Fehlbare Justiz oder fehlender Anstand

Verteidiger macht Polizisten zum Täter (msn.com)

Dieser Artikel entlockt mir eigentlich ein Schmunzeln, erinnert es doch eher an das königlich-bayrische Amtsgericht.
Jedoch habe ich ähnliche „Auswüchse“ von Verteidigern als Prozessbegleiter einer Opferschutzorganisation erlebt, ohne dass ein Richter zur Ordnung gerufen hätte.
Zu oft habe ich erlebt, wie Verteidiger die Opfer angegangen sind.

Ich bin gespannt, wann dieser Artikel von verschiedenen AfD nahen Bloggern aufgegriffen wird und auf YouTube ausgeschlachtet werden wird. Schließlich ist von einem „südländischen“ jungen Mann die Rede, mit Drogen in der Tasche und einem weiteren Gewaltdelikt an der Backe.

Ich kann mich auch in den Polizisten hinein versetzen. Wer so respektlos vor Gericht behandelt wird, muss sich nicht wundern, wenn auch in der Polizei die rechten Tendenzen zunehmen.

Wie kann man hier Richter sensibilisieren, solche Übergriffe durch Juristen zu unterbinden?
Da sich hier einige Juristen tummeln, bin ich gespannt auf eure Antwort.

na immerhin hat das Gericht eingegriffen:
„Staatsanwältin und Richter mussten ihn herunterkühlen. Erstaunlicherweise sah der Verteidiger danach davon ab, die beiden anderen Beamten ebenfalls einem solchen Kreuzverhör zu unterziehen.“

Ich habe damit keine Erfahrung. Klar ist, dass der Verteidiger die Zeugen der Anklage madig machen muss, auch wenn es Polizisten sind.
Aus Sicht des Polizisten ist es natürlich ein Unding.

schwierig. Der Angeklagte hat ein Recht auf Verteidigung.
Der Richter kann erst hinterher bremsen und rügen, er kann dem Verteidiger nicht vorher den Mund verbieten. Und es mag ja auch Zeugen geben, die wirklich lügen und bei denen man merkt, dass die den Angeklagten „hängen“ sehen wollen. Da muss der Verteidiger auch mal etwas grob werden dürfen.
Polizist ist echt ein Scheißjob. Wie Du es machst, Du bist immer der A…

Naja, das ist ein „Spiel“, das da vor Gericht gespielt wird - die Anklage will ein möglichst hartes (wenn sicher auch immer noch angemessenes) Urtel - die Verteidigung hat die Plficht (und auch die Aufgabe), den Angeklagten bestmöglichst dahingehend zu verteidigen, dass sein/ihr Verhalten möglichst milde be-/verurteilt wird.

Auf der Strecke bleiben dabei - so lange sie emotionalverhaftet bleiben oft die geschädigten.

Es geht wohl auch weniger um eine Be-/Verurteilung anch moralischen Kriterien (Gott sei Dank), sondern nur um die Frage, wie weit das Verhalten des Täters vom juristisch definierten abweicht.
Das Urteil ist eben keine moralische Bewertung (wenn man davon absieht, das das Gesetz selbst natürlich idealerweise einen moralischen Wertekanon als Background beinhaltet.

Für das Opfer ist das schwierig, da das Gefühl des erlittenen Schadens in erster Linie moralisch gefasst ist…

Aber ganz ehlich - jeder von uns würde doch von seinem Verteidiger erwarten dass er alle erdenklichen Tricks anwendet, um den eigenen Schaden möglichst gering zu halten, oder?

Ich habe schon eine ganze Reihe von Trennungsfällen vor Gericht mitbekommen - ich habe nur wenige erlebt, die bereit waren, auf solche Tricks zur Minimierung des eigenen Schadens zu verzichten - tragisch natürlich vor allem dann, wenn es um das Wohl der davon betroffenen Kinder ging…

Masken-Ärztin muss in Haft, Dreifach-Vergewaltiger bleibt auf freiem Fuß (nordkurier.de)

weil sein Gesicht in den Medien erkennbar gewesen sei…
In Texas wird dein Gesicht, dein Name und deine Adresse in der Zeitung genannt, wenn du beim DWI (driving while intoxicated) erwischt wurdest…

ich bin immer wieder erstaunt, wie die Amis völlig schmerzfrei jeden Täter oder Verdächtigen (!) mit Foto und vollem Namen im TV oder Netz präsentieren.
Gerade beim Grad der Bewaffnung kann das lebensgefährlich sein.

Das mag richtig sein - kann aber kein Vorbild sein, sondern bestenfalls als abschreckendes Beispiel dienen!