Hunger und Armut mit Geld bekämpfen

Ein häufig bei Grüns wiederkehrendes Narrativ ist:
„Was könnte man mit dem vielen Geld (der Superreichen) alles gegen den Hunger inder Welt tun“

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass man Hunger und Armut in der Welt allein mit Geld beseitigen könnte. Und das ist kolossal falsch.

Vor IIRC zwei Jahren wurde Elon auf Twitter mal von einem UN-Funktionär dahingehend angegangen. Elons Antwort war, wenn er ihm einen detaillierten Plan vorlegen würde, wie er den Hunger in der Welt beseitigen wolle, bekäme er das Geld. Danach war Funkstille.

Dann müssen wir halt selbst rechnnen :wink:
In Nigeria leben über 50 % der Bevölkerung in bitterster Armut, d.h. von weniger als 1,90 KKP-$ pro Tag.
Wir könnten also auf die Idee kommen, denen 1 € am Tag zu schenken, damit sie wenigstens aus der absoluten Armut raus sind. Wohlstand geht anders …
Nigeria hat aber irgendwas bei 200 Mio Einwohner. Das wären also 100 Mio mal 365 gleich 36 Mrd pro Jahr. Und das ist nur Nigeria …

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@Duke

Auch hier wieder: kein Widerspruch von meiner Seite - das passt aber so gar nicht zu den Überlegungen, dass wir gar kein Nahrungsmittelproblem haben, weil doch genügend Nahrungskalorien gäbe, die es „nur“ richtig zu verteilen gälte - warum sich also mit der Kolonisierung des Mars beschäftigen, wenn es eigentlich darum geht, „nur logistische“ Probleme in den Griff zu bekommen - was ist das für eine Argumentation? Wenn wir aufgrund dieses rechnerischen Arguments zu dem Schluss kommen, dass wir uns lieber der Kolonisierung des Mars widmen, weil das - noch dazu von uns verursachte - Massensterben im Afrika sowieso nicht mehr aufzuhalten ist… wie zynisch ist das denn - noch dazu verantwortungslos?
Mann kann nur hoffen, das uns das möglichst schnell auch trifft - mal sehen, wie es dann um unsere Priorisierung einer Marskolonialisierung bestellt ist - ich weis zugegeben, dass auch das Zynismus ist… (ein bedauerlicher Akt meiner eigenen Hilflosigkeit, und auch bitte so zu verstehen)

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Ich weiß nicht, wer sowas behauptet. In jedem Falle ist die Verteilung der Nahrung alles andere als ein rein logistisches Problem.

Aber bevor wir hier Hungerbekämpfung gegen Marskolonie stellen, sollten wir erstmal klären, was gegen den Hunger geschehen muss, sonst wird mir das zu OT.

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Seit 1960 soll Nigeria über 326 Milliarden Euro durch Korruption verloren haben.

Wir brauchen zuerst Rechtsstaatlichkeit in diesen Entwicklungsländern, dann entwickeln sich die wie von selbst. Mit Schinken nach dem Fleisch werfen, hat noch nie funktioniert.
Wir müssen unseren Außenhandel nach der Rechtsstaatlichkeit der Partnerländer ausrichten und bewerten. Da hat Baerbock noch viel zu tun.
Und wenn ich sehe, wie RG Reis kauft von den Erlösen aus den Bauxit Export und dann subventionierten Reis an die Bevölkerung mehr oder weniger verteilt… Da strengt sich doch keiner an.

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Rechtstaatlichkeit wäre natürlich ideal, ist aber auch entsprechend schwierig zu erreichen.

Glücklicherweise reicht auch eine vernünftige Regierung, die trotz aller Korruption noch am Wohlergehen ihres Volkes interessiert ist.

Und ich kenne sogar mehrere Beispiele, wo sich vermitteltes Wissen durch Mund-zu-Mund-Propaganda unter dem Radar der Regierungen über Landesgrenzen hinweg ausgebreitet hat, weil die vermittelten Techniken einfach, billig und auch für ‚dumme Bauern‘ erkennbar vorteilhaft waren. Insbesonder denke ich da an SLS (Sustainable Land Management des UN World Food Program) und FMNR.

