Europa erneut denken

Ich finde, wir brauchen ein neues Verständnis von Europa und sollten dabei nicht so kleinlich mit den Aufnahmekriterien umgehen, sondern diese vorübergehend öffnen:

Ich schlage vier neue Mitglieder vor:

  • Ukraine
  • Türkei
  • Bosnien & Herzegowina
  • Serbien

Russland und Putin ständen so vor einer Aufgabe. Diskutiert mit!

Wie wäre es mit einer Überarbeitung der Mitgliedsklauseln?
Ungarn als Schiffsschaukelbremser, Rumänien und Bulgarien als Armenhäuser rausschmeißen, Moldawien und die Türkei erst gar nicht aufnehmen. Den Serben gelüstet es eh wieder nach Krawall und einem großserbischen Reich…
Die Ukraine wird eh zum global player in der Rüstungsindustrie. Da kämen benefits für Europa raus. Bei deinem Vorschlag hätten wir zu viele Armenhäuser und Konflikte als Flöhe im europäischen Fell sitzen,

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Es ging bei der Gründung Europas damals nicht um reiche Staaten versus „Armenhäuser“. Es war um gemeinsamen Handel und um eine gemeinsame Identität gegangen, die eben aus diesen Konflikten herausführen konnte. Ich glaube, dass das einerseits bei politischer Anstrengung wieder möglich sein würde, Europa zu erneuern und anderseits, dass wir das genau brauchen.

Ich hatte zuletzt aus Serbien weniger Krawall vernommen, die haben sogar Kritik für Waffenlieferungen an die Ukraine aus Russland einstecken müssen. Werden wir Serbien aufnehmen würde das Angebot auch an das Kosovo gehen. Der Konflikt dort, der seit 1999 noch nicht endgültig behoben ist, würde in einem gemeinsamen Europa aufgelöst werden können.

Ich hatte anstatt Moldawien auf Bosnien & Herzegowina hingewiesen. Das ist der einzige Staat zentral in Süd-Ost-Europa mit einer großen muslimischen Bevölkerung, die Türkei, die seit der Ausbreitung des Christentums über Kleinasien und in den ganzen Jahrhunderten später Teil der europäischen Familie wurde, wäre ebenfalls in der Europäischen Union ein zu den Außengrenzen hin stabilerer Staat. Ihnen wird die EU-Aufnahme wie einem Hündchen der Knochen seit Jahrzehnten hingehalten, was zu der Politik von Erdogan geführt hat, die wir heute kritisieren. Über das Hinhalten der Ukraine heute, brauche ich glaube ich, keine Worte mehr zu verlieren. Sie in der Lage zu behandeln, wie Menschen vor einem Casino, die nur mit einer Krawatte den Zutritt bekommen, ist menschenunwürdig. Die Republik Moldau könnte im gleichen Zuge aufgenommen werden, wie die Ukraine.

Sonst fällt unser Europa auseinander - vor allem unter dem Druck einer immer instabiler werden Weltlage und der Migration, die immer weiter zum Protektionismus führen wird. Vielleicht ist dann am Ende nur noch die Lösung der Krieg. Das wäre ein fatales Ergebnis jahrzehnter langer restriktiverer Politik in Brüssel und in den EU-Staaten, insbesondere in den letzten Jahrzehnten in der BRD.

Ich frage mich seit einiger Zeit, warum bei den Grünen, wo die Frage nach Europa so zentral gewesen, kaum noch eine Bedeutung hat?
Warum ist das so?

vielleicht, weil Europa erkennbar auseinander fällt. Erst die Briten mit dem Brexit, dann die wirtschaftliche und politische Lage in Frankreich… dann kommt noch die Zündelei von Orban hinzu… bei der Ukraine-Frage hat sich Europa wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen verhalten. Je weiter westlich die Mitgliedsstaaten, desto handlungsunfähiger wurde die Angelegenheit.
Die EU muss dringend reformiert werden. Leider sagt das auch die AfD. Und weil die das radikaler formulieren, will keiner darüber sprechen oder nachdenken.

Weißt Du, es muss doch der Blick, um nicht vollständig sich der Resignation zu beugen, auf positive Aspekte gerichtet werden. Du als Soldat wirst wahrscheinlich auf eine andere Art und Weise wissen, wie ich das meine.

Orban hatte direkt nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine erschüttert an der Grenze Ungarns zur Ukraine gestanden. Und hinsichtlich der damals angestoßenen Sanktionen gegen Russland, sagte er, er würde sich nichts mehr verweigern. Das ist Krieg.

