FAZ Beitrag über Gentechnik: "Aber die Grünen sind aus Prinzip dagegen"

„Mit Gentechnik könnte unser Essen gesünder und nachhaltiger werden. Die Wissenschaft feiert die Genschere als Instrument gegen den Welthunger trotz Klimawandels. Aber die Grünen sind aus Prinzip dagegen“

Link FAZ Artikel

"Mit den bisherigen Regeln könne man „die Herausforderungen unserer Zeit“ einfach nicht bewältigen, sagt etwa die Grüne Katharina Fegebank, Wissenschaftssenatorin und Zweite Bürgermeisterin Hamburgs. Und auch ihre Amtskollegin aus Baden-Württemberg, Petra Olschowski, hält die Reform für eine „zentrale Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer europäischen Forschung“ "

"Johannes Kopton, der damals den Antrag einbrachte, ist inzwischen ernüchtert. Es sieht so aus, als überließen die Pragmatiker die Debatte nun doch wieder den Ideologen. Zu wenig zu gewinnen, zu komplex die Materie. Kopton, der als Doktorand zu nachhaltigem Obst- und Gemüseanbau forscht, findet den Widerstand seiner Partei „sehr irritierend“. „Ich würde mir wünschen, dass wir irgendwann zu einer Partei werden, die Empfehlungen der Wissenschaft nicht nur bei ausgewählten Themen ernst nimmt“, sagt er. „Echter Umweltschutz geht nun einmal nicht an den naturwissenschaftlichen Fakten vorbei.“ "

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Was sich so ärgert ist das immer gleiche Märchen der guten Gentechnik: Was waren denn die ersten Produkte? Roundup – Wikipedia

Parallel zu Roundup vertreiben Monsanto und andere Unternehmen gentechnisch verändertes Saatgut von Mais, Soja, Raps und Baumwolle, das eine Resistenz gegenüber der herbiziden Wirkung von Glyphosat aufweist.

Es sind große Konzerne die einen riesigen Markt wittern. Von mir aus können wir Gentechnik auf unseren Feldern anwenden. Dann aber als Open Source ohne Patente für irgendwelche Konzerne!
Wenn es wirklich um den Hunger in der Welt geht, sollte das ja kein Problem sein oder?

Und: Wenn auf 50% der Ernteflächen der Welt irgendwann der genetisch identischer Weizen angebaut würde, wäre das eine Einladung zum Desaster sondern gleichen.

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Dazu zwei Zitate aus dem FAZ-Beitrag von Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, u.a. zum Thema Züchtung:

"Ein wichtiger Aspekt ist, dass sich mit den modernen Methoden der Genom-Editierung mit relativ geringem Aufwand, den sich auch kleine Züchtungsbetriebe leisten können, widerstandsfähige und ertragreiche Sorten von sehr vielen verschiedenen Kulturpflanzen erzeugen lassen. Damit kämen wir weg von den gleichförmigen Monokulturen von Raps, Weizen und Mais, hin zu einer größeren Vielfalt und mehr Biodiversität in der Kulturlandschaft. Bereits gut bewährte Sorten können einfach durch eine Genmutation, die sich in anderen Arten als vorteilhaft erwiesen hat, verbessert werden. Das würde auch die Vielfalt auf dem Acker fördern, da man in bereits gut angepasste alte Sorten durch Genom-Editierung günstige Varianten schnell einführen kann.

Damit kämen wir auch weg von der Abhängigkeit von großen Firmen, die allein sich bisher die teuren Zulassungsbedingungen für gentechnisch verändertes Saatgut leisten können.

Der Golden Rice ist übrigens patentfrei und kann von lokalen Bauern nachgezüchtet werden. Der Bericht über die Geschichte von Ingo Potrykus von der ETH Zürich liest sich erschütternd.

Bei der inhaltlichen Diskussion sollte man aus meiner Sicht die die Themenstränge Gesundheitsrisiken, Ökonomie (Patentierung vs. Open Source bez. Züchterprivileg) und Kulturfragen (Traditionalle Züchtung vs. Labor) voneinander trennen. Hier gäbe es für die Grünen politisch recht viel zu tun aus meiner Sicht.

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Gentechnik sollte nicht in der hand von Großkonzernen sein. schon gar nicht be Lebensmitteln.

Warum ist Essen patentierbar? Hat der Mensch die Lebensmittel erfunden? Nein… die gab es schon vorher…
zumindest die Ursorten.

Zweitens ist es etisch nicht ok, Patente auf Lebensmittel zu gewähren. Ernährung ist ein Grundrecht.

Trotzdem würde ich die absurde begrenzung von Gentechnik abschaffen weil es unsinn ist.

Solange wirklich sinnvol an der Klimaanpassung von Nutzpflanzensorten gearbeitet wird, halte ich gezielte Eingriffe Labor für die beste Methode.

