Ich finde es faszinierend, wie die Wissenschaft den Vogelgrippe-Virus dabei beobachtet wie diese blind durch Millionen von Wirtstieren und Milliarden von Mutationen irrt. Das ist Science Fiction pur.
Der Artikel beschreibt ja nicht nur das wir den Aufbau des Virus genau kennen, sondern das die Entwicklung des Virus auf dem ganzen Planeten beobachtet wird. Immer wenn irgendwo ein Säugetier an dem Virus stirbt, wird analysiert, wie sich der Virus verändert hat. Allein solche Informationen zusammenzutragen und zu kombinieren, kann ich mir ohne Internet in dieser Geschwindigkeit nicht vorstellen.
Viren sind so ziemlich das primitivste Stück Leben, was es auf diesem Planeten gibt. Wenn die überhaupt Leben sind. Und unsere Wissenschaft ist soweit, daß wir diese Viren in ihrem Mutationslabyrinth ziemlich genau beobachten können.
Aber trotz unseres ganzen Wissens über diesen Virus. Wenn der Virus die notwendigen Mutationen schafft, könnten wieder hunderttausende von uns sterben.
Der Spruch in der Bibel war ja auch: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ [1] - Von Viren stand da nix.
Dieser Beitrag wurde überarbeitet nachdem mir @WitzelJu erklärt hatte, das nicht klar wurde, was ich überhaupt sagen will.
@WitzelJo
Es ist sogar vorstellbar, dass es Labore gibt, die so eine Mutation gezielt züchten…
Das ist zunächst Wissenschaft… Sie erforscht „nur“ - ob die Erkenntnisse daraus zum Schaden oder zum Nutzen gereichen, entscheidet die Geschichte (selbst wenn das Virus dann 90% aller Menschen tötet, könnte das - natürlich völlig unempathisch - das Problem der Über-Überbevölkerung „lösen“)
Ich würde das daher also erst einmal nicht bewerten - das Risiko mag steigen, dass ein solcher Erreger irgendwann mal die Labore verlässt - anderseits könnte in der Erforschung auch die Chance liegen, parallel dazu durch besseres Verständnis auch effektivere Medikamente zu entwickeln…
Wie kommen wir von Genetik und Mutation jetzt wieder auf irgendwelche Labore die tötliche Viren züchten?
Ich hatte diesen Artikel zititert, weil es mich faszinierte, wie Wissenschaftler auf der ganzen Welt diesem Virus dabei zuschauen, wie er mutiert. Und Sie sind dem Virus soweit voraus, daß Sie wissen welche Mutationen er „entdecken“ müsste um zum Menschen zu kommen.
Der Virus ist nicht viel mehr als ein Automat, der eine Fehlerrate bei der Replikation hat, die wir Mutationsrate nennen. Aber wenn er den richtigen Mutationspfad erwischt, wird er trotz aller unserer Kentnisse für uns zu Gefahr. Ich finde diese Diskrepanz faszinierend.
So langsam frage ich mich das auch…
Mein gedanklicher Ansatz war der, das die Forscher mit ihrer Genschere vielleicht auch aktiv Dinge ändern, um „effektiver“ die Auswirkungen beobachten zu können (wobei ich als Laie gerade merke, dass ich gar nicht weiß, ob die Genschere bei Viren überhaupt funktioniert
Das mit der Tödlichkeit ist sicher wichtig, um lauernde Gefahren besser abschätzen zu können - aber auch hier gilt - die Wissenschaft klärt das - was die Gesellschaft/Politik mit der Erkenntnis macht, ist offen (die Diskussion hatten wir im Zuge Corona auch schon mal)…
Das einzelne Virus sicher nicht - keine Ahnung, inwieweit hier aus biologischer Sicht „Schwarmintelligenz“ zu verorten ist - wäre mal eine interessante Frage…
Ich glaube allerdings auch nicht, dass „der Rest kann gerne weg“ Deiner Überzeugung entspricht…
die Frage nach der Notwendigkeit/primäres Ziel des Überlebens des Homo Sapiens - gehört entweder in einen eigenen Diskurs - oder in deine Auseinandersetzung via PM…
Auch wenn ich „Schwachsinn“ nicht unbedingt als Ausdruck einer rein sachlichen Beurteilung sehe - ich werde Dich nicht flaggen…
Hm, das ist eine gute Frage: Wie haben die rausgefunden, welche Änderungen der Virus genau braucht, um von Mensch zu Mensch übertragbar zu werden? Das Fachgebiet ist für mich zu weit weg um deren Methoden zu verstehen.
