Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf die Geschlechtseintragung und zur Änderung weiterer Vorschriften

Das geplante Selbstbestimmungsgesetz kommt nun übermorgen endlich zur Abstimmung in den Bundestag.

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Außerdem liegt ein Antrag der AfD vor, von der Einführung des SSG abzusehen und das Transsexuellengesetz zu erhalten.

Übrigens, mit der „democracy-app“ seid ihr immer darüber informiert, was im Bundestag insgesamt passiert.

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ich muss gestehen, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hält.
Aber ich bin gespannt, wie es sich in der Praxis entwickelt.

Nachtrag:
nicht repräsentative Abstimmung in der democracy app.
Bin überrascht

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Darüber wundere ich mich auch des Öfteren.

Allerdings liegt es auch daran, wer benutzt diese App, stimmt auch ab und in welchem Wahlkreis man sich befindet.

Das echte Bundestagsergebnis sieht dann oft ganz anders aus.

Zumindest kannst Du erkennen, inwieweit Du im Einklang mit der Bundesregierung bist, oder auch nicht. :grinning_face:

Ich nutze sie eher auch dazu, um auf die Schnelle zu erfahren, welche Gesetze aktuell im Bundestag anstehen und wie die Abstimmungen laufen.

Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie diese Abstimmung ausgeht.

Update zum Thema vom Deutschen Ärztetag 2024:

Die Ärzte warnen auch davor, Kindern Pubertätsblocker zu verschreiben: „Der 128. Deutsche Ärztetag 2024 fordert die Bundesregierung auf, Pubertätsblocker, geschlechtsumwandelnde Hormontherapien oder ebensolche Operationen bei unter 18-Jährigen mit Geschlechtsinkongruenz (GI) bzw. Geschlechtsdysphorie (GD) nur im Rahmen kontrollierter wissenschaftlicher Studien und unter Hinzuziehen eines multidisziplinären Teams sowie einer klinischen Ethikkommission und nach abgeschlossener medizinischer und insbesondere psychiatrischer Diagnostik und Behandlung eventueller psychischer Störungen zu gestatten.“

„Experimentelle Medizin an Kindern“ – Ärztekammer fordert Änderung bei Selbstbestimmungsgesetz

Im ersten Beschluss fordern die Ärzte eine Veränderung des Entwurfs der Behandlungsleitlinien für Kinder und Jugendliche mit sogenannter Geschlechtsdysphorie. Der Einsatz von Pubertätsblockern und gegengeschlechtlichen Hormonen sei „eine Form experimenteller Medizin an Kindern, der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Eingriffe in den kindlichen Körper anschließen, wie die Amputation von Brust oder Penis“. Es handelt sich um irreversible Eingriffe an dem menschlichen Körper bei physiologisch primär gesunden Minderjährigen. Diese beeinflussten auch die menschliche Psyche, gerade bei Minderjährigen in der Entwicklung. Die meisten, die Hormone erhielten, wünschten später eine Geschlechtsoperation.

Genau dieses Thema bzw. die Verweigerung der Diskussion über diese Aspekte innerhalb der Partei, ist einer der Gründe, warum das Partei-interne Forum geschlossen wurde.

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Sind das nicht 2 verschiedene Aspekte -das eine ist die Freiheit eines Geschlechts-Eintrags beim Standesamt - hier kann jeder dann reinschreiben lassen, was er will - das andere ist die Frage der medizinischen Behandlungen, die möglich sind, um auf der biologischen Ebene körperliche Veränderungen hervor zu rufen, die in die „gewollte“ Richtung des bevorzugten Geschlechts gehen - ich denke, gegen den bloßen Eintrag in ein Register, der „festlegt“, welches Geschlcht dasjenige ist, mit dem die Person assoziiert werden soll/muss, hat kaum jemand bei den Grünen etwas.
Was - im alten Forum - dann tatsächlich eine problematische Frage wurde, die „systemsprengende Wirkung“ hatte, war, wer wann - und bezahlt von wem - solche medizinischen Eingriffe vormehmen lassen können sollte…
Ich halte es da eher mit der Medizin statt mit der Psychologie - insbesondere im Kinder- und Jugendbereich, der der kritische ist.