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@Duke

Immer dann, wenn ich die Frage der „Überbevölkerung“ zur Sprache brachte, hieß es hier beschwichtigend, dass die Erde locker noch 10 Milliarden verkraften würde, ohne dass jemand an Hunger sterben müsste - wenn man die Nahrung nur richtig verteilen würde…
So lange es - zugegeben aus vielerlei Gründen - kein nachhaltiges Konzept dafür gibt, sind wir gemessen an unserer Fähigkeit/Unfähigkeit, die Nahrung zu verteilen/vor Ort direkt zu generieren eben doch sch8n lange überbevölkert… aktuell ist es jedenfalls so, dass es - wohl auch auf absehbare Zeit - nicht möglich ist, alle zu ernähren was im Umkehrschluss bedeutet, dass die, die verhungern müssen (aus welchen Gründen auch immer) eben zu viel sind…
Die durchaus wichtigere Frage ist natürlich, wie ein Konzept aussehen müsste, das daran etwas ändert…
Das mit der globalen Rechtstaatlichkeit wäre, da gebe ich Dir recht, hilfreich - aber schwer zu erreichen…
Ein Anfang wäre, die Firmen zu verpflichten, ihre Mitarbeiter vor Ort entsprechend vor Ausbeutung zu schützen - was bei den indischen Ingeneuren und Programmierern durchaus schon üblich ist, gilt aber für die indischen Näherinnen schon nicht mehr, weil man, wo es nur geht, auf die Mindest-Sozialstandards vor Ort zurück greift, die z.T. noch jenseits der UN- Menschenrechtskonvention liegen dürften… (die besseren Konditionen für die Ingeneure sind also nicht dem Menschenbild sondern dem knappen Gut Ingeneursleistung geschuldet, was nichts anderes bedeutet, Menschen bzw. deren Leistung zur Handelsware zu erklären…
Warum sollte sich also eine indische Näherin, die für einen europäischen Mutterkonzern Klamotten für den europäischen Markt herstellt, sich nicht auch an den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wenden dürfen - unabhängig von der Frage, wie viele Tochtergesellschaften von den Firmen dazwischenngeschaltet werden - die Möglichkeit also der Menschen, als Teil der europäischen Wertschöpfungskette für sich die europäische Rechtstaatlichkeit in Anspruch nehmen zu dürfen…
Ich bin zugegeben kein Jurist - es fällt also vielleicht eher unter die Sammlung von den „verrückten Ideen“ von @WitzelJo
Aktuell ist es immer noch so, das wir uns der globalen Verantwortung, die wir uns mit unserem globalen Konsum miteingekauft haben, nicht wirklich stellen… und dann auch noch davon sprechen, dass die Erde auch locker noch 10 Milliarden Menschen verkraftet - ich finde nach wie vor, das dem durchaus ein gewisser Zyniymus anhaftet…

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Natürlich laufen bei Grüns Leute rum, die Verstoß gegen EU-Normen, abgelaufenes MHD bis hin zum Übergewicht der Bürger in den Industriestaaten aufaddieren und dann auf hübsche Zahlen kommen. Diese Dinge wird man vielleicht eindämmen, nicht jedoch beseitigen können.

Wenn ich hingegen von der Ernährung für 10 Mrd spreche, denke ich dabei primär daran, derzeit nicht (mehr) landwirtschaftlich nutzbare Flächen wieder nutzbar zu machen. Und davon gibt es reichlich.

Sad but true. Nennt sich Arbeitsmarkt. Eingriffe in einen fremden Arbeitsmarkt

  • stehen uns nicht zu (das gibt Ärger)
  • gehen eigentlich immer schief. Wenn Du der Näherin das Doppelte zahlen willst wie ihrer Kollegin in der Nachbarfabrik, kann ich Dir aus dem Stehgreif ein halbes Dutzend Möglichkeiten nennen, dieses zusätzliche Geld ganz legal in die Taschen des Unternehmers umzuleiten.

Gegen miese Arbeitsbedingungen müssen wir nicht kämpfen. Die verbessern sich mit der Zeit von ganz allein. Schau Dir an, wie viele ehemalige Billiglohnländer heute mindestens zu ‚Tigerstaaten‘ geworden sind.

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Immer derselbe Denkfehler.

Deshalb schreibe ich meinen Text über Veganismus, der genau diese Fragen berührt.

Der erste elementare Denkfehler ist, dass die aktuelle (ackerbaulich?) genutzte Fläche auch nur annähernd nachhaltig und effizient genutzt wird.

Der zweite, dass Flächen außerhalb der Nutzung sinnlos brach liegen.

Daran ist zu denken.

Nicht bei mir. Ich habe zahlreiche Methoden zur Effizienzsteigerung kennengelernt. Meistens geht es ganz schlicht um Wassermanagement.
Aber viele Stastiken und Metriken - allen voran dieser bescheuerte Earth overshoot day - lassen diese Möglichkeit unter den Tisch fallen. Deshalb traue ich mich kaum noch, damit zu argumentieren, sondern fokussiere auf Desertifikation und damit auf Wüstenrandgebiete. Das versteht wenigstens jeder.

Die vertrockneten Felder im Sahel werden mit Sicherheit noch als landwirtschaftlich genutzte Fläche geführt, obwohl dort praktisch keine Erträge mehr erwirtschaftet werden. Was ist Dir lieber:

  • die weiterhin brach liegen zu lassen oder
  • sie durch kluges Niederschlagsmanagement wieder erblühen zu lassen?
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@Duke

Also was denn jetzt - gibt es genügend, um 10 Milliarden zu ernähren (und es ist „nur“ eine Frage der Logistik, wobei ich die sog. ungenutzten Flächen mit in die Logistik dazu rechne (notabene: in Folge des von den Industristaaten verursachten Klimawandels gehen immer mehr Flächen durch Versteppung/-wüstung täglich verloren, so dass die Zahl dieser Flächen deutlich abnimmt - mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass wir - @Binnen_un_Buten hat gerade darauf hingewiesen - die Nachhaltigkeit - nicht zuletzt die stillzulegenden Großflächen als unberührte Rüchzugsbereiche für den Artenschutz! - derzeit gar nicht realisieren…

