Gleichberechtigung: "Reject delusions, embrace gender differences"

Wahrscheinlich ein Aufreger-Thema.
Etwas provokativ, ja, aber mit einem ernstgemeinten Kern:

Auf YT gibt s eine nette Serie, die sich mit dem Thema Gleichberechtigung beschäftigt.
Motto: "„Reject delusions, embrace gender differences“

anything men can do, we can do better?

Do we need men?
https://youtube.com/shorts/GDIYw2sMI5s?si=GwkeL78l4ATapqDr

Das ist natürlich leicht rückwärtsgewandt, tendenziös und möglicherweise auch nur so halbernst gemeint.
Aber nüchtern betrachtet kann man schon fragen:
warum machen Frauen diese Scheissjobs nicht, bei denen Männer täglich Gesundheit oder Leben riskieren?
warum interessiert sich bei diesen Jobs keine(r) für die Quote?
und was würde passieren, wenn die Männer sie auch nicht mehr machen würden?
Würde eine Gesellschaft funktionieren, in der Männer diese Arbeiten nicht machen?
Warum wurde nahezu die gesamte Infrastruktur auf der Welt von Männern errichtet?

Bitte keine Ablenkungsmanöver dahingehend, dass in der Pflege und anderen unterbezahlten Jobs überdurchschnittlich viele Frauen arbeiten. Ist bekannt und unbestritten.

Interessant sind die Kommentare vieler Männer. Aus ihnen spricht immer wieder der Wunsch nach Anerkennung für diese Art von Arbeit.

A lot of women don’t truly realize, we do this for them.

What men are willing to do for their families is sometimes where angels wouldn’t dare to tread.

Mad respect to all of these men and especially my own father.

Not saying women can’t. But 99.5% don’t!

Respect for all these men who do dangerous jobs. Not all men are willing to these jobs.

Thank you for appreciating men.

'Im a butcher (of animals for food) and a LOT of your videos show men that are WAY more „manly“ than I’ll ever be. These are the men that keep „civilized society“ actually CIVILIZED.
I’ve never taken people like them for granted. They keep the roads drivable, the electricity and water flowing, our trash out of sight, and ALL of our „basic luxuries“ operational.
If you like having heat in the winter, air conditioning in the summer, gass when you need to go somewhere, food that’s acceptable, packages that are brought to your door, or the ability to CALL and complain when you don’t, THANK A BLUE COLLAR WORKER. (It’s probably a man)

Die Themenstellung überrascht mich nicht so sehr, ich habe ja auch diverse Beiträge in der Richtung geschrieben.
Die Videos gefallen mir nicht. Hier will offenbar eine junge Frau aus besseren Verhältnissen eine Botschaft verbreiten, zu der sie Bilder aus einer Arbeitswelt und einem Milieu benutzt, die ihr offensichtlich fremd sind. Da verzieht sie dann das Näschen.

Übrigens verdienen viele in den gezeigten Berufen einen ordentlichen Batzen Geld. Kann auch nicht jeder.

Ich kenne das Milieu aus Erzählungen meiner Großmutter: Ihr Vater und ihre Brüder waren im Bergbau zT Sprengmeister.
Da waren Männer und Frauen solidarisch, einfach um mit der Mühsal des Lebens fertigzuwerden und die Kinder großzubringen. Weder Männer noch Frauen haben sich geschont oder vor unbequemen oder ekligen Arbeiten gedrückt. Klar gab es Arbeitsteilung, jeder hat gemacht, was er oder sie am besten konnte.
Davon scheint mir die Frau im Video Welten entfernt, ebenso von Arbeiten an modernen Arbeitsplätzen, an denen Männer und Frauen selbstverständlich zusammenarbeiten. Jedenfalls bis Kinder kommen. Auch von dieser Problematik scheint sie Welten entfernt.

Ich stimme in vielen Punkten „den Feministinnen“ nicht zu, aber auch nicht den Tradwives. So eine scheint das zu sein.
Die blue collar Arbeiter, egal ob Mann oder Frau, verdienen ganz klar mehr Anerkennung. Aber diese Filmchen finde ich nicht sonderlich respektvoll, trotz der Kommentare. Diese zeigen mE nur, wie wichtig Achtung wäre.
Vielleicht finde ich die Videos deshalb auch nicht witzig.

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Ich finde das sehr verständlich und habe diese Art von Arbeit schon immer anerkannt.

Es sind oft Männer, die sie nicht anerkennen, und die denken, die mit den Bürojobs sollten die meiste Anerkennung bekommen.

Das ist der Schlüsselsatz. Er beschreibt exakt, was die Menschheit so erfolgreich macht. Es ist für allen vorteilhaft, wenn jeder das tut, für das er am besten geeignet ist. Eigentlich eine Binse.

Diese Arbeitsteilung erfolgt nicht nur entlang der Geschlechter-Kategorie sondern geht auch quer durch die Geschlechter. Auch bei Männern ist nicht jeder für harte körperliche Arbeit geeignet und es gibt auch Frauen die „ekelige“ Tätigkeiten ausführen.

