Höcke, Graf von Stauffenberg Anhänger - was kann diese Behauptung bedeuten?

Liebe Mitdiskutierenden in diesem Forum,

ich hatte gestern zufällig in der Fernsehsendung, Markus Lanz, den Buchautor, Justus Bender, gesehen.

Der „FAS“ Redakteur gilt als einer der besten Kenner der AfD.
Er analysiert die Hintergründe und möglichen Folgen der neuen Einstufung der Partei durch den Bundesverfassungsschutz.

Was mir in seinen Beiträgen bei Markus Lanz aufgefallen war, dass er Björn Höcke als rechtsnational und Graf von Stauffenberg Anhänger einstufte. Lanz hinterfragte nicht, wie Justus Bender zu dieser Auffassung gekommen war, und was das bedeutet.

Ich fände es interessant, dem rechten Haufen in der AfD auf die Schliche zu kommen. Graf von Stauffenberg hatte, so wie ich es in Erinnerung habe, den Anschlag auf Hitler verübt, weil er den Krieg verkürzen wollte und die schlimmsten Verbrechen der Nazis kannte. Er war aber wohl schon ein Nationalsozialist, wie ich das erinnere und ganz anders im Gedenken, als z.B. die Geschwister Scholl einzustufen.

Wie ist dann Höcke in diesem Bezug heute politisch einzustufen? Und wie mag Justus Bender zu dieser Auffassung gelangt sein?

Ich würde mich über rege Beteiligung freuen!

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gewaltbereit vermutlich.

Die Frage wäre, wen er in seinem Weltbild analog zu Hitler sieht und ihn deshalb töten möchte. Merz? v.d. Leyen?

Nachdem Alice Weidel meint, Hitler sei ein Kommunist gewesen, meint Höcke die vielleicht auch?

Schade, dass Lanz nicht gefragt hat. Todeslisten von „Nordkreuz“, „Südkreuz“ usw. gibt es auf jeden Fall „zur Genüge“.

Aber hier auch wieder die Frage:
Unter den Teppich kehren, um leicht beeinflussbare Leute nicht auf Ideen zu bringen?
Oder öffentlich diskutieren?

Das fände ich durchaus auch interessant, aber dazu muss man vielleicht nur seine Bücher lesen, wo er den HIntergrund besser entwickeln kann als in einer kurzen Sendung. Ich werde das also eher nicht spekulieren sondern evlt. nachlesen.

Das habe ich an der Aussage sowieso nicht ganz verstanden - was hat das überhaupt für Auswirkungen auf die Einschätzung der (öffentlichen) Person?
Privat ist da sicher höchst interessant, die Hintergründe zu erforschen ich würde mich liebend gern mal für einem persönlichen Gespräch mit Herrn Höcke zusammen setzen!)
Als öffentliche Person interessiet mich dieser Hintergrund nur noch am Rande, weil es in erster Linie darum geht, die von ihm ausgerufenen Ziele und auch bereits die begonennen Umsetzungen zu prüfen - und entweder zu verwerfen oder zu befürworten - so, wie ich das mit Söder, Merz, Klingbeil bzw. deren Parteien auch mache.

Denn ob ich demnächst 1000€ mehr verdiene oder doch in einem Arbeitslager lande - die Frage nach den soziopsychologischen persönlichen Hintergründen ist für beide angenommenen Fälle ziemlich uninteressant.

Vielleicht war Markus Lanz die Information des Buchautors, Justus Bender, zu heiß gewesen, um diese weiter zu vertiefen.

Ich frage mich, wo doch Gewalt von links her meistens offensichtlich an den Pranger gestellt werden kann, ob wir die tiefen Verwurzelungen des Rechtsextremismusses nicht diskutieren müssen, um sich ihrer zu erwehren, bevor sie wie eine braune Seuche still und heimlich weite Gesellschaftsteile bis in die Mitte unserer Gesellschaft hinein erreichen können.

Also woher hat dieser Buchautor die Informationen?Sollte die Partei Bündnis 90/ Die Grünen nicht irgendwie daran kommen? Es klang vorgestern Abend danach, als wären die Infos von Justus Bender über Herrn Höcke und die AfD dezidiert.

Wehret den Anfängen war mal das Motto. Katharina Barley, SPD, bezog dies auf die Motive die hinter dem Bundesamt für Verfassungsschutz stehen.

