"Entlassrezept" - eine äußerst fragwürdige Regelung

Mir ist das jetzt schon 2-3 mal im Leben vorgekommen, letzte Woche in einem besonders schweren Fall:

  • Patient kommt abends in die Notaufnahme
  • es wird eine mittelschwere Entzündung diagnostiziert
  • Patient wird mit einem Rezept für Antibiotika gegen 22h nach Hause geschickt
  • Patient erhält NICHT die erste Dosis des Antibiotikums
  • sofern er jemanden zur Apotheke schicken kann (gehen kann er jetzt nämlich nicht mehr) und das Medikament vorrätig ist, nimmt er die erste Pille gegen 10h.

Es sind also 12 Stunden verschenkt worden, in denen sich die Entzündung weiter verstärkt und der Zustand des Patienten verschlechtert hat.

Meine Schwägerin (ex-Apothekerin) hat mir sofort bestätigt, dass das normal und so geregelt ist. Eine Begründung konnte sie aber auch nicht liefern. Hat wohl was mit den Abrechnungssystemen zu tun.

Solange mir niemand eine sehr plausible Begründung für diesen Mist liefert, werde ich das als idiotische Regelung zulasten der Gesundheit der Patienten bezeichnen.

Abrechnungssysteme kann man ändern. Solche ‚Kleinigkeiten‘ als eigenständigen Punkt ins Wahlprogramm zu schreiben, geht natürlich nicht. Wir würden aber kaum Schwierigkeiten haben, eine Liste von 100 solcher ‚Kleinigkeiten‘ zusammenzustellen. Das wäre doch dann einen Punkt im Wahlprogramm wert, oder?

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Du meinst also da wurde die Gefahr einer Sepsis in Kauf genommen? ( Blutvergiftung)

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Ich hoffe mal, dass die behandelnde Assistenzärztin das abschätzen konnte. Aber auch ohne Sepsis kann es einem ganz schön dreckig gehen.

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äh ja das ist so… definitv… :pleading_face: :confused:

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Nicht das ich diese Regelung sinnvoll finde. Ich vermute es hat was mit dem Schutz des Privilegs von Apotheken zu tun. Die können ja im Krankenhaus nicht einzelne Antibiotika-Tabletten herausgeben. Also müssten Sie die ganze Packung abgeben (und abrechnen). Das würde natürlich den Apotheken nicht gefallen.

Man kann mich allerdings als Gegenbeispiel nehmen: Wenn ich wg. Entzündung in Krankenhaus kommen und SOFORT Antibiotika brauche, lassen die mich nicht wieder weg und ich bekomme gleich den „Hard-Stuff“, d.h. Intravenös Antibiotika.

Abrechnungstechnisch und aus Sicht des kranken evtl alleinstehenden Patienten ist natürlich trotzdem Mist.

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Ja, diesen Anfangsverdacht hatte ich auch.

Doch. Wenn Du regelmäßig Medikamente nehmen musst und für ein paar Tage ins KKH kommst, kriegst Du Deine Medikamente vom KKH, und zwar keine persönliche Packung. Und sie werden nicht extra berechnet, sondern sind mit der Fallpauschale abgedeckt.

Die Herausgabe von 2-3 Pillen für den nächsten Tag ginge also zulasten des KKH. Das ist mein stärkerer Anfangsverdacht.

Das ist auch so eine bescheuerte Regelung zugunsten der Pharmaindustrie. In Thailand kannst Du in der Apotheke aus einer 20er-Packung Voltaren auch ein einzelnes 10er-Briefchen kaufen. Und Ärzte haben eine kleine Apotheke in die Praxis integriert mit den vom Arzt am häufigsten verschriebenen Medikamenten. One stop.