Eher so, dass das Überleben der Menschheit Vorrang hat vor anderen Organismen.
War bei Homöopathie und den Neonikotinoiden ähnlich.
Lieber Herbizide mit Wirkstoff und Nebenwirkungen auf andere Organismen als was Harmloses.
Egal…
Viren sind und waren für unsere Evolution wichtig und bei weitem nicht tödliche Killer.
Siehe Link oben.
Gut.
Halten wir das erstmal so fest.
Zu den Neonikotinoiden und der Homöopathie kann ich in dem Zusammenhang gerne was schreiben.
Sollten wir einen neuen Faden machen?
Vorrang des Menschen?
Finster habe ich nicht behauptet.
Ich finde deine Argumente oft einseitig zugunsten des Menschen.
Aber ob es besser wird, wenn ich jetzt einzelne Aussagen hier zusammen stelle, ist fraglich.
Solche Aussagen finde ich persönlich nicht angenehm.
Hier sind wir wieder an einem Punkt, der zwischen Naturwissenschaft und Sozialwissenschaft unterschiedlich bewertet wird - die Naturwissenschaft sagt für mich sinngemäß, dass von allen je auf diesem Planeten herumgewuselten Lebensformen nach vorsichtigen Schätzungen 99,9% ausgestorben ist - da Homo sapiens für den grundsätzlichen Erhalt eines ökologischen Gleichgewichts nicht zwingend benötigt wird, spielt es für die Ökologie auf diesem Planeten keine Rolle, ob der Mensch nun ausstirbt oder nicht - sein (mögliches) Aussterben ist ergo völlig wertfrei und würde sich lediglich in die Statistik einreihen…
Der sozialwissenschaftliche Ansatz hingegen sagt etwas ganz anders, da dieser von allen im irdischen Ökosystem stattfindenden Interaktionen vor allem die Interaktionen zwischen Menschen beleuchtet und diese auch ganz klar präferiert - aus dieser Sicht ist ein Aussterben natürlich eine Katastrophe, weil damit die Interaktion komplett zum erliegen kommt…
Aus individueller/empathischer Sicht … - nun, das ist wohl das komplizierteste - zum einen, weil (Aus-)Sterben - zumindest in unserer Gesellschaft - immer mit einem Verlust assoziiert wird - zum anderen, weil wir alle - wie fast jedes andere Lebewesen auch - auf „das eigene Leben steht immer im Fokus der Betrachtung“ ausgerichtet ist…
Wenn Du nun von dieser Aussage kommst („…das Überleben der Menschheit Vorrang hat vor anderen Organismen…“) wäre interessant, aus welchem Blickwinkel Du zu der Aussage kommst - die rein wissenschaftlich/biologische kann es eigentlich nicht sein (s.o)
Wenn Du das aus einer der anderen Gründe formulierst, so ist der Artentod nicht besser oder schlimmer (für uns als Individuen) als der eigene, persönliche Tod…
Und dann ist für mich die Anschlussfrage, warum Dein eigener Tod (sofern meine Argumentationskette nicht irgendwo dramatische Lücken hat)so deutlich negativ zu bewerten ist…
Denn der Tod (egal ob auf der Arten- oder der individuellen Ebene hat neben ein paar Nachteilen doch auch eine ganze Reihe von Vorteilen…
Wenn Du also schreibst,
dann wäre die Konsequenz, das selber nicht auch zu machen…
Was nun das Virus selbst und dessen möglicher verheerender Wirkung af den Menschen angeht, so teile ich die Faszination von @WitzelJo bezüglich des Prozesses selbst und die Fähigkeit von uns Menschen, derartiges in dieser Detailtiefe beobachten zu können - auf der empathisch/menschlichen Ebene erkenne ich die Präferenz zu Gunsten des Menschen und gegen das Virus an - ansonsten sehe ich das als Beispiel einer unzureichenden Anpassung zwischen Mensch und Virus, dessen Konflikt mal für mal gegen den Menschen entschieden wird - ohne das werten zu wollen, denn Viren haben - wie Du bereits erwähntest - für die Evolution eine ganz wichtige Rolle (z.B.: als Genfähren aber auch, um z.B. Populationsübergewichte auf ein verträgliches Maß zu reduzieren - das war das Problem mit den Monokulturen) …
Das ist ja - zumindest in Fachkreisen - nichts Neues.