Wir haben den anderen Thread, über ein Parteiverbot der AfD. Es wäre in dem Zusammenhang einfach nur eine weitere sachdienliche Info mehr, woher Justus Bender seine Informationen hat, die vielleicht in dem Gutachten worüber jetzt alle sprechen, noch nicht enthalten sind.

Meine Antwort sollte inzwischen hinrechend bekannt sein - wenn es um Wirkung vs. Wahrheit geht, werde ich mich in dubio (hoffentlich) für Wahrrheit entscheiden.

Ich hatte mir unterdessen die Stelle in der Fernsehsendung, Markus Lanz, nochmal angeschaut. Außerdem noch mal zu Claus Schenk von Stauffenberg genauer recherchiert, dass er trotz seiner unterstützenden Haltung zum Nationalsozialismus, der NSDAP nie beigetreten war.

Wenn dann auch Björn Höcke, und so hatte es der Autor Justus Bender zugeordnet, kein Nazi, sondern schlicht ein Rechtextremist ist, gibt es schon eine differenzierte Betrachtung. Lese ich über Björn Höcke nach, wird diese Betrachtung keineswegs geringer alarmierend. Aber es sollte m.E. wichtig werden, die anti-demokratischen Bestrebungen in der AfD und demnächst auch auf Grund der Einstufung des Bundesverfassungsgerichts, gesichert rechtsextrem, die Beurteilung der gesamten AfD weniger pauschal, sondern mit einem gesunden Auge auf die Partei zu richten. Dabei kann es nützlich sein, zum einen die Verstrebungen des rechtsradikalen Gedankenguts einiger Vieler in der Partei zu kennen.

Ich denke, es geht nicht um die wahren historischen Personen, sondern die AFD versucht, bestimmte Bilder/Emotionen/Narrative zu besetzen, wie das „unschuldige Opfer“, „der Held, der sich geopfert hat“ etc.
So etwas hat großen Einfluss auf die Mitglieder und Sympathisanten, denen eine Identifikation geboten wird, völlig unabhängig von der historischen Wahrheit, aber emotional und sehr mächtig.
Dieses Vorgehen ist ein Grund für den Erfolg von Faschisten weltweit.

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Sollten die Demokraten nicht daraus lernen? Immer nur brav an der reinen Wahrheit kleben ist ehrenwert, kann aber in den Untergang führen. Das heißt nicht, wir sollten lügen, aber wir müssten eigentlich auch viel mehr die Emotionen ansprechen.

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Ist

wirklich die Antwort darauf?
Der Manipulation mit Gegenmanipulation zu begegnen?
Wir tun also das gleiche wie der politische Gegner - in der Hoffnung, damit erfolgreicher zu sein?
Sollte nicht die Bemühung im Vordergrund stehen, endlich mehr Manipulationsresistenz zu erzeugen? (Thema: Bildung)
Sonst wird das nie was mit ZDF (Zahlen, Daten, Fakten).
Denn was bedeutet

in diesem Fall im Zusammenhang mit „Emotionen ansprechen“?

Das bedeutet doch, dass eine emotionale Vorentscheidung nahe gelegt wird/als plausibel suggeriert wird - dies wird nur möglich sein, in dem man „mit der halben Wahrheit lügt“ (wie das Populisten eben tun).
Man baut also eine Argumentationskette auf, die man künstlich überhöht, um damit die Emotio anzusprechen, und lässt die wissenschaftlich abzuwägenden Gegenargumente ganz weg, oder erwähnt diese nur am Rande.
Wo ist dann ich der Unterschied zu denjenigen, denen wir solche Verzerrungen immer vorwerfen?
Besteht er tatsächlich „nur“ noch darin, dass wir uns für die „richtige“ Sache einsetzen, und die anderen für die „falschen“?
Heiligt so gesehen der Zweck also die Mittel?
Erscheint mir wenig akzeptabel… :frowning:

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Ja, (wenn du emotionale Werbung als Manipulation bezeichnest).

Wir müssen notfalls noch mehr vom Gleichen tun, um erfolgreicher zu sein.

Wie viele Jahrzehnte veranschlagst du dafür?

Das können wir den Wissenschaftlern ruhig überlassen. Ich sage ja nicht, wir sollten ein Programm gegen die Wissenschaft aufstellen, mir geht es um die Wähleransprache.

Im Inhaltlichen, d.h.im Programm.

So gesehen: Ja.

