihrer kleinen Bubble. Nur selten dringen da wichtige Nachrichten durch. Als Obama-Care eingeführt werden sollte, kam bei denen an: ist kommunistisch, ist schlecht. Entsprechend haben sie dagegen gewettert. Dass sie sich damit ins eigene Knie geschossen haben…nun ja, der Herr wird ihnen vergeben, denn sie wissen nicht , was sie tun.
Wie sieht der Traum eines Rednecks aus? Einen Monstertruck vor dem neuen Haus mit Monster-Flat TV, allen Pay-TV-Kanälen, in der Garage die neuesten ATV`s von Polaris, drei neue Sturmgewehre und den neuesten Smoker-BBQ-Monster-Grill… Ob es anderen gut geht? Sie denken da eher egoistisch. Vielleicht, wenn Geld da wäre, könnte man der Kirche noch ein paar Dollar spenden. Natürlich träumen sie von ihren alten Jobs in der Kohlenmine. Oder sie träumen davon, dass es ihren Kindern besser gehen wird, wenn sie das College in der Armee nachgeholt haben und irgendwann mal als Unteroffizier aus dem Dienst zurückkehren.
Nun, wie ist das Gefühl? Ähnlich, wie bei einem schwerreichen Bayern und einem ewig maulenden Sachsen aus dem Plattenbau, inklusive der Verständigungsschwierigkeiten. Keiner kann sich weder in die Lebensumstände, noch in die Sprache des anderen hineinversetzen, bzw versucht es erst gar nicht
irgendwie sind die Leute im Süden über den Bürgerkrieg nie so richtig hinweggekommen.
Mental scheint vieles noch auf dem Stand von 1865 zu sein.
Diese aggressive Dumpfheit war nie weg und sie bricht sich gerade wieder Bahn, habe ich den Eindruck.
Wenn das in 160 Jahren trotz allen Fortschritts nicht verschwindet, wann dann??
Die noch spannendere Frage ist, wie weit das reicht?
Sind es nur 10 Südstaaten? oder alle Südstaaten?
oder vielleicht auch Teile der nördlicheren Staaten, der Ost- und Westküste?
Oder ist die ganze Welt so? nur dünner Zivilisations-Firnis über dem Steinzeithirn?
was mich wieder hierhin bringt:
auch interessant ist diese vulgäre Idee vom guten Leben
1 Auto + ein paar elektronische gadgets + 3 Waffen + viel Fleisch.
Das ist zivilisatorisches Fred-Flintstone-Niveau.
Kann die Menschheit das irgendwann überwinden?
die Menschheit hat sich geistig noch nicht aus der Steinzeit heraus weiterentwickelt…
Ein praktisches Beispiel im Kleinen?
Wenn der Mann in der Steinzeit in die heimische Höhle kam, warf er die Beute ab, setzte sich ans Lagerfeuer und ließ die Jagd noch einmal Revue passieren
In der Zwischenzeit kümmerte sich die Frau um die Beute. Wenn der Mann vom Lagerfeuer aufstand, hörte er zu, was während seiner Abwesenheit geschah. Und heute?
Mann kommt von der Arbeit nach Hause, schmeisst sich aufs Sofa und macht den TV an. Du kannst den Mann nach einer halben Stunde, wenn er den TV ausgemacht hat fragen, was er sich im TV angesehen hat. Er weiss es nicht mehr. Aber danach hört er der Frau zu, was während seiner Abwesenheit passiert ist… Deshalb können Frauen schlecht einparken und die Männer nicht zuhören.