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Was eine Rolle spielen könnte:
Die Notambulanzen der Krankenhäuser sind häufig gnadenlos überlastet, gerade an Wochenenden, wo viele mit Beschwerden kommen, die eigentlich noch Zeit haben und zu den Aufgaben der Niedergelassenen gehören. Ich weiß nicht, ob sich das auch finanziell auswirkt, aber da könnte ein Grund liegen.
Ambulanzen dürfen nicht alles machen, weil sie durch Vorgaben eingeschränkt sind, die eine Konkurrenz zu Niedergelassenen verhindern sollen.
Wenn man einen mehrwöchigen stationären Aufenthalt in der Psychiatrie hatte, werden genug Medikamente für den Start mitgegeben. Man kann sich fragen, was den Unterschied macht.
Manche Krankenhäuser haben einen Engpass bei Medikamenten, auch bei gebräuchlichen.

Man könnte ja mal jemanden fragen, der oder die sich auskennt :wink:
Aber ja, auch ich hätte Probleme, wenn man mir einfach nur ein Rezept in die Hand drücken würde :face_with_head_bandage:

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Eigentlich schon wieder ein eigener Punkt. Imho dürften Notaufnahmen, Krankenhäuser und Arztpraxen nur zu 90 % ausgelastet sein. Dann würde das Arbeitstempo nicht zum burnout führen und die Patienten kämen zeitnah dran.

Ja. Aber selbst wenn wir hier die genauen Ursachen für diese Misere ermitteln können … die Lösung wird harte Verhandlungsarbeit mit vielen Interessengruppen sein. Und das wirft die nächste große Frage auf:

Welcher unserer eher ideologiebegabten Politiker wird sich das antun wollen? Mit „Ich habe das Entlassrezept abgeschafft“ wird man im Wahlkampf nicht groß Stimmen gewinnen können.

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Übrigens … DAS hier passiert, wenn man dank einer ‚mittelschweren Entzündung‘ nicht genug Kraft hat, von der Toilette aufzustehen, und sich stattdessen längere Zeit auf der Heizung aufstützt, um nicht vornüber zu fallen:

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Das ist so traurig und solche Bilder müssen eine Warnung sein!

Mein Vater hat mal stundenlang in seiner Badewanne gelegen, ihm fehlte einfach die Kraft aufzustehen - trotz Handlauf.

So etwas passiert sicherlich täglich, wir lesen nur selten was darüber.

Sollten wir uns nicht endlich mal mehr für alte und/oder kranke alleinlebende Menschen stark machen? Besonders wenn die Kräfte nachlassen - warum auch immer - braucht es Menschen, die ein wachsames Auge darauf haben.

Alte und Kranke scheinen von unserer Politik nicht gut behandelt zu werden.
Sie gehören offensichtlich nicht mehr zur hochgelobten Vielfalt.

Es ist mir zu einfach, dem medizinischen Personal immer die alleinige Schuld zu geben.

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Es gibt doch die Grünen Alten wenn ich mich nicht irre. Kennt die jemand von euch oder deren Ziele und Aktivitäten? Vielleicht ist es nicht falsch, sich dort mal zu vernetzen. Auch wenn wir hier alle viel zu jung dafür sind ;))

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… hatten in der Anfangsphase des toten Forums mal eine handvoll posts, allerdings ohne Resonanz.

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Meines Wissens nach ist eine einmalige Gabe schlimmer als nichts.
Da nicht zwingend davon ausgegangen werden kann, dass der Patient sich nach der ersten Portion die restlichen Sachen holt und einnimmt, ist das für mich sinnvoll.

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Kenne eine. Ist im KV Biberach.
Ist im toten Forum. Hat da allerdings am 16. Jan. d.J. zuletzt 'reingeschaut.

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Na, das bestätigt vielleicht was @Duke schon geschrieben hat. Keine Resonanz auf Posts im alten Forum.

Warum werden alte Menschen so uninteressant? Da gibt es doch so viel Erfahrung und Erlebtes abzuholen. Und wer könnte besser die Bedürfnisse von alten Menschen beschreiben, als sie selber.

Vielleicht sollten die jungen Alten, die alten Alten mal ansprechen und fragen, ob und wie man hier unterstützen kann. Bevor die jungen Alten selber uninteressant werden?

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Meine Cousine ist Arzt und weiß es nicht.