Man kann über die Regierung in Budapest sehr schlecht reden. Das verstehe ich auch. Aber ich glaube, er sieht mehr als das, was die Politiker in Brüssel, Paris, London und Berlin sehen, weil er halt den Kontakt nach Russland noch aufrecht gehalten hat.

Wenn es aber eine politische Vorgehensweise der Nato-Familie und der EU geben würde, nach fairem Friedensschluss, die Ukraine als souveränen Staat zu hinterlassen, und die Menschen selber in den abtrünnigen Bezirken und im ganzen Staat, in den Grenzen die nach der Wende gegolten hatten, darüber abstimmen zu lassen, wäre glaube ich Orban niemand, der sich dagegen sperren würde.

Der Brexit hatte viel mit der zu wenig effektiven Unterstützung für Großbritannien aus Brüssel und vor allem mit den Zahlen der Geflüchteten in dieser Zeit zu tun. Es war eine kleinere Zahl von Brexit-Befürwortern in der Politik Großbritanniens, die ein immer schon sehr eigenständig denkendes Großbritannien aus Europa herausgelöst haben. Ich sehe aber zurzeit Versuche das Verhältnis wieder anzunähern, was nicht nur mit Russland zu tun hat.

Ja, es müssen neu die Kompetenzen festgelegt werden und nicht weil die AfD das sagt.

Hier wurde schon sehr stark über die sozialen Medien seitens Russland interveniert (auch bei den US-Wahlen). Dass die AfD mit den Russen liebäugeln und schön brav nach Moskau fahren ist Teil der russischen Strategie. Ich glaube fest daran, dass die AfD auch aus Moskau finanziert und unterstützt wird.

Orban hingegen ist ein listiger Fuchs, der sowohl die EU erpresst als auch Russland hofiert. Der hat zwei klebrige Hände, für jede Seite eine…

Momentan sehe ich keinerlei positive Aspekte, besonders als Ex-Soldat nicht. Die EU kauft in den USA Waffen für die Ukraine. Es würde mich nicht wundern, wenn Trumps Clan davon indirekt profitiert. Ich halte Trump eh für ein von den Russen gekauftes trojanisches Pferd.
Weder die Russen noch die Amis unternehmen ernsthafte Versuche, den Krieg zu beenden. Ein Schwabe würde sagen: des hat a Gschmäckle…
Und Europa: scheisst sich die Buchse voll, wenn Putin hüstelt. Anstatt eine europäische Antwort an Trump abzuliefern, was die Souveränität Grönlands angeht, machen sie alle brav Kotau…
Wenn Trump abrupt stehen bleibt, haben einige westliche Politiker einen braunen Hals… Angesichts solcher Handlungsunfähigkeit, bleibt nur die Resignation.
Als Soldat habe ich gelernt, stets das Momentum zu beherrschen, zu improvisieren, zu analysieren und anders zu reagieren, als mein Gegner das erwartet. In Europa und besonders in Berlin sehe ich nur einen aufgescheuchten Hühnerhaufen

Dass Russland an einer Erosion der westlichen Welt, wie sie sich Russland bis zuletzt gezeigt hat, interessiert war und ist, das ist nichts Neues. Das ist ein Spiel der Mächte, wie wir es auf dem Kalten Krieg auch kannten. Ich hatte aber unlängst ein Interview von Putin gesehen - beim Surfen zufällig, wie er über die AfD sprach. Es ist nicht so, dass Russland durch die AfD profitieren würde, sondern die AfD profitiert zurzeit von einer Strategie, sich von Russland nicht zu distanzieren.

Wenn die anderen Parteien und Fraktionen sich Russland annehmen, so wie es ist, mit allen Problemen, die im Krieg Russlands gegen die Ukraine uns auch entstehen und forsch und konsequent eine faire Lösung dort anstreben, hat die AfD eine bedeutende Mühle für Wählerstimmen weniger.

Das sehe ich nicht so eindeutig. Der ist gefangen zwischen den Mächten der EU und Russland. Ob er mehr oder weniger klebrige Hände hat, ist da unerheblich. Eher helfen ihm vielleicht die klebrigen Hände für später, sich bei einem Krieg halbwegs neutral verhalten zu können. Er ist Patriot für Ungarn. Das ist vergleichbar mit der Haltung Spaniens während des 2. Weltkrieges.

