Grüne Jugend: Rücktritte Bundesvorstand und 8 Landesvorstände

Nach dem Rücktritt des Bundesvorstandes wurden in kurzer Folge Rücktritte und Austritte der Vorstände der grünen Jugend bekannt gegeben.
Die jungen Wähler haben in den letzten Jahren den Grünen viele Prozente beschert. Bei den Europawahlen wanderten junge Menschen erstmals zu der AFD, Volt und anderen grünen Kleinstparteien ab.

Der Rücktritt und Austritt der grünen Jugend ist ein alamierendes Signal an junge Menschen: Wenn schon die eigene Jugend aus der Partei austritt, ist sie auch für die restliche Jugend nicht weiter wählbar.

Sprüche der älteren Grünen, die grüne Jugend habe eben falsche Erwartungen gehabt, sei zu links und „nicht realitätstauglich“ werden der Dimension dieses Schrittes nicht gerecht. Anstatt diesen Schritt als Aktion einiger linker Spinner abzutun, müssen wir uns dringend mit den Erwartungen der Jugendlichen auseinandersetzen, wenn wir nicht wieder eine 5 % Partei werden wollen.

Rücktritte der grünen Jugend Zusammenfassung:

Bundesvorstand grüne Jugend 26.09.24
zehn Personen, Rücktritt, Austritt, Parteineugründung
Gründe: Sondervermögen für die Bundeswehr, Lützerath, Asylrechtsverschärfungen

Grüne Jugend Bayern 27.09.24
Acht Personen, Vorstand Rücktritt und Austritt
Grund: Entfremdungsprozess von der Grünen Partei vom programmatischen, inhaltlichen und strategischen Kurs. „Die Grünen nicht das linke Projekt sind, das wir uns wünschen.“
Bundeswehr-Sondervermögen, Räumung des Braunkohleorts Lützerath, Reform des europäischen Asylsystems, Bürgergeld, nicht ausreichende Strategie gegen rechts.

Niedersachsen 28.09.24
Zwei Personen, Führungsspitze, Rücktritt und Austritt (sind zugleich Mitglieder im Bundervorstand), Parteineugründung
Gründe: Sondervermögen Bundeswehr, falscher Kurs Migrationsdebatte, schlechte Kindergrundsicherung,

NRW 28.9.24
Acht Personen, Rücktritt, Austritt, Parteineugründung
Gründe: Grüne Partei macht keine linke Politik, schlechte Kompromisse anstelle sozialer Verbesserungen, „Viele, gerade junge Menschen, haben nicht mehr das Gefühl, dass Politik in ihrem Interesse gemacht wird“.
Lützerath, Asylpolitik, jede zweite Schule in NRW sanierungsbedürftig, Mieten unbezahlbar, ÖPNV

Rheinland-Pfalz 28.09.24
fünf von 8 Vorstandsmitgliedern, Rücktritt
Gründe: ?

Schleswig Holstein 29.09.24
Sieben von acht Vorstandmitgliedern, 3 ehemalige Vorstandsmitglieder, Rücktritt
Gründe: „Grüne nicht bereit, sich mit den Reichen und Konzernen anzulegen, um die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend zu ändern.“ Sozialleistungskürzungen, Asylrechtsverschärfungen

Brandenburg 30.09.24
Vier Mitglieder des Landesvorstands Rücktritt, Parteiaustritt, Parteineugründung
Gründe: Unzufrieden mit Spar- und Asylpolitik der Partei

Hamburg 30.09.24
sechs von 8 Mitgliedern des Vorstands, Rücktritt, Parteiaustritt
Gründe: „Die jungen Ex-Grünen werfen der Partei vor, zu viele Kompromisse einzugehen und linke Grundüberzeugungen etwa bei der Migrationspolitik über Bord zu werfen.“

Saarland 30.09.24
2 Mitglieder des Vorstandes Rücktritt, Austritt, Parteineugründung
Gründe: "In Deutschland fehle es an einer politisch starken, linken Kraft, sagten Wirth und Opoku. Die Grünen würden diese Kraft nicht mehr werden. Stattdessen würde die Partei den Rechtsruck in Deutschland mittragen. "

