Habeck bei Lanz

Habeck gibt einem den Glauben an die Grünen zurück, GEG hin, Heizungsgesetz her.
Ein Spitzenpolitiker, der zur Selbstreflektion und -kritik fähig ist.
Und der einzelne Leute anruft, die ihm böse Briefe schreiben.
Ich kenne sonst niemanden, der das kann bzw. tut.

Politikerinterviews, die länger als 2 Minuten dauern, sind normalerweise öde, da sie zu 80% aus Sprechblasen bestehen. Habeck halte ich auch 45 Minuten ohne Schmerzen durch.
Sehenswert, finde ich.

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So mancher Politiker kann sich von ihm eine Scheibe abschneiden.

Die Ruhe selbst und ohne jeglichen Populismus.

Deshalb macht man ihm auch so große Probleme.

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Ja, es ist wirklich sehenswert. Auch ich sehe mich in meiner Einschätzung bestätigt. Sehr souverän gegenüber Lanz, der wieder mit wilden Behauptungen um sich schmeißt.
Ab Min. 40 über Populismus und über den politischen Diskurs, der in der Mitte geführt werden muss, um Akzeptanz zu erreichen: Sehr prägnant formuliert (das Zitat von @anonymeNutzer ist daraus). Interessant auch der letzte Teil über Industriepolitik und seine Begründungen für Eingriffe in den Markt.
Er gilt als guter Kommunikator. Ich denke, das ist er, weil er über die Dinge fundiert und tief nachgedacht hat.

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Das kann manchmal auch daran liegen, dass sie die Briefe anonym oder unter einem Pseudonym schreiben.

Grundsätzlich finde ich es gut, dass er die Leute anruft, weil er sich dann auch ihre Kritk zu Gemüte führen und berücksichtigen kann. Das hätte ihm aber auch eher einfallen können, nicht kurz bevor er das Gesetz verabschieden lassen wollte.

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ich finde, er hat plausibel erklärt, warum sie beim GEG zu lange so aufs Tempo gedrückt und so radikal gedacht haben.
Er sagt, dass sie im BMWK seit der Energiekrise Mitte 2022 (zunächst zu recht) im Krisenmodus waren und daraus nicht schnell genug wieder herausgefunden haben. Der Winter 22/23 war kritisch und der nächste kann es wieder werden. Da haben er und seine Leute offenbar so eine Art Tunnelblick bekommen und konnten sich davon auch beim GEG nicht befreien (so nach dem Motto „jede WP senkt den Gasverbrauch“). So habe ich ihn verstanden.
Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals einen Bundesminister im Fernsehen gesehen habe, der sein eigenes Verhalten analysiert, und der öffentlich erklärt, nicht nur dass, sondern warum er einen Fehler gemacht hat. Und das in einer Situation, wo ihm die ganze Republik wegen dieses Fehlers Vorwürfe macht, seiner Umfragewerte im Keller sind etc.
Die Kombination von Selbstreflektion, Ehrlichkeit (soweit erkennbar) und Mut nötigt mir wirklich Respekt ab.
Das mag ein wenig geschauspielert sein, aber ich ziehe dieses Schauspiel allem vor, was andere Politiker so bieten. Hut ab!

Seine eigenen Fehler zu begreifen und (zumindest für sich selber) zu beschreiben ist m.E. eine der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt. Wer das kann, hat immer die Chance, sich zu korrigieren, es besser zu machen, voran zu kommen. So einem Menschen kann ich eine Führungsaufgabe anvertrauen.
Wer das nicht kann, wird immer denselben Unsinn machen und nie vom Fleck kommen.
So jemand sollte nie eine Führungsfunktion bekommen.
In der Praxis ist es häufig leider genau umgekehrt: führen tun die, die immer recht haben, alles wissen, nie an sich zweifeln, nie einen Fehler zugeben.

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Das größte Problem ist, dass er selbst von Wirtschaft und Energie wenig Ahnung hat.
Deshalb musste er sich auf Leute verlassen, die zwar mehr Ahnung haben, aber auch Eigeninteressen.
Hat er das bei seiner Selbstreflektion auch erkannt bzw. öffentlich verkündet?

Wenn ich Schauspiel will, gehe ich lieber ins Kino.