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Zuerst einmal sollten wir trennen zwischen „Gender“ und „Sex“ wenn man schon so blöd ist und sich bei den Fremdsprachen bedient dann muss man auch komplett übernehmen und nicht nur die Hälfte.

Fakt ist als Deutschland sich entschieden hat die Ausweisdokumente vom Deutschen ins Englische zu übertragen und aus Geschlecht Gender machte hat man sich für den falschen Begriff entschieden Gender ist falsch Sex ist richtig hätte man das von vornherein gemacht wäre diese Diskussion so niemals entstanden.

Wer A sagt mus auch B sagen deshalb macht es nur Sinn wenn man denn schon eine solche Identitätsart in den Ausweis aufnehmen möchte dann muss man beides machen Sex und Gender.

Zitat wiki.
„Auf die Tendenz, die Differenzierung in zwei Geschlechter auf biologische Unterschiede zu reduzieren, haben angloamerikanische Feministinnen in den 1960er Jahren mit der Abgrenzung von sex und gender reagiert. Der Begriff sex wird in der Regel mit ‚biologisches Geschlecht‘ übersetzt und anatomisch definiert. Der Begriff gender wird meist in der Bedeutung von ‚sozialem Geschlecht‘ verwendet und zielt auf die soziale Konstruktion von geschlechtsspezifischen Rollen und Attributen ab. Die Trennung von sex und gender hat enorme Vorteile gebracht, um gegen einen Alleinerklärungsanspruch der Geschlechterunterscheidung durch biologische Determination argumentieren zu können. Sie enttarnte gender als soziales Konstrukt und deckte auf, dass dichotome Geschlechterzuschreibungen, Geschlechterrollen und Hierarchisierungen historisch entstanden sind und durch gesellschaftliche Strukturierungen, Aushandlungen und Bedeutungszuschreibungen zustande kommen.“

da ist sie wieder, unsere geliebte Transdebatte im Frauenschutzraum:
Erlangen: Fitnessstudio weist Trasfrau ab ‒ Fall könnte vor Gericht gehen (rnd.de)

Den Vorschlag der Anti-Diskriminierungsstelle hier eine Entschädigung zu zahlen finde ich ziemlich dämlich - es ändert nichts an der Situation aber läd Nachahmer doch geradezu dazu ein auch ein paar Euros für ein bisschen Empörung abzugreifen.

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ist gut, wenn es vors Gericht kommt.
Das Gesetz ist nicht ganz klar an der Stelle („Hausrecht“ usw), also muss es von der Justiz geklärt werden.

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Problem ist, dass wir ein Gesetz genacht haben - und „einige Teile“ in der Gesellschaft die damit verbundenen Änderungen noch nicht innerlich nachvollzogen haben - es ist natürlich ein Kulturwechsel, die sexuelle Identität eines Menschen nicht mehr an körperlichen Merkmalen festzumachen.
Das gilt sowohl für das Fittnessstudio als auch für die Mitglieder.
Im Artikel ist da von 20% muslimischer Frauen, die damit - angeblich - vor allem ein Problem hätten.
Diese kulturellen Dinge dauern eben bei einigen 2 Generationen :frowning: das ist natürlich kein Gegenargument - es muss allerdings allen Betroffenen klar sein, dass dies ein nicht zu unterschätzendes Dilema bei derartigen Gesetzesvorhaben ist - die Menschen schalten im Kopf nicht morgen um, nur weil es morgen ein Gesetz für etwas gibt, das etwas völlig neu regelt (wieder ein kleiner Verweis auf das Steinzeithirn :wink: .
Der Betreiber müsste also z.B. eine Aufklärungskampagne starten, was dem natürlich nicht gefällt und Geld kostet (und erstmal vielleicht auch Mitglieder).
Das hat aber erst einmal mit dem Gesetz und der Frage, ob dies nun gut oder schlecht ist, nichts zu tun.