Ich habe noch nicht namentlich überprüft, inwieweit sich die Personen der Landesvorstände ggf. mit denen des Bundesvorstandes decken. In Niedersachsen scheint dies der Fall zu sein.

oder dann erst wieder wählbar.
Es gibt doch offensichtlich viele Jugendliche, die nicht vom Klassenkampf träumen, aber vielleicht doch die Notwendigkeit verstehen, beim Klima was zu machen.
Es gibt aus meiner Sicht keine Notwendigkeit, Klimaschutz mit sozialistischen Forderungen zu kombinieren. Im Gegenteil.
Wenn wir beides trennen, können wir größere Bevölkerungsteile auf das Klimathema ansprechen. Das werden mit jedem Hochwasser mehr, denke ich.
Enteignungen, Steuererhöhungen, Klassenkampf, „Klassismus“-Gerede, sozialistische Umverteilung usw., gerne verbunden mit Anti-Kolonialismus, Anti-Rassismus, Kampf gegen das patriarchalische System etc. sind hingegen nicht jedermanns Sache.

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es war aber bei Gründung schon angedacht, dass es das wird

„Am 30. September 1979 gründen mehrere Hundert Interessierte in Sindelfingen den allerersten Landesverband. Nur ein Vierteljahr später, am 13. Januar 1980, hebt die Gründungsversammlung in Karlsruhe nach heftigen Diskussionen die Bundespartei Die Grünen aus der Taufe.“
Die Prinzipien der neuen Partei: sozial, ökologisch, basisdemokratisch, gewaltfrei.

Die Idee ist, eine alternative Partei zu gründen, um aus den sozialen Bewegungen wie Ökologie-, Friedens- oder Frauenbewegung neue Themen in die Politik zu tragen.

Grün tut dem Land gut
Wir machen Baden-Württemberg ökologischer, weltoffener, sozialer.

Wenn sie eine eindeutigere "Klima"partei nicht attraktiver finden…
siehe Klimalisten&Co …

mache ich mir keine Sorgen, dass ich deine Position mal als reaktionär bezeichnet habe…
zumindest innerhalb der Grünen-Prilosophie scheinst du eifrig es zu belegen,
wenn du meinst, die Grünen sollen es soweit (mit formulierten (?) Positionen) bringen, dass noch kolonial-, rassistisch- und patriarchal-konform Denkende sie wählen können…
was ist das denn dann? eine grüngestrichene AfD?

dagegen denken die junge Dissidenten gerade so:

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ja, und da bis Du offenbar politisch stehengeblieben.
Das ist der Knackpunkt.

„neue Themen“! 1979 waren das neue Themen, heute sind es alte Hüte.
Wir schreiben 2024 und die Welt hat sich verändert.
Was vor 45 richtig war, kann heute überholt und nutzlos sein.

Wir verlieren Wähler an SPD und CDU, von dort müssen wir sie zurückholen, nicht bei irgendwelchen sozialistischen Kleingruppen

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jetzt lass doch mal diesen albernen AfD-Reflex stecken.
Es geht doch nicht darum, dass ich Rassismus usw befürworte, sondern dass ich den Klimaschutz für wichtiger halte.
Und darum, dass die Art und Weise, wie die Grünen diese Themen behandeln, zT für abschreckend und dumm halte.
Dein AfD-Reflex gehört dazu.
Wenn jemand das Wort Rassismus erwähnt, ohne ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass er ihn zutiefst ablehnt und verdammt, kommt der Beissreflex und eine gedankliche Differenzierung ist nicht mehr möglich.
Das tötet jede Diskussion.

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entweder hab ich nicht mitbekommen, daß wir unser Grundsatzprogramm in die Tonne gedrückt haben oder du bist in der falschen Partei.

Aus der Zusammenfassung des neuen Grundsatzprogramms der Grünen,40 Jahre nach Gründung der Partei und knapp 20 Jahre seit dem letzten Grundsatzprogramm:

Präambel:
"Das Grundsatzprogramm formuliert grundsätzliche Leitlinien für die nächsten Jahrzehnte. Wir bilden damit das Fundament für eine ökologische, soziale Zukunft. Das tun wir als Bündnispartei, die ihren Ursprung in verschiedenen Bewegungen hat (Frieden, Öko, Anti-Atom etc.), gemeinsam in Vielfalt mit und für alle Menschen.

