Gisèle Pelicot - Prozess in Frankreich

Was für ein perverses Verbrechen, was für eine mutige Frau!
Sie besteht darauf, dass die Verhandlung öffentlich ist und dass auch die Videos der Vergewaltigungen gezeigt werden. Das muss unglaubliche Kraft erfordern und kosten.

" Frankreichs neue Ikone
Ihre Welt sei ein Trümmerfeld, sagte Gisèle Pelicot. Doch ihr Mut im Prozess um dutzendfache Vergewaltigung führt zu einem Epochenwechsel in ihrem Land."

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Ja. Was für eine mutige Frau.
Ich habe erst jetzt die Artikel gelesen, es fühlt sich jetzt nicht so alleine an, wo du dazu schreibst.

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ich habe einige Opfer bei Gericht begleitet, als ich noch in der Opferschutzorganisation tätig war…

Es ist erschreckend, was bei Gericht einem Opfer zugemutet wird.
Auch in Deutschland ist das immer noch nicht optimal

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ja, das glaube ich.
Umso bewundernswerter ist das, was Pelicot macht.

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Ihr Argument ist, dass die Scham die Seiten wechseln muss. Ich denke, das wird ihr gelingen.

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" Die Strategie einiger Angeklagter ist, dass sie sich selbst zu Opfern erklären. Sie hätten vom Einverständnis des Ehemanns auf das Einverständnis der Frau geschlossen. So demütigen sie Gisèle Pelicot nochmals. Verändert Pelicots Mut auch, wie die Gesellschaft Täter wahrnimmt?"

Das ist zum Beispiel so eine Suggestivfrage. Ohne diesen Vorschlag wäre ich selbst niemals auf die Idee gekommen, dass die Männer mit diesem Blödsinn eine erneute „Demütigung“ vornehmen.
Wenn man sowas aber immer liest, dann ist doch klar, dass einige Leute dann denken: „Oha, ja der Mann redet dummes Zeug, aber dadurch wird eine Frau gedemütigt.“
Mir ist schleierhaft, wie man so eine gedankliche Volte schlagen kann.

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Logisch ist das nicht, aber das Gefühl einer Demütigung kann trotzdem entstehen.

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Wie nimmt sie die denn aktuell wahr? Ich glaub’s nicht…

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Das würde ich auch verstehen. Aber das meinte ich nicht. Ich meinte, dass aus einem Fehlverhalten (von Männern) ein direkter Zusammenhang zur Demütigung (einer Frau) konstruiert wird.

Ohne diese Suggestion klingt die Frage komplett anders:
" Die Strategie einiger Angeklagter ist, dass sie sich selbst zu Opfern erklären. Sie hätten vom Einverständnis des Ehemanns auf das Einverständnis der Frau geschlossen. Verändert Pelicots Mut auch, wie die Gesellschaft Täter wahrnimmt?"

Das stimmt natürlich. Wie nimmt „die Gesellschaft“ die Täter wirklich wahr? Wenn „der Gesellschaft“ immer schon durch die Berichte vorgelegt wird, dass die Beschämung in erster Linie der Frau zugeordnet wird… Ich müsste mal überlegen, ob das von sich aus mal jemand in meinem Umfeld so gesagt hat. Ich glaube nicht…

Auf der anderen Seite habe ich eine Weile mal in Foren die Fragen aufgeworfen, wer Henne und wer Ei ist. Da darf man nicht mal die Frage stellen, ob all die Kleidung mit so viel Haut überhaupt immer sein muss. Dann kommt sofort das Thema der Täter-Opfer-Umkehr. Aber damit ist für mich nicht geklärt, warum Frauen halbnackt auf Autos sitzen.

Gestern zum Beispiel war im ARD (?) eine Sendung über Pilates. Der Frau wurde auf und in den Hintern gefilmt, schlechter Stil, keine Frage.

Sekunde (!) 12.

