Ich mache mir gerade Gedanken zu einem Ende des Ehegattensplitting. Ich sehe das kritisch und meine Kritik gibt es aus drei Gründen:
Das Argument es würde Frauen, die in den Job bzw. Vollzeitjob möchten auf Grund zu geringer Anreize benachteiligen, sehe ich in der gegenüber den 50zigern nicht mehr, denn die Gesellschaft hat sich doch bereits dahin gewandelt, dass es Ehen oder eingetragene Lebenspartnerschaften gibt, in denen durchaus die Geschlechterrolle genau umgekehrt ist.
Würde das Ehegattensplitting wegfallen, gebe es die Möglichkeit nicht mehr, wenn auch nur für eine gewisse Zeit über die Einkommenssteuer eine Situation vom Staate her aufzufangen, dass einer der Partner, weniger an Einkommen bekommt. Elterngeld bekämen nur die Haushalte mit Kindern. Mögliche Formen in denen so etwas entstehen kann, wäre ein Jahr Auszeit, berufliche Neuorientierung oder einfach nur arbeitgeberbedingte Einkommensverluste durch Kurzarbeit oder Kündigung.
Was würde eine Absage des Ehegattensplitting bringen bis darauf, dass der Staat weniger Ausgaben hat? Die Zuzahlungen die es bei einer Gewährung für einen Haushalt hinsichtlich der Kindergrundsicherung gibt würden den Haushalten fehlen, die dann nicht mehr lt. Ehegattensplitting nach Klasse 3 und Klasse 5 Steuervorteile hätten und demnach mehr zahlen werden müssen als jetzt. Sind bei der Aufhebung des Ehegattensplitting nicht gerade die Haushalte von dem Wegfall eines Steuervorteils betroffen, die insgesamt weniger haben und die durch die Kindergrundsicherung profitieren? Würde man damit nicht das was man durch die Kindergrundsicherung erreichen wollte, mit der Aufhebung des Splitting sofort wieder zu Nichte zu machen, weil der Bundeshaushalt insgesamt an der Stelle nicht wachsen darf?
Möglicher Weise sind die an 1 und 2 stehenden Kritiken deutlicher, da die Aufstockung zur Kindergrundsicherung wirklich nur die ganz armen Haushalte erhalten würden, die steuerfrei nach dem EstG sind? Könnten vielleicht aber Haushalte in den Bereich eines Zuschusses wegen Kindergrundsicherung kommen, weil das Ehegattensplitting dann bald nicht mehr gilt?
Wer kennt sich steuertechnisch genauestens aus und kann seinen Standpunkt dazu abgeben?
Das sind aber keine Ehe-spezifischen Situationen, sondern das kann alleinstehenden Menschen ebenso passieren, die dann auch keine steuerlichen Vorzüge (zusätzlich zur gemeinen Sozialversicherung) bekommen. Ich sehe nicht, warum der Staat die berufliche Neuorientierung innerhalb einer Ehe stärker fördern sollte als außerhalb einer Ehe.
Ich glaube nicht, dass das Ehegattensplitting 1958 eingeführt wurde, um die Frau hinter dem Herd zu halten, sondern um die Partnerschaft in der traditionellen Form der Ehe zu fördern. Es ist immer gut, wenn es eine Förderung von Partnerschaften gibt, wenn auch nur durch leichte Steuervorteile, gegenüber dem, ganz viele Sozialfälle von Alleinstehenden im Staat aufzufangen. In der Partnerschaft an sich gibt es bereits die Natürlichkeit, wie auch immer diese Partnerschaften in einem normalen Rahmen sich auch ausgestalten, sozial abzufedern. Es geht hierbei nicht um die künstliche Herstellung einer Ehe, oder Bewahrung, sondern um eine steuerliche Erleichterung und nicht im Konflikt gesehen zu Alleinstehenden, sie selbstverständlich gleichmäßige Unterstützung erfahren sollten.