Was Deine sog. „Eingriffe in fremde Arbeitsmärkte“ angeht - wenn es einen Eingriff in einen fremden Arbeitsmarkt wäre, einer Näherin 10-20% über dem Mindeststandard vor Ort zu bezahlen, oder auch nur Sozialleistungen und/oder Arbeitsbedingungen zu schaffen - warum ist es danm kein ebenso zu ächtender Eingriff in den selben Arbeitsmarkt (bleiben wir bei Indien), wenn der dortige Ingeneur 10-20% mehr bekommt?? Das stünde uns demnach ebenfalls nicht zu…
Das klingt nicht gerade nach einer stimmigen Argumentation…

@Duke

So sehr ich Dir aus mathematischer Sicht recht gebe - aber so lange wir es nicht schaffen, das konkret umzusetzen (beim Wassermanagement scheitern wir schon im eigenen Land, da wir es aktuell nicht schaffen, den Rhein so aufzufüllen, dass die Schiffahrt - ein wichtiges logistisches Puzzleteil im eigenen Land - weiterhin ungehindert seinen Betrieb versehen kann (ein Problem, das wir seit 40 Jahren auf uns zukommen sahen!) - wie also soll uns das - noch dazu ohne unzulässige „Eingriffe in Strukturen andere Länder“ z.B. in der Sahelzone gelingen?

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Nicht wir entscheiden, ob der Ingenieur 20% mehr bekommt. Wir schließen beim offshoring einen Vertrag mit einem indischen SW-Unternehmen und die müssen dann sehen, dass sie genug Ingenieuere ranschaffen. Und wenn der lokale Arbeitsmarkt eben sagt, dass der Ingenieur 20% (oder 10 oder 40) mehr haben will als ein Arzt oder so, dann ist das keine Eingriff in den Markt. Das IST der Markt.

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Ich war im Leben schon häufig erfolgreich, wo meine Vorgänger gescheitert waren. Sollte also kein Kriterium für uns sein :wink:

Die sind dort ja nicht doof. Wir müssten die zahlreichen Projekte abklappern und fragen „Wie können wir Euch helfen?“

Eines meiner Lieblingsprojekte ist das Paani-Projekt. Das wird aus der Privatschatulle eines Bollywoodstars finanziert, was natürlich seine Grenzen hat. Den könnte man fragen „Schafft es Deine Organisation, das Volumen zu verzehnfachen? Wir würden das Geld dafür geben (oder was immer Ihr sonst dazu braucht).“

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Nun gut. Wenn wir jetzt vom Sahel reden, dann begrüße ich natürlich die Projekte der Aufforstung.

„Afrikas Grüne Mauer im Sahel – Wikipedia“ Afrikas Grüne Mauer im Sahel – Wikipedia

Deutschland war über Jahrhunderte ein Land, das entwässert werden musste.
Die arme Wirtschaft war aber nicht in der Lage, sich umzustellen.
Zu teuer.

Von der klassischen Aufforstung in semi-ariden Gebieten (wo bis zu 80% der Setzlinge nicht angehen) bin ich gar nicht so angetan. Bei der Great Green Wall of China wird bekanntlich sehr viel Geld auch buchstäblich „in den Sand gesetzt“.

Nach meiner amateurhaften Vorstellung wäre es besser, dort erstmal mit Savory eine Zeit lang grassland zu schaffen. Darin sollten Aufforstungen doch viel besser gelingen, oder?

Den habe ich jetzt nicht verstanden !?!?

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Niemand konnte es sich in den letzten Jahrzehnten leisten, nachhaltig und ökologisch zu wirtschaften, oder?

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Komischer Einstieg in eine Diskussion, ohne Recherche erst einmal mit angeblichen Fakten ködern.

  1. das war Oktober 2021
  2. es war nicht auf twitter, sondern in einem CNN Interview
  3. Elon hat allerdings auf twitter darauf geantwortet
  4. danach war keine Funkstille, vielmehr hat das WFP einen Plan skizziert

Wer behauptet das? Alleine mit Geld erreicht man sehr wenig. Man muss dieses Geld ja auch nutzbringend verwenden können, etwa um Lebensmittel zu kaufen. Wenn die niemand liefern kann, bringt alles Geld nichts.

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Ein wenig off-topic, aber mein Arbeitgeber hat eine Niederlassung in Indien gegründet und stellt die Kollegen dort direkt an. Somit entscheiden wir (als Firma) auch, was die für ein Gehalt bekommen.

Über die gesellschaftlichen Folgen hatte ich noch nicht nachgedacht, zunächst einmal war meine Denke, wenn die besser verdienen, können die auch mehr dort wieder ausgeben, was die lokale Wirtschaft stärkt.

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Reicht es, ihm einen Plan vorzulegen, oder muss dieser ihn auch überzeugen?

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