Ich stimme Dir weitestgehend zu. Aber Emotionen in der Politik führen eventuell auch zum Zweck, die Demokratie zu schützen, mit richtigen Mitteln, z.B. wäre dies, das Parteiverbot der AfD durch das Bundesverfassungsgericht überprüfen zu lassen.

Dafür braucht es wieder - ganz nüchtern, nach Deiner Vorstellung, einen von einer Mehrheit, aus dem Kabinett, oder Bundestag, oder Bundesrat, getragenen Verbotsantrag an das Bundesverfassungsgericht.

Erstmal sollte man jetzt aber abwarten, was die Klage gegen das Gutachten des Amtes für Bundesverfassungsschutz der AfD ergibt. Nebenher sollte man sich schon mal die Fakten darin anlesen.

Ich finde an der Stelle, die Thematik bei uns besonders alarmierend und stimme Dir hinsichtlich der Bedeutung von Personen der Geschichte nicht umfänglich zu - auch wenn ich Dir an der Stelle zustimme, dass die wahre Bedeutung durch den Rechtsextremismus verdreht und verklärt wird. Wenn es Anhänger von Claus Schenk von Stauffenberg heute im ultra-rechtsnationalen Bereichen gibt, habe ich Sorge, dass die Figur Adolf Hitlers in einen ganz anderen Schuldhintergrund geführt wird, wie das normale Demokraten machen würden. Wir hätten dann den bekloppten Hitler, der mit seiner falschen Kriegsführung im 2. Weltkrieg zu einer, gegenüber dem 1. Weltkrieg, modifizierten Dolchstoßlegende beiträgt. Wie Du schon geschrieben hast, ist dann der neue Held - und das bedarf Aufklärungen aus der Richtigkeit, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, aber nicht wie er bisher normalerweise gesehen wurde.

Schlimmer kann es dann bald nicht mehr Rechtsaußen werden.

Die BRD hat noch das Problem zudem, dass sich der durch die AfD bereits in weiten Teilen eroberte Osten innerdeutsch gegen den noch nicht eroberten Westen in einer angeheizten Ost-West-Polarisierung hochschaukelt - was auf den Westen immer mehr mit einer Vermengung mit anderen schwierig zu lösenden Themen (Migration, Klima) dabei ist überzuschwappen. Von dieser Polarisierung profitieren vor allem die Rechtsextremen in der AfD. Still und heimlich nutzen sie die Aufruhe, um weitere Zustimmung, teils versteckt und ohne sich klar zum Rechtsextremismus zu bekennen, auch im Westen zu gewinnen.

Wir sind auch im Westen nicht mehr weit weg von flächendeckenden Mehrheiten der AfD. Meistens waren die Abstände zu den anderen Parteien bei der letzten Bundestagswahl auch dort nicht mehr groß.

Du siehst Gefühle offenbar in einem schlechten Bild. Gefühle sind für das Abwägen von Argumenten und Entscheidungen zwingend nötig, nach Erkenntnissen der Neurowissenschaften. Es braucht eine gute Zusammenarbeit zwischen Logik und Bauchgefühl, sogar in so „rationalen“ Wissenschaften wie Mathematik oder Physik, und auch zb bei Schach oder Unternehmensführung. Auch bei politischen Einschätzungen sind Verstand zusammen mit Intuition notwendig, um nicht in die Irre zu gehen.

Ja. Aber die „reine Wahrheit“ ist ohne Gefühle nicht zu haben, das ist kein Widerspruch.
Ich denke, die Politiker der Mitte sollten nicht wie die Faschisten auf Hass setzen. Aber die F. bieten ja auch viel mehr an Gefühlen an: Zugehörigkeit, Sinn, Stolz ua.
Das sind die Gefühle, auf die Politiker setzen sollten, wenn sie die Bedürfnisse konservativer Menschen ansprechen wollen. Dazu kommt ganz wesentlich: Vertrauen.
Das kann durchaus paternalistisch (Adenauer) daherkommen und damit den moderneren Einstellungen widersprechen. Für die Bedürfnisse konservativer Menschen ist es zentral.
Übrigens: Politische Grundeinstellungen sind stark mit dem Temperament verknüpft, das einen großen genetischen Anteil hat. Das betrifft die Bereitschaft für Veränderungen vs Erhalten von Bekanntem. Diesem Bedürfnis von Konservativen nach Sicherheit muss man Rechnung tragen.

