Ein 'paani'-Gewinnerdorf 5 Jahre später

Über den Wettbewerb der Paani-Foundation, bei dem tausend Dörfer darum wetteifern, wer in 45 Tagen die meisten Wassermanagementstrukturen bauen kann, hatte ich bereits an anderer Stelle berichtet.

Hier ist nun ein wunderschöner Bericht von Andrew Millison (Permaculture, University of Oregon) über die Ergebnisse und Veränderungen in einem Gewinnerdorf, 5 Jahre nach dem Gewinn.
Insbesondere sein Fazit und Ausblick sind sehenswert :slight_smile:

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Wir sollten diese erfolgreiche Geschichte mehr aktiv verteilen.

Die Sache hat natürlich einen Haken: trotz der vielen freiwilligen Arbeit kostet es Geld.

Die Dörfer bekommen einen 4-tägigen crash-Kurs, wie und wo man die swales baut. Man braucht also eine ganze Horde Ausbilder, um 1000 Dörfer in einem Jahr zu bedienen. Und das kostet.

Das Geniale beim paani-Projekt ist, dass man normalerweise mit Horden von teams erstmal Überzeugungsarbeit bei den Bauern leisten muss. Da der Hauptinitiator (und Geldgeber) ein berühmter Bollywood-Schauspieler ist, reduziert sich die Überzeugungsarbeit drastisch („Wenn der das sagt, …“

Die UN macht übrigens seit Jahrzehnten ganz ähnliche Projekte (ohne Wettbewerb) in Afrika. Mit teilweise großem Erfolg. Nicht nur lokal. Wenn die Bauern gemerkt haben, dass das gute Lösungen sind, spricht sich das über Provinz- und sogar Staatsgrenzen herum :slight_smile:

Mich würde interessieren, wieviele ähnliche Projekte unsere Entwicklungshilfe unterstützt.
Das entspricht jedenfalls exakt meiner Vorstellung von Entwicklungshilfe.

Übrigens, wie bewaldet man 2700 ha bergige Wüste/Steppe, ohne einen einzigen Baum zu pflanzen? Mit FMNR!

Hier ein etwas anderes Beispiel aus dem Senegal (auch wieder Andrew Millison).
Dort arbeitet das UN WFP mit ‚halfmoons‘ oder ‚demi lunes‘ und erweckt wirklich mausetoten Boden wieder zum Leben: