Fridays for Future - Klimastreik am 15.9

Fridays for Future ruft zu Demonstrationen in fast 250 Städten auf

Unter anderem für Hamburg und Berlin haben Fridays for Future Protestaktionen angekündigt. Die Gruppe fordert strengere Maßnahmen und die Einführung von Klimageld.

Es ist sehr schade, daß die ursprüngliche Idee hinter dem Klimastreik mittlerweile so flach geklopft wurde. Großdemonstrationen haben in der öffentlichen Wahrnehmung ein Problem: Wenn die nächste Demo nicht noch größer wird als die letzte, kommt schnell zu Berichten wie „FFF verliert an Zuspruch“ oder so ähnlich.

Der zweite Faktor ist: Großdemonstrationen ziehen viele Gruppen an, die sonst sehr wenig Aufmerksamkeit bekommen. Und die Veranstalter freuen sich natürlich je mehr Leute mitmachen. Das Resultat durfte ich letzte Jahr in Frankfurt sehen, als wir auch auf eine FFF-Demo waren: Die Leute auf der Bühne waren häufig so peinlich, daß meine Frau und ich nach einer halben Stunde nach Hause gingen. Es ging um alles mögliche, was die Welt retten sollen. Die CO2-Emmisionen zu reduzieren ging in diesem „Radau“ komplett unter.

Die FFF-Bewegung sollte zu den Wurzeln zurück: Vor jeden Rathaus und jedem Parlament in ganz Deutschland müsste jeden Freitag ein junger Mensch mit einem Schild stehen, um gegen die Untätigkeit der regierenden zu protestieren. Die könnten sich ja auch stündlich abwechseln, ganz egal. Nur es müsste jeden Freitag sein. Warum heißt es sonst Fridays for Future?

Die Symbolik wäre meiner Ansicht nach durch nichts zu schlagen.

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Ein globaler Streik ist aber etwas anderes.

Ich meine nicht. Es folgt der gleichen Logik: Es wird berichtet in 50 Ländern gab es Streiks. Aber irgendwann sind es nur noch 49 Länder und dann?

Wenn der Zulauf nicht mehr wächst, wird die Bewegung irgendwann sterben. Aber Mahnwachen vor so vielen Parlamenten und Radhäuser wie möglich lassen sich viel leichter organisieren als Großdemos und sind in ihrer symbolischen Bedeutung viel größer.

Großdemos verwässern die Grundaussage eher: Denn eine Großdemo zieht auch viele Leute mit anderen Ideen an, diese Menschen bringen dann auch ihre Themen mit.

Heute Abend gibt es bestimmt einen Bericht in der Tagesschau über die Demos und morgen Mittag ist das Schnee von gestern. Und der hält in Zeiten des Klimawandels nicht lange.

Mit „globalem Streik“ meinte ich keine Großdemo, sondern, dass man an dem Tag nicht zur Arbeit geht, um damit seinem Protest Ausdruck zu verleihen.

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Macht das denn irgendwer so? Veranstaltungen heute in Köln und Aachen sind als „Straßenfest“ deklariert … das hat bald mehr was von CSD als den Charakter eines Streiks.

Ich mache es so.

Greta hat es zumindest so angefangen, ihre „Arbeit“ war da ja noch die Schule.

In einigen Städten gibt es inzwischen Kooperationen mit Ver.di. Mal sehen, was heute Abend berichtet wird.

Jetzt warte doch mal noch 10 Jahre, bis ich in Rente bin - so es dann noch eine Rente gibt :slight_smile: - es müssen doch nicht immer nur junge Menschen sein - es reicht doch, wenn ein paar ältere Semester vor dem Rathaus einen mehrwöchigen Hungerstreik machen (ich weiß schon, klingt irgendwie nach Ohnmachtsstrategie und außerdem ist in 10 Jahren schon „noch mehr zu spät“ …:frowning:
Das mit den peinlichen Leuten auf der Bühne kenne ich noch von der Friedensbewegung Ende 70/Anfang 80, aus der sich später die Grünen gebildet haben - lass ihnen etwas Zeit, sich zu professionalisieren.

Das ist bedauerlicherweise wohl wahr - liegt aber nicht an den AktivistInnen, sondern daran, dass die meisten diese Nachrichten wegen des spektakulären Rahmens und weniger wegen des Inhalts sehen und mit Nachrichten versorgt werden wollen - ist also den AktivistInnen nicht vorzuwerfen

Nun, die Grünen sind jetzt Regierungspartei. Aber die 40 Jahre für eine „Professionalisierung“ haben wir nicht mehr :frowning:

Es macht keinen Sinn den Menschen, die heute überall auf die Sraße gehen irgendwas vorzuwerfen! Es ist nur in unserer Gesellschaft leider nicht wirksam, solche Großaktionen zu organisieren.

Es geht m.E. nicht darum, irgendjemanden etwas vorzuwerfen - ich gehe davon aus, dass (fast) jeder rechtschaffen und nach bestem Wissen und Gewissen die in ihrer/seiner Verantwortung liegenden Dinge zu bearbeiten! Aber man kann doch bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf hinweisen, dass sich eben auch viele nicht am Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis orientieren - sondern an anderen, sozial betrachtet (weil der Mensch nun mal so ein Sozialwesen ist wie er eben ist) genauso menschlich notwendigen Dingen orientiert (Thema: Steinzeithirn) - es gibt bspw. nicht ein einziges rationales Argument für einen Urlaubsflug - vor allem nicht vor dem Hintergrund der unverhältnismäßigen Folgen - und trotzdem befriedigt der Mensch damit gleich mehrere für ihn wichtige Dinge (Entspannung, Neugier, etc.) - warum also diese Divergenz, die uns zunehmend in unserer Existenz bedroht - ganz ohne Vorwurf - adressieren?