Dass Menschen nur wegen der Steuer heiraten steht für mich unter einem moralischen Aspekt, der nicht von der Politik aus geklärt werden kann. Vielleicht sollten wieder mehr die Kirche besuchen, um zu wissen was eine Ehe bedeutet. An der Stelle bin ich trotz der erheblichen Schäden, die für die katholische Kirche entstanden sind, konservativ. Ich finde gerade das Ziel ehrenhaft und erstrebenswert um die erheblichen Scheidungsraten zu bekämpfen, dass der Partner in schwierigen Zeiten zurückstecken kann und der Staat ihm dann eine Unterstützung durch ein Einkommenssteuermodell gewährt - damit am Ende nicht alle n Einzelhaushalten auf sich alleine gestellt sind. Heute ist es generell nicht mehr so verfangen wie früher eine Trennung und dann Scheidung herbeizuführen. Das muss der Staat nicht noch hervorheben. Analog sehe ich das bei einer zu vermeidenden Kürzung des Elterngeldes für „Reiche“, die auch eine finanzielle Belastung zu bewerkstelligen haben, um überhaupt noch die Überzeugung zu haben, Kinder zur Welt zu bringen, damit auch in Zukunft noch ein größerer Teil der Rentenfinanzierung sichergestellt ist.
Viel mehr sollte man hier vom Staat her Reiche nicht sanktionieren oder verpflichten, sondern die Freiheit über eine freigestellte Mehrwertsteuererhöhung des Handels bei Luxusgütern, die Möglichkeit geben, bei der Befriedigung von Bedürfnissen für das Steueraufkommen bewusst beizutragen, vor allem dann wenn die Verwendung im urbanen Bereich nachvollziehbar ist.
In der Steuerpolitik ist es zu vermeiden, die Moral völlig dem Individualismus preiszugeben, im Gegenteil die Moral und die Gemeinschaft muss heute zusätzlich gestärkt werden, da Zentrifugalkräfte auf die Gesellschaft sich auswirken.
Das war sicher so, aber ist jetzt nicht mehr zeitgemäß
Das kann man ja machen, wenn man das möchte, aber ich würde niemanden dazu drängen.
Auch das ist Schnee von gestern.
Die Kindergrundsicherung vefolgt einen anderen gedanklichen Ansatz.
Ich persönlich fand übrigens immer noch das Erziehungsgeld, das es zu „meiner Zeit“ sowohl für Väter als auch alternativ für Mütter für 3 Jahre gab, am Besten. Es war nicht viel, aber für Arme und Reiche gleich, und es hat gereicht.
Warum? Sind Ehen von Natur aus schlechte Lebensmodelle? Warum nicht mehr zeitgemäß? Man sollte das Modell der eingetragenen Lebenspartnerschaften von den Gleichgeschlechtlichen auf alle Lebenspartnerschaften ausweiten (Steuermodell Klasse 3 und 5, Splitting), die eine Zeitlang das Modell des gemeinsamen Haushaltes (vielleicht ab drei Jahre) gewählt haben. Dann stehe jeder nicht vor der Entscheidung vielleicht nur aus Steuervorteilen zu heiraten.
Vielleicht sollten …
Ist nicht das heutige Elterngeld ähnlich gestellt dem Erziehungsgeld von damals?
Ich verstehe nicht, warum das Elterngeld „Schnee von gestern ist“ wenn es das heute gibt?
Dass die Kindergrundsicherung gelten soll ist ein Ansatz der das System an der Basis anpackt, nämlich bei den Kindern, die nicht von Beginn sehr starken finanziellen Nachteilen unterlegen sein sollen. Da bin ich eindeutig dafür. Aber warum sollten dadurch andere staatliche Förderungen wegfallen?
Was ianderes ist, wenn staatliche Sozialleistungen zusammengefasst werden, um die Höhe der Kindergundsicherung zu erreichen. Es würde dann der Schwerpunkt der staatlichen Unterstützung wirklich auf die Kinder (Kinder sind unsere Zukunft) konzentriert werden, und der Papa fühlt sich vielleicht angehalten, die staatliche Unterstützung nicht gleich an der nächsten Getränkebude oder Eckkneipe zu versaufen.