Soziales:

Es braucht ein neues soziales Sicherheitsversprechen. Ein starkes soziales Netz ist die Grundlage für persönliche Entfaltung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Niemand soll unterhalb des Existenzminimums leben müssen.

Sozialstaatliche Garantien müssen immer mit Blick auf Preisänderungen angepasst werden. Es braucht eine Daseinsvorsorge, die es den Menschen ermöglicht, klimaneutral zu leben.

*Wir überwinden Hartz IV und ersetzen es durch eine Garantiesicherung. Eine Kindergrundsicherung soll dafür sorgen, dass kein Kind in unseren reichen Gesellschaften arm oder ein Armutsrisiko für Eltern ist. Wir brauchen gemeinsame europäische Standards, wie etwa zu Mindestlohn, Grundsicherung, sowie eine europaweite Arbeitslosenrückversicherung.

Das Recht auf Wohnen soll im Grundgesetz verankert werden. Kein Mensch soll ohne Obdach und eine dauerhafte würdevolle Unterbringung sein.

Feminismus:
Unser Ziel ist die geschlechtergerechte Gesellschaft – Ein Feminismus, der verschiedene Diskriminierungsformen auch in ihrer Verschränkung erkennt und an ihrer Beseitigung arbeitet, ist der Weg dorthin.

Frieden und internationale Ordnung
Die großen politischen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur global lösen. Zur Bearbeitung globaler Herausforderungen braucht es die Europäische Union als Friedensmacht, die sich ihrer Verantwortung in der Welt bewusst ist und zum Prinzip der internationalen Kooperation steht.

Konsequent auf alle Politikfelder angewandt kann das Prinzip der Vorsorge viel Leid verhindern. Abrüstung, Rüstungskontrolle und die Nichtverbreitung von Waffen sind und bleiben wesentliche Pfeiler jeder Friedenspolitik.

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ich bin in der Partei, die sich hoffentlich so entwickelt, dass ich dauerhaft in ihr bleiben kann :slight_smile:

ist ja alles OK.
Die Legitimation liegt aber nicht in irgendeinem Gründungsakt 1979, sondern in der Gegenwart.
Und egal wo und wann es aufgeschrieben wurde, es kann jedes Jahr geändert werden.

Manche Dinge werden sogar rein faktsch geändert:

Man sieht doch am Beispiel Frieden/Pazifismus, dass das ganze jahrzehntelange Gerede vor der Wirklichkeit (Ukraine) zusammengefaltet wird wie ein Klappstuhl.

Der Schritt von der Opposition zur Regierungspartei zieht solche Änderungen nach sich. Wenn wir dauerhaft regierungsfähig sein wollen, werden wir das Programm von einigen Positionen bereinigen müssen, die in der Opposotion billig zu fordern, aber in der Regierung schwer umzusetzen sind.

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Erst mal: Es ist der vornehmlich linke Vorstand ausgetreten.
Wie viele andere dem folgen ist, mir jedenfalls, nicht bekannt.
Wenn die stark linke Jugend austritt, fühlt sich die Jugend der Mitte vielleicht bei den Grünen wieder wohler.
Hast ja selbst geschrieben:

vielleicht sind die Erwartungen der Jugend viel weniger links als viele denken.
Oder wie erklärst du dir das sie eher rechten Parteien und auch der FDP wählen?
Jugend = links ist vielleicht nicht mehr.

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Geht gar nicht mehr. Ist jetzt fünf mal so lang, als das erste. :angry:

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Politikwissenschaftler Christian Martin:
"Wir dürfen nicht vergessen, dass die Kern-Klientel der Grünen aus Milieus kommen, die mit Umverteilung nicht viel am Hut haben. Das sind eher Themen wie Ökologie, Gendergerechtigkeit oder die Ehe für alle." (NDR)
Also prima, daß wir die linke Jugendbande endlich los sind. Da können wir uns auf unser Mittelstands Wählerklientel konzentrieren. :stuck_out_tongue_winking_eye:

Jedes Jahr? War schon ein ziemlicher Akt, als es zum zweiten Mal umgeschrieben wurde. Aber wir können es natürlich ändern, wenn die Basis eh nix mehr zu sagen hat und einfach austritt, wird es immer einfacher.