Das ist ein bißchen wie bei einem vielzelligen Organismus, manche Zellen sind gut am Abscheiden von Giften (Leber, Niere), andere sind besser im Vernetzen mittels Synapsen (Gehirn).

Und es sind oft die Frauen, die Männer mit lukrativen „Bürojobs“ bei der Partnerwahl bevorzugen.

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Das hatten wir ja schon an anderer Stelle rauf und runter diskutiert.
Der Aspekt, den wir aber noch nicht beleuchtet haben, ist, warum Bürojobs überhaupt lukrativer sind als körperliche Arbeit.

Bei den Bürojobs müssen Männern halt inzwischen mit Frauen „konkurrieren“.
Das haben sie nicht bedacht als sie ihre merkwürdigen Hierarchien aufgestellt haben.

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Das stimmt so allgemein auch nicht.

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Nein, natürlich nicht, aber du hast es so vereinfacht geschrieben und ich wollte die Diskussion nicht zu kompliziert machen.

Es ist auch tatsächlich meistens so, dass die Leute im Büro (wenn sie dort nicht gerade als Assistent oder in der Buchhaltung arbeiten) in der Hierarchie über denen stehen, die draußen arbeiten.

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Ich finde ihre Beispiele auch nicht besonders. Und was will sie eigentlich außer Klicks zu bekommen? Feministinnen davon überzeugen, daß Männer eine Existenzberechtigung haben? Klicks frustrierter Männer mit billigen (Einfach zu erstellenden) Videos zu Geld machen?
Nachdem vor drei Jahren meine Frau an Krebs gestorben ist, habe ich irgendwann in YouTube geschaut, was es da an Datingtips gibt.
Ich habe inzwischen letztes Jahr eine nette Witwe gefunden (Offline) schaue aber trotzdem noch ab und zu Videos zum Thema Beziehungen an. Das gibt es ja ohne Ende aus den verschiedensten Richtungen.
Was mir dabei vor allem in der letzten Zeit aufgefallen ist und einigermaßen hierher passt.
Wenn Frauen alles können, was Männer können, brauchen sie ja keinen. Und laut Umfragen sind Frauen ohne Mann sowieso glücklicher. Ebenso wird auch der Mann ohne Frau zelebriert, der damit nicht dauernd von einer Partnerin psychisch fertigemacht wird.
Aus meiner Sicht wird dabei völlig vergessen, daß Kinder zwar eine gewisse Zeit das Leben deutlich einschränken aber ohne sie eine Gesellschaft nicht auf Dauer existieren kann.
D.h. sie sind Trittbrettfahrer, die sich ein schönes Leben machen. Die „Drecksarbeit“ sollen Andere machen.

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Nein, ich hatte geschrieben

Das Adjektiv ist einschränkend gemeint und ich wollte damit nicht sagen, dass alle oder auch nur eine Mehrheit der Bürojobs lukrativ sind. Da ist wohl etwas unklar formuliert.

Ich denke nicht, dass die Buchhaltung hierarchisch über der Fertigung steht.

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Ich hab´s ergänzt. Danke für den Hinweis.

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Diese Logik verstehe ich nicht ganz. Ist es wirklich so, dass so viele Frauen nur deshalb Interesse an Männern haben, weil sie etwas nicht können oder nicht machen wollen?

Mir fielen da nach ein paar andere Gründe ein. :wink:

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Meine ich doch!

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Huhu. Die männliche Weltverschwörung wird mal wieder beschworen.

Egal was ist. Erst mal gegen die Männer

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In dem Fall ist sie wohl nach hinten losgegangen.

Gegen welche Männer meinst du?
Gegen die, die körperliche Arbeit nicht wertschätzen?

Nein, so war das nicht gemeint. Das im Allgemeinen gegenseitige Interesse der Geschlechter hat wohl sowohl einen evolutionären als auch einen gesellschaftlichen Hintergrund.
Aber es gibt eben Frauen, die aus der feministischen These „Frauen können Alles, was Männer können“ und wenn sie vielleicht schon schlechte Erfahrungen mit einigen Männern gemacht haben zu dem Spruch kommen „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“. Hat mir mal vor vielen Jahren auf Interrail eine Französin erzählt.

Ja, das gibt es natürlich auch. Oft passen die Paare eigentlich gar nicht so gut zusammen, und früher mussten die Frauen dann trotzdem heiraten, um versorgt zu sein. Den Spruch habe ich auch schon mal im Zusammenhang mit der Ehe gehört: „Ich bin wenigstens versorgt“.
Dann doch lieber aus Liebe…

mir geht es nicht um die Videos, die sind nur der Aufhänger und waren der Anlaß für meinen Beitrag. Die Frau in dem Video mag ein christlich-fundamentales tradwife aus dem übelsten US-Hinterwald mit üblen Motiven sein, keine Ahnung.

