zu dem Thema hatten wir schon eine Diskussion
https://das-gruene-forum.de/t/50-000-unterschriften-zum-schutz-von-pazifisten-und-kriegsdienstverweigerern/3156?u=lawandorder
Das Zitat stammt aus einer völlig anderen Zeit. Tucholsky hatte den Krieg von 1870, den 1. WK und die Nazis vor Augen, als er das schrieb.
Das vollständige Zitat:
„Unser Leben gehört uns. Ob wir feige sind oder nicht, ob wir es hingeben wollen oder nicht –: das ist unsre Sache und nur unsre. Kein Staat, keine nationale Telegrafenagentur hat das Recht, über das Leben derer zu verfügen, die sich nicht freiwillig darbieten. Und so gewiß der nächste Nationalkrieg unter den Farben Schwarz-Rot-Gold geführt werden wird, so gewiß diese mannhaften Republikaner aufstehen werden wie ein Waschweib, die Belange des Staats der andern zu schützen: so nötig ist es, den Antimilitarismus rein zu halten von Kompromißlern.“
Er fürchtete (zu Recht) den „nächsten Nationalkrieg unter den Farben Schwarz-Rot-Gold.“
Er wollte richtigerweise nicht mitmachen bei einem Krieg, der aus nationalistischen, imperialistischen und ähnlichen Gründen geführt wird.
Davor muss heute weiß Gott keiner mehr Angst haben, schon der Zustand unserer Bundeswehr lässt das gar nicht zu, aber auch politisch sind wir davon Lichtjahre entfernt.
Bei der Ukraine geht es auch nicht darum, dass sie einen nationalistischen Angriffskrieg vom Zaun bricht, sondern sie verteidigt sich, mehr nicht.
Der alte Spruch „Stell Dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin“, ist sinnlos, wenn der Angreifer schon da ist. Es ist nicht mehr die Frage, ob Russland „hingeht“, der Krieg läuft schon.
„Stell Dir vor, wir werden überfallen, und keiner wehrt sich.“
„Stell Dir vor, Dein Haus brennt, und die Feuerwehr kommt nicht.“
Das sind die richtigen Parallelen.
Menschlich und subjektiv kann ich jeden verstehen, der nicht im Krieg kämpfen will.
Politisch und gesellschaftlich ist diese Haltung aber eine Katastrophe, wenn man angegriffen wird. Ich würde die ukrainischen Kriegsdienstverweigerer nach hause schicken.
Für sie gelten die ukrainischen Gesetze, wer in der Ukraine kämpfen soll, haben nicht wir zu entscheiden.