Wenn es nur noch um Machterhalt geht und nicht mehr um Inhalte, dann schlage ich vor, die Atomkraftwerke einfach wieder einzuschalten. Spart und ne Menge CO2, wir können unsere Klimaziele erreichen und es gib im Forum keine ellenlangen Detaildiskussionen mehr über Netz und Netzentgelte.
Alle sind glücklich! Man muss sich halt den Sachzwängen anpassen und besser Atomkraft als AFD.

ja, die bei den Grünen sind, vielleicht. Aber die ganzen unpolitischen Jungwähler denken sich: diese Partei ist nix für junge Menschen, wenn die eigene Jugendorganisation austritt.

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Aber dafür digital in die Tonne zu drücken! Es musste kein kleines, niedliches Kiefernbäumchen dafür sterben. Nur ein paar kleine Kinder in Kongo, die Kobald für unsere digitalen Endgeräte abbauen, damit wir das schicke Programm lesen können. Aber liest ja keiner mehr.
Man könnte es als Hörbuch rausbringen: „Grüne Märchen“

das ist billig.
Macht ist böse, ich bewirke nix, aber Hauptsache mein Herz ist rein?
Wenn es nur noch ums Rechthaben ohne praktische Erfolge geht, schlage ich vor, die Partei in einen politischen Debattierclub umzuwandeln.

Tritt mal einen Schritt zurück, vergiss die gefühlsmäßigen Reflexe und schau Dir die langfristige Perspektive der Grünen an.
Wollen wir regieren oder nicht?
Wenn ja: müssen wir dann Kompromisse machen oder können wir unser Programm zu 100% umsetzen?
Das sind keine Wunschfragen oder Dinge, die man nach Laune entscheiden kann. Es ist die Macht (und die Grenzen) des Faktischen.
Ich glaube, keine Partei kann ihr bisheriges Oppositionsprogramm 1:1 umsetzen, wenn sie an die Regierung kommt (es sei denn, sie regiert diktatorisch).

Wir haben vor ca. 2 Jahren gesehen, wie groß das Potential der Grünen ist (in der Spitze der Umfragen 26% o.ä.) und wo es liegt (in der Mitte).
Klimaschutz war populär, Habeck ein ziemlich beliebter Politiker, dem auch die Kanzlerschaft zugetraut wurde.
Der Unterschied zu heute (12%) besteht nicht in enttäuschten Linken (soviele Linke gibts gar nicht), sondern in Menschen aus der Mitte, die dachten, jetzt haben sie eine neue Partei gefunden, die dann aber durch die bekannten Probleme und Fehler wieder vom Glauben abgefallen sind.

D.h. es gibt ca. 14-15% Wähler, die sich die Grünen als Partei ihrer Wahl vorstellen können, die uns aber derzeit nicht wählen.
Das ist die Klientel, die wir gewinnen müssen!
nicht 2% Linke, die zufrieden damit sind, ihre Ideologie zu verbreiten, und die Machtausübung per se für amoralisch halten. Das sind die Leute, die die Linke versenkt haben, weil sie zu dumm zum Regieren sind.
Was willst Du mit denen?

Wir können back to the roots (1979) gehen, dann kriegen wir wieder 8% und gucken Höcke beim Regieren zu, bleiben aber moralisch sauber. Variante @DrakonDiB

Oder wir machen den nächsten Schritt, ändern den Kurs, werfen ideologischen Ballast ab und haben eine Chance, 25% zu bekommen und in der Bundespolitik ernsthaft mitzumischen.
Variante Habeck. Und meine auch.

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Mittelfristig kann unser Ziel nur sein, die SPD als Volkspartei abzulösen und mit der CDU eine Mehrheit zu bekommen.
Die SPD ist schon lange im Niedergang, sie hat keinen Plan und verliert ihre Daseinsberechtigung.
Fundament der SPD war Sozialpolitik.
Fundament der Grünen ist Umwelt-/Klimapolitik, das ist heute das wichtigere Thema.