Wenn das Geschäftsmodell „für Frauen“ verboten ist, hat der Betreiber eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

  1. ein anderes legales Geschäftsmodell finden, zum Beispiel „für Flintas“ (fraglich ob es dafür einen Markt gibt) oder „für alle“ (dafür gibt es gewiss einen Markt, der aber auch schon gut bedient wird)
  2. das Geschäft aufgeben

Es würde in jedem Fall dazu führen, dass den Frauen ihr Angebot genommen wird, ohne das irgendwer auf der anderen Seite davon profitiert. Denn wenn es wirklich einen Bedarf an Flinta Einrichtungen geben würde, könnten die ja auch neben den vorhandenen Frauen Einrichtungen existieren. Dass es sie praktisch überhaupt nicht gibt, lässt erahnen, dass sich damit bislang wohl kein Geld verdienen lässt. Die Vorstellung dass man die Zielgruppe (muslimische Frauen) einfach mit ein bisschen Aufklärung für das andere Angebot begeistern könnte, halte ich für illusorisch.

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Jetzt wir es komplett kurios.
Warum soll es etwas für Trans-Personen geben?
Die sind doch entweder Mann oder Frau oder non binär oder agender.
Trans ist ja keine Identität, sondern nur ein „Hinweis“, dass die Identität gewechselt wurde. War es nicht sogar so, dass man diesen „Hinweis“ nicht benutzen soll/darf.

Gibt es eigentlich auch Msintas?
Wenn nicht, warum nicht?

Irgendwie läuft die ganze Identitäts-Sache aus dem Ufer.

Mir wäre ein Studio für Frauen auch lieber als ein gemischtes. Und dann würde ich auch keinen biologischen Mann dort haben wollen, und nicht nur in Dusche und Umkleide. Das Training ist dann unbeschwerter. Gemischtes habe ich ausprobiert und bin nicht geblieben.
Ich sehe überhaupt nicht ein, weshalb ich Ziel von „Aufklärung“ sein sollte, oder weshalb ich das tolerieren sollte, wenn es mir unangenehm ist.
Bin gespannt auf die gerichtliche Klärung.

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nein. ablehnen. ganz anderes problem.

warum müsste er?

doch. wenn da drin stünde, dass der betreiber uneingeschränkt selbst entscheiden kann, wen er reinlässt, wäre es klar.
es ist keine frage der aufklärung, sondern ob die regelung sachgerecht ist und ob sie von der mehrheit akzeptiert wird. aufklärung per gesetz ist schwierig. manchmal muss man die bevölkerung per G zu ihrem glück zwingen. ich glaube aber nicht , dsss das hier so ein fall ist

So sehr ich das für mich als Person alles nachvollziehen kann - daran „krankte“ für mich die ganze Diskussion…
Die verkürzten Formeln „TransMann=Mann“ bzw. „Transfrau=Frau“ im „mathematischen“ Sinne muss daran scheitern, dass es eben doch spätestens auf der biologischen Ebene (so sehr ich dank des Forums gelernt habe, dass es da durchaus deutlich komplizierter zugeht, als uns das der Biologieunerricht der 7ten Klasse weiß zu machen versuchte) die Gleichung nicht mehr aufgeht.
Wenn also diese Gleichung sowieso nicht aufgeht (und ich Teile die von Euch genannten Beispiele aus der menschlichen Praxis, dann ist auch ein Gesetz, dass auf dieser gelichungshaften Betachtung fusst, eigentlich unsinnig.
Dann hätte es gereicht, auf den Gleichheitsgrundsatz aller Menschen zu verweisen, und einen Geschlechtereintrag im Ausweis oder sonstüberall zu fordern und zu realsieren, der der Abweichung von den ursprünglich 2 exisiterenden Formen (männlich/weiblich) in mehr zuzulassen (z.B. männlich, weiblich, transmänlich, transweiblich, divers, etc.), und „männlich/weiblich“ wäre nach wie vor nur denen vorbehalten, die sich sowohl zum ein oder anderen zugehörig fühlen und den dazu passenden Chromosomensatz haben.
Das würde der Realität Rechnung tragen - ist aber genau so nicht gewollt gewesen.