Nein, aber man muss sie nicht gegenüber anderen Lebensmodellen staatlich fördern.
Nein, es ist total unfair, weil es gehaltsabhängig ist. Erziehungsgeld war pauschal 600 € pro Monat bis das Kind 3 Jahre alt war.
Wie man das in den Griff kriegen will, frage ich mich übrigens auch (wegen der Geschlechtergerechtigkeit möchte ich ergänzen, dass das auch der Mama passieren könnte)
Das stimmt schon, aber ich glaube es ginge die ganze Zeit über nicht um Förderung sondern um Anreize zu schaffen. Der Staat hatte sich positiv zugewandt gezeigt, wenn jemand eine Ehe eingegangen war. Darüber ist das Modell des Ehegattensplitting entstanden. Vergleichbar ist so etwas mit dem ersten Sparbuch, was man mit dem Beginn der Ausbildung bekam. Ich finde man sollte nicht alles mit einem Wettbewerb der Lebensmodelle gleich falsch verstehen. Als Alleinstehender hat man wieder andere Vorteile. Und wenn es Alleinstehenden in unserer Gesellschaft schlecht geht fallen sie finanziell normaler Weise nicht durch das soziale Netz.
Ich finde, alleine das Ehen heute nicht mehr so oft geschlossen werden wie früher führt doch dazu, dass ein großer Teil der Gesellschaft nicht mehr in diese staatlichen Anreize über das Steuermodell kommt. Daher wäre das Steuermodell eher auszuweiten, auf die langjährigen Partnerschaften, die nicht die Ehe als Modell wählen. Damit ein Großteil unserer Gesellschaft den demokratischen Staat wieder als Verbündeten sieht.
Punkt für Sie!
Vielleicht die Einführung eines Kinderparlaments, ab 9 Jahre, wo Gesetze analog zu logo (Kindernachrichten) und der Sesamstraße (wer nicht fragt bleibt dumm) komplexe Zusammenhänge für die Kinder durch Erwachsene aus dem Bundestag erklärt, eine Lösung. Hinsichtlich des Ukraine Kriegs und der Waffen gebe es dann jetzt ein Problem, dass den Kindern zu erklären. Das Kinderparlament bräuchte nur eine beratende Funktion zu haben, und unseren Politkern würde genauso schwindelig werden, wie der Mama oder dem Papa an der Gertränkebude.
Ein solcher Anreiz ist für eine gute Ehe nicht nötig, und eine schlechte lässt man besser gleich sein.
Die Idee finde ich im Prinzip gut, aber die Frage ist, ob die betroffenen Kinder dort mitwirken würden. Oft würden sie sich lieber die Zunge abbeißen, bevor sie irgendwas gegen ihre Eltern sagen, aus Angst, von ihnen getrennt zu werden.
Ich finde es nun verkehrt vorher bereits über den Verlauf von Partnerschaften Erwartungen zu haben. Der Staat nimmt erstmal genauso wie Hochzeitsgesellschaft teil an der Hochzeit und der damit eingegangen Partnerschaft und nach meinem Vorschlag, wenn Beziehungen in einem Haushalt drei Jahre alt sind.
Das darf man nicht im Zusammenhang sehen. Es gibt schon ein Unterschied der Lebensbereiche (Schule, Klassenausflug, Hobbys, Elternhaus, Kinderparlament). Einige Kinder sind durchaus unabhängig von den schwierigen Lebensverhältnissen in der Lage, dann Vorteile anderer Lebensbereiche zu erkennen. Sie würden im Kinderparlament Selbstvertrauen bekommen und sie bräuchten sich doch nicht direkt dort gegen die Lebensweisen ihrer Eltern zu wenden, sondern andere Lebensweisen alternativ hervorzuheben.
Warum? Der Staat sind doch wir alle! Zeiten des französischen Sonnenkönigs sind doch vorbei. Der Staat hält sich doch raus. Das Steuermodell (Klasse 3/5) ist doch keine permanente Einmischung des Staates.