Ich würde allerdings die Sicherheit solcher Lebensmittel aus Gentech nach Medizinischen Standards bewerten, da Ernähung einen großen Einfluss auf die Gesundheit hat. Wer an sowas arbeitet hat Verantwortung zu übernehmen.

Ablehnung von Gentechnik nur aus irgeneiner ideologie heraus ist Problematisch.

Was es nicht geben darf sind Patentierte Lebensmittel wie be dasi den Laborratten auch bei uns schon gibt. Die sind Patentiert. Ja richtig gehört es gibt Patentierte Versuchstiere…

https://www.criver.com/de/products-services/forschungsmodelle-und-dienstleistungen/ratten-modelle?region=23

so wie in diesem Abschreckenden Beispiel…

Man darf aber nicht vergessen, dass es ggf. sein kann,das wir für Vertica Farms optimierte Nutzpflanzen brauchen. Nämlich dann wenn draußen nicht genug herkömmliche Anbau mehr möglich ist.

Und der Bioanbau wird auch nicht besser da stehen in Zukunft, weil auch der mit seinen Methoden Trockenheitsbedingt an seine Grenzen kommt.

Viele Grüne verschweigen die Tatsache dass auch der normale Bioanbau auf genug Regen in der Anbauzeit angebwiesen ist. Regen im Winter reicht nicht für den Sommer…

Gentechnik kann den Wasserbedarf senken. Genau das brauchen wir auch. Und wir werden Vertical farms brauchen, wegen der extremen Witterung im freien ,weil dann viele Flächen sich nicht mehr eignen.

Jedenfalls kann Gentechnik helfen die benötigen neuen Sorten günstiger und schneller als herkömmlich zu züchten. Und wir werden das brauchen, wenn es draußen richtig extrem wird.

Von einem Verbot kann ich nur abraten, die Zukunft wird die Ernähung vor Große Herausforderungen stellen!

Und ich esse gern Lebensmittel, wo ich wirklich weiß, welche Qualität sie haben.

In Vertical farms gezüchtete Lebensmittel sind sehr genai im Nährstoffgehalt steuerbar.
Das sind die saubersten Lebensmittel der welt.

Keine Pestizide, viele Vitamine, optimaler Mineraliengehalt, keine Schwermetalle wie Arsen im Reis…
kein Mikroplastik aus der Umwelt. keine Verunreinigung mit Illegal im Acker entsorgte Industrieabfälle und Gifte.

Ich esse leber Gewächshaus Gemüse als zum Beispiel welches aus der Nähe von BASF und anderen Industriegebieten!

Solche Verunreinigung kann es auch bei Bioprodukten geben, wenn jemand was in der Umwelt verklappt!

Diese Probleme werden von Grünen Politikern oft unterschlagen aus Angst vor Gentech und Angst vor Gewächshäusern.

Bei der Deutschen Akademie der Wissenschaften gibt es ein ausführliches Dossier zum Thema Gentechnik, u.a. zur Sicherheit

Von der TU Berlin gibt es das Projekt RoofWaterFarm, bei dem Vertical Farming mit Fisch und Gemüse erprobt wird. Bei biooekonomie.de gibt es einen Artikel mit Video vor Ort. Im Quartier wird das Grauwasser recycelt, die Farm braucht etwa 5 Prozent davon. Wie zu hören ist, könnte sich das System gut für Stadtquartiere eignen.

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aha, das zeigt ja schon mal eher das tatsächliche Potential dieser Möglichkeiten…

Wird bisher eher selten erwähnt… Jedenfalls in der allgemeinen Presse…

In Dortmund gibt es die Messe VertiFarm.

Bei Interesse einige Links zum Thema:

FAZ: „Green Farming Markt“ : Kräuter und Fische vom Supermarkt-Dach
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/…

Fraunhofer UMSICHT: 10 Jahre inFARMING - Große Chance für die urbane Agrarproduktion
https://www.umsicht.fraunhofer.de/de/…

Fraunhofer UMSICHT: Einweihung SUSKULT-Demonstrationsanlage für urbane Agrarproduktion
https://www.umsicht.fraunhofer.de/de/…

Organic Farming aus Ingolstadt versucht sich an einem Gewächshausansatz, u.a. mit Fisch.

Interessant könnte Pilz-Myzelium Proteine (Pilz-Wurzeln statt Früchte) aus Holzresten sein, die in vertikalen Farmen wachsen, wie z.B. von My ForestFoods in den USA (Bild: Silos, Vertikale Farm)

Oder auch Wasserlinsen

Am Ende muss man halt schauen, ob das alles wirtschaftlich ist. Der Markt für Lebensmittel-Produktion ist hart.

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Endlich regt sich was im ‚Grünen Biotop‘:

Ich bin inzwischen auch in einer ‚grünen‘ Signal-Gruppe gelandet, die sich hinter der Web-Site https://evidenzbasierte-politik.de/
versammelt hat.
Ich werde mal sehen, ob ich die zu uns hier einladen kann.

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Hier ist bei Interesse der FAZ-Artikel, aus dem hier zitiert wird.

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