Hungerstreik zum Klimawandel

Dieses Hilfeersuch möchte ich euch gern weiter leiten.
Ich selbst würde zwar nie auf die Idee kommen, in Hungerstreik zu treten, aber wenn es jemand macht, interesiere ich mich zumindest dafür, warum.

Das erinnert mich irgendwie an Mohandas Karamchand Gandhi, der mit den Mitteln des gewaltlosen Widerstands die Unabhängigkeit Indiens von der übermächtigen britischen Kolonialmacht im August 1947 errungen hat.

Mahatma Gandhi verzichtete in den 1930er und 40er Jahren mehrfach über Wochen hinweg auf Nahrung.

Er wählte diese Art des Protestes, um Indien vor einem Bürgerkrieg zu bewahren.

Besonders berühmt ist der „Salzmarsch“. Vor 94 Jahren, am 12. März 1930, startete Gandhi den Marsch, um sich gegen die „Salzsteuer“ der Briten zu wehren.

schwieriger Vergleich.

Gandhi kämpfte für die Unabhängigkeit Indiens.
Hier will jemand für eine Regierungserklärung sterben (das ist die Forderung).
Es ist wie bei den Klimaklebern: die wollten Deutschland lahmlegen wegen des Tempolimits auf Autobahnen (und irgendwas mit dem 49 EUR Ticket).
Diese Disproportionalität zwischen Ziel und Mittel verstehe ich nicht.
Ich sterbe doch nicht für eine Regierungserklärung von Olaf Scholz?!
Dafür, dass der dann irgendwas daherfaselt in seinem Bürokratendeutsch?!
Unter Zwang (wegen Hungerstreikt), also nicht aus Überzeugung?! Was bringt das?
Das hat so was Unernstes.

Ich auch nicht, aber die Menschen sind nun mal verschieden.

Mein erster Gedanke zu diesem Hungerstreik war, wenn schon Selbstmord für eine politische Forderung, dann sollte es doch möglichst öffentlichkeitswirksam sein - in etwa wo sie der buddhistische Mönch, der sich 1963 in Saigon selbst verbrannte. Aber dann hab ich mal gegoogelt wieviele Menschen sich allein in Deutschland in den letzten Jahren für politische Forderungen umgebracht haben (unter anderem auch durch Selbstverbrennung) - mir war kein einziger Fall davon bekannt. Wenn man keine große Mehrheit hinter seiner Forderung hat, ist es völlig aussichtslos auf diesem Wege etwas bewirken zu können - es überzeugt niemanden, es bewegt niemanden. Und eine Mehrheit für radikalen Klimaschutz gibt es nunmal derzeit nicht in Deutschland.

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Suizid als Mittel zur Durchsetzung einer politischen Forderung ist in einer Demokratie absurd. Das wird vermutlich nur von Menschen in Erwägung gezogen, die sowieso schon suizidär sind.

Kommt mir vor, wie ein kleines Kind, das so lange die Luft anhält, bis es seinen Wunsch durchsetzt. Ist vielleicht nicht ganz passend, aber die Haltung dahinter dürfte eine ähnliche sein.

auch die vorstellung dass ein einzelner mensch meint, den kanzler zu etwas zwingen zu können, finde ich merkwürdig. was macht scholz, wenn ich mich morgen für das gegenteil tothungere?
das ist ein undemokratischer ansatz und vielleicht auch etwas narzisstisch. mein leiden ist so wichtig dass der ganze staat sich danach richten muss

aus der ZEIT:

Der Klimaaktivist und Mitbegründer von Ende Gelände, Tadzio Müller, veröffentlichte am vergangenen Wochenende einen Beitrag auf seinem Blog, in dem er Metzeler-Kick auffordert, den Hungerstreik zu beenden. Er schätze Mut, auch Mut zum Durchgeknallten, aber diese Aktion sei nicht der richtige Weg. Eine Erklärung von Scholz wäre laut Müller politisch wertlos und auch Metzeler-Kicks möglicher Tod würde keinen Druck auf den Kanzler aufbauen. „Was wird stattdessen passieren? Die Klimabewegung würde von außen als noch durchgeknallter, unsympathischer und endzeitreligiöser wahrgenommen, als wir es ohnehin schon werden“, schreibt Müller. Und: „Wir brauchen Dich, Wolli. Please live.“

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Mir gefällt, das du das weiter verfolgt hast. :heart:

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Die Aktion des Wahnsinns sollte nicht nur unterbrochen, sondern abgebrochen werden.
Glaubt „Last Generation“ tatsächlich, dass man mit diese paranoiden Aktionen etwas erreichen kann? Meines Erachtens geht es um eine Mischung aus quasi-religiösen Fanatismus, wie man Ihn bei Islamisten, Evangelikalen und Queerdenkern findet, der sich mit Narzismus paart.
Offenbar möchte man Märtyrer erzeugen. Märtyrer sind identitätsstiftend, schweißen zusammen, werden bewundert und ermutern andere zum Gleichtun.
Und dann frage ich mich natürlich was wohl die nächste Eskaltionsstufe sein mag. Stehen dann Anschläge - auch gegen Personen - auf dem Programm oder vielleicht nur eine „Selbstverbrennung“
Es ist der helle Wahnsinn, der zudem die rechtradikalen Kräfte befeuert und dem Klima- und Umweltschutz verhindert

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Meinst du damit, dass er von anderen Menschen dazu gedrängt wurde, in den Hungerstreik zu treten? Das wäre auf jeden Fall strafbar, müsste aber nachgewiesen werden.

Für mich sind Märtyrer übrigens sehr abschreckende Beispiele, sogar Jesus.
So möchte ich auf keinen Fall enden.

Nun Märtyrer wird man nicht selbst, sondern zu einem Märtyer wird man gemacht - z.B. von der Gruppe, deren Ziele man vertritt. Das ist ein gruppendyamischer Prozess.

Zum Hungerstreik - Androhung des Suizids - kann sich nur eine Person selbst entscheiden. Die Entscheidung zur Selbsttötung kann viele Ursachen haben. Mann kann zum Beispiel depressiv sein und sich in einer ausweglosen Situation wähnen.
Aber auch der psychosoziale Druck, den eine Gruppe ausübt, kann Personen in den Suizid treiben. Ich denke, dass bei religiösen Sekten häufig einen solcher Druck ausgeübert wird.

Natürlich können auch bestimmte gesellschaftliche Normen eine derartige Entscheidung befeuern. Der General, der sich nach verlorenen Schlacht erschießt. Und wer kennt nicht das Schicksal von Gretchen im Faust nicht?

Nachahmer gibt es dann, wenn sich der Suizid in einer Gruppe als besonders positiv bewertet wird. In diesem Fall greift die Gruppendynamik, die andere Gruppenmitglieder zur Nachahmung veranlasst. Das ganz offensichtlich bei den islamistischen Selbstmordattentätern der Fall