Englischer Rasen und Schottergärten - Ein Problem für die Biodiversität

Ist es wichtig, dass ein Garten immer gepflegt aussieht?

Erkennt man eine gute Nachbarschaft an ihren englischen Rasen und Schottergärten?

Oder die Zeit reif für ein bisschen Wildnis auf dem kleinen Stück Land, auf dem man es selbst in der Hand hat?

Wenn ja, was können wir tun für Insekten, Vögel und Wildblumen?

Brauchen wir die überhaupt? Wenn ja, wozu?

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Ja klar braucht Gras keine Bienen zur Bestäubung, das weiß ich auch.

Aber viele andere Wildpflanzen die in einer Wiese wachsen schon. Diese dienen vielen anderen Insekten als Futterpflanze. Und manche dieser Pflanzen werden auch von anderen Tieren gefressen.

Deswegen ist ein Englischer Rasen auch quasi ökologisch tot.

Normalen Ackerbau zurückzufahren wird die Wüstenbildung kaum noch verlangsamen können, wenn es schon heute so trocken ist, dass die nicht bewirtschafteten Flächen schon jetzt von ganz allein sehr schnell verwüsten…

Dieser wird von selber aufhören, weil es sich bei ständiger Dürre nicht mehr lohnt?

Was verdient ein Bauer mit einem ausgetrocknetem Boden? Genau, praktisch nix…

Das freut mich.

Wollen wir dazu ein neues Thema aufmachen? Oder es bei den Schottergärten mit diskutieren?
Hier ist das Off-Topic.

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Das wäre kein problem das hier woanders zu diskutieren…

Bin mal gespannt ob der Bauer sein ausgetrocknetes Feld noch haben will, wenn es in einigen jahren so trocke nist, dass es selten wirklich sinnvoll bewirtschaftet werden kann…

Die werden sich noch wundern…

Und dasselbe gilt auch für Liebhaber von Englischem Rasen und Schottergärten.

Ich denke es gibt in der Gesellschaft eine ziemlich falsche Vorstellung von Ordnung uns Sauberkeit.

Ich habe so langsam den Eindruck dass diese Falsche Vorstellung daher rührt, dass im eigenen Garten und im Stadtpark die gleiche Ordnung wie in der wohnung sein muss.

Gleichmäßgige aufteilung der Flächen, alles genau nach Menchlichen Ordnungssinn schöön geordnet.

Der Teller da hin, die Töpfe da hin usw…

der Blaue schrank rechts, dier rote Links, der Fernseher in die Mitte des Wohnzimmers usw… du weißt scho nwas ich meine…

Die Ordnung der Natur ist aber eine andere: einfach nur Vielfalt! wengier Schönheitsidealaspekte…

scheibar wissen das viele immer noch nicht und ist auch oft noch nich gewollt.

Obwohl ich eine echte bunte Wiese sehr viel schöner Finde als ein Englischer Rasen.

Hebt die Stimmung mehr als eine Englische Grüne Wüste. Der Englische Rasen wikt so künstlich auf mich als wäre es Plastik.

Kann man ja gleich Kunstrasen nehmen…

Als Kind hab ich daher recht lange gebraucht um Kunstrasen aus einiger Entfernung von echtem Unterscheiden zu können, weil es fast gleich aussieht.

Und Ökoligisch ist Englischer Rasen leider nicht viel besser als Plastik- Rasen…

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Ich hab einen sehr verwilderten Garten, was auch an der Größe liegt, da es gar nicht zu schaffen ist, den „ordentlich“ zu halten. Ich hab zwei Hochbeete für Gemüse, ab und zu kratze ich etwas Grünzeug zur Seite, um noch weiteres Gemüse anzubauen. Ansonsten versuche ich eine ausgewogene Mischung aus von mir gepflanzten/gesäten Pflanzen und von selbst angesiedelten zu bekommen. Was von selbst in meinen Garten findet und mir gefällt, kann bleiben, wie z.B. Natternkopf, Mohn, Nachtkerze, Feldrittersporn etc. Oft sammele ich auch auf Spaziergängen Samen von hübschen Wildblumen ein, weil ich davon ausgehe, dass die gut an die Trockenheit und den Sandboden angepasst sind. Viele gekaufte Pflanzen halten sich hier nicht lange.
Allerdings brauche ich trotzdem im Sommer jeden Abend mindestens eine Stunde zum Wässern, damit wenigstens die Blühpflanzen und das Gemüse überleben.
Dafür habe ich hier viele Insekten, Vögel, Igel…

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Ja das ist ein schöner Wiesengarten! :grinning: Leider wird es in Zukunft nicht genug Waser geben um den zu wässern, dann geht alles kaputt.

Ensprechend leiden werden die Tiere. :anguished:

Die Menge des Wassers auf der Erde wird insgesamt gleich bleiben.

Man kann sich auch eine Zisterne anschaffen und das Regenwasser vom Dach auffangen.

Das plane ich gerade:

Ursprünglich wollte ich einen Brunnen an der Stelle, aber das Grundwasser ist so tief unten, dass das zu aufwändig wäre.

Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Das hier kommt auf uns alle zu - hören wir auf über Nebensächlichkeiten zu streiten!

Wow, dieser absurde Gedanke hat sich wirklich festgesetzt. Da hat irgend eine Lobby ganze Arbeit geleistet. Seit 1990 wurde nach und nach auf der ganzen Welt in der Landwirtschaft auf Neonikotinoide umgestellt, was eindeutig eine der Haupt-Ursachen für den Rückgang der Insektenpopulation ist.

Innerhalb von 27 Jahren ist die weltweite Biomasse aus Insekten um 76 Prozent zurückgegangen schreibt der WWF.

Aber die Ursache sind die paar Steingärten hier in Deutschland gelle?

Hast du nicht verstanden was sie geschrieben hat?

(Hervorhebung von mir)
Und dann kommt eine Aufzählung wo betreffender (Halb-)Satz nur einer von mehreren war.

Und du stellst es hin, als hätte sie die toten Vorgärten als alleinigen Grund dargestellt.

Ist ja schönster Söder Stil.

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Bei fast jeder 4. Gartenneugestaltung entsteht keine!! Stadtische Wüstenlandschaft.

Für „ein paar“ sind 75 % zusätzliche zerstörte Flächen doch etwas viel.

Wenn jemand ein Haus haben will hat er gefälligst das ganze Haus zu nehmen.
Das Grundstück als Teil der Mitwelt gehört dazu und verdient bei so riesiger Fläche etwas mehr als einrichten und stehen lassen.

Sonst darf jemand kein Grundstück erwerben, wenn kein mit diesem Eigentum verbundener Umgang möglich ist. ( Eigentum verpflichtet in diesem Fall ganz deutlich durch die möglicherweise schädigende Wirkung auf die Mitwelt anderer )

Wenn jemand das nicht selbst kann wird halt eine Gärtnerei gebraucht.

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Bevor das eskaliert, ein paar Anmerkungen dazu von mir…

Das ist für mich ein klassischer Fall von „aneinander vorbei reden“
Wenn es um „Effizienz“ geht, so muss man immer im Blick haben, wo die „großen“ Ausprägungen zu finden sind, die man politisch abstellen will - ich denke, dass ist das, was Du, Jörg, immer m Fokus hast…

Die zweite Frage ist, was passiert, wenn man das konsequent durchdekliniert…
Wenn wir nicht wieder anfangen wollen, mit 2erlei Maß zu messen, so muss der Gedanke natürlich auch auf die kleineren Strukturen runtergebrochen werden (Kleinvieh macht auch Mist)… Damit ist es - sowohl von der allgemeinen Akzeptanz, als auch vom Standpunkt einer - immer notgedrungen willkürlichen - Grenzziehung zwischen „großen“ und „kleinen belanglosen!?)“ Ausprägung als auch aus Sicht eines schnellen Einstiegs in eine notwendige Änderung durchaus sinnvoll und hilfreich, auf dieser - vermeintlich kleinen/belanglosen Ebene politisch tätig zu werden…
Das Argument begegnet uns auch bei der Effizienz-Frage, was es bringt, wenn „nur Deutschland“ auf rein regenerativ umsteigt, wieder - es wäre auch hier viel effizienter, wenn erst die wirklich grrossen (USA, China) mit der Ökologie vorausgehen - da ist es aber „vermeintlich“ unstrittig, dass der „Vorgarten Deutschland“ von uns zuerst betrachtet wird (obwohl das erstmal ineffizient erscheint)…
Daher gefällt mir an diesen letzten Beiträgen nicht, dass sie - obwohl rhetorisch nicht direkt so erkennbar - implizit ein bisschen nach „entweder - oder“ klingen - das wäre dann das rhetorisch überspitzte Terrain/Kalkül von M. Söder, ein Vorwurf, den ich hier allerdings niemanden - natürlich auch Jörg nicht - machen würde!
Beides ist parallel machbar und strukturell sinnvoll und hilfreich - beides muss einen Platz in der politischen Umsetzung haben - und ich denke, wir sind uns im Grunde auch alle darin einig, oder? Daher wäre es auch nur folgerichtig, rhetorisch ein wenig abzurüsten…

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Nö, ich glaube auch nicht dass es nur an den Steingärten liegt.

schliimmer sind eher die Neonicotioide, die mehr Insekten töten als alles andere.

Ach ja und dakomm nochwas hinzu:

Zujm Beispiel Nachbarn wie bei mir, wo der Eine Pestizide auf den Steingarten sprüht, dam ja kein winziges Pflänzchen lebt.

Und der andere Glyphosat auf den Bürgersteig gekippt hat weil der keinen Bock hatte Unkraut aus der Bordstein- Rinne zuu kratzen. Obwohl es doch meines wissens nach verboten ist Glypohsat auf Bürgersteigen und Terrassenplatten zu benutzen.