Rein medizinisch/biologisch betrachtet ist es grundsätzlich besser, Antibiotika intravenös zu verabreichen.
Es hat folgende Vorteile:

  1. für den Patienten ist es schonender, weil die Darmflora nicht zerstört wird (Die Zerstörung der Darmflora durch orale Gabe von Antibiotika führt bei empfindlichen Menschen zu Folgeerkrankungen, und auch bei Gesunden muss sie erst langwierig wieder aufgebaut werden.)
  2. Die Dosierung des Antibiotikums intravenös kann geringer sein, weil nicht so viel davon über den Darm und die Harnblase verloren geht, sondern das Antibiotikum direkt im Blut landet, wo es letztedlich hin soll.
  3. Weniger Antibiotika landen durch Ausscheidungen im Abwasser, somit wäre die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von antibiotikaresistenten Keimen im Gegensatz zur derzeitigen gängigen Praxis verringert.

Leider gilt aber die Devise „Geiz ist geil“, bezahlen wollen für alle würden das die Wenigsten.

Was außerdem noch sinnvoll wäre:
Vor der Gabe der ersten Dosis einen Abstrich/Bluttest machen, um zu testen, von welchem Bakterium man befallen wurde. Wenn das erste zufällig ausgewählte Antibiotikum dann nicht wirkt, kann man das zweite zielgenau auswählen. Das Ergebnis von dem Test ist dann nach etwa 3 Tagen da.

Man muss allerdings noch relativ gesund und fit sein, wenn man das im Krankenhaus oder in der Arztpraxis für sich selbst durchsetzen will.

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  1. Bei allen oralen Gaben werden Wirkstoffe mit einem Träger oder Grundstoff verabreicht. Dadurch wird einmal. die Verträglichkeit verändert und zum andern weitere unerwünschte Nebenwirkungen möglich.

Bei intravenöser Gabe ist eine kochsalzlösung als naturidentischer Träger frei von zusätzlichen Nebenwirkungen. Ganz besonders wichtig ist das im Beispiel von hochdosiertem Cortison, das selbst schon sehr reaktionsfreudig ist. Ich habe zum Glück nur einmal hochdosierte Cortisontabletten als Schubtherapie erhalten. 1998 , damals wollte man das auch noch ausschleichen…
Nie wieder ging es mir von einem Medikament so „Allgemein - schlecht“.

Über die Darmflora braucht man sich nach einer intravenösen Cortisonstoßtherapie aber auch keine Sorgen machen. 1000 mg Cortison / Tag überschwemmen zuverlässig in 3 Tagen auch den letzten Winkel des Organismus. Das finden nicht nur Entzündungsherde schlecht. Die Darmflora nimmt dabei auch sehr großen Schaden.

*Ich habe Multiple Sklerose mit inzwischen eher ruhigem Verlauf , ED 1998

Ja dummerweise stimmt das so… Ich habe einen verwandten im medizin Bereich. Ja das kann man tatsächlich so sagen.

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Gut das es keine langzeit Therapie mit Cortison gegeben hat, das kann einen Berufsunfähig machen weil die Nebeniere zerstört wird. dadurch ist man nicht mehr belastar, Tabletten helfen daggenen nicht… Bei Cortison ist von Langzeittherapie dringend abzuraten… Und das heilt MS soweit ich mal was davon gehört habe auch nicht.

Man könnte MS eventuell künfig mit einer Korrektur der Darmflora beheben. Es gibt Verdacht ,dass diese Erkrankung durch Problematische Darmerreger Verursacht wird. Genauer weiß ich es aber auch nicht. Dadurch würden gefährliche Autoantikörper entstehen die den Köper angreifen… Da ist noch viel Forschung nötig…

Falls die Beseitigung der schädlichen Darmkeime auch nach mehr Forschung in Zukunft nicht ausreichen sollte, so kommt zumindest theoretisch noch eine letzte Option in Betracht über die leider eher selten nachgedacht wird.:

Man könnte in solchen Fällen sagen, wenn alle Optionen ausgeschöpft sind, das Immunsystem ist einfach defekt. Interessenterweise weiß man nämlich inzwischen, dass Autoimmunerkrankungen eine ähnliche Ursache wie die meisten Krebsarten hat. Krebs hat seine Ursache im Immunsystem. Einfach deshalb weil auch in JEDEM gesunden Menschen immer wieder durch Zufall Krebsvorläufer- Zellen entstehen.( durch normale Mutationen)

