warum nicht? und was schützt stattdessen vor Krieg?
Ist in Ordnung.
Das müsste dann aber auch militärisch gelten: wir rüsten auf und schaffen uns eigene Atomwaffen an, damit wir von den USA unabhängig sind.
„innenpolitische Spannungen“ als Maßstab unserer Außenpolitik?
Ist das eine gute Idee?
Israel ist genauso wenig unser Freund wie die USA.
Aber mehr als Russland, China oder der Iran.
Es gibt zwischen Staaten keine Freundschaften, sondern Interessen.
Eine funktionierende Beziehung zu den USA und Israel ist in unserem Interesse.
Noch. Das kann sich ändern, aber derzeit würde ich das so beurteilen.
Das bedeutet nicht, dass wir alles gut finden müssen, was die tun, aber es bedeutet, dass unsere Kritik Grenzen hat. Aus subjektivem, egoistischen Eigeninteresse auf unserer Seite.
Hinsichtlich der USA ist es schlicht unser Interesse, b.a.W. unter dem NATO-Schutzschild zu bleiben und unsere Wirtschaft halbwegs am Laufen zu halten.
Beides würde ich ungern aufgeben, nur um mein moralisches Mütchen zu kühlen und die USA und Israel lautstark so zu kritisieren, wie sie es ethisch gesehen vielleicht verdienen.
Das Institute for Economics and Peace beschäftigt sich jedes Jahr mit genau dieser Frage und veröffentlicht den Global Peace Index. Was haben die Staaten gemeinsam, die dort besonders gut abschneiden? Atomwaffen oder ein besonders großer Militäretat sind es gerade nicht. GPI-2025-web.pdf
Liegt es in unserem Interesse, dass LNG aus Qatar zuverlässig zu uns kommt? Liegt es in unserem Interesse, dass Flüchtlinge aus Nahost auch bitte dort bleiben (und nicht an schönen griechischen Urlaubsstränden angespült werden)? Zwei Interessen die den USA und Israel herzlich egal sein dürften, aber bei uns ganz sicher auch zu innenpolitischen Themen werden.
Du vermischst bei der Frage wie immer zwei völlig unterschiedliche Aspekte:
bin ich friedlich?
lassen mich die anderen in Ruhe?
Dein Index beschäftigt sich mit der ersten Frage.
Über die zweite sagt er nichts.
Und ebenfalls wie immer beantwortest Du die grundlegende Frage nicht:
ein guter Platz im Peace Index ist es jedenfalls nicht.
richtig.
Aber was willst Du sagen?
Dass wir jetzt gegen den Angriff auf den Iran protestieren, weil wir dadurch wieder den Ärger mit den vielen Flüchtlingen bekommen??
Das ist wäre eine sehr kleinliche und egoistische Position, die ich nicht vertreten möchte.
Könnte es sein, dass diese beiden Aspekte doch zusammen hängen? Statistik, Geschichte und Soziologie sind sich da eigentlich sehr einig, dass dem so ist.
Doch, der hilft … und man bekommt ihn durch eine zurückhaltend diplomatische Außenpolitik, ohne zu enge Blockbindung.
Niederlande und Norwegen hat es beim deutschen Überfall, Finnland beim russischen nicht geholfen. Ich denke, für deine Behauptung bist du beweispflichtig. Die Geschichte der Eroberungskriege ist lang.
Ich habe mir von Claude helfen lassen. Hier die wichtigsten:
Mittelalter (1000–1500)
Mongolische Eroberungen (1206–1368) – Dschingis Khan und seine Nachfolger errichteten das größte zusammenhängende Landreich der Geschichte, von China bis Osteuropa
Kreuzzüge (1096–1291) – Europäische Feldzüge zur Eroberung des Heiligen Landes
Normannische Eroberung Englands (1066) – Wilhelm der Eroberer unterwarf England bei Hastings
Reconquista (722–1492) – Rückeroberung der Iberischen Halbinsel von den Mauren
Osmanische Expansion (ab 1299) – Eroberung Konstantinopels (1453) und weiter Teile Südosteuropas, Nordafrikas und des Nahen Ostens
Frühe Neuzeit (1500–1800)
Spanische Conquista (ab 1492) – Eroberung Mittel- und Südamerikas (Azteken, Inkas u. a.)