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Nicht wirklich - ich sehe sie in meinem Alltag durchaus als nicht nur „notwendig“ an (um nicht in die irre zu gehen), sondern auch ständig als Bereicherung (sogar die sog. „negativen“ Gefühle wie Angst oder Scham, weil sie mich davor bewahren, zu hohe Risiken einzugehen, etc.)
Das gilt prinzipiell natürlich auch fürs Politische!
Allerdings muss ich/man(?!) höllisch aufpassen, dass ich/man nicht einem Gefühl folgt, das an diese Stelle nicht „hingehört“ oder „ausufert“. So ist die Angst nur dann ein (lebens-)wichtiger Indikator, wenn sie mich auf vor einer tatsächlichen Gefahr warnt, und nicht, wenn sie auf der Suggestion einer gar nicht existierenden oder „künstlich überhöhten“ Gefahr basiert!

Und hier kommt die Manipulation ins Spiel (die ich genau aus diesem Grunde ablehne)
Die Manipulation suggeriert etwas, das i.d.R: so nicht existiert!
Wenn ich vor einer (politischen) Entscheidung stehe, entscheide ich hoffentlich selbst, wie ich meine eigenen Präferenzen und/oder Prioritäten setze, bevor ich mich für einen Kandidaten oder eine Partei entscheide - und nicht, weil mir jemand manipulativ einredet, dass das Paradies oder die Katastrophe vor der Tür steht, und deswegen unbedingt xy zu wählen ist.

Die daraus resultierenden Emotionen sind überhöht (egal, ob es sich um Euphorie oder Angst handelt).

Damit ist aber die Gefahr, eine Fehlentscheidung zu treffen (gilt auch für die Euphorie) - wegen besagter Überhöhung - nicht geringer, sondern höher.

Wenn mir also in der Werbung suggeriert/manipuliert wird, „über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ (so genial ich das Lied auch auf der emotionalen Ebene finde, eben weil es sich um eine lyrische Darstellung und nicht um den manipulativen Werbeslogan der Lufthansa handelt) und deswegen ständig ins Flugzeug steige, schädige ich die Umwelt, mein Krebsrisiko steigt, und ob der Megaurlaub auf den Seychellen - wie es mir damit manipulativ suggeriert werden könnte - wirklich sooo erholsam ist, sei auch dahin gestellt, weil man evtl. nach 14 Stunden Flug dort schon völlig gerädert ankommt.

Ich sehe Gefühle also durchaus in einem sehr guten, bereichernden Bild - aber nur dann, wenn das Gefühl auch zur Situation passt, und nicht manipulativ als Suggestion von außen „erzeugt“ oder auch nur verzerrend überhöht wird.

Und was ist dieses „Ich“, das da entscheidet? Ich behaupte, zu max. 20% die Ratio und 80% Emotio. Ob du es wahrhaben willst oder nicht.

Daraus folgt: Wir müssen viel mehr die Emotio ansprechen.

Ein Beispiel, Atomkraft. Fast alle Grünen sind gegen die Atomkraft. Entspringt das einer rationalen Abwägung von Chancen und Risiken bei jedem Einzelnen? Wohl kaum. Würde eine neue Kernkrafttechnologie, die komplett risikofrei ist, daran etwas ändern? Wohl kaum. Die Ablehnung ist stark emotional verankert, Teil der grünen Identität.

Genau solche Mechanismen im Menschen müssen wir ansprechen.

Gefühle sind nicht das einzige, was Faschisten und ihre Anhänger ausmacht. Es ist oft gar kein Hass oder ähnliches, auch kognitive Prozesse können sie zu ihren Taten bringen, bei manchen sogar einfach kalt. Das gilt auch für andere Gewalttaten, bei denen man es nicht primär annimmt, weil sie als „heiß“, also hochemotional gelten.

Hintergrund sind Einstellungen, die solches Handeln rechtfertigen oder sogar fordern. Das sind Überzeugungen der Überlegenheit der eigenen „Rasse“, Überzeugungen, dass von bestimmten Gruppen Gefahr ausgeht, zb für einen angenommenen „Volkskörper“, wobei häufig Täter-Opfer Umkehr stattfindet, die (kognitive) Entmenschlichung ihrer Opfer, bei der Mitgefühl bewusst verdrängt wird, und der ganze Mist, der in deren Köpfen so ist. Häufig wird das „logisch“ begründet, ohne viel Gefühle auszulösen.
Gefühle werden aber in bestimmten Situationen gezielt aktiviert, etwa bei Zusammentreffen Gefühle von Zusammenhalt, Stolz und Kampfgeist, oder bei Aktionen Entschlossenheit und Kampfgeist, aber auch Abenteuerlust. Hass kann dabei sein, muss aber nicht.