Nein, Würdigung des Gesamtstaates in dem man sich zuhause fühlt. Das Steuermodell (Klasse 3/5 oder 4/4) ist doch nicht als Drangsalierung des Staates zu bewerten, sondern lässt doch je nach beruflicher Lage, dann die freie Wahl zu entscheiden, für welches Steuermodell sich Paare entscheiden. Es geht meiner Meinung nicht um einen Vorteil gegenüber Alleinstehenden, sondern um die steuerliche Flexibilität, die dann gewährt wird.
Alleinstehende würden durch das Bei belassen oder sogar Erweitern auf langjährige Partnerschaften in einem Haushalt bei der Wahl der Steuerklassen in einer anderen Lebensphase profitieren können. Nimmt man ihnen das Splittingmodell dann würden sie eher benachteiligt werden.
Mir persönlich ist es aber nicht so wichtig. Ich profitiere sogar vom Ehegattensplitting, wäre aber bereit, es aufzugeben, wenn stattdessen eine gerechtere Lösung geschaffen würde.
Meiner Meinung nach sollte die Einkommenssteuer dazu dienen, dass jeder Bürger einen für ihn leistbaren Beitrag zur Finanzierung unseres Staates beiträgt - und mehr nicht. Alles was sich da über die Jahre eingeschlichen hat an Geschenken für die ein oder andere Gruppe (Pendlerpauschle, Dienstwagenprivileg, Werbungskosten und eben auch Ehegattensplitting) verzerren die Steuergerechtigkeit, verursachen enormen bürokratischen Aufwand und führen letztendlich dazu, dass die Wohlhabenden noch wohlhabender werden. Ich selbst hab grad diese Woche meinen Steuerbescheid für 2022 bekommen - aus egoistischer Sicht sehr erfreulich, aus sozialer Sicht ein echtes Armutszeugnis.
Das Ehegattensplitting gibt es seit 1958. Das hatte sich nicht eingeschlichen. Es ist aus meiner Sicht auch nicht eine Förderung ansonsten stimme ich zu.
Was ich zudem bedenklich finde, dass eine Reform bei den Sozialleistungen (Kindergrundsicherung) dazu führt, dass nun plötzlich die Kritiken an das Ehegattensplitting anno 1958 in den Vordergrund gerückt werden - vielleicht auch weil die SPD (Lars Klingbeil) mitdiskutieren wollte. Dem Wähler wurde was anderes gesagt. Annalena Baerbock stand wie keine Zweite für die Kindergrundsicherung, ohne dass irgendetwas in diesem Zusammenhang von höherem Einkommenssteueraufkommen durch das Abschaffen des Ehegattensplitting vor der Wahl 2021 diskutiert wurde.
Und es ist hinsichtlich größerer und einkommensschwächerer Verdiener-Haushalte eher wahrscheinlich, dass bei Abschaffung des Splittings, andererseits Sozialleistungen aufgestockt werden müssen, um das Niveau einer noch gar nicht in der Höhe festgelegten Kindergrundsicherung zu erreichen.
Genau, ich hab auch nichts dagegen, wenn sich Papa mal ein Bier gönnt. Bei mir war es oft so, dass es zu Abend mal die Entscheidung gab, je nach Butterbrotbelag, ein Bier zu trinken. Auch war es sogar so, dass es Zeiten gab, wo mich mein Papa zum Frühschoppen (allerdings nur er und Ich) mitgenommen hatte.
Es geht um die Bedingungen zu schaffen einer breiten Teilhabe aller in unserer Gesellschaft. Leute, die wirklich exzessiv trinken, können nicht so teilhaben, wie andere die mal ein Bier trinken.
Ich meinte damit eher, dass Kinder durch Erzählungen von Erfolgen aus anderen Lebensbereichen möglicher Weise Gedanken bei den Eltern hervorrufen können, die in einer schwierigen Lebensphase befindlich umsteuern können, vielleicht das Potenzial ihres Kindes erkennen und die Bedingungen im elterlichen Haushalt mit dieser Motivation verbessern. Ist natürlich oft Stoff in Filmen, aber ich glaube das gibt es auch in der Realität.