Spätestens seit 2010, als eine Arbeitsgruppe in Rotterdam um R. Fouchier eine Arbeit zu ‚Gain of function‘ (GOF) an Vogelgrippe-Viren herausgebracht hat, ist das ein ständiges Thema.
Der damals berichtete ‚gain of function‘ ging um die Übertragbarkeit des Virus von Mensch-zu-Mensch (normalerweise nur Vogel->Mensch)
Aus Sorge, dass man auf Basis dieser Arbeit ev. Biowaffen-taugliche Virusstämme erzeugen könne, wurden die Autoren bzw. Journals aufgefordert, experimentelle Details nicht zu veröffentlichen.
Es gab zu GOF seither heftige Kontroversen - nicht nur in der ‚scientific community‘.
Angesichts der in allen technologisch fortgeschrittenen Ländern verfügbaren molekularbiologischen Möglichkeiten ist GOF-Forschung ein typisches Beispiel für ‚dual use‘ Technik.
Grundsätzlich ist es angesichts der ständigen und zunehmenden Gefahr von viralen Zoonosen (Eindringen d. Menschen in alle Biotope und schnelle globale Verbreitung) nötig, jedes neue Virus molekular genau zu verstehen…dazu gehört zwangsläufig auch GOF-Forschung, um im Falle eines Falles (Pandemie-Gefahr) dem Virus ggf. ‚eine Schritt voraus‘ zu sein.
Klar, Laborunfälle oder politisch gewollter Missbrauch zu militärischen Zwecken kann nie völlig ausgeschlossen werden… that’s life.
Ein Verbot solcher Forschung ist keine sinnvolle Option.
Im Prinzip richtig… aber die ‚Angelegenheit‘ (= mass extinction) wird mit Homo sapiens in vielerlei Hinsicht ‚kompliziert‘: unsere Spezies verfügt nun mal (like it or not) über ein verdammt weit entwickeltes Gehirn, was es erlaubt über uns selbst und die Umwelt nachzudenken, d.h. wir haben ein Bewusstsein darüber was geschieht … den Dinosauriern blieb das erspart … und die vom frühen H. sapiens ausgerottete Megafauna dürfte auch keine ‚doomsday‘ Gedanken gehabt haben.
Im Gegensatz zu allen früheren extinkten Arten wissen wir, was los ist.
Allerdings wirkt unser evolutionäres Erbe (Primat: Vermehrung der Art bzw. Verbreitung unserer Gene) bisher stärker auf unser kollektives und individuelles Verhalten, als die Erkenntnis, dass unsere Species die Ressourcen des ‚Biotops Erde‘ ausgereizt hat.
Irgendwo habe ich mal den Ausdruck Homo hybris gelesen … passend, finde ich, denn dieser scheint unfähig, die Grenzen zu akzeptieren - kein Wunder, denn der Mensch verdankt seine einmalige Erfolgsgeschichte allein seinem enorm kompetitiven Organ zwischen den Ohren. Teilen liegt nicht in unserer Natur, unser ‚Bauplan‘ enthält offensichtlich einen Selbstzerstörungsmechanismus.
Und unsere natürliche Evolution dürfte de facto auch zum Stehen gekommen sein, da sich bei 10 Milliarden Individuen auch eine noch so vorteilhafte Mutation nicht mit der nötigen Geschwindigkeit in der Population durchsetzen kann.
… und vor diesem biologisch definierten Hintergrund (evolutionärer Rucksack) können/müssen jetzt Sozialwissenschaft, Philosophie und sonstige ‚soft skill‘ Disziplinen dann dazu beitragen, dass die ‚Politik‘ (wie auch immer) operativ das schlimmste verhindern kann (so sie das überhaupt will).
Mein Optimismus in dieser Hinsicht ist sehr begrenzt.
Dem Planeten Erde dürfte dürfe das Ergebnis egal sein… Zeit spielt keine Rolle, unser Zentralgestirn schafft noch ein paar Milliarden Jahre.