Aber die 19 jährige oder so hatte einen strammen BH an, ein knappes Höschen, Spaghettiträger und vielleicht sogar bauchfrei…
Statt mich auf Pilates zu konzentrieren, habe ich überlegt, wie es zu so einer Darstellung überhaupt kommen konnte.
Wer will das sehen? Stört es nur mich? Bin ich schon misogyn damit?
Hat die Frau dieses Outfit anhaben wollen oder sollen?
Kann man Pilates auch anders darstellen/filmen?

mir wäre das Wort „Demütigung“ dabei auch nicht als erstes eingefallen.
Aber ich kann es verstehen:
die Angeklagten sagen mehr oder weniger „Du wolltest es doch so!“
Das ist nach einer Vergewaltigung unter diesen Umständen (Bewusstlosigkeit usw) schon extrem ekelhaft.
Dass die Frau das als Herabsetzung, Beleidigung, Demütigung empfindet, kann ich nachvollziehen (soweit ich mich da reinversetzen kann;
in diese Männer kann ich mich hingegen nicht hineinversetzen, mir ist völlig schleierhaft, wie man sowas machen kann. aber anderes Thema).

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mir wäre es gar nicht aufgefallen.
So rennen die Leute halt in den Fitnessstudios rum.

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Als misogyn würde ich dich nicht bezeichnen, aber die Kleidung, die du dort beschreibst, finde ich ganz normal und kein Grund zur Aufregung (oder sonstigen Erregung)

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Kann sein. Ich habe den Film ja verlinkt und der Blick zwischen die Beine in Sekunde 12… Aber vielleicht bin ich da zu spießig. Ich bin zu nahezu 100% sicher, dass wir eine solche Kamerafahrt bei einem Männerpo nicht gesehen hätten.

Da sehe ich nur eine Jogginghose.

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Interessant. Ich sehe da einen Zwickel. Also den Teil einer Hose, die man normalerweise als Fremder in Nahaufnahme nicht zu sehen bekommt.

Vielleicht habe ich einfach einen anderen Blick darauf. Ich habe selbst auch eine leichte Skoliose schon seit Jahrzehnten. Dagegen musste ich frührer immer Krankengymnastik in der gemischten Gruppe machen, und der Krankengymnast oder die Krankengymnastin ging dann rum und sah sich die Rücken an, ob wir die Übungen ordentlich machen. Um die Rücken besser sehen zu können, hatten wir dabei Bikini-Oberteile an, bzw. die Jungs oben ohne. Manchmal haben wir auch Partnerübungen gemacht und uns gegenseitig korrigiert. Aus diesem Grund habe ich in dem Video meinen Blick automatisch auf dem Rücken der jungen Frau gelenkt, die ja nach eigenen Angaben eine leichte Skoliose hat.

Aber selbst als du dann auf sek.12 hingewiesen hattest, habe ich mir das extra noch mal angesehen und keine Obszönitäten feststellen können.

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um mal von der Joggingose weg zu kommen:

Das scheint mir beim Fall Pelicot aber keine Rolle zu spielen.
Oder siehst Du da einen Zusammenhang?
Wie bist Du überhaupt auf diesen Gedanken gekommen bei diesem Thema?

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Über die Frage, wer sich wann wofür schämen muss. Pelicot gibt die Schuld den Tätern zurück, der Journalist oder die Journalistin lässt sie das aber nicht durchgehen, sondern notiert, dass Pelicot erneut gedemütigt wurde, weil die Täter meinen, — ja äh. Was haben die Journis eigentlich mit dem Satz gemeint? Weil die Männer von ihrem Einverständnis ausgegangen sind, wird sie inwiefern beschämt?

Aber es ist doch interessant. ICH fand das Filmen zwischen die Beine unnötig, @Biologin findet nichts dabei.

Ich finde es ohnehin störend, dass sich viele Frauen so übersexualisiert kleiden. Männer machen das in meinen Augen eigentlich nicht. Ich sehe Jogginghosen mit Schaumgummi unter den Backen, die in der Ritze verschwinden. Ich finde das nicht schön, ich will es nicht sehen.
WIe es mir mit Jogginghosen und Hasenpfoten ginge, weiß ich nicht. Das wird nicht gemacht, soweit ich weiß.

Und dass es mich stört, wird mir bisweilen so ausgelegt, dass ich damit den Frauen die Schuld an allfälligen Vergewaltigungen gebe.

Und damit schließt sich dann der Kreis meiner Gedanken.

Nur um Missverständnisse auszuschließen: Ich sehe die „Obszönität“ in der für die Skoliose unnötige Nähe der Kamera zur Vulva.
Zumal in den ersten Sekunden, die ja bekanntlich darüber entscheiden, ob man weiterschaut oder wegzappt.