Britische, französische & portugiesische Kolonialexpansion – Unterwerfung großer Teile Afrikas, Asiens und Amerikas
Russische Expansion nach Sibirien (16.–18. Jh.) – Ausdehnung bis zum Pazifik
Mogulreich in Indien (1526–1707) – Babur und Aurangzeb unterwerften fast ganz Indien
Neuzeit (1800–2000)
Napoleonische Kriege (1803–1815) – Frankreich unterwarf zeitweise fast ganz Europa
Britische Kolonialherrschaft (19. Jh.) – Auf dem Höhepunkt: ~25 % der Erdoberfläche
Scramble for Africa (1880–1914) – Europäische Mächte teilten Afrika nahezu vollständig unter sich auf
Japanische Expansion in Asien (1931–1945) – Mandschurei, China, Südostasien
Deutsches Reich im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) – Versuch der Unterwerfung Europas und Russlands
Fazit: Die folgenreichsten Eroberungen waren wohl die mongolische Expansion, die europäische Kolonisierung der Amerikas und die britische Kolonialherrschaft – sie haben die Weltgeschichte am nachhaltigsten geprägt.
Die meisten Opfer dieser Kriege hatten vermutlich einen hohen Rang im Peace Index, das war dem jeweiligen Eroberer aber wurscht.
das ist Wunschdenken.
Finnland und Schweden sind gerade der Nato beigetreten.
Gerade weil sie aus Gründen der Sicherheit zu einem „Block“ gehören wollten.
Außerdem ist D zu groß für Neutralität.
Dieses „unter-dem-Radar-segeln“ kannst Du vielleicht machen, wenn Du so klein bist, dass sich militärisch keiner für Dich interessiert und Du keine direkte Berührung mit dem bösen Nachbarn hast. Österreich versucht das ja, und die Schweiz auch.
Aber Mittelmächte wie D, F, UK können das nicht.
Wenn Putin Europa haben will, muss er auch D haben.
Davor können wir uns nicht verstecken.
Die Mongolei ist ziemlich groß und hat zwei direkte übermächtige und offen imperialistische Nachbarn … fährt trotzdem ganz gut mit ihrer Außenpolitik und ihrer Armee die kaum mehr als ein Schützenverein ist.
Ab welcher Größe geht das deiner Meinung nach nicht mehr? Und wäre es für den Iran eventuell eine Option gewesen auf das Raketenprogramm zu verzichten und so auf Deeskalation zu setzen? Oder gilt die Schlussfolgerung „groß und böse Nachbarn“ auch für den Iran, sodass die Aufrüstung zur Abschreckung alternativlos war?
Naja, soweit ich das weiß, gibt es da leider eine gewisse Asynchronität in der Beurteilung.
Die Waffe in der eigenen Hand dient – das weiß man aus der unmittelbaren inneren Erfahrung – ausschließlich der eigenen Verteidigung.
Die Waffe des Gegenübers – da man nicht in ihm drinsteckt – könnte auch einem Angriff dienen.
Zu dieser asynchronen Wahrnehmung und deren Folgeproblemen gibt es soziologische Studien!
Im Übrigen – das hört man auch beim derzeitigen Iran-Krieg immer wieder – stellt sich auch die Frage, was genau man mit der eigenen Waffe denn genau verteidigen will. Sehr nebulös ist bei den letzten Kriegen immer von „der Verteidigung der eigenen Interessen“ die Rede.
Das “eigene Interesse” kann von der existenzbedrohenden Befreiung vom Faschismus (WK II) bis hin zum billigen Öl (Irakkrieg) gehen.