Weil Großdemos nix bewirken. Die Symbolkraft von einem Mädchen mit einem Schild vor dem Parlament ist nicht zu schlagen. Greta Turnberg ist hochintelligent und hatte nicht ohne Grund diese Form des Protest gewählt.

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Ich sehe dies genauso.

Viele haben damals gemeckert, dass sie lieber zur Schule gehen sollen.

Heute könnte die Wirkung vielleicht höher sein.

Ich denke da auch an die Montagsdemos in der damaligen DDR, obwohl dies natürlich ein anderes Thema ist.

Eine Großdemo ist nach ein paar Tagen schon wieder vergessen.

Regelmäßigkeit erregt erst Aufmerksamkeit, s. Israel, Iran etc.

Ok, statt sich auf die Straße zu kleben und die Leute eher zu ärgern, ist der Protest vor jedem Parlament tatsächlich wirkungsvoller weil er akzeptabel ist.

Nur leider hat das bisher nicht gereicht. Die Fossile Lobby ist noch zu mächtig und die Politik beantwortet soziale Fragen nicht, die sich dabei stellen, wie die Energiewende und andere Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden.

ich habe gerade das Gefühl, dass das mit dem Klima „durch“ ist.

Wenn ich das so sehe, ist die Begeisterung für den Klimaschutz durch das „Heizungsgesetz“ stark gedämpft worden, und die Klimakleber geben ihr den Rest.

Die Leute haben bei der Heizerei gemerkt, dass Klimaschutz Geld und Wohlstand kostet, und jetzt ist die Luft raus. GEG ist Teufelszeug, die Grünen bei 13/14%, Habeck unbeliebt, und Stimmen kriegt man, wenn man auf die Grünen schimpft (siehe Aiwanger).
Die FDP hat es sogar zur offensichtlichen Strategie gemacht, die Grünen vorzuführen und ihnen demonstrativ das Leben schwer zu machen. Klimaleugner wie die AfD erreichen Höchstwerte in den Umfragen, aber leider nicht nur dal

Ich kann mir vorstellen, dass die Mehrheit der Bevölkerung über kurz oder lang sagt, „OK, gegen den Klimawandel kann man eh nix machen, es kommt, wie es kommt, ich kümmer mich um meinen Kram und sehe, wie ich am besten durchkomme. Wird schon irgendwie werden.“

Diesen Dauerdruck halten die Leute nicht durch. Jeden Tag erzählen einem Greta, Luisa oder die Kleber, dass die Welt untergeht, jeden Tag irgendwo eine Überschwemmungs- oder Brandkatastrophe, die Uhr tickt und wir werden alle sterben.
Das droht umzuschlagen in Abstumpfung, Verleugnung und Wegschauen, befürche ich.
Ich kann keine große Entschlossenheit oder gar Begeisterung dafür erkennen, alle Hebel für den Klimaschutz in Bewegung zu setzen oder sich wenigstens vom Gesetzgeber dazu zwingen zu lassen.

Die Umfrage oben fand ich in dem Sinne bedenklich.
Der Klimaschutz hat in etwa soviel Stimmen wie die Grünen.

Sieh es mal positiv:

  • die Wirtschaft ist immer das wichtigste Thema der Bürger und insofern außen vor.
  • die Angst vor Fremden/Überfremdung ist archaisch und daher ebenfalls außen vor.

So gesehen sind Umwelt- und Klimaschutz Prio 1 :slight_smile:

spin doctor Duke, hier werden Sie geholfen :smile:

Die Konkurrenz schläft nicht:

„Der CDU-Vizevorsitzende Andreas Jung hat die Fridays-for-Future-Aktivisten für ihre Art zu demonstrieren gelobt – und die Letzte Generation kritisiert. „Fridays for Future haben einen Punkt“, sagte Jung jetzt im ARD-Morgenmagazin. „Und der Punkt ist: Der Klimaschutz muss konsequent umgesetzt werden“, fügte er hinzu.“ Globaler Klimastreik: CDU-Vize lobt Fridays for Future

In der Kommune, in der ich bis zu meinem Umzug vor Kurzem beratendes Mitglied im Umweltausschuss war, wurde ein junger CDU-ler zum Bürgermeister gewählt, der u.a. die Unterstützung von Fridays for Future im Wahlkampf versprochen hatte.

Ich glaube, daß wäre der Punkt an dem ich als FFF-Aktivist die ganze Sache aufgeben würde. Schlimmer als von einem CDU-Vorsitzenden namens „Jung“ gelobt zu werden, geht es ja wohl kaum. :slight_smile:

Doch, ignoriert zu werden ist schlimmer.

Wenn die CDU FfF für ihre Atompolitik vereinnahmt, weil die Grünen zu blöd waren, sie zu unterstützen, werden wir wohl damit leben müssen.

tut sie das? wie? wo?

waren sie das?

das ist der teil, bei dem ich dir absolut zustimme :+1:

:grinning: d. h. du hörst auf, sobald einer von der gegenseite sich hat überzeugen lassen?

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