Nach dem Rücktritt des Bundesvorstandes wurden in kurzer Folge Rücktritte und Austritte der Vorstände der grünen Jugend bekannt gegeben.
Die jungen Wähler haben in den letzten Jahren den Grünen viele Prozente beschert. Bei den Europawahlen wanderten junge Menschen erstmals zu der AFD, Volt und anderen grünen Kleinstparteien ab.
Der Rücktritt und Austritt der grünen Jugend ist ein alamierendes Signal an junge Menschen: Wenn schon die eigene Jugend aus der Partei austritt, ist sie auch für die restliche Jugend nicht weiter wählbar.
Sprüche der älteren Grünen, die grüne Jugend habe eben falsche Erwartungen gehabt, sei zu links und „nicht realitätstauglich“ werden der Dimension dieses Schrittes nicht gerecht. Anstatt diesen Schritt als Aktion einiger linker Spinner abzutun, müssen wir uns dringend mit den Erwartungen der Jugendlichen auseinandersetzen, wenn wir nicht wieder eine 5 % Partei werden wollen.
Rücktritte der grünen Jugend Zusammenfassung:
Bundesvorstand grüne Jugend 26.09.24
zehn Personen, Rücktritt, Austritt, Parteineugründung
Gründe: Sondervermögen für die Bundeswehr, Lützerath, Asylrechtsverschärfungen
Grüne Jugend Bayern 27.09.24
Acht Personen, Vorstand Rücktritt und Austritt
Grund: Entfremdungsprozess von der Grünen Partei vom programmatischen, inhaltlichen und strategischen Kurs. „Die Grünen nicht das linke Projekt sind, das wir uns wünschen.“
Bundeswehr-Sondervermögen, Räumung des Braunkohleorts Lützerath, Reform des europäischen Asylsystems, Bürgergeld, nicht ausreichende Strategie gegen rechts.
Niedersachsen 28.09.24
Zwei Personen, Führungsspitze, Rücktritt und Austritt (sind zugleich Mitglieder im Bundervorstand), Parteineugründung
Gründe: Sondervermögen Bundeswehr, falscher Kurs Migrationsdebatte, schlechte Kindergrundsicherung,
NRW 28.9.24
Acht Personen, Rücktritt, Austritt, Parteineugründung
Gründe: Grüne Partei macht keine linke Politik, schlechte Kompromisse anstelle sozialer Verbesserungen, „Viele, gerade junge Menschen, haben nicht mehr das Gefühl, dass Politik in ihrem Interesse gemacht wird“.
Lützerath, Asylpolitik, jede zweite Schule in NRW sanierungsbedürftig, Mieten unbezahlbar, ÖPNV
Rheinland-Pfalz 28.09.24
fünf von 8 Vorstandsmitgliedern, Rücktritt
Gründe: ?
Schleswig Holstein 29.09.24
Sieben von acht Vorstandmitgliedern, 3 ehemalige Vorstandsmitglieder, Rücktritt
Gründe: „Grüne nicht bereit, sich mit den Reichen und Konzernen anzulegen, um die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend zu ändern.“ Sozialleistungskürzungen, Asylrechtsverschärfungen
Brandenburg 30.09.24
Vier Mitglieder des Landesvorstands Rücktritt, Parteiaustritt, Parteineugründung
Gründe: Unzufrieden mit Spar- und Asylpolitik der Partei
Hamburg 30.09.24
sechs von 8 Mitgliedern des Vorstands, Rücktritt, Parteiaustritt
Gründe: „Die jungen Ex-Grünen werfen der Partei vor, zu viele Kompromisse einzugehen und linke Grundüberzeugungen etwa bei der Migrationspolitik über Bord zu werfen.“
Saarland 30.09.24
2 Mitglieder des Vorstandes Rücktritt, Austritt, Parteineugründung
Gründe: "In Deutschland fehle es an einer politisch starken, linken Kraft, sagten Wirth und Opoku. Die Grünen würden diese Kraft nicht mehr werden. Stattdessen würde die Partei den Rechtsruck in Deutschland mittragen. "
Ich habe noch nicht namentlich überprüft, inwieweit sich die Personen der Landesvorstände ggf. mit denen des Bundesvorstandes decken. In Niedersachsen scheint dies der Fall zu sein.