Die SPD wird weiter schrumpfen, deren Wähler sollten die Grünen auffangen und an die 20% kommen, dann reicht es für eine schwarz-grüne Regierung.
Das ist die einzig funktionierende Regierungsoption.

Dreier-Koalitionen haben wir gerade getestet, taugen nichts.
Links von uns gibt es nichts, was numerisch reicht und politisch lohnt.
Mit AfD und BSW wollen und sollten wir nicht.
CDU + eine schrumpfende SPD werden nicht mehr reichen (und sind zu schwach, um die AfD dauerhaft in Schach zu halten).
Halbwegs stabile Mehrheiten kann nur Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz bringen.

Das ist nach meiner Vermutung auch Habecks Plan (und Günthers und Wüsts, nur Söder ist zu dumm und zu populistisch für solche langfristigen Überlegungen; Merz wird es ohne große Begeisterung mitmachen, wenn es die beste Option ist; aber Merz ist strategisch gesehen schon Vergangenheit, selbst wenn er einmal (1x) Kanzler wird).

Wie sieht das linke Gegenmodell dazu aus?
Ich kenne keins und sehe auch rein rechnerisch keins.

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Sagen wir mal, dass ist inzwischen ca. 45 Jahre her und in diesen Jahren haben sich die Zeiten natürlich extrem geändert, vor allem in den letzten 3 Jahren.

U,a. die Grünen mussten sich mit Realitäten und Krisen auseinandersetzen, mit denen sie nie gerechnet haben und diese mussten überwunden werden.

Ich erinnere mich noch:

West-Deutschland reagierte auf einer Ölkrise mit einer ungewöhnlichen Sparmaßnahme und verhängte mit dem Energiesicherungsgesetz vom 9. November 1973 insgesamt vier autofreie Sonntage (25. November, 2., 9. und 16. Dezember 1973 ) sowie Tempolimits.

Die Bürger*innen reagierten damals sogar gelassen und nutzen Straßen und Autobahnen teilweise als Spazierrouten.

Jetzt stellt euch vor, die Grünen hätten so etwas beantragt.

Die Talfahrt der Spritpreise hält an: Der Benzinpreis ist auf den tiefsten Stand seit Ende 2021 gefallen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Strompreis deutlich gesunken.

Erneuerbare Energien geben beim Strom in Deutschland weiter den Ton an: In den ersten drei Quartalen hat Elektrizität vor allem aus Windkraft, Sonnenlicht, Biomasse und Wasserkraft insgesamt rund 56 Prozent des Stromverbrauchs gedeckt.

https://www.upday.com/de/56-prozent-des-stroms-stammen-aus-erneuerbaren-energien?utm_source=upday&utm_medium=referral

Die Inflationsrate sinkt seit 2021 (3,1 %) wieder auf 1,9 % und ist derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit Jahren.

Dass die Autoindustrie nicht in der Lage ist, preiswerte E-Autos herzustellen, nur um größere Gewinne zu machen, dafür können die Grünen nichts.

Chinesische Firmen zeigen, wie es geht.

Das sogenannte Heizungsgesetz, welches eigentlich GEG (Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden) heißt, wurde bereits am
8. August 2020 durch die vorherige Regierung erlassen und ist bereits am 1. November 2020 in Kraft getreten.
Sinn und Zweck war die EU-Richtlinien für einen geringeren Gesamtenergieverbrauch der Gebäudebestände zum Erhalt der Klimaziele zu erreichen.

Im Zuge einer ersten Novelle wurde zum 1. Januar 2023 der bisher geltende Neubaustandard im Hinblick auf den Jahres-Primärenergiebedarf angehoben (Reduzierung des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs im Neubau von bisher 75 Prozent des Referenzgebäudes auf 55 Prozent). Mit einer zweiten Novelle des Gesetzes wurde zudem der Einsatz erneuerbarer Energien beim Einbau neuer Heizungen verbindlich geregelt. Diese Änderungen sind am 1. Januar 2024 in Kraft getreten.

Seit August 2024 können alle Hauseigentümer*innen für ihren Heizungstausch eine Förderung bis zu 70 % beantragen.

Was ich allerdings vermisse, ist das versprochene Klimageld.