Der Unterschid ist nur ,das Immunsystem erkennt diese Zellen normalerweise zuverlässig und vernichtet diese. Passiert das nicht, entsteht irdendwann irgendein Krebs… Das ist dann eine Immunsystem Mangelfunktion in bestimmten Bereichen. Automimmunerkrankungen sind ähnlich, allerdings eher eine Art Überfunktion in Bestimmten Bereichen. In jedem Fall stellen solche Dinge eine Art Fehlfunktion dar.

Man könnte dann eine Chemo machen, das defekte Immunystem somit killen und mit neuem Knochenmark ein funktionierendes Immunsystem von einem Spender einbauen. (sofern Spender vorhanden) dadurch sollte dann die Fehlfunktion ,die den eigenen Körper angreift, gelöscht sein…

Das muss aber der Arzt im Einzefall eindscheiden und ich gebe keine Empfehlung dazu ab. Ich zeige nur auf ,was man drigned mit da mit Ärzten da diskutieren müsste.

Begründung für die Meinung:
Ich kenne mich mit Computern zwar besser aus als mit Medizin, aber da ich eine Nahe Verwandte in dem Bereich habe ist mir eins aufgefallen:

Der Menschliche Körper ist ähnlich kompliziert wie ein sehr umfangreiches Computerprogramm wie Windows. Eher noch deutlich komplizierter. (weswegen noch keine ausgreiften Computermodelle dazu gibt, die zum Beispiel Tierversuche komplett ersetzen)

Daraus folgt, das bei manchen Problemen wie zum Beispiel sehr Tief im System versteckte Probleme mit dem Immunsystem manchmal fast unmöglich exakt zu lokalisieren ist ,woher genau das Problem kommt. Das kann eine gezielte Behandlung Unmöglich machen. Einach weil dann Millionen von unbekannten Möglichjkeiten in Betracht kommen, was falsch läuft… das wird selbst ein Supercomputer so schnell nicht rausfinden. Da hat kein Arzt eine Chance…

Daher ist es unter Umständen einfacher das defekte Immunsystem zu beseitigen und ein neues von einem Spender zu installieren. Das hat zwar auch ne Menge Nebenwirkungen ,aber unter Umständen weniger als ein Beibehalten einer schweren Autoimmun- Fehlfunktion, die einen irgendwann sowieso töten oder komplett Invalide machen würde… Sofern es eine Chance gibt die Behandlung zu überleben ist dass dann manchmal eine Option.

Genauso geht man auch vor wenn ein Cpmputerprogramm aus völlig unbekannten Gründen schwerwiegend verrückt spielt. das kann ähnlich unmöglich sein, den genauen Fehler im Code zu finden… was tut man… nun man löscht das Programm und spielt ein anderes auf.

Das heißt im Beispiel wenn Windows spinnt kann es manchmal einfacher sein, den Rechner platt zu machen und komplett neu zu installieren als 10 Jahre nach einem tief verdekten Defekt im Programm zu suchen… Ja ich weiß der Vergleich hinkt etwas, Menschen sind keine Computer…

Aber es macht manchmal sinn zu überlegen ob eine Tiefenanalyse der Ursache bei sehr Komplexen Problemen immer funktioniert. Manchmal ist komplett zurücksetzen und neuanfang die beste Methode. (wenn möglich)

Das könnte in eigen Fällen auch auf das Immunsystem zutreffen. Ich würde eigentlich erwarten, dass Ärzte darüber mal dikutieren müssen was in solchen Grenzfällen am sinnvollsten zu tun ist, wenn ein Problem unmöglich genau zu ermitteln ist. Lange rumdoktoren ist nicht immer erfolgreich…

Das heißt einfach heruntergebrochen ausgedrückt: "Wenn Herr Doktor nicht gaanz genau weiß was am Immunsystem defekt ist und nichts findet ,was schwere Probleme gezielt verhindert, dann gib dem Patienten, wenn möglich ,ein neues Immunsystem.