Da ist was dran. :slightly_smiling_face:
Und ganz ehrlich, habe ich etwas Sympathie für die Russen dabei, weil sie einerseits ihren Weg über ihn suchen und andererseits niemanden anderen in der westlichen Welt haben, der ihnen das anbietet. Und gerade weil es Amerika ist, mit denen Russland sowieso noch Revanchen vorhat, ist es ihnen nicht zu verübeln.

Es käme auf Europa an, was daraus wird. Alleine Putin und Trump, Selenskyj noch dabei als wichtige Person genannt, werden den Frieden nicht herstellen können.

Wir sollten nicht nur das Geschmäckle sehen. Wenn du die Geschichte der Verhandlungen damals in Helsinki 1975 Dir vornimmst. Damals gab es Geschmäckle genug. Aber es gab halt einige Vernünftige. Und daraus wurde der ganze Eiserne Vorhang später in Stücke zerrissen.

Es gab Zeichen von Macron vor seinem Besuch bei den Verhandlungen in Kanada vor einiger Zeit, die direkt nach dem Alaska-Treffen zwischen Trump und Putin stattfanden. Demonstrativ besuchte der Grönland vor dem Kanada-Gipfeltreffen. Ich glaube, wenn Europa Dänemark konsequent in der Frage verteidigt und den USA die Stirn politisch und wirtschaftlich bieten würde, dann würde Grönland nicht von den USA eingenommen. An der Stelle würde ich mir auch mehr Zusammenarbeit mit Russland für eine faire Lösung in der Ukraine wüschen. Das würde wiederum Mächte wie die USA und China in ihren Handlungsweisen beeinflussen.

Politik nach Außenmaß. Das hat hierzulande immer Helmut Schmidt, unser Altkanzler von 1974 bis 1982 propagiert. Er war der eiserne Verfechter für den Nato-Doppel-Beschluss. Auch das war Politik nach Augenmaß - zumindest in der Urfassung. Die USA unter Reagan hatten die Sowjets später vorgeführt - bis Gorbatschow den Spieß - anders wie erwartet umdrehte.

Die Frage sollte doch Herrn Tusk gegenüber erlaubt sein, ob nur das Bewaffnen des Kontinents - mir kommt das irgendwie wie vor, wie das Bewaffnen amerikanischer Siedler im Wilden Westen gegenüber die Trumpsch- und Putino-Indianer, die Lösung für das Überleben des Siedler-Tracks sein sollte. Im Gegenteil dazu sollte Europa doch den eigenen Problemchen trotzen und das Revier mit den Nachbarn im Osten an der Friedenspfeife neu befrieden. Die Rolle der BRD sollte dabei eine Team-Kapitän-Rolle sein Das aber dann würde und endgültig nach 1939-1945 die Reputation bringen, die wir mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dem Versprechen zur Deutschen Einheit Allen gegeben haben.

Hier ganz frisch eine Einschätzung von Robert Habeck
„Zerbricht die Nato an Grönland Herr Habeck?“ bei Table today:

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Danke hier für dieses Zitat! :ok_hand:

Die Schritte, endlich nach 25 Jahren ein Freihandelsabkommen mit Südamerika abzuschließen (Mercosur-Staaten), welches auf Gemeinheiten hin, z.B. gegen die französischen Landwirte möglicherweise Antworten hat, und zwischen der Ukraine und Russland, sowie zwischen der Nato-Ostflanke und Russland, die Reviere in gegenseitigen Gesprächen zu klären, würde Europa stärken.

Was Grönland betrifft würde dieser europäische Strategiewechsel m.E. einen Effekt in Washington erzielen, auch bei so einem wie Donald Trump und eine Synergiewirkung auf die EU-Staaten idealer Weise in enger Zusammenarbeit mit Großbritannien erzeugen.

Insgesamt würde die Sicht ein Stück von Grönland weg führen. Die Amerikaner sind dort bereits im Rahmen der Nato, und es ließe sich unter normalem Verständnis sicherlich bereden, die Militärbase der USA dort auszubauen und, um auf das sympathische Interview mit Robert Habeck Bezug zu nehmen, Grönland eigenständig und in seiner lockeren Verbindung zu Dänemark zu belassen.

Gegen eine Annexion der USA, sollte es die wirklich geben, kann sicher kaum militärisch interveniert werden, das wäre kaum denkbar, aber vor dem UN-Sicherheitsrat könnte protestiert werden. Möglicherweise schrecken die USA dann zurück, wenn sie als Gegenstimmen, China, Russland, Frankreich und Großbritannien haben. Auch bei den Republikanern gibt es moderatere Politiker, die an der Stelle Trump stoppen könnten. Den USA geht es schon auch noch um Publicity in der internationalen Welt.