Aber in den Videos wird dennoch auf optisch drastische Weise ein bedenkenswerter, altbekannter Punkt angesprochen, finde ich:
sind Frauen und Männer „gleich“ in dem Sinne, dass sie austauschbar sind? weil beide Geschlechter alles gleich gut können?
Sind Männer sogar verzichtbar, weil Frauen sogar alles besser können?
Und inwieweit sind solche Thesen oder Auffassungen Bestandteil des Feminismus?
Und ist man gegen die Gleichberechtigung und den Feminismus, wenn man diese Thesen für falsch hält?

Verteidigt die Frau in dem Video das Patriarchat?
Führt ihre Auffassung zurück ins Mittelalter?
Oder nur zu einem Zustand, in dem die „natürlichen“ Unterschiede zwischen den Geschlechtern wieder als Normalität und als Unterscheidungs- und Definitionsmerkmale verstanden werden?

Ich bin da hin- und hergerissen.
M.E. gibt es natürliche Unterschiedene zwischen den Geschlechtern, die sich auch darin äußern, dass die in den Videos gezeigten Arbeiten zu >90% von Männern erledigt werden.
Männer haben natürlich die Gesellschaften und Staaten weitehend beherrscht seit Jahrtausenden. Aber sie haben dafür auch einen manchmal enorm hohen Preis bezahlt, und tun das zT immer noch (ihre Lebenserwartung ist nicht zufällig niedriger, dafür die Selbstmordrate höher [ca. 75% vs 25%], denke ich).
Dass das geflissentlich übersehen wird von Leuten, die sich für Frauenrechte und Feminismus engagieren, finde ich störend.
Andererseits möchte ich auch die Männer nicht glorifizieren oder besser stellen, weil sie die Drecksarbeit machen. Das ist heute kein Grund mehr für die pauschale Besserstellung der Männer (wenn es denn jemals einer war).
Die Lösung kann aber auch nicht darin bestehen, dass „die Männer“ pauschal als moralisch minderwertig eingestuft werden, selbst dann nicht, wenn sie „alt und weiß“ sind.

Jede undifferenzierte, schwarz-weiße Sichtweise führt bei dem Thema auf den Holzweg.
Letztlich muss man immer den einzelnen Menschen anschauen und sich schnelle Urteile aufgrund äußerlicher Merkmale (wozu ich jetzt in dem Zusammenhang auch mal das Geschlecht zähle) verkneifen.
Das ist bei den Grünen aber nicht so leicht. Da sind viele mit Urteilen alleine aufgrund des Geschlechts schnell bei der Hand. Die Quote ist m.E. ein schönes Symbol für die Überbewertung des Geschlechts. Diese Fixierung auf das Geschlecht gibt es sonst nur noch in der katholischen Kirche :innocent: [ja, Ironie und Übertreibung].
Der Unterschied liegt darin, dass die Kirche die „gottgegebenen“ Unterschiede zwischen den Geschlechtern betont, während die Grünen sie negieren.

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Aber zur Strafe müssen in der katholischen Kirche die wichtigen Männer Kleider anziehen und dürfen keinen Sex haben :winking_face_with_tongue:

(An die Moderation und Flagger- es handelt sich bei diesem Beitrag um einen Witz)

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Achtung: etwas Ironie und Satire:

Wer lügt edler: die katholische Männerkirche oder der säkulare Feminismus?
Zwei Ideologien, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten –
und doch auf verblüffende Weise strukturell verwandt:

Die katholische Kirche glorifiziert den Mann,
macht ihn zum göttlichen Funktionär – und sagt ihm im selben Atemzug:
Kein Sex. Kein Kind. Kein Körper. Nur geistige Potenz, bitte.
Priester sein heißt: biologisch männlich, aber praktisch neutralisiert.
Eine paradoxe Krönung: Die Natur zählt – aber nur, wenn sie sich selbst verleugnet.

Auf der anderen Seite:
Der Feminismus (zumindest in seiner dogmatischen Hochform).
Hier wird das biologische Geschlecht wegtherapiert – zum „sozialen Konstrukt“ erklärt, das man nach Belieben tauschen, dekonstruieren oder ignorieren kann.
Frauen können angeblich alles, was Männer auch können – außer natürlich das, was sie nicht wollen: Bergbau? Müllabfuhr? Hochofen?
Sorry, patriarchale Zumutung.
Da sind dann die biologischen Unterschiede plötzlich wieder sehr real. Spätschicht ist strukturelle Gewalt.

Also: Wer steht moralisch besser da?
Die Kirche?
Sie instrumentalisiert das Männliche – erhebt es zur metaphysischen Norm,
verbietet dem Mann aber, Mann zu sein.
Oder der (hardcore) Feminismus?
Sie nivellieren alle Unterschiede – nur um sie dann selektiv wieder zu reaktivieren,
wenn es unbequem, gefährlich oder schmutzig wird.

Beide Systeme leben von ideologischer Doppelzüngigkeit:
Die Kirche will den Mann ohne Männlichkeit, der Feminismus will Gleichheit ohne Gleichverpflichtung.
Beide versprechen Erlösung – die eine im Jenseits, die andere im Utopismus der Gerechtigkeit.
Und beide leben davon, dass die Realität draußen bleiben muss.

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