Wenn es mir in der Bordsteinrinne zu viel Unkraut wurde, ich das Kratzen nicht mehr geschafft habe, habe ich kochend heißes Essigwasser drauf gekippt.
das reicht schon. wenn man das zum richtgien Zeitpunkt macht ,dann wenn die trockenen Sommerphasen beginnen wächst das Unkraut den ganzen Sommer kaum nach. Und geht sofort kaputt wie bei Glyphosat auch… weil das die Wurzeln veräzt und verbrüht an die man nicht mit dem Kratzer dran kommt…

Das funktioniert sogar besser als Unkrautbrenner zu benutzen da diese nur die Oberfläche grillen. Nicht die Wurzeln, wächst sofort nach und ist daher ineffektiv. Ist genauso unwirksam wie ein Rasenmäher auf Steinplatten…

Wenn du einen hartnäckigen Holunder an störeder Stelle abtöten musst reicht absägen nicht. Dann kippe einfach ein paar große 10 Liter töpfe kochendes Wasser drauf, das verbrennt dann die wurzeln und das Ding ist tot…
Sobald alles abgekühlt ist wir es keinen dauerhaften Umweltschaden geben.
Das Gift braucht man also sowieso nicht. aber nö, es muss immer Gift sein.

Diese Beispeile sollen erläutern warum ich gifte hier meist sowieso für unnötig halte.

Aber benutzen nun mal insektenschädliche Gifte…

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Keine was?

Ich halte diese Diskussion für ein typisches Ablenkungsmanöver. So wie der CO2-Anstieg von den Öl-Förderern auf die Verbraucher abgewälzt wird (Stichwort CO2-Fußabdruck/BP-Werbespot) so soll uns die Sache mit den Steingärten auch suggerieren, daß es an unserem persönlichen Verhalten liegt und keinesfalls an irgendwelchen Argargiften wie Gyphosat oder den Neonikotinodien.

Aber ich lasse mich gern eines besseren belehren, wenn du mir Zahlen/Studien dazu verlinken kannst.

Bei fast jeder 4. Gartenneugestaltung

Woher hast du diese Zahl? Wie viel Fläche betrifft das? Wie viel Prozent der Gesamtgartenfläche von Deutschland sind denn Steingärten? Warum sterben die Insekten auch in fast allen anderen Ländern? Haben die auch alle Steingärten?

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Ich verstehe Deine Argumentation - was ich nicht verstehe ist die (- us meiner Sicht künstliche - Trennung zwischen Energiewirtschaft/Industrie/Verkehr und dem Verbraucher…
Warum verbraucht die Industrie so viel Energie - um („bezahlbare“) Produkte für den Konsumenten herzustellen warum besteht der Energiemix der Energieversorger immer noch zu viel aus fossilen Brennstoffen - weil die Industrie für den Verbraucher „bezahlbare Produkte“ herstellt und weil der Umstieg auf Elektromobilität die Energieversorgung (hier kommt dann der Verkehr und Gebäude noch mit ins Spiel) aus rein regenerativen Energiequellen noch mehr verschärfen wird - ich halte einen möglichst frühen Umstieg (natürlich vor allem in den Bereichen Energiewirtschaft/Industrie/Verkehr für dringend geboten - wohl wissend, dass das immer schlussendlich (über den Preis) beim Endverbraucher=Konsument landet, da er/sie der/diejenige ist, der/die das nachfragt…
Wenn nun der Verbraucher entlastend subventioniert werden soll, so muss klar sein, dass diese Entlastung zu Lasten der CO2-Bilanz geht, weil dann weiterhin zu viel konsummiert wird, um die Wende noch schneller hinzubekommen…

Es erschreckt mich, dass ich mir die Finger wundschreibe und fast nichts bei dir ankommt.
Das hatten wir schon, gelle?

Die Steingärten repräsentieren alles, was du darunter geschrieben hast.

Eine fast vollständige Entfremdung von der eigenen direkten Umwelt.

Und der Effekt von Versiegelung und Wärmestau ist in der Summe erheblich.

Das kann ich nachvollziehen, mir gefallen sie auch nicht. Das heißt aber, dass es sich hier auch um Symbolpolitik handeln könnte.

Für eine objektive Einordnung des Problems sollte man die Fläche der Schottergärten ins Verhältnis zu Gesamtfläche einer Kommune bzw. der BRD setzen. Ich kenne keine Zahlen dazu.

Ich bin kein Experte für Politik.
Ich bin Biologe.
Und ich weiß, was vorher dort war, wo jetzt Steingärten sind.
In meiner direkten Umgebung sind unzählige Vorgärten verschwunden und zu Parkplatz, Schotter oder Anbau geworden.

Es summiert sich und vermutlich findet man auch Zahlen.
Ein Refugium für Opfer der Landwirtschaft sind Gärten kaum noch.

Und oft vergisst man vor Neonikotinoiden gerne alle anderen Insekten und Probleme.

15% und das Foto ist entweder bei mir um die Ecke auf dem ehemaligen Gelände der Kaserne gemacht oder es sieht eh alles gleich aus.

15% ist euch nicht Fläche genug?