Hinzu kommen das Bürgergeld (na ja, umgeschriebenes Hartz IV) und vieles mehr.

Hexen und zaubern kann unsere Regierung auch nicht.

Und während weltweit Millionen von Menschen (USA, Asien, Afrika, Australien, die Mittelmeerländer, Österreich etc. und teilweise sogar Deutschland) extrem vom Klimawandel mit Hochwasser, extremen Überschwemmungen etc. betroffen sind, sind natürlich die Ausländer und Grünen Schuld.

Währenddessen schlagen sich die Menschen auf der Welt die Köpfe ein, beispielsweise Putin, der in seinem Größenwahn einen kriegsverbrecherischen Angriffskrieg gegen ein immerhin europäisches Land führt.

Und hinzu kommt noch die Eskalation im Nahen Osten.

Das ist irgendwie zum Verrücktwerden.

Und mit der Konfrontation dieser Realitäten kommen einige Mitglieder mit Grundwerten von vor 45 Jahren daher und einige der Grünen Jugend (Gott sei Dank nicht alle) ist man nicht links genug.

Sorry!

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Du hast zu Deinem Beitrag meine volle Zustimmung. Volle? Naja fast.

[quote=„Pensionärin, post:14, topic:4204“]
Dass die Autoindustrie nicht in der Lage ist, preiswerte E-Autos herzustellen, nur um größere Gewinne zu machen, dafür können die Grünen nichts.

Chinesische Firmen zeigen, wie es geht.
[/qote]
Ja, es wurden falsche Entscheidungen getroffen, das ist zu kritisieren. Aber bitte nicht immer mit den bösen Gewinnen argumentieren. Das ist mir zu platt.

Ja chinesische Firmen zeigen, wie es geht, mit Minilöhnen und uigurischen Zwangsarbeitern und vetmutlich massiven Subventionen.

Gewinnstreben treibt letztendlich die Wirtschaft an und sollte Anreize für möglichst effizientes Handeln und optimalen Ressourceneinsatz geben.

In der Marktwirtschaft ist das Streben der Unternehmen nach Gewinn deshalb vielleicht kein Selbstzweck, aber ist halt so.

Steigende Unternehmensgewinne sind für fast die Hälfte des Anstiegs der Inflation in Europa in den letzten zwei Jahren verantwortlich, da die Unternehmen ihre Preise stärker erhöht haben als die Kosten für importierte Energie gestiegen sind.

https://de.statista.com/infografik/30284/zusammensetzung-der-veraenderung-des-konsumdeflators-im-euroraum/

hm, eine recht seltsam opportune Grundhaltung - allgemein für eine Partei und fürs Leben… (außer der …FD…s vielleicht)

Was würde das für die Grundwerte der Partei bedeuten?
Was würde das für das GrundGesetz bedeuten?
Was würde das für die Menschenrechte bedeuten?

Was willst du denn alles überhaupt anders schreiben?

eben, man sieht wo man landet, wenn man im Vorfeld nicht aufpasst (und die Osterweiterungspolitik der Nato / USA hinnimmt ohne im Sinne des Friedens zu berücksichtigen wer da alles gegenüber sitzt und mit-gegen-denkt ( : Russland/China)) und keine Vorkehrung für z.B. integrative Maßnahmen der russisch geprägten Bevölkerung in der Ukraine vornimmt, stattdessen die Ukraine-Nationalisten gewähren lässt:
Man endet in der Gegenwart in einem Verteidigungsmodus, wo man der USA&Co Waffen abkaufen „muss“ und trotzdem die Ukraine 1/3 Land verliert…
Na, wer profitiert davon?
Soviel zum Realismus, denn du ansonsten fleißig voranstelltst :wink: und zur
„Macht (und die Grenzen) des Faktischen“

in die Regierung will man, um das Programm umzusetzen, nicht um nur an den Machtposten zu sein (außer vielleicht bei paar Karrieristen, die davon direkt profitieren wollen, auch wenn das politische Resultat nicht der Programmatik der Partei entspricht)… Regieren ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel für Ziele