Das Völkerrecht ist hier zwar rel. eindeutig – je nach „Interessenlage“ wird das aber eingehalten – oder eben auch nicht.
die Mongolei ? sehr lustig.
willst du ernsthaft reden oder nur einen standpunkt um jeden preis verteidigen?
natürlich gilt die auch für den Iran.
wenn man die Bombe haben möchte, sollte man aber nicht schon vorher sagen, dass man damit einen vernichtungskrieg führen will. von daher hat der Iran bekommen was er aufgrund eigener dummheit verdient.
aber dass der Iran zur abschreckung aufrüstet ist nachvollziehbar. den israelis und den usa würde ich an seiner stelle auch nicht trauen.
du versuchst, dem prinzip der abschreckung eine moralische bewertung anzuheften. das ist sinnlos. dass waffen abschrecken ist eine simple tatsache, jenseits einer bewertung der personen oder motive
Flächenmäßig ja, aber relativ unbedeutend. Außerdem hielten sich die beiden wirklich großen Nachbarn seit dem 2. WK gegenseitig in Schach. Das war aber nicht immer so und wird evtl. auch nicht immer so bleiben.
Ohne militärische Macht bist du auf das Wohlwollen deiner nahen und fernen Nachbarn angewiesen. Kim Yong Un z.B. versteht das besser als du. Deshalb ist er noch am Leben. Khaminei hat es auch verstanden, aber er konnte nicht schnell genug ausreichend Macht aufbauen.
„böse Nachbarn“ kam von dir, nicht von mir. Das mit dem Verständnis für verschiedene Positionen fällt deutlich leichter, wenn man nicht zwanghaft in „Gut“ und „Böse“ denkt. Das Konzept der Abschreckung funktioniert aber nur so und nicht in einem „Miteinander“. Deine moralische Wertung steht dir selbst im Weg das Offensichtliche zu sehen. Und Tatsachen die nicht in dieses Gut-Böse-Weltbild passen sind dann einfach nur lächerlich …
sagt vermutlich auch irgendein Russe über die Ukraine … soviel zu deiner moralischen Bewertung
Deine Vergleiche und Beispiele sind hanebüchen. Der Iran strebt nach atomare Bewaffnung, die Ukraine hat die ihre vernichtet. Gut möglich, dass Putin denkt, die waren schön dumm, vermutlich denkt er das auch über uns, bzw. diejenigen bei uns, die sich immer noch als Pazifisten gerieren.
Das alles hat doch nichts mit Moral zu tun, es geht um die Verteidigung des eigenen Staates.
Ich mag zu dem Thema im Moment nicht diskutieren, weil ein ehemaliger Arbeitkollege im Iran lebt und ich nichts mehr von ihm gehört habe. Traue mich aber auch nicht, nachzufragen. Nachher bringe ich ihn noch in Gefahr.
Wann - wenn nicht jetzt?
Gerade, weil es schrecklich ist - es macht natürlich keinen Spass. Aber ich halte es für notwendig, weil diese Schrecken in ihrer aktuellen Präsenz die Chance bietet, nicht nur “rein theoretisch” und intellektuell dasrüber (also im Grunde über das Schicksal anderer) auszulassen.
Und es könnte durchaus - gefühlt - noch schrecklicher werden, wenn es irgendwann auch uns direkt betrifft.
die nächste Flüchtlingswelle ist übrigens schon unterwegs … nachdem Israel die Menschen aus dem Süden des Libanon vertreibt, indem sie landwirtschaftliche Flächen mit Glyphosat verseuchen und Phosphorbomben über Wohngebiete abwerfen, haben laut UNHCR etwa 700.000 Menschen innerhalb von einer Woche die Flucht ergriffen.
Ich freu mich schon darauf, in ein paar Wochen wieder Feldbetten in Turnhallen aufzustellen … wir schaffen das