Ich habe mir eure Beiträge sehr aufmerksam durchgelesen und komme zu einem anderen Schluß:
Wenn ein Unternehmen wie Volkswagen nur noch Autos baut, die sich der Durchschnittsverdiener nicht mehr leisten kann, dann liegt der Fehler nicht an den bösen Chinesen, sondern am Management.
Dieses Management bedient sich der Lobbyisten, nach dem Motto, wer am lautesten schreit, bekommt am meisten.
Chinesische Autos, die derzeit am deutschen Markt angeboten werden, glänzen mit Vollausstattung, guter Qualität und Innovationen im Komplettangebot, wo man für das selbe Geld bei VW nicht mal ein Reserverad dabei hat.
Europäische Hersteller wie Dacia und Citröen ziehen bereits mit günstigen Modellen nach. Ergo: Keine Subventionen für einen sterbenden Tattergreis, der nicht daran denkt, in der Chefetage den Rotstift einzuführen.
In der Wohnungspolitik wartet auch jeder auf Förderungen. Neubauten werden nicht von Bürgergeldempfängern bezogen. Die energetischen Schrottimmobilien werden nach wie vor durch das Bürgergeld subventioniert.
Da das Sozialsystem vorsieht, dass Heizkosten generell Kosten der Unterkunft sind, wird Steuergeld zum Fenster raus verheizt. Werden deshalb energetische Sanierungen forciert? Nein, es wird kaum ein Euro in die Immobilien investiert. Ich erlebe das hier in unserer Gegend, wo in den unsanierten Plattenbauten, Ukrainer, Syrer und andere Flüchtlinge gestopft werden. Die Mieten sind horrend. Hier liegt man oft schon bei fast 10€/m².
Präsentiert man neue nachhaltige Bauformen, scheitert man an der Politik. Unser Staatssekretär für Vorpommern hat sich nie wieder nach unserer ersten Präsentation zum Thema Strohbau gemeldet. Dem sind billiger Wohnraum und Arbeitsplätze vermutlich egal.
Ich stelle wieder meine Frage, warum wir im Sozialsystem verschiedene parallel arbeitende System benötigen. Sozialamt für Asylbewerber, Sozialamt, Grundsicherungsamt, Jobcenter und Agentur für Arbeit machen im Prinzip alle dasselbe.
Spinnt man den Faden weiter, stelle ich mir die Frage, warum brauchen wir so viele Krankenkassen?
Vor kurzem kam eine Pressemeldung, dass die Finanzindustrie mehr Geld für Lobbyarbeit ausgibt, als die Autoindustrie. Wozu brauchen wir Lobby?
Sieht man nach Litauen oder in die Ukraine, so wird dort die Verwaltung zum größten Teil elektronisch erledigt. In Deutschland werden noch Papierakten hin und her geschoben.
All die oben genannten Punkte tragen nicht unerheblich zu den Kostensteigerungen des Staates bei. Hier sollte zuerst der Rotstift angesetzt werden, bevor man den Bürgergeldempfängern an das überaus dünne Leder gehen will.
Ja, jeder sollte Abstriche machen. Das tue ich. Früher, als ich noch alleinerziehend war, brauchte ich mir keine Sorgen um die Nebenkostennachzahlungen machen, da das Jobcenter dies übernahm.
Ich bin froh, in meinem Alter in dieser Gegend wenigstens einen Halbtagsjob zu haben, der mich aus dem Bürgergeld bringt. Sehe ich jedoch Fahrtkosten und KFZ Verschleiß für meinen 24 Jahre alten Skoda, so habe ich unterm Strich weniger. Working poor nennt man das auf Neudeutsch. Die Steuerentlastung von knapp 54 € wird mir spätestens an der Tankstelle wieder abgenommen. Also eine Augenwischerei.
Die eigentlichen „Kriegsgewinnler“, seien es die großen Ladenketten, die durch ungerechtfertigte Preissteigerungen von oftmals 200 und mehr % die Kaufkraft schwächen, oder die Energiekonzerne, aber auch Telekommunikationsdienstleister ( in manchen Dritte-Welt-Ländern ist das Internet kostenfrei), dann bleiben diese unangetastet.
Wenn ich dann noch von der ehemaligen Staatsanwältin in der Causa Cum-Ex lese, die behauptet, dieser groß angelegte Steuerbetrug sei nach wie vor möglich, dann frage ich mich, ob ich in einer Bananenrepublik lebe.
Was also fehlt?
Ist es der Wille zum Sparen oder einfach Ethik, Moral und Anstand?