Da es sich hier um die Grüne Jugend geht, sollte man einen Faktencheck versuchen, an den Punkten die sie genannt haben
und darüber hinaus zwischen
„wohin wollen wir“ und
„wo sind wir gelandet“ als Mitregierende sowie
„welche Aussichten haben wir noch was vom Programm umzusetzen und wie viel“ und
„reicht das Programm so noch aus, um die Grundziele zu erreichen“

um besser abschätzen zu können, ob es sich lohnt unter bestimmten Umständen in der Regierung zu sein, oder ob die unannehmbaren Kompromissen, nicht von denen Parteien nur getragen werden sollten, die sich diese auch wünschen und formuliert haben

dabei erinnere ich gern daran, welches Desaster die Syriza -Kompromisse für die Entwicklung der gesamten europäischen Linke resultiert haben, durch den Verrat des demokratischen Votums der Bürger in GR 2015… und wieviel Zeit und Energie dadurch seitdem verloren ist
Syriza hätte damals entweder den Bruch zu der europäischen Politikdoktrin durchziehen müssen, oder die Rechten an die Regierung lassen, anstatt deren Politik umzusetzen unter Eigenidentitätsverrat und -verlust…
Durch die Kompromisspolitik die er verfolgt hat, ist er selbst inzwischen intern zu einer Farce verkommen (sowie in mehreren Teilen gespalten) und die europäischen Linke entwicklungsmäßig mindestens 10 Jahre zurückgeworfen worden (angenommen überhaupt die aktuellen Entwicklungen in Frankreich und England könnten als Erholung aus jenem Tief betrachtet werden, was nur nominell stimmt)

was die Grünen angeht,
weder in ökologischer noch in sozialer Hinsicht wurde seit den Ursprüngen der ökologischen Bewegung genug erreicht, mitunter waren dafür paar Zwischengenerationen der Grünen zu angepasst an das System, wdas sie anfangs korrigieren wollten

es gehört insofern noch die Frage in obigen Liste
„was haben wir erreicht und was haben wir nicht erreicht die letzten 50 Jahre und warum und
was lernen wir daraus, müsste anders gemacht werden“

welcher ist für dich dann genauer und konkret der unerwünschte ideologische Ballast und
welche die noch erwünschte nicht-ideologische Nutzlast?

zB alles was Du befürwortest. den rest kannst du dir aus meinen beiträgen zusammensuchen

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Jetzt mal langsam.
Nicht alles was in Grundsatzprogramm steht sind Grundwerte.
Es ist eben ein Programm. Das änderte sich auch in der Vergangenheit schon hin und wieder und wird sich wahrscheinlich (hoffentlich) auch in der Zukunft ändern/anpassen.
Also wenn da was wegfällt oder dazu kommt sind nicht gleich die Grundwerte gefährdet.
Ich glaube das hat @lawandorder gemeint.

Der Grund ist wohl eher, dass sie die weit überwiegende Zeit nicht in der Regierung waren.

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Natürlich muss man in einer Koalition Kompromisse machen, dennoch sollte man die Bilanz grüner Politik angesichts der aktuellen Umfragewerte hinterfragen. Wenn halt Kompromisse keine Lösungen mehr bringen, sind sie halt auch sinnlos. Ich kann die Kompromisse noch bis zum Urteil des BerfG zum Haushalt noch einigermaßen nachvollziehen, inzwischen gibt es aber keinen Plan der Ampel den notwendigen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft Rechnung zu tragen. Weiter ist nicht einmal gelungen die notwendigen primärenThemen in der Gesellschaft zu verankern ( Die klimakrise ist plötzlich eher nachrangig!).Das ist ein Manko in der Kommunikation. Wenn ich jetzt höre, dass es darum geht die Menschen in der Mitte zu erreichen, halte ich für das völlig falsch. In der Mitte drängt sich alles ( insbesondere angeblich auch CDU und FDP) da gewinnt man kein Profil. Mal abgesehen davon, dass dieses Rechts- Links Schema bei einer solchen pluralistischen Gesellschaft wohl eher ausgedient hat, muss es eine progressiven Umschwung in Gesellschaft und Wirtschaft geben um die notwendige ökologische Wende zu schaffen. Das erfordert durchaus eine gewisse positive und progressive Radikalität und unterscheidet sich von den konservativen Ansätzen.