Diese Einstellungen kann man im öffentlichen Diskurs ausgrenzen und zeigen, dass sie gegen gesellschaftliche Normen verstoßen, und ja, dann beschweren sie sich, man könne ja nichts mehr sagen.
Auch ein Weg ist, wenn die ihre Opfer kennenlernen. Für manche jedenfalls. Empathie und gemeinsame Ziele können wirken.
Im Strafvollzug wird daran gearbeitet, solche Einstellungen zu erkennen und verändern.

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Sind denn Gefühle keine kognitiven Prozesse?

Gefühle haben mit heiß oder kalt wenig zu tun, z.B. Rache wird bekanntlich am besten kalt genossen. Die klare Trennung zwischen Ratio und Emotio ist eine Fiktion, in unseren kognitiven Prozessen ist beides auf das engste verknüpft.

Gutes Beispiel. Ist die Überzeugung der Überlegenheit mehr Gefühl oder mehr Ratio? Ich tendiere zu ersterem, weil es für die diese Überzeugung meistens keine faktischen Gründe gibt.

Ist es nicht genau andersrum? Das Gefühl ist da und wird rationalisiert?

Vielleicht sollten wir an dem Punkt auch mal Bundestagsredner anbringen. Schaut man sich frühere Debatten an, Wehner, Strauß, Schmidt, dann haben die wohl begeistert. Schmidt Schnauze war ein Begriff, obwohl er gleichzeitig als pragmatischer Politiker sich selber gesehen hatte. Vor einigen Wochen hatte ich eine coole Rede von Heidi Reichinnek verfolgt, die sichtbar Emotionen, Erstaunen, bei Friedrich Merz ausgelöst hatte.

Die Nürnberger Rassengesetze waren dafür ein negatives Beispiel.

Ich bin der gleichen Auffassung, dass Gefühle immer eine bedeutende Rolle spielen. Charakterlich bezogen ist das unterschiedlich ausgeprägt. Manchmal müssen sie dann aber unterdrückt werden, um rationale Lösungen zu erreichen. Das war glaube ich der Ansatz von @HarmsCar.

Abschiebung für rechtsradikale Straftäter prompt und ohne Vorwarnungen in ein afrikanisches Land, welches halbwegs sicher ist. Solche Maßnahmen sollten als Projekte (auch zeitlich gesehen) dort erschlossen werden!

Noch einmal: ich plädiere nicht für den „Idealfall Mr. SPOCK“ - Emotio mag gerne 80% ausmachen - aber bitte dort, wo sie auch hingehört - die Freude über ein Wahlgeschenk sollte nicht die Wahlentscheidung beeinflussen - sonst könnte man das hier gleich als Plädoyer für Bestechung missverstehen, die auch an das Gefühl appelliert.

Ich bin kein Freund von Unterdrückung - auch nicht von eigener Unterdrückung - es geht mir viel mehr darum, die Emotio auf das zu beschränken, wo sie hingehört - und nicht im diffusen zu verbleiben. Die Emotionen haben einen wichtigen Platz im Erleben (und auch für Entscheidungsfindung - idealerweise bin ich mir meine Emotionen bewusst und kann sie an die zugehörige Stelle rücken - dann dominieren sie mich (und meine Entscheidungen auch nicht mehr - das meinte ich auch an anderer Stellen, wenn ich von Projektionen sprach. Es ist nicht sinnvoll eine Verknüpfung zwischen Emotio und äusserem Geschehen herzustellen (was unser Gehirn macht, um Orientierung zu hewinnen), wenn die historische Analogie gar nicht besteht - zwar kann man dadurch immer noch Orientierung gewinnen - sie ist aber nicht hilfreich - wenn ich versuche, mich an Hand der Landkarte von Europa zur Zeit des Mittelalters im heutigen Europa zu orientieren, sind die Treffer bestenfalls Zufallsprodukte - die Wahrscheinlichkeit, durch so eine Orientierung in die Irre zu laufen, ist rel. hoch.